Verfolgungsindex 2013

Kuba

Kuba ist eines der wenigen in der Welt verbliebenen kommunistischen Länder. Vor einigen Jahren hat der alternde Landeschef Fidel Castro seinem Bruder Raúl die Regierung übertragen. Die erhofften Veränderungen blieben aus. Kuba isoliert sich weiter vom Rest der Welt und steht unter totalitärer Kontrolle.

Die Christen stellen knapp 57 Prozent der Bevölkerung, wobei die Mehrheit zur römisch-katholischen Kirche gehört. In den vergangenen Jahren ist die Zahl protestantischer Christen deutlich gewachsen und viele religiöse Organisationen berichteten von bemerkenswertem Mitgliederzuwachs und Aufbrüchen, besonders unter der jungen Bevölkerung. Die meisten Kirchen verzeichneten eine wachsende Teilnahme von Kindern an ihrem Religionsunterricht.

Kontrollierter Glaube

Die Verfassung Kubas garantiert zwar Religionsfreiheit, doch die Regierung schränkt diese in der Praxis ein. Kirchen müssen sich staatlich registrieren lassen, was sehr schwierig ist. Es gibt zahlreiche nicht-registrierte Hauskirchen ohne gesetzlichen Status, die Schikanen durch die Behörden ausgesetzt sind. Die Regierung begrenzt den Bau neuer Kirchengebäude; Genehmigungen sind nur schwer zu erlangen. Eine Erlaubnis zum Druck christlicher Literatur gibt es selten. Bibeln, theologisches Studienmaterial und altersgerechte christliche Literatur sind kaum vorrätig. Die wachsende Zahl der nicht-registrierten Hauskirchen hat keinen Zugang zu den Materialien, da Bibeln in Kuba über offizielle Kanäle verteilt werden und dies auch nur an registrierte Kirchen. Das totalitäre Regime duldet keine Konkurrenz. Religiöse Gruppierungen beklagen eine weitverbreitete Überwachung und Unterwanderung durch den Geheimdienst. Pastoren und Christen werden verschiedentlich unter Druck gesetzt, nicht zu evangelisieren und ihre Aktivitäten auf ihr Gemeindegelände zu beschränken.

Spione im Gottesdienst

Die in der Vergangenheit teils heftige Verfolgung von Christen verändert sich allmählich. Verschiedene religiöse Gruppen, darunter die Katholische Kirche durften karitative Aktionen wie Computerkurse oder Sprachunterricht auch außerhalb ihrer Versammlungsstätten durchführen. Auch erhielten beispielsweise mehrere katholische Kirchen die Erlaubnis, ihre Gebäude zu renovieren. Während die Christen früher misshandelt, verhaftet und manchmal sogar ermordet wurden, geschieht Verfolgung nun latenter. Weiterhin gibt es Drangsalierung, strenge Überwachung und Diskriminierung, gelegentlich kommt es auch zur Verhaftung von Leitern. Christen werden beobachtet und Gottesdienste sind mit Spionen durchsetzt; einige werden bedroht und an Schule und Arbeitsplatz diskriminiert.

Gemäß dem Internationalen Bericht zur Religionsfreiheit im Auftrag des US-Außenministeriums gaben einige religiöse Gruppierungen an, dass ihnen die Regierung wegen ihrer religiösen Aktivitäten Verbrechen zur Last gelegt habe, die sie nicht begangen hätten. Einige Pastoren und Christen teilten mit, dass sie unter scharfer Beobachtung stehen, wegen evangelistischer Tätigkeiten bedroht wurden, und angewiesen wurden, Aktivitäten auf ihr Kirchengrundstück zu beschränken.

Weil viele Gemeinden nicht registriert sind, haben sie keinerlei Rechtsstatus. In manchen Regionen erleben die Christen allerdings mehr Druck als in anderen. 

Christenverfolgung heute - Wie Sie sich aktiv für verfolgte Christen einsetzen können, erfahren Sie hier...

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