„Ich hatte Angst“

Eine iranische Hauskirchenleiterin über ihre Zeit im Gefängnis

„Sie sperrten mich in eine Einzelzelle. Ganz allein, begann ich zu weinen. Ich dachte an meine Tochter und wie es ihr ergehen würde. Die ersten drei, vier Tage sprach ich nicht mit Gott. Ich war so enttäuscht von ihm“, berichtet Rachel* aus Iran von ihrer Zeit im Gefängnis.
 

Rachel aus Iran
Während ihrer Zeit im Gefängnis sorgte sich Rachel sehr um ihre Tochter

 

Zehn Jahre zuvor war Rachel  Christin geworden, nachdem ihre Schwester sie zum Treffen einer geheimen Hauskirche mitgenommen hatte. Auch ihr Ehemann nahm Jesus als seinen Retter an. Die Hausgemeinde wuchs und nach zwei Jahren wurden Rachel und ihr Mann zu Leitern. Trotz Vorsichtsmaßnahmen fanden die Behörden heraus, dass die beiden sich christlich engagierten. Eines Tages, als ihr Mann ihre Tochter Kimya*  zur Schule brachte, verhaftete die Polizei Rachel und brachte sie ins Gefängnis. Dort wurde Rachel tagelang immer wieder verhört und beschimpft. Telefonieren durfte sie nicht. Infolge der Strapazen verlor sie in zwei Wochen 13 Kilo Gewicht.

Durch einen Traum ermutigt

Doch dann, nach einem weiteren Tag voll demütigender Verhöre, hörte sie im Traum einen Bibelvers:, Johannes 1,10. Das war ein Wendepunkt: Rachel fing wieder an zu beten und fasste neuen Mut. Nach einem Monat kam sie auf Kaution frei und konnte mit ihrem Mann und ihrer Tochter aus dem Land fliehen.

*Name geändert

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