Länderprofil Bhutan

Bhutan

30
Weltverfolgungsindex
2017
Flagge Bhutan
Hauptreligion
Buddhismus
Staatsform
Königreich
Rang Vorjahr
38
ISO
BT
Karte Bhutan
Karte Bhutan
Christen
0,02
Bevölkerung
0.79
Religiös motivierter Nationalismus
Ethnisch begründete Anfeindungen
Privatleben: 11.250
Familienleben: 11.138
Gesellschaftliches Leben: 12.500
Leben im Staat: 11.393
Kirchliches Leben: 12.552
Auftreten von Gewalt: 2.037

Berichtszeitraum: 1. November 2015 – 31. Oktober 2016

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

61 Punkte / Platz 30 (WVI 2016: 56 Punkte / Platz 38)

Triebkräfte der Verfolgung

Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Bhutan ist „Religiös motivierter Nationalismus“ vermischt mit „Ethnisch begründeten Anfeindungen“.

Aktuelle Einflüsse

Bhutan befindet sich zwischen zwei riesigen Nachbarstaaten: Indien und China. Die Demokratie wird mehr und mehr gefestigt, allerdings geschieht dies in einem Umfeld, in dem alle Parteien die Vorherrschaft des Buddhismus anerkennen und in der Verehrung des Königs übereinstimmen. Nach den Wahlen 2013 hat die Opposition reibungslos die Macht übernommen. Christen, die unter den Bhutanern eine kleine Minderheit darstellen, haben immer noch keine formale Anerkennung erhalten.

Betroffene Kategorien von Christen

Die geringe Zahl ausländischer Christen schließt sich in der Regel den lokalen Hauskirchen an, weshalb diese Gruppe in Bhutan nicht als eigene Kategorie („Gemeinschaften ausländischer Christen und Arbeitsmigranten“) gewertet wird. Zudem gibt es keine Christen aus traditionellen Kirchen. Daher sind es Christen mit buddhistischem, hinduistischem und Stammeshintergrund sowie Christen aus protestantischen Freikirchen, die äußerst starken Druck in allen Lebensbereichen ausgesetzt sind.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

  • Insgesamt hat der Druck auf Christen beträchtlich zugenommen und ist sehr hoch. Die Regierung diskriminierte Christen (z. B. indem sie einigen Christen den neuen elektronischen Personalausweis verweigerte), doch auch der Druck vonseiten der Gesellschaft stieg an.
  • Am stärksten ist der Druck in den Lebensbereichen „Kirchliches Leben“, „Gesellschaftliches Leben“ und „Leben im Staat“, in denen jeweils eine sehr hohe Punktezahl erreicht wurde. Dieses außergewöhnliche Verfolgungsmuster weist auf die Tatsache hin, dass praktisch alle Christen einen buddhistischen, hinduistischen oder Stammeshintergrund haben und durch ihren Glaubenswechsel als Fremdkörper betrachtet werden.
  • Der Druck, der aus Religiös motiviertem Nationalismus und Ethnisch begründeten Anfeindungen resultiert, ist in allen Lebensbereichen präsent.
  • Die Gewalt gegen Christen hat zugenommen, dennoch blieb die Punktzahl eher gering. Eine Kirche wurde geschlossen, eine weitere angegriffen. Drei Christen wurden festgenommen, weil sie Traktate mit dem Evangelium verteilt hatten.

Ausblick

Bhutan sieht sich großen wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber und einer jungen Generation, der es eine Perspektive geben muss. Das Land ist stark vom Tourismus abhängig. Sowohl die Anzahl der Touristen als auch das Einkommen, das das Land durch ausländische Währungen einnimmt, können nicht einfach weiter erhöht werden. Bhutan setzt seine Hoffnung darauf, Wasserkraft zur zweiten Einnahmequelle zu machen, und verfolgt den ambitionierten Plan, diesen Sektor bis 2020 in Betrieb zu nehmen. Je nachdem, wie sich die Wirtschaft weiter entwickelt, könnte es auch zu Rückwirkungen auf die christliche Minderheit kommen. Sollte sich das Land in wirtschaftlichen Schwierigkeiten wiederfinden, wird Bhutan möglicherweise sein buddhistisches Kulturerbe noch stärker betonen, was die Anerkennung der wachsenden christlichen Minderheit in weite Ferne rücken ließe. Wenn sich die wirtschaftliche Lage aber positiv entwickelt, könnte dies die Betonung des buddhistischen Erbes Bhutans abmildern und die Anerkennung der christlichen Gemeinschaft möglich machen. Demzufolge bleibt Religiös motivierter Nationalismus, die Haupttriebkraft der Verfolgung in Bhutan, auch weiterhin das bestimmende Element für die Situation der christlichen Minderheit.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 61 Punkten belegt Bhutan Platz 30 auf dem Weltverfolgungsindex 2017. Auf dem Weltverfolgungsindex 2016 nahm Bhutan mit 56 Punkten Rang 38 ein. Ein Fünftel dieses Anstiegs beruht auf der höheren Punktzahl im Bereich „Auftreten von Gewalt“, der verbleibende Teil auf erhöhtem Druck in allen Lebensbereichen (mit dem stärksten Anstieg im gesellschaftlichen und kirchlichen Leben).

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2. Triebkräfte der Verfolgung

Religiös motivierter Nationalismus: Die beständige Betonung des Buddhismus als geistliches Erbe des Landes macht es der christlichen Minderheit schwer, ihren Platz zu behaupten. Bhutan ist seit Jahrhunderten ein buddhistisches Königreich. Selbst nach der Bildung einer konstitutionellen Monarchie im Jahr 2001 und der Einführung demokratischer Wahlen im Zuge der neuen Verfassung im Jahr 2008 wird dem Buddhismus weiterhin eine dominierende Rolle im Land eingeräumt. Gemäß Artikel 3(1) der Verfassung ist der Buddhismus „das geistliche Erbe Bhutans“, der unter anderem „die Grundsätze und Werte des Friedens, der Gewaltlosigkeit, des Mitgefühls und der Toleranz“ fördert. Dementsprechend gilt der Buddhismus offiziell nicht ausdrücklich als Staatsreligion. Stattdessen definiert die Verfassung Bhutan als säkularen Staat und bejaht religiöse Toleranz. Allerdings sieht dies in der Realität oft anders aus. Bis heute ist es keiner einzigen Gemeinde gestattet, ein offizielles Kirchengebäude zu errichten. Deshalb sind alle christlichen Gemeinschaften nach wie vor Untergrundgemeinden. Besonders in entlegenen, ländlichen Gebieten betrachten buddhistische Mönche Christen mit Argwohn und bereiten ihnen große Schwierigkeiten, während die Behörden nichts unternehmen, um die Christen zu schützen. Ganz im Gegenteil, sie schlagen sich eher auf die Seite der Mönche.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Auch Schamanen des traditionellen animistischen Bön-Glaubens üben Druck auf die Christen aus. Obwohl die meisten Bürger nicht ausschließlich diesem Glauben anhängen, halten sie besonders in ländlichen Gebieten bestimmte Riten und Traditionen ein. Christliche Konvertiten, die sich weigern, daran teilzunehmen, werden unter Druck gesetzt und ausgegrenzt.

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3. Aktuelle Einflüsse

Bhutan ist eingezwängt zwischen den zwei großen Nachbarn Indien (im Süden) und China (im Norden). Das Land taucht nicht sehr oft in den internationalen Schlagzeilen auf (es sei denn, es wird wie 2016 von Angehörigen der britischen Königsfamilie besucht), doch es erlangte einige Berühmtheit für seine Einführung des Bruttonationalglücks (BNG), das den Glücklichkeitsgrad aller Staatsbürger misst. Die Demokratie wird mehr und mehr gefestigt, allerdings geschieht dies in einem Umfeld, in dem alle Parteien die Vorherrschaft des Buddhismus anerkennen und in der Verehrung des Königs übereinstimmen. Nach den Wahlen 2013 hat die Opposition reibungslos die Macht übernommen und sich den üblichen sozialen und wirtschaftlichen Problemen zugewandt, um die sich Regierungen kümmern müssen. Die Situation von Christen, die unter den Bhutanern eine kleine Minderheit darstellen, blieb dabei unverändert: Sie haben noch immer keine formale Anerkennung erhalten.

Bhutan sieht sich großen wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber und einer jungen Generation, der es eine Perspektive geben muss. Im Berichtszeitraum zum Weltverfolgungsindex 2017 haben sich insbesondere zwei Herausforderungen herauskristallisiert: 1) Das Land ist stark vom Tourismus abhängig. Sowohl die Anzahl der Touristen als auch die Einnahmen durch ausländische Währungen scheinen sich stabilisiert zu haben. 2) Das Land setzt seine Hoffnung darauf, das enorme Potential der Wasserkraft (womöglich vergleichbar mit dem Norwegens) zu einer zweiten Einnahmequelle zu machen. Obwohl dies ausgesprochen teuer und oft umweltschädlich ist, gibt es ambitionierte Pläne, diesen Sektor bis 2020 in Betrieb zu nehmen.

Je nachdem, wie sich die Wirtschaft weiter entwickelt, könnte es auch zu Rückwirkungen auf die christliche Minderheit kommen. Sollte sich das Land in wirtschaftlichen Schwierigkeiten wiederfinden, wird Bhutan möglicherweise sein buddhistisches Kulturerbe noch stärker betonen, was die Anerkennung der wachsenden christlichen Minderheit in weite Ferne rücken ließe. Wenn sich die wirtschaftliche Lage aber positiv entwickelt, könnte dies die Betonung des buddhistischen Erbes Bhutans abmildern und die Anerkennung der christlichen Gemeinschaft möglich machen.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

In Bhutan gibt es zwei Kategorien von Christen, die Verfolgung erfahren. Die geringe Zahl ausländischer Christen schließt sich in der Regel den lokalen Hauskirchen an, weshalb diese Gruppe Bhutan nicht als eigene Kategorie („Gemeinschaften ausländischer Christen und Arbeitsmigranten“) gewertet wird. Außerdem gibt es keine Christen aus traditionellen Kirchen.

Christen mit buddhistischem, hinduistischem und Stammeshintergrund erleben Verfolgung vonseiten ihrer Familie, Freunden und Nachbarn.

Christen aus protestantischen Freikirchen (wie Evangelikale und Pfingstgemeinden): Zwar gibt es Gemeinschaften wie Brethren und El Shaddai, allerdings sind sie nicht anerkannt und können daher von den Behörden behelligt und unter Druck gesetzt werden. Dies kann sich in Überwachung, aber auch in Razzien, Festnahmen und Inhaftierungen niederschlagen.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 11.250
Familienleben: 11.138
Gesellschaftliches Leben: 12.500
Leben im Staat: 11.393
Kirchliches Leben: 12.552
Auftreten von Gewalt: 2.037

Grafik: Verfolgungsmuster Bhutan

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenspiel der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster Bhutan:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen stieg im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2017 von 11,008 (WVI 2016) auf 11,767 an, was ein sehr hoher Wert ist. Die Regierung diskriminierte Christen (z. B. indem sie einigen Christen den neuen elektronischen Personalausweis verweigerte), doch auch der Druck vonseiten der Gesellschaft stieg an.
  • Am stärksten ist der Druck in den Lebensbereichen „Kirchliches Leben“, „Gesellschaftliches Leben“ und „Leben im Staat“, in denen jeweils eine sehr hohe Punktezahl erreicht wurde. Dieses außergewöhnliche Verfolgungsmuster weist auf die Tatsache hin, dass praktisch alle Christen einen buddhistischen, hinduistischen oder Stammeshintergrund haben und durch ihren Glaubenswechsel als Fremdkörper betrachtet werden.
  • Der Druck, der aus Religiös motiviertem Nationalismus und Ethnisch begründeten Anfeindungen resultiert, ist in allen Lebensbereichen präsent.
  • Die Zunahme des Drucks wird begleitet von einem Anstieg der Gewalt gegen Christen, wobei die Punktzahl mit 2,037 immer noch relativ gering ist (WVI 2016: 0,926). Im Berichtszeitraum wurde eine Kirche geschlossen und eine weitere angegriffen.

Privatleben: Der Übertritt zu einer anderen Religion wird grundsätzlich sowohl von der Familie und der Gemeinschaft als auch von religiösen Obrigkeiten und dem Staat strikt abgelehnt. Sogenannte „Zwangskonversion“ ist sogar eine Straftat, wobei der Begriff „Zwang“ Interpretationsspielraum bietet. Sogar das bloße Verteilen von Traktaten mit dem Evangelium, ohne darüber zu sprechen oder jemanden in die Kirche einzuladen, kann zu einer Verhaftung führen, wie drei Christen im Oktober 2016 erfahren mussten. Konvertiten müssen daher sehr bedacht sein, wie sie ihren Glauben ausleben, vor allem, wenn sie die einzigen Christen in ihrer Familie sind. Bereits das Tragen christlicher Symbole kann gefährlich sein. Da die Treffen der Christen meistens in Mietshäusern stattfinden, kann es zu Problemen kommen, wenn der Hausbesitzer Buddhist ist. In ländlichen Gebieten werden bekannte christliche Konvertiten oft genauestens beobachtet.

Familienleben: Im Falle einer Entdeckung ihres neuen Glaubens drohen Christen mit buddhistischem, hinduistischem und Stammeshintergrund die Scheidung (wenn sie verheiratet sind) und der Verlust des Erbschaftsrechts. Öffentliche Taufen sind illegal und daher nicht durchführbar. Eine christliche Beerdigung zu organisieren, ist ebenfalls sehr schwierig oder oftmals gar unmöglich. Vielen Christen wurde aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit die Ausstellung eines elektronischen Personalausweises verwehrt. Christliche Kinder müssen in der Schule den Buddhismus lernen und praktizieren und erleben Druck vonseiten der Lehrer und Mitschüler. Im Berichtszeitraum wurde eine Schülerin wegen ihres Glaubens dazu gezwungen, ihr Abschlussjahr zu wiederholen – trotz ihrer guten Leistung. Christliche Konvertiten werden manchmal von ihren Familien isoliert und daran gehindert, andere Gläubige zu treffen. Drei wegen ihres Glaubens inhaftierte Christen wurden von ihren Verwandten isoliert, indem ihren Angehörigen verboten wurde, sie im Gefängnis zu besuchen.

Gesellschaftliches Leben: Christliche Konvertiten erfahren starken Druck vonseiten ihrer Familie, Freunden und Nachbarn, die oft damit drohen, sie den lokalen Behörden zu melden, wenn sie ihren christlichen Glauben nicht widerrufen. Traditionell werden in Bhutan Aussaat und Ernte als Dorfgemeinschaft durchgeführt. Christen sind von dieser Praxis allerdings ausgeschlossen und können mit keinerlei Hilfe rechnen. Die anderen Dorfbewohner machen es den Christen oft sehr schwer: Wenn sie nicht an religiösen Feierlichkeiten teilnehmen, setzen sie sich damit noch größeren Schikanen aus. Um zur Schule zugelassen zu werden, benötigen Kinder ein Empfehlungsschreiben des Dorfoberhauptes oder der lokalen Regierungsbehörde. Solch ein Schreiben zu erhalten, ist oft schwierig für Christen, und wenn sie es erhalten, werden ihre Kinder in der Schule diskriminiert. Sie erhalten schlechtere Noten, was ihnen wiederum den Zugang zu höherer Bildung erschwert. Seit der Ausstellung von elektronischen Personalausweisen kann die Regierung Christen leichter aufspüren. Allerdings haben laut Berichten viele Christen diese Ausweise nicht erhalten. Allein in Thimpu besitzen 30 % der Christen keinen elektronischen Personalausweis. Ohne diesen Ausweis haben sie keinen Zugang zur staatlichen Grundversorgung wie dem Gesundheitswesen, können nicht reisen, sich in keiner Schule anmelden und nicht einmal Arbeit finden. Außerdem sind Christen, die ein Geschäft eröffnen wollen, oft von staatlichen Subventionen ausgeschlossen.

Leben im Staat: Die Verfassung schützt den Mahayana-Buddhismus als nationales geistliches Erbe, was ihn faktisch zur Staatsreligion macht. Dies wird in der folgenden Vorschrift deutlich: „Jede religiöse Institution hat die gesetzliche Pflicht, das geistliche Erbe Bhutans zu fördern.“ Am 24. Mai 2011 erließ die Regierung einen Zusatz zu diesem Gesetz, der eine Anti-Konversions-Klausel beinhaltet. Dies wurde ins Strafgesetzbuch aufgenommen, um Artikel 7(4) der Verfassung des Königreichs Bhutan zu erfüllen, der besagt, dass „ein bhutanischer Staatsbürger das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit“ haben soll: „Keine Person soll durch Nötigung oder Beeinflussung dazu gezwungen werden, einem anderen Glauben anzugehören.“ Abschnitt 463 (A) des Strafgesetzbuches (Zusatz) von Bhutan 2011 sagt aus: „Ein Angeklagter ist schuldig des Vergehens, andere zu einem anderen Glauben bewegt zu haben, wenn er sich dabei der Nötigung oder einer Art der Beeinflussung bedient hat, um die Bekehrung zu einem anderen Glauben zu erreichen.“ Abschnitt 463 (B) fügt hinzu: „Das Vergehen, andere zu einem anderen Glauben zu überreden, wird als Ordnungswidrigkeit behandelt“, was in Bhutan mit ein bis drei Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Aufgrund dieses Gesetzes wurden 2014 zwei Pastoren verurteilt. Christen ist es nicht erlaubt, öffentlich christliche Symbole zu zeigen, und es sind keine christlichen Zivilgesellschaftsorganisationen erlaubt. Christen werden vor Gericht oft zu schweren Strafen verurteilt, auch dann, wenn es kaum Beweise gibt, die die Klage unterstützen.

Kirchliches Leben: Das Thema Registrierung bleibt für die Christen in Bhutan das größte Problem. Ohne offizielle Registrierung sind christliche Gemeinden faktisch illegal. Zwar erklärt die Landesregierung, dass Christen sich treffen können, doch werden ihre Versammlungen von Dorfbewohnern gestört oder ihre Legalität auf Dorf- oder Bezirksebene infrage gestellt, was manchmal dazu führt, dass Hauskirchen geschlossen werden. Die Regierung beschränkt die Treffen weiterhin auf Privathaushalte, um das Wachstum des christlichen Glaubens einzuschränken. Manchen Christen ist es gelungen, einen größeren Versammlungsort zu erwerben, aber alle laufen Gefahr, entdeckt zu werden, und manche wurden von den Behörden aufgesucht, sogar in Thimpu. Es gab Vorfälle, bei denen Christen mit ernsthaften Konsequenzen gedroht wurde, wenn sie sich weiterhin träfen. Dementsprechend treffen sich viele Christen entweder sehr früh am Morgen oder sehr spät abends und lassen dabei die Lichter im Haus aus, um keinen Verdacht zu erregen. In Bhutan können keine Bibeln oder anderes christliches Material produziert werden und der Import ist nicht erlaubt, auch wenn immer wieder Material in kleinen Mengen nur für den privaten Gebrauch ins Land gebracht wird.

Auftreten von Gewalt: Das Ausmaß der Gewalt hat zugenommen, wobei es jedoch bei einer relativ geringen Punktzahl blieb. Der Anstieg lässt sich damit erklären, dass eine Kirche geschlossen und eine andere attackiert wurde.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Laut einem Bericht der New York Times vom Oktober 2016 plant Bhutan, seine erste juristische Fakultät zu eröffnen. Diese Vorhaben muss allerdings gegen das traditionelle buddhistische Gedankengut in Bhutan ankämpfen: „Die Herausforderung besteht darin, in einem Land Recht zu definieren, das in seiner Geschichte lange von Monarchen in Semi-Theokratie regiert wurde. Außerdem besteht bei der Entwicklung eines Lehrplans die Schwierigkeit, sowohl die Schlichtung im formalen Gerichtswesen als auch durch einen Dorfältesten – ein langjähriger Brauch, dem die Überzeugung zugrunde liegt, dass auf Schlichtung basierende Rechtsprechung die soziale Harmonie bewahrt – gleichermaßen in den Unterricht aufzunehmen.“ Die Konzepte von Recht und Rechtsanspruch sind für Bhutan immer noch fremd und vor allem das Konzept der Menschenrechte wird häufig als typisch westlich wahrgenommen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Herausforderung mit dem Zugang, Rechte auf der Grundlage der Menschenwürde zu erklären, gemeistert werden kann. Wichtiger ist aber, dass die Gemeinschaft der Christen in Bhutan den Schutz und Raum bekommt, den sie verdient, unabhängig von der Rechtsordnung des Landes. In jedem Fall wird die Zukunft der christlichen Minderheit dadurch bestimmt, wie sich der Religiös motivierte Nationalismus, die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Bhutan, weiter entwickelt.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Bhutan:

  • Bitte beten Sie für Christen buddhistischer Herkunft, die mit ihrer Entscheidung für Jesus das Anti-Konversionsgesetz gebrochen haben. Bitte beten Sie, dass die Christen durch die Verfolgung nur noch stärker werden und näher zusammenrücken.
  • Der Buddhismus ist seit Jahrhunderten das spirituelle Erbe Bhutans. Obwohl Bhutan offiziell ein säkularer Staat ist, werden Christen weiterhin abgelehnt und verfolgt. Bitte beten Sie, dass Jesus das Land von der Macht des Buddhismus befreit.
  • Bitte beten Sie für christliche Konvertiten, die von ihrer Familie, Freunden und Nachbarn stark unter Druck gesetzt werden, ihren Glauben aufzugeben. Beten Sie, dass sie angesichts der Verfolgung gestärkt werden und dass Jesus die Herzen der Menschen in ihrem Umfeld berührt, dass diese sich für das Evangelium öffnen.

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