Länderprofil Brunei

Brunei

25
Weltverfolgungsindex
2017
Flagge Brunai
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Sultanat
Rang Vorjahr
25
ISO
BN
Karte Brunai
Karte Brunai
Christen
54,80 Tsd.
Bevölkerung
0.43
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Privatleben: 14.896
Familienleben: 14.183
Gesellschaftliches Leben: 10.016
Leben im Staat: 9.896
Kirchliches Leben: 13.490
Auftreten von Gewalt: 1.111

Berichtszeitraum: 1. November 2015 – 31. Oktober 2016

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

64 Punkte / Platz 25 (WVI 2016: 61 Punkte / Platz 25)

Triebkräfte der Verfolgung

Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Brunei ist „Islamische Unterdrückung“ vermischt mit „Diktatorischer Paranoia“.

Aktuelle Einflüsse

Brunei ist seit über 600 Jahren ein Sultanat, in dem der Sultan alle wichtigen Positionen persönlich innehat. Am 1. Mai 2014 setzte Sultan Hassanal die erste von drei Stufen zur Anpassung der Strafgesetzgebung an die islamische Scharia in Kraft. In der ersten Stufe wurden Bußgelder und Haftstrafen für bestimmte „Vergehen“, wie uneheliche Schwangerschaften, die Verbreitung anderer Religionen als den Islam und das Fernbleiben von den verpflichtenden Freitagsgebeten, eingeführt. Die Einführung der zweiten Stufe, die schwerwiegende Bestrafungen wie Auspeitschung und Amputation für Eigentumsdelikte beinhalten wird, hätte bereits im Mai 2015 geschehen sollen, verzögerte sich aber und ist nun für Juni 2017 vorgesehen. Da Teile der Gesetze auch für Nicht-Muslime (die ungefähr 33 Prozent der Bevölkerung ausmachen) gelten werden, besteht die Befürchtung, dass Bürger Bruneis mit einem besseren Bildungshintergrund – einschließlich der Christen – auswandern werden.

Betroffene Kategorien von Christen

Von den drei Kategorien von Christen, die in Brunei leben, sind alle, von Christen aus traditionellen Kirchen, über Christen aus protestantischen Freikirchen bis hin zu Christen muslimischer Herkunft, in unterschiedlicher Intensität von Verfolgung betroffen.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

  • Insgesamt ist der Druck auf Christen in Brunei sehr groß und seit dem Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2016 erheblich gestiegen.
  • Am stärksten ist der Druck in den Lebensbereichen „Privatleben“, „Familienleben“ sowie im Bereich „Kirchliches Leben“ (jeweils mit extrem hohen Werten). Dieses Muster ist charakteristisch für die Triebkraft Islamische Unterdrückung, da die Abkehr vom Islam verboten ist und von der Familie als Schande angesehen wird.
  • Im Bereich „Auftreten von Gewalt“ blieb es bei derselben, sehr niedrigen Punktzahl wie im Weltverfolgungsindex 2016.
  • Insgesamt hat sich die Verfolgungssituation in Brunei aufgrund der Einführung der Scharia im Strafgesetz verschlechtert, da diese (mit wenigen Ausnahmen) für Muslime wie Nicht-Muslime gültig ist. Obwohl die Verfolgung in Brunei nie besonders gewaltsam war, veranlasst sie einige Christen dazu, das Land zu verlassen.

Ausblick

Immer noch bietet die Regierung ein kostenloses Gesundheitssystem und Sozialwohnungen. Es gibt keine Gebühren für öffentliche Schulen und die Bewohner Bruneis müssen keine Einkommensteuer bezahlen. Doch da die Öl- und Gasvorkommen begrenzt sind und vermutlich nur noch eine Generation lang ausreichen werden, muss die Regierung anfangen, über Alternativen nachzudenken. Dies könnte zu wachsender Unsicherheit und sogar Unruhen führen, und es scheint, dass sich der Sultan mit der Einführung der Scharia nun dem konservativen Islam verschrieben hat. Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung, Islamische Unterdrückung, wird daher weiter zunehmen. Für Christen wird dies mehr Schwierigkeiten bringen, während sich die Situation der Kirche ohnehin durch die massive Auswanderung vieler junger Christen verändert.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 64 Punkten belegt Brunei Platz 25 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2017. Auf dem WVI 2016 nahm Brunei mit 61 Punkten ebenfalls Platz 25 ein.

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2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung: Brunei ist eine islamische Nation, die auf der sogenannten „Malaiisch Islamischen Monarchie“ (Melayu Islam Beraja, (MIB)) Ideologie begründet ist. Diese Regierungsform wird als beste und gerechteste für alle Menschen propagiert, ob Muslime oder nicht. Der Sultan sprach sich vor einiger Zeit für eine „Demokratisierung“ der Regierung aus und ernannte sich selbst zum Premierminister und Präsidenten. Im Zivilrecht gilt schon seit vielen Jahren für alle Muslime die Scharia und die Regierung verfolgt das Ziel, die Stammesvölker zu islamisieren, indem sie die sogenannte „Dawah“-Bewegung (islamische Mission) unterstützt. Die Einfuhr von Bibeln und das öffentliche Feiern von Weihnachten sind gesetzlich verboten. Christliche Pastoren und Mitarbeiter erfahren vielseitige Einschränkungen und aufgrund der Islamisierung und der vorherrschenden MIB-Ideologie werden sowohl einheimische als auch ausländische Christen Zielscheibe aggressiver Islamisierung. Die Regierung hat zum Ziel, jährlich 2000 Menschen zum Islam zu bekehren und lockt mit einer Zahlung von 2000 Brunei Dollar (BND) (ca. 1300 Euro) und anderen Sozialleistungen (z.B. Wohnungen, Häusern und gute Arbeitsstellen) für jede Person, die zum Islam konvertiert. Laut einer Statistik des islamischen Dawah Centers haben sich im Jahr 2015 im Sultanat 516 Menschen dem Islam angeschlossen. Von Januar bis August 2016 sind 341 Menschen zum Islam übergetreten.

Diktatorische Paranoia: Seit über 600 Jahren haben die Sultane im Land uneingeschränkte Macht. Alle wichtigen Positionen hat der Sultan persönlich eingenommen; sei es die des Ministerpräsidenten, Finanzministers, Innenministers, Verteidigungsministers oder auch die des Religionsführers. Er wird vom Volk hoch geachtet und respektiert, jegliche Kritik ist undenkbar. Bisher waren Christen durch die Herrschaft des Sultans nicht gefährdet, doch wurde seine konservative Auffassung des Islam in diesem Jahr deutlich, als er die Behörden für ihr Versagen kritisierte, die zweite Stufe des Scharia-Gesetzes, die die strafrechtlichen Vorschriften enthält, einzuführen. Der Islam scheint den politischen Leitern als vereinende Staatsideologie zu dienen. Christen sind deshalb verunsichert, was ihre Zukunft betrifft und kommen sich bestenfalls als Bürger zweiter Klasse vor.

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3. Aktuelle Einflüsse

Am 1. Mai 2014 führte Sultan Hassanal die erste von drei Stufen zur Anpassung der Strafgesetzgebung an die islamische Scharia ein. In der ersten Stufe wurden Bußgelder und Haftstrafen für bestimmte „Vergehen“ wie uneheliche Schwangerschaften, die Verbreitung anderer Religionen als den Islam und das Fernbleiben von den verpflichtenden Freitagsgebeten eingeführt. Die zweite Stufe, die härtere Strafen wie Auspeitschen oder Amputation für Eigentumsdelikte beinhaltet, hätte bereits im Mai 2015 eingeführt werden sollen, wurde aber verschoben, was den Sultan dazu veranlasste, bei einem Treffen mit Bruneis Islamischem Religionsrat von einer „inakzeptablen“ Verzögerung zu sprechen. Derzeit wird die Scharia-Strafprozessordnung ausgearbeitet und soll im Juni 2017 eingeführt werden.

Im Jahr 1929 wurden in Brunei enorme Vorräte an Erdöl und Erdgas entdeckt. Der Sultan nutzte den hohen Profit, um sein winziges Sultanat zu einem der wirtschaftsstärksten und sozial sichersten Gesellschaften der Welt auszubauen. Die Bewohner von Brunei genießen ein kostenloses Gesundheitssystem und kostenlose Bildung, sie müssen keine Einkommensteuer zahlen, erhalten Wohnzuschüsse und günstige Immobilienkredite. Der Export des Landes besteht zu fast 96 Prozent aus Öl, Gas und verwandten Produkten. Hält die Geschwindigkeit der Ausbeutung der Rohstoffe jedoch an, reicht das Öl des Landes laut dem Weltenergieausblick von BP für das Jahr 2015 gerade einmal weitere 23 Jahre aus.

2008 gab der Sultan die „Vision Brunei 2035“ bekannt. Dieser Plan sieht vor, die Abhängigkeit von Öl und Gas zu vermindern und die Beschäftigungsrate in der Privatwirtschaft zu erhöhen, indem die Wirtschaft mithilfe einer Reihe von internationalen Handelsabkommen ab 2015 vielfältiger gestaltet wird. Brunei verfügt über ein gut gefülltes finanzielles Polster, denn dank wohlüberlegter politischer Entscheidungen gibt es ein deutliches Haushaltsplus. „Vision Brunei 2035“ beinhaltet auch Pläne, aus dem Sultanat ein „islamisches Singapur“ zu machen, wofür die Fähigkeiten der hochgebildeten Bürger Bruneis genutzt würden. Da jedoch auch nicht-muslimische Menschen (ca. 33 Prozent der Bevölkerung) von den Scharia-Gesetzen betroffen sein werden, besteht die Befürchtung, dass viele der gebildeten Bürger Bruneis lieber auswandern werden.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

In Brunei existieren alle Kategorien von Christen, aber da sich ausländische Christen und Arbeitsmigranten den anderen Kirchen anschließen, werden sie nicht als eigene Kategorie gezählt.

Christen aus traditionellen Kirchen, wie die Römisch Katholische und die Anglikanische Kirche, sind zunehmend mit Feindseligkeiten konfrontiert und müssen immer größere Vorsicht walten lassen, da sie streng überwacht werden. Dennoch sind sie weniger stark von Verfolgung betroffen als Christen aus protestantischen Freikirchen oder mit muslimischem Hintergrund.

Christen muslimischer Herkunft werden stark von Familie und Freunden unter Druck gesetzt, da der Übertritt zu einem anderen Glauben als illegal gesehen wird.

Christen aus protestantischen Freikirchen, welche aus evangelikalen und Pfingstgemeinden bestehen, müssen sowohl im „Privatleben“ als auch im „Kirchlichen Leben“ sehr vorsichtig sein.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 14.896
Familienleben: 14.183
Gesellschaftliches Leben: 10.016
Leben im Staat: 9.896
Kirchliches Leben: 13.490
Auftreten von Gewalt: 1.111

Grafik: Verfolgungsmuster Brunei

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenspiel der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster Brunei:

  • Im Berichtszeitraum des WVI 2017 stieg der durchschnittliche Druck von 11,939 (WVI 2016) auf 12,496. Dies ist vor allem auf den Anstieg des Drucks in den Bereichen „Familienleben“ und „Leben im Staat“ aufgrund der Einführung der Scharia zurückzuführen. Die Einführung der zweiten Stufe der Scharia wurde auf 2017 verschoben. Das Scharia Strafgesetzbuch betrifft sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime, obwohl letztere von einigen Verpflichtungen, wie dem obligatorischen Besuch des Freitagsgebets für Männer, ausgenommen sind.
  • Am stärksten ist der Druck in den Lebensbereichen „Privatleben“, „Familienleben“ und „Kirchliches Leben“. Dieses Muster ist charakteristisch für Islamische Unterdrückung, da die Abkehr vom Islam verboten ist und von der Familie als Schande gesehen wird. Die bevorstehende Einführung der Scharia wird den Druck in diesen und anderen Lebensbereichen weiter erhöhen.
  • Druck aus der Triebkraft Islamische Unterdrückung wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, einschließlich des „gesellschaftlichen Lebens“, da die Abkehr einer Person vom Islam als Sache der ganzen Gemeinschaft und sogar des ganzen Landes verstanden wird.
  • Die Wertung für den Bereich „Auftreten von Gewalt“ blieb unverändert niedrig bei 1,111 Punkten. Dies macht deutlich, dass die Verfolgung in Brunei bisher nie besonders gewalttätig war.

Privatleben: In Brunei ist es gegen das Gesetz, dass ein malaiischer Muslim den Islam verlässt. Wer es doch tut, muss mit harten Strafen rechnen. Paragraph 112(1) des Scharia-Strafrechts bestimmt, dass ein Muslim, der sich zum Nicht-Muslim erklärt, mit dem Tod oder mit Gefängnis bis zu 30 Jahren und körperlicher Züchtigung bestraft werden kann, abhängig von der Beweislage. Ist das Scharia-Gericht überzeugt, dass der Beschuldigte glaubhaft umgekehrt ist, muss es ihn freisprechen. Jede private Äußerung über das Christsein kann als Verbreitung des christlichen Glaubens geahndet werden, sodass Christen heute weitaus vorsichtiger abwägen, ob sie etwa ein Kreuz um den Hals tragen, als noch vor einigen Jahren. Für Christen muslimischer Herkunft ist es sehr, riskant christliche Materialien zu besitzen, da diese ihre christliche Identität verraten könnten. Für sie sind in diesem Zusammenhang auch Treffen mit anderen Christen eine besondere Herausforderung. Doch auch für andere Christen sind Zusammenkünfte schwierig, da sie überwacht werden. Wird ein solches Treffen aufgedeckt, bringt dies sowohl die muslimischen Konvertiten als auch die Zusammenkunft selbst in Gefahr. Die Verbreitung christlicher „Propaganda“ an Andersgläubige oder an Stammesangehörige ist verboten. Christen, besonders ihre Leiter, stehen unter ständiger Beobachtung der Behörden.

Familienleben: Christen muslimischer Herkunft befinden sich in einem Dilemma, da sie es nicht wagen, ihre Kinder im christlichen Glauben zu erziehen aus Angst, diese könnten den neuen Glauben der Familie unabsichtlich verraten. In keiner Schule, ob privat oder öffentlich, ist es möglich, christliche Fächer zu unterrichten, und alle Schüler, von der Grundschule bis zur höheren Schule, müssen am Islam-Unterricht teilnehmen (oder genauer gesagt, die staatliche MIB-Philosophie studieren). Ein Pastor berichtete, dass einige christliche Schüler die MIB-Prinzipien besser aufsagen können als die zehn Gebote. Werden christliche Konvertiten entdeckt, werden sie isoliert und gezwungen, ihren Glauben zu widerrufen. Ist die betreffende Person verheiratet, wird er oder sie vom Ehepartner getrennt, welcher oder welche daraufhin gezwungen wird, sich scheiden zu lassen.

Gesellschaftliches Leben: Ehemalige Muslime werden von Familie, Freunden und Nachbarn konstant unter Druck gesetzt, ihrem christlichen Glauben zu entsagen. Besonders malaiisch-sprachige Kirchengemeinden sind ernsthaft bedroht und ihre ständige Überwachung führt zu großer Angst unter den Leitern. Die Behörden holen außerdem Informationen von Anwohnern über die Aktivitäten der Kirchen ein. Zudem werden Christen im Privat- und Berufsleben diskriminiert. Seit der Einführung des Scharia-Gesetzes werden von der Regierung schrittweise neue Bestimmungen und Einschränkungen erlassen. Im Berichtszeitraum wurden öffentliche Weihnachtsfeiern verboten. Einem Bericht zufolge hinderte eine Mutter ihren Sohn daran, in einem Einkaufzentrum Weihnachtslieder zu singen, was das wachsende Maß an Angst deutlich macht. Außerdem gibt es strenge Vorschriften und Strafen bezüglich der muslimischen Gebetszeiten während des Ramadans, die Malaien wie Nicht-Malaien betreffen. Auch liegt ein Bericht über philippinische Christen vor, denen eine Arbeitserlaubnis nur unter der Bedingung erteilt wurde, dass sie zum Islam konvertieren.

Leben im Staat: Wie bereits erwähnt, hat Brunei im Mai 2014 die Scharia eingeführt, die nicht nur Vergehen wie Mord und Diebstahl bestraft, sondern auch die öffentliche Zurschaustellung von christlichen Symbolen. Die Umsetzung ist nun für das Jahr 2017 anberaumt. Einen Glaubenswechsel zu registrieren, ist unmöglich. Christen sind häufig Diskriminierung ausgesetzt, wenn sie mit Behörden zu tun haben. In vielen Fällen wird der Antrag auf Staatsbürgerschaft von dauerhaft im Land wohnenden Chinesen, Christen oder Buddhisten ohne Begründung abgelehnt oder verzögert. Islamisierungsaktivitäten, vor allem unter Christen, werden öffentlich stark verbreitet und jeder Übertritt eines Christen zum Islam wird in den Medien hoch gelobt. Untergrundgemeinden zeigen natürlich niemals christliche Symbole, doch selbst Mitglieder von anerkannten christlichen Kirchen stellen sicher, nichts zur Schau zu stellen, das den Anschein erwecken könnte, sie wollten den christlichen Glauben verbreiten und Muslime missionieren. Aus diesem Grund haben Christen Angst davor, etwas zu tragen, das in der Öffentlichkeit als Glaubensbekundung zu deuten wäre, wie z.B. eine Halskette mit einem Kreuz.

Kirchliches Leben: Alle kirchlichen Aktivitäten werden überwacht, aber registrierte Kirchen sind besonders unter Beobachtung von Spionen der Regierung. Diese Spione sind manchmal selbst Christen, denen Schmiergelder gezahlt werden. Jene Kirchen, die unter der Verfassung der Kolonialzeit registriert wurden, sind bis heute rechtlich anerkannt. Jedoch verhindert die Regierung die Registrierung anderer Kirchen. Es gibt in Brunei eine Fatwa, welche die Renovierung nicht-muslimischer Gottesdienstgebäude untersagt. Demzufolge verfallen Kirchengebäude, doch einige Kirchen renovieren ihre Gebäude auch ohne Erlaubnis. Trotz all dieser Herausforderungen harren die Gemeinden aus. Gemeinschaften von Konvertiten und protestantische Freikirchen erhalten keine Genehmigungen für ihre Versammlungen und ihre Gottesdienste wurden manchmal von der Polizei gestört. Im Berichtszeitraum hatten allerdings auch traditionelle Kirchen Schwierigkeiten, ihre Genehmigungen zu verlängern. Christliche Aktivitäten in der Öffentlichkeit sind verboten. Im Dezember 2014 wurde eine Warnung an alle christlichen Gemeinschaften herausgegeben, das Weihnachtsfest nicht in der Öffentlichkeit zu feiern. Dieses Verbot ist immer noch in Kraft. Sonntagsgottesdienste werden von Regierungsbeamten streng überwacht und Pastoren (besonders malaiisch sprechende Pastoren) müssen sich ihre Formulierungen gut überlegen, um in ihren Predigten die Regierung oder die königliche Familie nicht zu beleidigen. Gedruckte Schriften werden überprüft und der Import von christlichen Materialien ist verboten. Besondere Überwachung gilt den Bewegungen und Aktivitäten von Kirchenleitern, was die Ausbildung von Kirchenmitgliedern und das Halten theologischer Unterrichtseinheiten schwierig macht.

Auftreten von Gewalt: Die Wertung für den Bereich Gewalt blieb bei derselben, niedrigen Punktzahl. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Verfolgung in Brunei nie sonderlich gewalttätig war. Dennoch veranlasst sie manche Christen dazu, das Land zu verlassen und drängt Christen muslimischer Herkunft in den Untergrund.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Brunei steht vor einigen schwierigen Entscheidungen. Die sorglosen Zeiten, in denen sich der Sultan um all seine Bürger kümmert, werden bald vorüber sein. Bis jetzt bietet die Regierung ein kostenloses Gesundheitssystem und bezuschusst Güter wie Reis und Wohnraum. Es gibt keine Gebühren für öffentliche Schulen und die Bürger Bruneis müssen keine Einkommensteuer bezahlen. Da die Öl- und Gasvorkommen jedoch begrenzt sind und vermutlich nur noch eine Generation lang reichen, muss die Regierung beginnen, über Alternativen nachzudenken. Dies könnte zu wachsender Unsicherheit und sogar Unruhen führen, und es scheint, dass sich der Sultan mit der Einführung der Scharia und dem Verbot von öffentlichen christlichen Feiern nun dem konservativen Islam verschrieben hat. Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung, Islamische Unterdrückung, wird daher weiter zunehmen. Für Christen wird dies mehr Schwierigkeiten bringen, während sich die Situation der Kirche ohnehin durch die massive Auswanderung vieler junger Christen verändert.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Brunei:

  • Häufig gibt es Berichte, dass Konvertiten zum Islam Geschenke und finanzielle Unterstützung erhalten haben. Im Gegensatz dazu ist es Christen überhaupt nicht erlaubt, ihren Glauben zu verbreiten. Beten Sie, dass Gott seiner Kirche unter diesen Bedingungen Weisheit und Mut gibt, von Jesus zu erzählen.
  • Bitte beten Sie für die Christen im Verborgenen. Die Verfolgung wirkt sich stark aus, da das Land so klein ist, dass man nirgendwohin fliehen kann, wenn der eigene Glaube an Jesus Christus entdeckt wird. Daher entscheiden sich viele, ihren Glauben geheim zu halten.
  • Bitte beten Sie für malaiische Muslime, die Christen werden, und jetzt unter der Scharia hart bestraft werden könnten.

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