Demokratische Republik Kongo

Weltverfolgungsindex
2017
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Land unter Beobachtung

Demokratische Republik Kongo

Land unter Beobachtung: Kongo

 

Im Kongo, dessen christlicher Bevölkerungsanteil 95,2% beträgt, operiert die ADF-Nalu (Allied Democratic Forces – National Army for Liberation of Uganda) im Osten des Landes, besonders in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri. In diesen zwei Provinzen wurden einige Dörfer und Kirchen angegriffen und wären beinahe dauerhaft verlassen worden.

Die ADF-Nalu wurde Mitte der 1990er Jahre von zwei bewaffneten Gruppierungen gebildet.[1] Ihr Ziel war es, die Regierung des Präsidenten von Uganda, Yoweri Museveni, zu destabilisieren, der seit 1986 an der Macht war. Obwohl sich die Aufstände auch in den Kongo ausgebreitet haben, handelt es sich um eine ugandische Bewegung, die in Uganda entstand und ein ugandisches Anliegen verfolgt. Die ADF-Nalu wird bekanntlich von der somalischen militanten Gruppe Al-Shabaab unterstützt. Auch wurde offiziell bekannt, dass die ADF-Nalu im Ruwenzori-Gebirge kriminelle Handlungen plant.

Unterstützt vom Sudan, bestand die ADF ursprünglich hauptsächlich aus Kämpfern der Tablighi Jamaat, einer muslimischen Missionsbewegung. Nach einigen Jahren radikalisierten sich ihre Anhänger, die ADF besteht heute hauptsächlich aus Dschihadisten.

Seit ihrer Entstehung verübte die ADF-Nalu mehrfach Angriffe gegen die Hauptstadt Kampala, die aber jedes Mal fehlschlugen, da Kampala mit Wucht zurückschlug. Deswegen konnte sich die Gruppe nie etablieren. Von der ugandischen Armee vertrieben, fand sie Zuflucht im benachbarten Kongo, wo sie Anhänger gewann und eine Rebellion anzettelte und durchführte. Die ADF-Nalu-Rebellen fanden im Osten des Landes fruchtbaren Boden für ihr Weiterbestehen.

Als die Rebellen im Kongo ankamen, wurden sie empfangen und erhielten sogar finanzielle Unterstützung von Kinshasa. Sie lebten friedlich mit den Bewohnern der Region zusammen, bestellten Felder, trieben Handel und unterschrieben Abkommen mit der lokalen Bevölkerung. Aus diesem Grund sehen einige Studien das kongolesische Volk als Teil des ugandischen Aufstandes an.

Mit der Zeit richtete sich die ADF-Nalu gegen die Bevölkerung und die kongolesische Regierung. Sie beging Gräueltaten und wurde zu einer offenen Gefahr für das gesamte kongolesische Volk. Daher startete die kongolesische Armee 2005 eine Reihe von Offensiven gegen die ADF-Nalu. Das Ziel der Angriffe war, die ugandischen Rebellen endgültig aus dem kongolesischen Territorium zu vertreiben. Doch aufgrund ihrer Guerilla-Taktik und ihrer tief im Wald verborgenen Stellungen konnten sich die Rebellen trotz des starken Drucks halten.

Seit Oktober 2014 griff die ADF-Nalu mehrfach die kongolesische Bevölkerung und Armee an. Zu den begangenen Kriegsverbrechen zählen:

  1. Entführungen
  2. Massaker, die Tötung von Zivilisten und Angriffe auf Militärstützpunkte
  3. Plündereien
  4. Vergewaltigungen von Frauen
  5. Rekrutierung von Kindersoldaten
  6. Vertreibungen von Familien, Gemeinschaften und Kirchen

Obwohl viele Quellen von Angriffen auf „Zivilisten“ sprechen – und die meisten Zivilisten in der Region Christen sind – wird die religiöse Komponente meist übersehen. Beobachtungen lokaler Quellen zufolge verschonten militante islamistische Gruppen jene Zivilisten, die begannen, sich nach islamischer Vorschrift zu kleiden.

 

[1] Seit kurzer Zeit nennt sich die ADF-NALU auch  „Muslim Defense International“ (MDI).

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