Kuba

Weltverfolgungsindex
2017
ISO
CU

Land unter Beobachtung

Kuba

Land unter Beobachtung: Kuba

 

Kuba, das einen christlichen Bevölkerungsanteil von 61,1% hat, bleibt eines der wenigen kommunistischen Regime der Welt. Raúl Castro trat 2006 die Nachfolge seines 2016 verstorbenen Bruders Fidel Castro als Regierungschef des Landes an, enttäuschte aber alle Gruppierungen, die auf Reformen hofften, da er das Regime nicht wesentlich veränderte. Kuba isoliert sich weiterhin vom Rest der Welt und wird von einem totalitären System kontrolliert. Die Triebkraft der Christenverfolgung im Land ist „Kommunistische Unterdrückung“.

In den letzten Jahren hätten einige interne und externe Faktoren, wie der historische Besuch von US-Präsident Obama im März 2016, das Potential, ein gewisses Maß an politischer Veränderung herbeizuführen. Die tatsächliche Auswirkung kann allerdings noch nicht beurteilt werden. Die Verfolgungssituation von Christen verändert sich langsam und ist nicht mehr so schlimm wie noch vor einigen Jahrzehnten. Während es in der Vergangenheit zu physischen Übergriffen, Inhaftierungen und manchmal sogar Morden kam, nimmt die aktuelle Verfolgung subtilere Formen an: Schikanen, strenge Überwachung und Diskriminierung sowie die Inhaftierung von christlichen Leitern. Alle Christen werden überwacht und alle Gemeindeversammlungen von Informanten unterwandert. Christen werden bedroht und erfahren Diskriminierung in der Schule und am Arbeitsplatz. Das totalitäre Regime stellt sich gegen jegliche Konkurrenten. Pastoren und Gemeindemitglieder werden manchmal gezwungen, alle Evangelisation einzustellen und ihre Aktivitäten auf ihre Gemeinderäumlichkeiten zu beschränken. Es ist schwierig, eine Erlaubnis für den Druck christlicher Materialien zu erhalten, weshalb Bibeln, Material für Bibelstudium und Sonntagsschulmaterialien äußerst knapp sind. Es gibt Einschränkungen in allen Bereichen. Bereits bestehende Seminare und Kirchengebäude können weiter verwendet werden, aber der Bau neuer Räumlichkeiten ist ausgeschlossen. Rechtliche Verfahren sind zwar möglich, aber äußerst langwierig. Ausländer können bei der Einreise maximal drei Bibeln mitführen. Pakete können per Post zugestellt werden, sind jedoch auf ein Maximalgewicht von zwei Kilogramm beschränkt und werden außerdem kontrolliert und zensiert. Während das Evangelium gepredigt werden darf – Ausländer können hierfür sogar ein „religiöses Visum“ beantragen – dürfen die Menschenrechtssituation und die Politik nicht erwähnt werden. Kubaner können ihr Land verlassen, müssen sich zuvor aber einem mit Absicht langwierig angelegten Verwaltungsprozess unterziehen.

Im Vergleich zum Berichtszeitraum des WVI 2016 gab es einen leichten Anstieg in der Verfolgung von Christen in Kuba. Dieser ist auf einen Anstieg der Punktezahlen in den Bereichen „gesellschaftliches Leben“ und „Leben im Staat“ sowie im Bereich „Gewalt“ zurückzuführen.

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.

Drucken Herunterladen