Länderprofil Laos

Laos

24
Weltverfolgungsindex
2017
Flagge Laos
Hauptreligion
Buddhismus
Staatsform
Demokratische Volksrepublik
Rang Vorjahr
29
ISO
LA
Karte Laos
Karte Laos
Christen
0,23
Bevölkerung
7.04
Kommunistische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Religiös motivierter Nationalismus
Privatleben: 11.667
Familienleben: 8.013
Gesellschaftliches Leben: 13.061
Leben im Staat: 12.956
Kirchliches Leben: 14.792
Auftreten von Gewalt: 3.148

Berichtszeitraum: 1. November 2015 – 31. Oktober 2016

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

64 Punkte / Platz 24 (WVI 2016: 58 Punkte / Platz 29)

Triebkräfte der Verfolgung

Die Triebkräfte der Verfolgung von Christen in Laos sind „Kommunistische Unterdrückung“ und „Ethnisch begründete Anfeindungen“. „Religiös motivierter Nationalismus“ ist mit Kommunistischer Unterdrückung vermischt.

Aktuelle Einflüsse

Laos ist seit 1975 fest in der Hand der Laotisch Revolutionären Volkspartei. 2016 gab es eine Machtübergabe innerhalb der Partei, doch weder dies noch die Wahlen im März 2016 brachten wirkliche Veränderung. Dem Land fehlt sowohl die Meinungs- als auch die Pressefreiheit, um die vielfältigen Korruptionsfälle aufdecken zu können. Jede organisierte Gruppierung, die nicht im Einklang mit der Ideologie der Regierung ist, wird als Bedrohung wahrgenommen.

Betroffene Kategorien von Christen

In Laos gibt es jede der im WVI unterschiedenen Kategorien von Christen, die Einschränkungen erleiden, einschließlich Gemeinschaften von ausländischen Christen und Arbeitsmigranten und Christen aus traditionellen Kirchen, welche von der Regierung überwacht werden. Es sind jedoch die Gemeinschaften von Christen mit Stammeshintergrund und buddhistischer Herkunft, sowie Angehörige protestantischer Freikirchen, welche die Hauptlast der Verfolgung tragen müssen.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

  • Der Druck auf die Christen hat sich innerhalb des Berichtszeitraumes des Weltverfolgungsindex 2017 stark erhöht und befindet sich auf einem sehr hohen Niveau. Grund dafür ist die verstärkte Überwachung aller Gruppierungen in der Gesellschaft, einschließlich Christen, vonseiten der kommunistischen Behörden sowie eine Zunahme der Berichte während dieses Berichtszeitraumes.
  • Der Druck ist im Bereich „Kirchliches Leben“ am stärksten, gefolgt vom „Gesellschaftlichen Leben“, dem „Leben im Staat“ und dem „Privatleben“. Während der Druck auf das kirchliche Leben und das Leben im Staat typisch für kommunistische Länder ist, weist der Druck auf die Bereiche „Gesellschaftliches Leben“ und „Privatleben“ auf Probleme christlicher Konvertiten aus anderen Religionen hin.
  • Die Verfolgung durch die Triebkräfte Kommunistische Unterdrückung und Ethnisch begründete Anfeindungen tritt in allen fünf Lebensbereichen auf. Dieser Druck ist erkennbar 1) durch die verstärkten Anstrengungen der kommunistischen Anführer, die Kontrolle zu bewahren, sowie 2) durch die Art, wie Stammesoberhäupter und Familien auf die Schande einer Konversion reagieren.
  • Gewalt gegen Christen befindet sich auf einem hohen Level, im Vergleich zum WVI 2016 ist sie jedoch gesunken.

Ausblick

Die Wahlen haben gezeigt, dass sich in Laos voraussichtlich nichts ändern wird. Initiativen, die von der Regierung nicht kontrolliert werden können, werden nicht geduldet, was weiterhin auch auf christliche Minderheiten zutreffen wird und die ungebrochene Haupttriebkraft der Verfolgung durch Kommunistische Unterdrückung in Laos widerspiegelt.

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Meldungen zu Laos

Nachrichten Nachrichten
Laos
Laos

Laos: Existenzgrundlage von Christen zerstört

(Open Doors, Kelkheim) – Im kommunistischen Laos werden immer wieder Christen vertrieben und ihrer Existenz beraubt.

Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Laos
Laos

Laos: Kindern den Weg zu Gott zeigen

(Open Doors) – Seit 1975 wird Laos von der Laotisch Revolutionären Volkspartei regiert.

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Persönliche Berichte - Laos - 13_09_2016
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Laos: „Der Druck hat mich stärker gemacht“

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Persönliche Berichte - Laos - 29_03_2016
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Laos: Kein Platz für Nachfolger Jesu

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Persönliche Berichte - Laos - 10_11_2015
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Laos: Gejagt wegen christlicher Aktivitäten

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Laos: Christlicher Glaube per Gesetz verboten

 

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Laos: Christen im Norden in Bedrängnis

 

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Persönliche Berichte - Laos - 26_11_2013
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Laos: Weihnachten im Gefängnis

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Laos: Pastor weiterhin im Gefängnis

 

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Nachrichten - Laos - 12_04_2012
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Laos: Beamte schließen Dorfkirche

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Laos: Elf Christen verhaftet

 

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Informationen für den Gemeindebrief - Laos - 20_12_2010
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Laos: Christen müssen im Dschungel leben

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Nachrichten - Laos - 19_05_2010
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Laos: Vertriebene Christen von Krankheiten bedroht

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Laos

Christenverfolgung in Laos

 

Erneut ist Laos mit Platz 9 unter den ersten zehn Ländern des Open Doors-Weltverfolgungsindex 2010.

Nachrichten Nachrichten
Open Doors Meldungen
Laos

Dorfbewohner verbieten Christentum

In einem Dorf im südostasiatischen Laos ist der christliche Glaube ab sofort verboten. Auf einer Versammlung der Dorfbewohner von Katin am 11.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 64 Punkten belegt Laos Platz 24 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2017. Auf dem WVI 2016 belegte Laos mit einer Punktzahl von 58 Platz 29. Dieser Anstieg wurde durch den erhöhten Druck auf alle Lebensbereiche verursacht (mit der stärksten Zunahme in den Bereichen „Familienleben“, „Privatleben“ und „Leben im Staat“). Das Ausmaß an Gewalt ist leicht gesunken.

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2. Triebkräfte der Verfolgung

Kommunistische Unterdrückung: Laos ist eines der fünf verbliebenen marxistisch-leninistischen Länder der Welt und steht folglich jedem als ausländisch oder gar westlich empfundenen Einfluss feindlich gegenüber. Um die Kontrolle zu behalten, setzt die kommunistische Partei die Gesellschaft enorm unter Druck, einschließlich der kleinen christlichen Minderheit im Land. Sie hat ein negatives Bild von Christen und betrachtet sie als ausländische Spione und Feinde. Der christliche Glaube gilt als westliche Ideologie, die den Kommunismus infrage stellt. Christen müssen extrem vorsichtig sein, wenn sie über ihren Glauben sprechen. Sie müssen sich innerhalb von ungeschriebenen Grenzen bewegen, und dürfen diese nicht überschreiten, wenn sie negative Reaktionen der Behörden vermeiden wollen. Die lokalen Behörden nutzen die in der Gesellschaft weit verbreitete Feindseligkeit gegenüber Christen aus, um Überwachungsmaßnahmen zu rechtfertigen.

Ethnisch begründete Anfeindungen: In den Dörfern werden Animismus und andere Stammesbräuche praktiziert, besonders in ländlichen Gebieten (welche mindestens 60% des Landes ausmachen). Die Riten des Stammes für den christlichen Glauben zu verlassen. wird als Verrat gesehen. Die Stammesoberhäupter und Familienmitglieder sehen es als notwendig an, Christen aus ihren Gemeinschaften zu verstoßen, weil sie sich davor fürchten, durch den fremden Glauben die Geister zu verärgern. Auch lokale Behörden zwingen Christen gelegentlich, ihren Glauben aufzugeben und manchmal werden sie von den Dorfältesten gerufen, um Christen zu verhaften.

Religiös motivierter Nationalismus: Laos ist eines der fünf Länder, die dem Theravada-Buddhismus (der ältesten buddhistischen Tradition) folgen; der buddhistische Glaube ist tief in der Gesellschaft verankert. Es herrscht die weit verbreitete Überzeugung, dass Laos und der Buddhismus untrennbar miteinander verbunden sind und dass dem Buddhismus zu jeder Zeit die vorrangige Stellung im Land zusteht. Das Ziel lokaler buddhistischer Führer, ihr Land ‚rein‘ zu halten, und das Ziel der politischen Führung, die Zügel in der Hand zu halten, ergänzen sich hervorragend: Beide wollen die Gesellschaft kontrollieren und Abweichungen von der Norm vermeiden.

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3. Aktuelle Einflüsse

Die Laotische Revolutionäre Volkspartei hat Laos seit 1975 fest im Griff. Ihre exklusiven Netzwerke aus Familien oder Freunden von Parteimitgliedern setzen jeden Bürger, aber vor allem die Minderheiten, zusätzlich unter Druck. 2016 gab es eine Machtübergabe innerhalb der Partei, doch dadurch werden keine großartigen Veränderungen erwartet. Auch die Wahlen im März 2016 brachten keine wirkliche Veränderung. Dem Land fehlt sowohl die Meinungs- als auch die Pressefreiheit, um die vielfältigen Korruptionsfälle aufdecken zu können. Jede organisierte Gruppierung, die nicht im Einklang mit der Ideologie der Regierung ist, wird als Bedrohung wahrgenommen. Der jüngste Fall der Unterdrückung ereignete sich, als die Behörden drei laotische Staatsbürger festnahmen, als diese vor der laotischen Botschaft in Thailand protestierten. Jeder von ihnen wurde im Mai 2016 gezwungen, ein öffentliches Geständnis abzulegen.

Momentan sieht sich Laos Herausforderungen gegenüber, die für kommunistische Länder typisch zu sein scheinen. Regelmäßig dringen Berichte über Fälle schwerer Korruption an die Öffentlichkeit. Aufgrund der neuen Medien ist es für die politische Führung nicht leicht, dies und die Verbreitung von Reaktionen darauf zu unterbinden. Allerdings existiert auch keine Zivilgesellschaft, die dies deutlich kritisieren und so Einfluss nehmen könnte. Das Land ist stark von seinem großen Nachbarn China abhängig, wie 2016 deutlich wurde, als China hohe Kredite für den Bau einer Bahnverbindung zwischen Kunming und Singapur gewährte. China ist bei weitem der größte ausländische Investor in das Land.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

In Laos gibt es jede der im WVI unterschiedenen Kategorien von Christen, die unter Verfolgung leiden:

Gemeinschaften von ausländischen Christen und Arbeitsmigranten, einschließlich Angestellten im diplomatischen Dienst, erleiden Druck zum Beispiel durch das Überwachungssystem der Polizei.

Christen aus traditionellen Kirchen, wie der Katholischen Kirche, den Siebenten-Tags-Adventisten oder der Lao Evangelical Church (LEC): Während diese zwar von der Regierung anerkannt werden, werden sie trotzdem überwacht und erleben im Fall der LEC Einschränkungen bei der Wahl der Gemeindeleiter und beim Druck christlicher Materialien.

Christen mit buddhistischem oder animistischem Hintergrund (Konvertiten) erleiden die stärkste Verfolgung sowohl vonseiten der lokalen Behörden als auch von der Familie, Freunden und Nachbarn. Da jede Konversion ein Anzeichen für die Verbreitung des christlichen Glaubens ist, ist die Regierung Konversionen gegenüber sehr misstrauisch.

Christen aus protestantischen Freikirchen, wie etwa Baptisten- oder Pfingstgemeinden, Methodisten, Lutheraner oder Assemblies of God. Da die Regierung keine „illegalen“ Versammlungen erlaubt, müssten diese Gemeinden sich unter einer der drei oben genannten von der Regierung anerkannten Kirchen registrieren, weswegen sie ihre Versammlungen im Geheimen abhalten. Die Mitglieder dieser Gemeinden erleiden ebenfalls Diskriminierung in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 11.667
Familienleben: 8.013
Gesellschaftliches Leben: 13.061
Leben im Staat: 12.956
Kirchliches Leben: 14.792
Auftreten von Gewalt: 3.148

Grafik: Verfolgungsmuster Laos

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenspiel der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster Laos:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen ist stark gestiegen, von 10,902 (WVI 2016) auf 12,098.
  • Der Druck ist in allen Lebensbereichen gestiegen, und ist am stärksten in den Bereichen „Kirchliches Leben“, „Gesellschaftliches Leben“ und „Leben im Staat“. Der Druck auf Christen mit buddhistischem oder animistischem Hintergrund ist in den Bereichen „Privatleben“ und „Gesellschaftliches Leben“ besonders heftig, während der Druck auf alle Christen in den Bereichen „Leben im Staat“ und „Kirchliches Leben“ wächst. Dieser Druck ist das Ergebnis der Behörden, die kommunistische Werte neu vermitteln und die Anzahl der Konversionen gering halten wollen.
  • Der erhöhte Druck hat jedoch kein Anstieg an Gewalt gegen Christen verursacht: Die Wertung für Gewalt sank von 3,519 (WVI 2016) auf 3,148.

Privatleben: Christen mit buddhistischem oder animistischem Hintergrund (Konvertiten) müssen sehr vorsichtig bei der Ausübung ihres Glaubens sein, vor allem wenn sie die einzigen Christen in ihrer Familie sind. In entlegenen Gebieten haben Häuser oft nur einen Raum (in vielen Gegenden leben drei Generationen unter einem Dach), so dass es sehr schwer ist, einen Platz zu finden, an dem man ungestört und unbemerkt die Bibel lesen, beten oder singen kann. Konvertiten erleiden körperliche und verbale Gewalt. Während des Berichtszeitraumes für den WVI 2017 gab es Berichte über Konvertiten, die aus ihren Häusern verstoßen wurden. Da jede Art von Versammlung von der Regierung als Bedrohung angesehen wird, muss jedes Treffen von den lokalen Behörden genehmigt werden, welche diese Treffen zu verhindern wissen oder als illegal erklären. Ebenso hindert oft die Familie christliche Verwandte daran, andere Christen zu treffen oder das Haus zu verlassen. Bibeln und andere christliche Materialien müssen sorgfältig versteckt werden und können nur mit höchster Vorsicht gelesen werden. Alle Christen werden genauestens überwacht und manchmal werden auch staatlich anerkannte Kirchen dazu herangezogen, die Christen im Auge zu behalten.

Familienleben: Auch wenn der Wert in diesem Bereich der niedrigste aus allen Bereichen ist, weist er doch den stärksten Anstieg auf (von 5,603 im Jahr 2016 auf 8,013). Dies spiegelt teilweise wider, dass viel mehr Berichte eingereicht wurden. Es gab Berichte über Familien, deren Familienregister von den lokalen Behörden beschlagnahmt wurde (ähnliche Fälle aus dem letzten Berichtszeitraum sind noch immer nicht aufgeklärt worden). Eine solche Beschlagnahmung macht die Registrierung der Familienereignisse (Geburten, Hochzeiten, Todesfälle) unmöglich. In stark buddhistisch geprägten Gegenden wurden Hochzeiten und Beerdigungen verhindert und Taufen müssen mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden. Buddhistische Lehren werden oft als Teil der laotischen „kulturellen Bildung“ gesehen und sind in Schulen deshalb Teil des Lehrplans. In einem der berichteten Fälle mussten christliche Schüler an einem buddhistischen Tempelritual teilnehmen, was gegen ihren christlichen Glauben verstieß. Kindern christlicher Familien wurde in einigen Fällen wegen ihres Glaubens die Aufnahme an manchen Schulen verwehrt. Zwei verbreitete Mittel, mit denen Druck auf Konvertiten ausgeübt wird, ist die Drohung mit Scheidung (bei Verheirateten) und der Verlust des Erbrechts.

Gesellschaftliches Leben: Provinzen wie Luang Namtha im Norden und Savannakhet im Süden sind seit jeher schwierige Gebiete für Christen, da die lokalen Behörden in diesen Gebieten entschlossen sind, den christlichen Glauben auszulöschen. Sie fahren weiter damit fort, Christen zu schikanieren, sie festzunehmen und aus ihren Häusern zu vertreiben. Der christliche Glaube wird als westlich gesehen, als eine gefährliche Abweichung von der kommunistischen Ideologie und damit eine Bedrohung für die Nation. Lokale Gemeinschaften sind oft daran beteiligt, christliche Aktivitäten zu überwachen. Familienmitglieder, Dorfbewohner und lokale Behörden bedrohen Christen regelmäßig und wenden auch Gewalt an, um sie dazu zu bringen, ihrem Glauben abzuschwören.

Diese negative Einstellung gegenüber Christen führt zu Verzögerungen bei Hilfeleistungen, Drohungen und Beeinträchtigungen sowohl von den örtlichen Gemeinschaften als auch von den lokalen Behörden. Christen erleiden oft Einschränkungen bei der Nutzung gemeinsamer Ressourcen. In einem Fall wurde einer schwangeren Frau für die Geburt der Zutritt zu einem Krankenhaus verwehrt. Während des Berichtszeitraumes gab es Fälle von Christen, die aufgrund ihres Glaubens keine Anstellung erhielten, und es gab auch Diskriminierung gegen christliche Geschäftsleute. Christen bekamen von den lokalen Behörden Geldstrafen für illegale Versammlungen. In einem Fall wurden neun christliche Familien, insgesamt 38 Personen, mit einem Bußgeld von 800.000 Kip (100 US-Dollar) von den Dorfbehörden bestraft. Wenn sie die Strafe nicht zahlten, mussten sie ihren Glauben abschwören. Geschieht dies nicht, wird der Druck unerträglich. Abgesehen von diesen Geldstrafen sind die Behörden auch dafür bekannt, die Familien unter Druck zu setzen, damit sie durch die Opferung eines Schweins die Geister besänftigen.

Leben im Staat: Artikel 9 der Verfassung von 2009 besagt, dass es die Pflicht des Staates ist, alle Religionen anzuerkennen und zu schützen, besonders jedoch den Buddhismus und die Mönche. Artikel 43 besagt darüber hinaus, dass laotische Bürger das Recht und die Freiheit haben, einer Religion oder auch gar keiner angehören zu können. Allerdings wurden die allgemeinen Bestimmungen zur Religionsausübung des Dekrets 92 seit dessen Verkündung im Jahr 2002 missbraucht, um die tatsächliche Ausübung der Religionsfreiheit zu erschweren. Dieses Dekret macht die Zustimmung der Regierung zur Voraussetzung jeglicher religiöser Aktivitäten; jede Aktivität ohne diese Zustimmung gilt als gesetzwidrig. Konversion zu einem anderen Glauben, predigen und Kirchenveranstaltungen benötigen eine Erlaubnis der Regierung. Das Dekret 92 wurde vor kurzem überarbeitet und wird in Zukunft noch mehr Einschränkungen und Schwierigkeiten für Christen bedeuten. Der christliche Glaube wird als Beleidigung des buddhistischen Glaubens gesehen, welches als ein elementarer Teil der laotischen Kultur und daher auch der nationalen Identität empfunden wird. Jeder laotische Mann ist dazu verpflichtet, Wehrdienst zu absolvieren, was die Schulung im Marxismus und in militärische Pflichten einschließt. Christen werden von den Dorfältesten beschuldigt, die Geister zu erzürnen, wenn sich im Dorf Krankheiten ausbreiten. Wenn Christen oder Kirchen angegriffen werden, kommen die Täter in den meisten Fällen ungestraft davon. Christen können nicht erwarten, von der Polizei, den Behörden oder dem Gericht fair und gerecht behandelt zu werden. In den Medien wird der christliche Glaube weiterhin als Überbleibsel der Kolonialzeit dargestellt, das den Geistern ein Grund zum Zorn ist.

Kirchliches Leben: Der Druck im diesem Bereich ist extrem hoch. Die Regierung überwacht die Aktivitäten, Materialien und Vorträge von allen christlichen Gemeinden. Die LEC-Gemeinden versuchen die Aktivitäten der Hauskirchen zu überwachen. Die Regierung kontrolliert jede Aussage, die gegen die kommunistische Ideologie verstößt. Manchmal werden die Versammlungen von Christen und Hauskirchen gestört, vor allem in abgelegenen Gebieten. Lokale Gemeinschaften hindern Kirchen oft daran, Gebäude zu errichten, manchmal auch auf gewaltsame Art. Bevor eine Kirche erbaut werden darf, müssen gewaltige administrative Voraussetzungen erfüllt werden. Dies trifft vor allem auf die nördlichen Provinzen zu. In einigen ländlichen Gegenden ist es sogar erforderlich, dass ein Polizist vor Ort anwesend sein muss, um die Christen zu überwachen. Sämtliches christliche Material, das veröffentlich oder legal importiert wird, muss von der Regierung und der LEC genehmigt werden. Im November 2015 beschlagnahmten die lokalen Behörden zusammen mit der Polizei Bibeln und anderes christliche Material aus einer Hauskirche in Provinz Kahmmoune im südlichen Laos. Ähnliche Fälle wurden 2016 aus anderen Teilen des Landes berichtet. Seit das NGO-Gesetz 2014 verabschiedet wurde, überwacht die Regierung zunehmend die wohltätigen Aktionen christlicher Dienste im Land.

Auftreten von Gewalt: Wie die Grafik zum Verfolgungsmuster oben zeigt, ist die Gewalt gegen Christen auf einem recht hohen Level. Während des Berichtszeitraumes wurde ein Christ, aus einer ethnischen Minderheit stammend, ermordet. Mehr als zehn Christen wurden festgenommen, einige von ihnen wurden gegen Kaution entlassen, andere sind weiterhin im Gefängnis. Es gab weitverbreiteten physischen und psychischen Missbrauch von Christen mit buddhistischem oder animistischem Hintergrund, vor allem durch die örtlichen Behörden und Familien. Viele Christen wurden aus ihren Heimatdörfern vertrieben, weil die Dorfobrigkeit oder nicht-christliche Familienmitgliedern sie zwangen, die Gegend zu verlassen, als sie von der Konversion erfuhren. Einige dieser Christen mussten deshalb im umliegenden Dschungel leben.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Laos trat im März 2016 den Vorsitz der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) an und war mit einigen großen Herausforderungen konfrontiert. Dies rückte das Land mehr ins internationale Rampenlicht, es führte jedoch nicht zu einer größeren Offenheit. Beispielhaft dafür ist die Tatsache, dass das ASEAN-Bürgerforum, eine Nebenveranstaltung, die zivilgesellschaftliche (und Menschenrechts-) Akteure aus dem Bereich der ASEAN verbindet und vom jeweiligen Vorsitz veranstaltet wird, im August 2016 in Osttimor stattfinden musste, was zeigt, dass auch Christen als religiöse Minderheit von der Regierung keinen Raum bekommen.

Initiativen, die von der kommunistischen Regierung nicht kontrolliert werden können, werden nicht geduldet, was weiterhin auch auf christliche Minderheiten zutreffen wird und die ungebrochene Macht der Haupttriebkraft der Verfolgung in Laos, Kommunistische Unterdrückung, widerspiegelt. Das Land geht weiterhin sehr hart gegen jede von ihnen wahrgenommene Abweichung oder Widerstand vor (was den christlichen Glauben einschließt). Andererseits braucht Laos dringend Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum. Deswegen wird es sich in womöglich in Zukunft in einer Zwickmühle befinden: ausländische Investition setzt zunehmende Offenheit voraus, ansonsten wird die Abhängigkeit von China weiter wachsen.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Laos:

  • Bitte beten Sie, dass die Christen Weisheit haben, wie sie ein Zeugnis für ihre buddhistischen Nachbarn und Familienmitglieder sein können. Bitte beten Sie, dass ihre Bemühungen wohlwollend angenommen werden.
  • Beten Sie, dass Christen freien Zugang zu Bibeln bekommen und Kirchen registrieren lassen können. Beten Sie auch dafür, dass christliche Kinder in buddhistischen Schulen nicht diskriminiert werden und nur wegen ihres Glaubens schlechtere Noten bekommen.
  • Laos ist eines von fünf verbliebenen marxistisch-leninistischen Ländern und wendet sich daher streng gegen jeden Einfluss, der als fremd oder westlich angesehen wird. Die kommunistische Partei übt enormen Druck auf die kleine christliche Minderheit aus. Bitte beten Sie für eine wachsende Offenheit und Akzeptanz des christlichen Glaubens.

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