Länderprofil Mauretanien

Mauretanien

47
Weltverfolgungsindex
2017
Mauretanien
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Präsidialrepublik
ISO
MR
Christen
0,01
Bevölkerung
4.27
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Ethnisch begründete Anfeindungen
Privatleben: 10.938
Familienleben: 10.016
Gesellschaftliches Leben: 10.977
Leben im Staat: 11.393
Kirchliches Leben: 10.677
Auftreten von Gewalt: 0.556

Berichtszeitraum: 1. November 2015 – 31. Oktober 2016

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

55 Punkte / Platz 47 (Auf dem WVI 2016 war das Land nicht gelistet.)

Triebkräfte der Verfolgung

Die Haupttriebkraft der Verfolgung von Christen in Mauretanien ist Islamische Unterdrückung. Daneben tragen auch Diktatorische Paranoia und Ethnisch begründete Anfeindungen zur Verfolgung von Christen bei.

Aktuelle Einflüsse

Die selbsternannte Islamische Republik Mauretanien befindet sich seit mehr als 30 Jahren unter Militärherrschaft, die nur 2007 von einer kurzen Periode der Demokratie unterbrochen wurde. Formell ist das Land zwar eine Mehrparteiendemokratie, jedoch wird das Parlament ausnahmslos von der Regierungspartei dominiert. Einige islamistische Gruppierungen sind in der politischen Szene des Landes aktiv. Auch die ethnische Zugehörigkeit spielt eine große Rolle in der Politik Mauretaniens. Mauretanien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit 2005 stellt die Gruppierung Al Kaida des Islamischen Maghreb (AQIM) eine große Herausforderung für die mauretanische Regierung dar.

Betroffene Kategorien von Christen

Zwei der vier im WVI unterschiedenen Kategorien von Christen leben in Mauretanien. Sowohl Gemeinschaften ausländischer Christen und Arbeitsmigranten als auch Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten) erfahren Verfolgung.

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Mauretanien ist sehr hoch.
  • In allen Lebensbereichen erreicht der Druck entweder eine hohe oder eine sehr hohe Wertung. Am stärksten ist er in den Bereichen Leben im Staat, gesellschaftliches Leben und Privatleben. Diese Situation ist charakteristisch für ein Land, in dem die Haupttriebkraft Islamische Unterdrückung von den Triebkräften Diktatorische Paranoia und Ethnisch begründete Anfeindungen verstärkt wird.
  • Der Druck, der aus der Triebkraft Islamische Unterdrückung resultiert, wirkt sich außerdem auf das Privatleben, das Familienleben und das gesellschaftliche Leben aus und wird vom sozialen Umfeld vor allem auf Christen muslimischer Herkunft ausgeübt.
  • Die Punktzahl für den Bereich Gewalt ist sehr niedrig. Der einzige gewaltsame Übergriff, der erfasst wurde, war die Vertreibung eines Christen, der das Land aufgrund von starken Schikanen seitens seiner Familie verlassen musste.
  • Insgesamt ist die ist die Verfolgungssituation in Mauretanien so schwerwiegend, dass die meisten Christen muslimischer Herkunft gezwungen sind, ihren Glauben geheim zu halten.

Ausblick

Die Turbulenzen und die politische Instabilität, die die vergangene und gegenwärtige Lage des Landes auszeichnen, sind kein gutes Zeichen für die Zukunft. Das Fehlen von starken Institutionen und einer demokratischen Kultur, die die Rechte der Bürger respektiert, bedeutet für Christen eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich ihre Lage verbessert.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 55 Punkten belegt Mauretanien Rang 47 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2017. Auf dem WVI 2016 befand sich Mauretanien mit einer Wertung von 50 Punkten außerhalb der 50 Länder des WVI. Der Anstieg der Punktzahl ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass eine genauere Einschätzung der Intensität und Häufigkeit der Verfolgung von Christen muslimischer Herkunft gewonnen werden konnte, besonders in den Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, des Lebens im Staat und des kirchlichen Lebens.

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2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung: Dies ist die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Mauretanien. Nichtmuslime erleben Einschüchterungen und Verfolgung vonseiten islamischer Gruppen. Eine große Anzahl von Mauretaniern hat sich militanten islamischen Gruppen in Nordafrika sowie in Syrien und im Irak angeschlossen. Während die Regierung einerseits versucht, den militanten Islamismus zu bekämpfen, finanziert sie andererseits fundamentalistische Bewegungen wie die Wahhabiten und die Muslimbrüder.

Diktatorische Paranoia: Diese Triebkraft spielt in Mauretanien nur eine untergeordnete Rolle. Die derzeitige Regierung verhält sich paranoid, weil sie ihren Machterhalt sichern will, und verfolgt Christen, um ihre Legitimität unter islamischen Gruppen zu stärken.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Auch diese Triebkraft ist von zweitrangiger Bedeutung. Spannungen aufgrund von Stammes- sowie ethnischer Zugehörigkeit weisen in diesem sehr konservativen und traditionellen Land, in dem die Urbanisierung erst kürzlich eingesetzt hat, eine starke Verbindung auf. Wird jemand Christ, so muss sich diese Person nicht nur um Druck vonseiten der Familie und Regierung sorgen, sondern erlebt auch weiterreichende Verfolgung durch Beschuldigungen von Stammes- oder Volksgruppe. Außerdem trägt das Problem der Sklaverei, das eng mit ethnischer Zugehörigkeit verbunden ist, zu stärkerer Verfolgung bei, da die Befürworter der Sklaverei diese Praxis als vom Islam anerkannt rechtfertigen und so Kampagnen gegen die Sklaverei feindliche Reaktionen von Islamisten im Land auslösen.

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3. Aktuelle Einflüsse

Die selbsternannte Islamische Republik Mauretanien befindet sich seit mehr als 30 Jahren unter Militärherrschaft, die nur 2007 von einer kurzen Periode der Demokratie unterbrochen wurde. Versprechen, die Demokratie wieder einzuführen, resultierten nur in manipulierten Wahlen. Die politische Lage des Landes ist von einer Reihe von Staatsstreichen geprägt und die dominante politische Institution ist das Militär. Formell ist das Land zwar eine Mehrparteiendemokratie, jedoch wird das Parlament ausnahmslos von der Regierungspartei dominiert. Verschiedene islamistische Gruppierungen sind in der politischen Szene des Landes aktiv und Islamismus ist eine dominante politische Ideologie. Die ethnische Zugehörigkeit spielt eine große Rolle in der Politik Mauretaniens, da die ethnische Gruppe der Schwarzafrikaner im Süden des Landes schwere Marginalisierung vonseiten ethnischer Gruppen arabischer Berber aus dem Norden erfahren.

Mauretanien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Drittel aller Kinder sind unterernährt, und selbst wenn genügend Nahrungsmittel verfügbar sind, können sie sich weite Bevölkerungsteile nicht leisten. Nur vier Prozent des Landes sind bebaubar, weshalb die landeseigene Ernährungssicherheit sehr schwach ist. Während die Regierung in Übereinstimmung mit den wirtschaftlichen Liberalisierungsmaßnahmen der Weltbank ein gewisses Wirtschaftswachstum erzielt hat, hat dies zu keiner Verbesserung der Lebensbedingungen der Gesamtbevölkerung geführt. In dem weiten und trockenen Land, das zum Großteil von Nomadenvölkern bewohnt wird, ist es dem Staat nicht gelungen, eine flächendeckende lokale Präsenz aufzubauen, und informelle Institutionen wie Familie und Stamm oder persönliche Kontakte haben oft größeren Einfluss als der Staat. Ein Beleg für diese Situation ist das Fortbestehen der Sklaverei trotz der Versuche der Regierung, diese Praxis abzuschaffen.

Al Kaida des Islamischen Maghreb (AQIM) bereitet der Mauretanischen Regierung seit 2005 Probleme, doch die Armee verzeichnete einige Erfolge in ihrem Kampf gegen die Gruppierung. Es besteht allerdings eine ernsthafte Gefahr, dass Mauretanien sich in Richtung Extremismus entwickelt, da die Sympathie für den extremistischen Islam wächst. Mehrere islamistische Gruppierungen versuchen, sich den Unmut der Bevölkerung über die Korruption in der politischen Elite und über die Regierung, die jegliche Demokratiebestrebungen aufgegeben hat, zunutze zu machen. Obwohl der Arabische Frühling auf Mauretanien nicht denselben Einfluss hatte wie auf andere Länder der Region, gab es im letzten Jahr nie da gewesene Proteste der islamistischen Partei mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen der mauretanischen und der französischen Armee im Kampf gegen AQIM zu beenden. Zu der bereits seit Jahren instabilen politischen Lage und den schweren Spannungen kamen noch Proteste aufgrund sozioökonomischer Probleme, wie der überhöhten Lebenshaltungskosten und der Diskriminierung von ethnischen afrikanischen Minderheiten, hinzu.

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4. Betroffene Kategorien von Christen

In Mauretanien existieren zwei Kategorien von Christen, die Verfolgung erfahren:

Gemeinschaften ausländischer Christen und Arbeitsmigranten: Katholiken aus den Ländern Afrikas südlich der Sahara sind die größte Gruppe dieser Kategorie, gefolgt von protestantischen Christen aus evangelikalen und Pfingstgemeinden, die aus verschiedenen Ländern südlich von Mauretanien stammen. Außerdem ist eine kleine Zahl von Christen aus dem Westen präsent, die allerdings nur einen kleinen Prozentsatz der Christen im Land ausmachen. Schwarzafrikanische christliche Migranten befinden sich in einer prekären Lebenssituation, da sie sowohl den gängigen ethnisch begründeten Vorurteilen als auch Verfolgung durch den wachsenden Islamismus ausgesetzt sind.

Christen muslimischer Herkunft: Diese Gruppe ehemaliger Muslime sind noch stärkerer Verfolgung im Land ausgesetzt, da sie enormen Druck von engen Familienangehörigen und der Großfamilie erfahren. In der nomadischen Gesellschaft des Landes, in der das Überleben des Einzelnen auf gegenseitiger Abhängigkeit in der Gemeinschaft und der Großfamilie eine beruht, ist es sehr herausfordernd für Christen muslimischer Herkunft, ihren christlichen Glauben zu bewahren. Hass und falsche Vorurteile, die von islamischen Gruppen propagiert werden, betreffen die meisten christlichen Konvertiten, die nicht nur ihren Gesellschaftsstatus, sondern auch ihre Staatsbürgerschaft verlieren würden, sollte ihr Glaubenswechsel öffentlich bekannt werden.

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5. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 10.938
Familienleben: 10.016
Gesellschaftliches Leben: 10.977
Leben im Staat: 11.393
Kirchliches Leben: 10.677
Auftreten von Gewalt: 0.556

Grafik: Verfolgungsmuster Mauretanien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenspiel der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster Mauretanien:

  • Der Durchschnittswert für den Druck auf Christen in Mauretanien ist sehr hoch (10,800).
  • In allen Lebensbereichen erreicht der Druck entweder eine hohe oder eine sehr hohe Wertung. Am stärksten ist er in den Bereichen „Leben im Staat“ (11,393), „Gesellschaftliches Leben“ (10,977) und „Privatleben“ (10,938). Diese Situation ist charakteristisch für ein Land, in dem die Haupttriebkraft Islamische Unterdrückung von den Triebkräften Diktatorische Paranoia und Ethnisch begründete Anfeindungen verstärkt wird.
  • Der Druck, der aus der Triebkraft Islamische Unterdrückung resultiert, wirkt sich außerdem auf die Bereiche „Privatleben“, „Familienleben“ und „Gesellschaftliches Leben“ aus und geht vom sozialen Umfeld aus.
  • Die Punktzahl für den Bereich Gewalt ist sehr niedrig (0,556). Diese geringe Zahl gewaltsamer Übergriffe ist unter anderem dadurch zu erklären, dass viele Christen muslimischer Herkunft sich gezwungen sehen, ihren Glauben aufgrund der intensiven und weitverbreiteten Verfolgung geheim halten.
  • Die Gesamtsituation der Verfolgung in Mauretanien wird von einer paranoiden Regierung angeheizt, die versucht, durch die Teilnahme an der Christenverfolgung ihre Legitimität unter islamischen Gruppen zu stärken.

Privatleben: Es gibt eine relative Freiheit unter nicht-mauretanischen Christen, die einen christlichen Hintergrund haben, ein privates Gebetsleben zu führen. Christen muslimischer Herkunft sind jedoch hohem Druck ausgesetzt und laufen Gefahr verfolgt zu werden, sollte ihr Glaubenswechsel entdeckt werden. Der Besitz christlicher Materialien und jeglicher Ausdruck ihres christlichen Glaubens könnten feindliche Reaktionen von Familienmitgliedern und der Gemeinschaft hervorrufen. Dies gilt vor allem für christliche Konvertiten, die außerhalb der Hauptstadt leben. Die „Abkehr“ vom Islam ist gesetzlich verboten und Sichtweisen, die als islamkritisch wahrgenommen werden, können laut Gesetz die Todesstrafe nach sich ziehen. Während das entsprechende Gesetz noch nicht durchgesetzt wurde und bisher eher symbolischer Natur war, stellt es dennoch eine reale Gefahr für christliche Konvertiten muslimischer Herkunft dar. Das wachsende Risiko wurde deutlich, als der Sohn eines Bürgermeisters im Jahr 2015 wegen „Atheismus“ zum Tode verurteilt wurde. Er sitzt immer noch im Todestrakt.

Familienleben: Es ist schwierig für christliche Eltern, ihre Kinder ihrem Glauben gemäß zu erziehen. Dies gilt sowohl für mauretanische Christen muslimischer Herkunft als auch für ausländische Christen, vor allem jene aus Ländern Afrikas südlich der Sahara. Kinder christlicher Eltern müssen am islamischen Unterricht teilnehmen und sind häufig Diskriminierung und Schikanen seitens ihrer Mitschüler ausgesetzt. Solche Schikanen sind häufig auch rassistisch oder ethnisch begründet. Für Christen muslimischer Herkunft ist es häufig sehr schwierig, wichtige Momente ihres Lebens entsprechend ihres christlichen Glaubens zu feiern. Stattdessen werden sie gezwungen, an islamischen Ritualen teilzunehmen. In diesem Bereich haben ausländische Christen mehr Freiheit, da sie Hochzeit, Taufe und Begräbnis nach christlichen Ritualen feiern können.

Gesellschaftliches Leben: Christen muslimischer Herkunft sind häufig vom Nutzen des dörflichen Zusammenlebens ausgeschlossen. Die gegenseitige Abhängigkeit in der Gemeinschaft ist eine wichtige Überlebensgrundlage, vor allem in den ländlichen Gebieten Mauretaniens. Christen muslimischer Herkunft erfahren manchmal keine Unterstützung und Zusammenarbeit von der Gemeinschaft und ihnen wird der Zugang zu Gemeinschaftsressourcen und Foren verwehrt. Diese Situation wird noch verschärft, wenn ethnisch begründete oder rassistische Vorurteile hinzukommen, welche tief in der Gesellschaft des Landes verankert sind. Hier sind Kinder von Arbeitsmigranten am stärksten betroffen, denn ihnen wird die Zulassung zu manchen Schulen verwehrt. Außerdem führt die Tatsache, dass die meisten Schulen stark islamisch ausgerichtet sind, dazu, dass Kinder von Christen muslimischer Herkunft durchweg benachteiligt werden, haben sie ihren Glauben einmal bekannt gemacht. Sowohl christliche Konvertiten als auch ausländische Christen werden am Arbeitsmarkt diskriminiert. Diese Verfolgung wird noch durch Ethnisch begründete Anfeindungen und Vorurteile verstärkt.

Leben im Staat: Obwohl Mauretanien Vertragspartei der wichtigsten internationalen Menschenrechtsverträge ist, in denen auch das Recht auf Religionsfreiheit verankert ist, steht laut Strafrecht des Landes auf „Apostasie“ (Abfall vom Islam) die Todesstrafe. Christen muslimischer Herkunft, die es wagen, ihren Glaubenswechsel öffentlich zu machen, werden vom Staat nicht anerkannt und kaum toleriert. Christen, die für die Regierung arbeiten, müssen den Islam bekennen und an einigen staatlichen religiösen Feiern teilnehmen. Christliche Einwanderer erfahren oft offene Diskriminierung. In jüngster Zeit gab es eine umfangreiche Kampagne gegen Immigration. Aber die rassistischen und fremdenfeindlichen Angriffe richten sich häufig auch gegen Christen. Die Gesamtsituation des Landes zwingt Christen muslimischer Herkunft dazu, ihren Glauben geheim zu halten. Es ist praktisch unmöglich für Christen, als solche sichtbar an den nationalen Angelegenheiten teilzunehmen.

Kirchliches Leben: Christen muslimischer Herkunft treffen sich aus Angst vor Überwachung im Geheimen. Ausländische Christen dürfen sich offiziell nur an bestimmten öffentlichen Orten des Gebets versammeln, halten allerdings auch regelmäßige Treffen in Häusern ab, die in der Regel nicht gestört werden, solange Musik und Predigt nicht zu laut sind. Aufgrund des kolonialen Erbes Mauretaniens hat nur die römisch-katholische Kirche einen rechtlichen Status. Keine andere Kirche hat die Erlaubnis, einen solchen Status zu erhalten. In der Diözese Nouakchott erlaubt die katholische Pfarrei evangelikalen Gemeinden allerdings, Räume ihres Hauptgebäudes mit zu nutzen. Es ist generell bekannt, dass keine christlichen Veranstaltungen außerhalb der sehr beengten kirchlichen Räume stattfinden dürfen. Mit der Ausnahme von ein paar wenigen Festlichkeiten, wie des Gottesdienstes am Ostermorgen außerhalb der Stadt, gibt es keine Präsenz der Kirche außerhalb ihrer Gebäude. Somit ist die Kirche in Mauretanien gezwungen unsichtbar zu bleiben und im Untergrund zu arbeiten.

Auftreten von Gewalt: Der einzige gewaltsame Übergriff, der im Berichtszeitraum des WVI 2017 erfasst wurde, war die Vertreibung eines Christen, der das Land aufgrund von starken Schikanen seitens seiner Familie verlassen musste. Diese geringe Zahl gewaltsamer Übergriffe ist unter anderem dadurch zu erklären, dass viele Christen muslimischer Herkunft sich gezwungen sehen, ihren Glauben aufgrund der intensiven und weitverbreiteten Verfolgung geheim zu halten. Außerdem ist die Kirche in Mauretanien praktisch unsichtbar und die Zahl der Christen sehr gering. Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich, dass Fälle von Gewalt gegen christliche Konvertiten in den trockenen, ländlichen Gebieten des Landes, die von isolierten nomadischen Gemeinschaften bewohnt werden, an die Öffentlichkeit gelangen. Demzufolge könnte das oben angeführte Verfolgungsmuster mit der geringen Zahl an gewalttätigen Übergriffen in die Irre führen.

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6. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Das Fehlen starker Institutionen und einer demokratischen Kultur, in der die Bürgerrechte respektiert werden, bedeutet für Christen eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung ihrer Lage. Die Turbulenzen und die politische Instabilität, die die vergangene und gegenwärtige Lage des Landes auszeichnen, sind kein gutes Zeichen für die Zukunft. Außerdem könnte die Situation des Landes noch durch Armut, Ethnisch begründete Anfeindungen und zunehmende Spaltung über das Problem der Sklaverei verschlimmert werden. Auch die Instabilität in der Region und den Nachbarländern wie Mali, wo militante islamische Gruppen wie AQIM die Lage destabilisieren, führt zu weiterer Besorgnis, was die Zukunft der Christen in Mauretanien betrifft.

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7. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Mauretanien:

  • Bitte beten Sie für die Christen Mauretaniens, die nicht lesen können, viele von ihnen Frauen. Daher ist ihr Zugang zur Bibel erschwert und es bedarf neuer Ansätze, ihnen das Wort Gottes zu bringen.
  • Beten Sie für neue geschäftliche Unternehmungen, die nicht nur darauf abzielen, den Christen finanziell zu helfen, sondern sie auch im Glauben weiterzubringen und sie in ihrer Arbeit im Glauben wachsen zu lassen.
  • Bitte beten Sie weiterhin für die Versöhnung zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen in einem tief gespaltenen Land in einer sehr angespannten Zeit. Beten Sie für Veränderung in den ungerechten Strukturen und der Haltung eines Stammes oder einer Gruppierung gegen die andere. Bitte beten Sie für die Vergebungsbereitschaft, die nötig ist, um mit der schwierigen Vergangenheit des Landes umzugehen.

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