Uganda

Weltverfolgungsindex
2017
ISO
UG

Land unter Beobachtung

Uganda

Land unter Beobachtung: Uganda

 

Auch wenn Uganda, das einen christlichen Bevölkerungsanteil von 84,4% hat, nicht zu den 50 Ländern des WVI zählt, zeigte das Land einen Anstieg von acht Punkten, da die Verfolgung von Christen im Land zunimmt. Dieser Anstieg setzt die Entwicklung aus dem Berichtszeitraum des WVI 2016 fort, in dem die Wertung des Landes um vier Punkte angestiegen war.

Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung im Land ist „Islamische Unterdrückung“. Dies zeigt sich in zweierlei Hinsicht: erstens in der Zunahme von Islamischer Unterdrückung im Osten des Landes und zweitens in dem moralischen Auftrieb, den extremistische Muslime im Land durch die Aktivitäten der ADF-Nalu (Allied Democratic Forces - National Army for the Liberation of Uganda) [1] erfahren. Was Ersteres betrifft, treiben die Tablighi Jamaat (eine Bewegung konservativer Muslime, deren Mitglieder sich als muslimische Missionare sehen) Open Doors-Feldforschern zufolge „die Sache des Islam in Gebieten wie Mbale, Kasese Aura und Yumbe weiter voran“.

Die Existenz Islamischer Unterdrückung im Land ist teilweise dadurch zu erklären, dass Christen muslimischer Herkunft unter besonders starkem Druck vonseiten ihrer Familie und ihrer lokalen Gemeinschaft stehen, vor allem in muslmisch dominierten Gebieten. Mobbing und Schikanen, die sich vor allem gegen Christen muslimischer Herkunft richten, traten vor allem im Osten des Landes mit großer Häufigkeit auf. Für Christen muslimischer Herkunft ist es schwierig, ein normales Leben zu führen. Der Besitz christlicher Materialen oder Gespräche mit der Familie oder den Mitgliedern der Gemeinschaft führten beispielsweise häufig zu Vertreibung, schweren gewalttätigen Übergriffen oder sogar zum Tod.

Im Berichtszeitraum des WVI 2017 stieg die Gewalt gegen Christen stark an. Sechzehn Christen wurden getötet, die meisten in Ost-Uganda. Einige wurden umgebracht, weil sie ihren Glauben aktiv lebten, andere, weil sie den Islam verließen und zum christlichen Glauben konvertierten. Außerdem kam es zu gewalttätigen Angriffen auf Kirchengebäude. Die Nalugongo Church of Uganda im Bezirk Nalugongo wurde im Berichtszeitraum zweimal angegriffen. Die ADF-Nalu, die ihren Stützpunkt im Ostkongo hat, ist für Christen ein weiterer Grund zur Sorge. Diese Gruppierung rekrutierte zahlreiche ugandische Jugendliche. Zurzeit sind Christen in Uganda nicht von der Präsenz der Gruppe betroffen, da die AFD-Nalu im Dschungel des Kongos operiert. Dennoch bleibt das Hauptziel der Gruppe, in Uganda einen Scharia-Staat zu gründen, und sie versucht daher, Netzwerke und Unterstützergruppen im Land aufzubauen. Im Berichtszeitraum des WVI 2017 wurde auch von Schändungen christlicher Gräber im Dorf Kinawanswa berichtet. Außerdem kam es zu Vergewaltigungen und Zwangsheiraten. Diese Spirale der Gewalt setzt sich unvermindert fort, weil die Opfer meist zu große Angst haben, um Übergriffe der Polizei zu melden.

Die Berichte der vergangenen zwei Jaher zeigen, dass die Verfolgung von Christen in Uganda ansteigt. Sollten Regierung und Gesellschaft keine entscheidenden Maßnahmen ergreifen, wird das Ausmaß an Verfolgung in den kommenden Jahren vermutlich weiter ansteigen.

 

[1] Seit kurzer Zeit nennt sich die ADF-NALU auch  „Muslim Defense International“ (MDI).

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