Länderprofil Bahrain

Bahrain

48
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Bahrain
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Königreich
Platz Vorjahr
48
ISO
BH
Bahrain
Bahrain
Christen
0,19
Bevölkerung
1.42
Islamische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Diktatorische paranoia
Privatleben: 12.900
Familienleben: 13.100
Gesellschaftliches Leben: 10.200
Leben im Staat: 9.900
Kirchliches Leben: 10.300
Auftreten von Gewalt: 0.200
Länderprofil Bahrain

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

57 Punkte / Platz 48 (WVI 2017: 54 Punkte / Platz 48)

Von wem Verfolgung ausgeht

Generell ist dieses mehrheitlich schiitisch-islamische Land, das von einer sunnitischen Herrscherfamilie regiert wird, aufgrund seiner internationalen Stellung im Bankwesen und Handel relativ tolerant. Allerdings ist es Christen verboten, Muslime zu missionieren. Den Machthabern dieses Golfstaates ist es gelungen, mit repressiven Mitteln ihre Macht zu festigen. Die staatlichen Behörden schränken dementsprechend die gesamte Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein. Da die bahrainische Gesellschaft konservativ ist, wird das Verlassen des Islam als Verrat angesehen und sowohl der Stamm als auch die Familie werden Druck auf einen Konvertiten ausüben, zum Islam zurückzukehren.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Bahrain ist ein Land, in dem Christen in allen Lebensbereichen unter großem Druck stehen. Die Verfassung gewährt zwar offiziell Religionsfreiheit, aber diese Bestimmung gilt nur bedingt, da sie gleichzeitig besagt, dass die Ausübung der Religionsfreiheit nicht gegen etablierte (islamische) Bräuche, die öffentliche Ordnung oder die gesellschaftlichen Sitten verstoßen soll. Eine beträchtliche Zahl ausländischer Christen (vor allem aus Südostasien) lebt und arbeitet in Bahrain. Sie sind relativ frei, ihren Glauben in privaten Gemeinderäumen auszuleben, werden allerdings von der Regierung und Sicherheitsdiensten stark überwacht. Christen muslimischer Herkunft tragen die Hauptlast der Verfolgung und werden von Familienmitgliedern und der lokalen Gemeinschaft unter Druck gesetzt, ihren christlichen Glauben zu widerrufen. Trotzdem gibt es kaum jemals Berichte, dass Christen wegen ihres Glaubens getötet, inhaftiert oder verletzt werden.

Beispiele

  • Ein Beispiel für den anhaltenden Druck der Regierung auf die bahrainische Gesellschaft ist die Ratifizierung einer Verfassungsänderung durch König Hamad Anfang April 2017. Sie ermächtigte Militärgerichte, Zivilisten vor Gericht zu stellen, wenn diese „an Terrorakten oder Gewaltverbrechen“ beteiligt sind. Nach Angaben der Regierung war dieser Schritt notwendig, um den Terrorismus zu bekämpfen, aber laut Amnesty International ist der Wortlaut der Änderung so vage, dass er leicht gegen jede vermeintliche Opposition (zu der auch Christen gehören können) verwendet werden kann.
  • Während des Ausnahmezustandes im Jahr 2011, als die Regierung versuchte, Massendemonstrationen zu unterdrücken, waren die Militärgerichte bekannt für ihre ungerechten Gerichtsverfahren und die Anwendung von Folter, um Geständnisse zu erlangen.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Bahrain wird auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2018 mit 57 Punkten bewertet, das entspricht einem Anstieg um 3 Punkte im Vergleich zum WVI 2017. Zum Teil ist diese Zunahme auf einen Anstieg des Drucks in vier Lebensbereichen und das Auftreten gewaltsamer Zwischenfälle zurückzuführen, allerdings gab es auch eine Verfeinerung in der WVI-Analyse der Situation von Christen muslimischer Herkunft in Bahrain, die ebenfalls zum Anstieg beitrug.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

„Islamische Unterdrückung“ in Bahrain sollte im Zusammenhang mit dem gesehen werden, was in der gesamten Region geschieht. Die Region befindet sich in einem Chaos von Krieg und Konflikten, und die Gesellschaft ist sehr konservativ geworden. Diese sehr konservative islamische Sichtweise zeigt sich auch in der Gesetzeslage. Die Verfassung sieht Gewissensfreiheit vor, die Unverletzlichkeit von Kultstätten, die Freiheit, religiöse Riten durchzuführen, und die Freiheit, religiöse Prozessionen und religiöse Versammlungen abzuhalten, solange sie „im Einklang mit den im Land geltenden Bräuchen“ stehen. Angesichts der Tatsache, dass in der Verfassung auch erklärt wird, dass die Staatsreligion der Islam und die Scharia (das islamische Recht) die Hauptquelle der Gesetzgebung ist, bedeutet dies tatsächlich, dass die Religionsfreiheit eingeschränkt ist. Die Situation ist daher ähnlich wie auch in anderen Golfstaaten: Christen können ihren Glauben frei ausüben, solange sie es privat tun.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Typisch für diese Triebkraft der Verfolgung sind Situationen, in welchen uralte Werte und Normen, die in einem Stammeskontext entstanden sind (z. B. die Familienehre), den Christen aufgezwungen werden. Im Fall von Bahrain sind „Ethnisch begründete Anfeindungen“ deutlich mit dem Islam vermischt. Dies betrifft vor allem Christen muslimischer Herkunft.

Diktatorische Paranoia

Die Regierung des Landes ist bemüht, um jeden Preis an der Macht zu bleiben. Eine sunnitische Familie regiert eine schiitische Mehrheit mit der Hilfe Saudi-Arabiens und anderer Länder mit sunnitischer Mehrheit in der Region. Die Versammlungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit, ordnungsgemäße Gerichtsverfahren und andere Grundrechte werden von der Regierung ständig verletzt.

3. Verfolger

Islamische Unterdrückung

Bahrain ist ein Land, in dem Christen in allen Lebensbereichen unter Druck stehen. Sowohl ausländische Christen als auch Christen muslimischer Herkunft befinden sich in einer schwachen Position. Es ist sehr leicht für die Regierung, ausländische Christen auszuweisen, was diese zur Selbstbeschränkung zwingt, da es verboten ist, sich gegen die Regierung zu stellen oder gegen „fundamentale Überzeugungen der islamischen Lehre“ zu verstoßen. Die größte Bedrohung stellen jedoch gewöhnliche Bürger aus der konservativen Gesellschaft Bahrains dar. Ein Feldforscher beschreibt: „Diese Gruppe macht keine Kompromisse bezüglich ihrer Ansicht, dass das Land allein für den Islam und für Muslime da ist.“ Die Diskriminierung von Christen durch diese Gruppe ist weitverbreitet.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Für einheimische Christen muslimischer Herkunft geht von Mitgliedern der (Groß-)Familie neben der Gesellschaft im Allgemeinen die größte Gefahr aus. Sie lassen keinen Raum für Konvertiten; für ein bahrainisches Familienmitglied ist es völlig inakzeptabel, den Islam zu verlassen. Ausländische Arbeiter, die vom Islam zum Christentum konvertieren, sind durch ihre Arbeitgeber und Kollegen beispielsweise mit dem gleichen Problem konfrontiert.

Diktatorische Paranoia

Die Regierung Bahrains ist repressiv, vor allem gegen die schiitische Mehrheit. Human Rights Watch erklärt: „Die Gerichte des Landes verurteilen und inhaftieren friedliche Andersdenkende und haben es versäumt, Beamte wegen Folter und anderer schwerwiegender Rechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen. Dazu gehörte auch die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt durch Sicherheitskräfte, um Unruhen zu unterdrücken. Die Behörden verfolgen und inhaftieren prominente Menschenrechtsaktivisten und politische Oppositionsführer, lösen politische Oppositionsgruppen auf und entziehen Regimekritikern ihre Staatsbürgerschaft.“ Es versteht sich von selbst, dass Christen in einem solchen Umfeld vorsichtig sein müssen, insbesondere mit Kritik an der herrschenden Elite des Landes.

4. Hintergrund

Bahrain, ein Land, in dem sowohl der Iran als auch Saudi-Arabien Einfluss ausüben, wird von einem autoritären Regime geführt. Als die schiitische Mehrheitsbevölkerung 2011 gegen die sunnitische Regierung demonstrierte, wurde das Land zu einem Schauplatz des Wettstreits zwischen Saudi-Arabien, das die bahrainische Regierung durch die Sendung von Truppen unterstützte, um die Funken der Revolution des Arabischen Frühlings auszulöschen, und dem Iran, dessen Handlungen auf bloße Drohungen beschränkt waren. Obwohl weitere Aufstände verhindert wurden, sind die sunnitisch-schiitischen Spaltungen in der Gesellschaft immer noch präsent und die schiitische Mehrheit wird aktiv von der sunnitischen Regierung unterdrückt, mit wenig oder gar keiner Beachtung von Menschenrechten.

Dennoch lebt und arbeitet eine beträchtliche Zahl von ausländischen Christen (vor allem aus Südasien) in Bahrain. Sie sind relativ frei, ihren Glauben in privaten Gemeinderäumen auszuleben, auch wenn die Missionierung von Muslimen von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird. Generell ist das Land aufgrund seiner internationalen Stellung im Bankwesen und Handel relativ tolerant. Als erster Golfstaat, der Öl förderte, ist Bahrain nun mit schwindenden Ölreserven konfrontiert. Dies hat die Regierung dazu veranlasst, frühzeitig mit der Diversifizierung der Wirtschaft zu beginnen. Bahrain ist zu einem Zentrum für Bank- und Finanzdienstleistungen geworden und seine Wirtschaft ist weniger abhängig vom Öl als die der meisten anderen Golfstaaten. Als die freieste Wirtschaft des Nahen Ostens setzt sie zunehmend auf IT, Gesundheitsfürsorge und Bildung. Arbeitslosigkeit und Armut sind nach wie vor ernste Probleme, sowie auch die schwindenden Wasserreserven dieses dicht besiedelten Landes.

Andere religiöse Gruppen

Hindus und Buddhisten können ihren Glauben relativ frei ausleben. Allerdings wird die schiitische Mehrheitsbevölkerung des Landes diskriminiert. Diese Unterdrückung hat einen politischen Aspekt, da Bahrains sunnitische Regierung Schiiten beschuldigt, mit dem Iran zusammenzuarbeiten.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Die Mehrheit der ausländischen Christen sind entweder gering qualifizierte Arbeitskräfte aus Südostasien (z. B. von den Philippinen) oder Fachkräfte aus westlichen Ländern, die im Finanzbereich oder anderen Hightech-Unternehmen arbeiten. Sie sind relativ frei, ihren Glauben auszuleben. Sie gehören hauptsächlich zu römisch-katholischen, protestantischen oder orthodoxen Gemeinden.

Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten)

In Bahrain stehen Christen mit muslimischem Hintergrund unter wesentlich größerem Druck als ausländische Gemeinden. Die Gesellschaft ist schon von jeher nicht tolerant gegenüber Konvertiten, die vom Islam zu einer anderen Religion übertreten. Konvertiten wagen es meist nicht, über ihren Glaubenswechsel zu sprechen. Der Druck geht hauptsächlich von Familie und Gesellschaft aus und in geringerem Ausmaß vom Staat.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 12.900
Familienleben: 13.100
Gesellschaftliches Leben: 10.200
Leben im Staat: 9.900
Kirchliches Leben: 10.300
Auftreten von Gewalt: 0.200

Grafik: Verfolgungsmuster Bahrain

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Bahrain ist sehr hoch; die Punktzahl ist von 10,9 beim WVI 2017 auf 11,3 gestiegen. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Verfeinerung der WVI-Analyse der Situation von Christen muslimischer Herkunft zurückzuführen.
  • Am stärksten und sehr hoch ist der Druck im Privat- und Familienleben, was die schwierige Situation der Christen mit muslimischem Hintergrund in Bahrain widerspiegelt. Ausländische Christen sind relativ frei, ihren Glauben auszuleben, was sich in der vergleichsweise niedrigen (wenn auch immer noch hohen) Punktzahl für die anderen Lebensbereiche zeigt, vor allem für den Bereich „Kirchliches Leben“.
  • Die Punktzahl für das Auftreten von Gewalt stieg von 0,0 beim WVI 2017 auf 0,2 an, da einige Gewalttaten erfasst wurden.

Privatleben

Die Verfassung verhängt keine Einschränkungen gegenüber dem Recht, seine Religion zu wählen, zu ändern oder zu leben. Sie gewährt auch die Freiheit, religiöse Riten zu praktizieren. Mitglieder nichtmuslimischer religiöser Gruppen, die ihren Glauben im Privaten ausleben, tun dies, ohne dass sich die Regierung einmischt. Vor allem Christen mit muslimischem Hintergrund sind jedoch mit großen Schwierigkeiten konfrontiert, da die Gesellschaft ihren Glaubenswechsel nicht akzeptiert. Für diejenigen, die mit ihren Familien oder Eltern zusammenleben, können der Besitz von christlichen Materialien, Anbetung und das Zeigen christlicher Symbole (wie z. B. Kreuzen) zu schwerwiegender Verfolgung führen.

Familienleben

Christen leiden in Bahrain, wo die Scharia über persönliche und Eigentumsangelegenheiten bestimmt. Eine Mischehe ist nur muslimischen Männern erlaubt. Muslimische Frauen dürfen keine nichtmuslimischen Männer heiraten. Eine solche Ehe wird nicht anerkannt; das gleich gilt für Konvertiten. Daher werden alle Sorgerechts- oder Erbschaftsangelegenheiten, die sich aus solch einer Ehe ergeben, nicht einmal erwogen, mit schwerwiegenden Folgen für die Beteiligten, insbesondere für Frauen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ehepartner von Christen muslimischer Herkunft unter Druck gesetzt werden, sich von ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau scheiden zu lassen. In einem Land wie Bahrain ist es immer schwierig, Kinder auf der Grundlage christlicher Werte zu erziehen; besonders schwierig ist es für Christen mit muslimischem Hintergrund. Es gibt zwar keine ausdrücklichen Gesetze, die christliche Eltern daran hindern, ihre Kinder gemäß ihrem christlichen Glauben zu erziehen, die im Land vorherrschenden Umstände schränkten dies jedoch erheblich ein.

Gesellschaftliches Leben

Für Christen ist es oft schwer, am Leben der lokalen Gemeinschaft teilzunehmen. Besonders Christen muslimischer Herkunft sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert, zum Beispiel auf Spielplätzen in der Nachbarschaft und an örtlichen Schulen. Ein Experte für das Land beschreibt: „Die Lehrpläne der öffentlichen Schulen beinhalten islamische Lehren. Es ist für muslimische Schüler Pflicht, Islamunterricht zu nehmen. Christen oder andere Nichtmuslime sind nicht dazu verpflichtet, daran teilzunehmen; Konvertiten, die ihren neuen christlichen Glauben aus Sicherheitsgründen nicht offenbaren wollen, jedoch schon. Darüber hinaus ist in den Lehrplänen für christliche Schüler kein vergleichbarer christlicher Unterricht vorgesehen.“ Überdies hat die Erfahrung früherer Verfolgung das Gefühl entstehen lassen, dass man als Christ – vor allem als Christ muslimischer Herkunft – nicht nach Bahrain gehört.

Leben im Staat

Über 75 % der Bevölkerung sind Muslime. Der Islam ist die Staatsreligion und die Scharia die Hauptquelle der Gesetzgebung. Familiäre und gesellschaftliche Diskriminierung aufgrund von Religion sind weitverbreitet. Daher birgt z. B. die öffentliche Äußerung des christlichen Glaubens in sozialen Medien, in Printmedien oder im Radio ernsthafte Risiken. Folglich ist das Leben im Staat für einen Christen sehr eingeschränkt. Nationale Politik und Gesetze befassen sich oft mit Fragen, die darauf abzielen, der muslimischen Bevölkerung zu helfen, dabei lassen sie christliche und andere Minderheiten außen vor. Die Tatsache, dass das Land zwischen schiitischen und sunnitischen Gruppen gespalten ist, bringt Christen in eine unangenehme Lage: Sie werden oft als Verbündete der jeweils gegnerischen Gruppe wahrgenommen. In Bahrain herrscht eine anti-christliche Stimmung, die sich besonders in den sozialen Medien bemerkbar macht.

Kirchliches Leben

Obwohl die Regierung manchmal Land für den Bau von Kirchengebäuden zur Verfügung stellt, ist es in den meisten Fällen sehr schwierig für eine Kirchengemeinde, Räumlichkeiten für Gottesdienste zu haben. Die registrierten Kirchengebäude im Land können die große Zahl der ausländischen Christen nicht aufnehmen. Kirchliche Veranstaltungen außerhalb des Kirchengeländes zu organisieren, ist illegal. Obwohl die Herstellung und Verbreitung von religiösem Material erlaubt ist, sofern es den Islam nicht kritisiert, würde die öffentliche Verbreitung von Bibeln oder christlichem Material heftige Reaktionen der lokalen Bevölkerung hervorrufen.

Dennoch berichtete eine Kontaktperson auf die Frage, wie sichtbar die Kirche in der lokalen Gemeinschaft sei: „Unsere Kirche ist sehr präsent, auch wenn die neuen Kirchen kein Kreuz an der Außenwand haben. Tausende und Abertausende von Menschen, die in die Kirche kommen, können nicht unsichtbar sein. Wir haben kein soziales Engagement, unsere Präsenz basiert mehr auf dem persönlichen Zeugnis eines guten christlichen Lebens.“

Auftreten von Gewalt

Was die Gewalt gegen Christen betrifft, ist Bahrain ein typischer Golfstaat: Die Regierung muss nicht feindselig gegen Christen vorgehen, da der Druck vonseiten der Gesellschaft im Durchschnitt sehr hoch ist und Christen sich fügen. Es ist auch schwierig, konkrete Berichte über Gewalt aus dem Land zu bekommen. Open Doors weiß jedoch um die schwierige Situation, in der sich gering qualifizierte Arbeitsmigranten befinden. Laut Amnesty International sind sie „weiterhin mit Ausbeutung und Missbrauch durch Arbeitgeber konfrontiert“. Open Doors befürchtet, dass christliche Arbeiter, vor allem Frauen, dem noch stärker ausgesetzt sind und aufgrund ihres Glaubens diskriminiert werden. Allerdings gibt es derzeit keine eindeutigen Anhaltspunkte für durch Verfolgung bedingte Misshandlung von christlichen Arbeitsmigranten. Demnächst werden weitere Recherchen dazu erfolgen.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Frauen und Mädchen sind häufig Opfer von Gewalt. In der Gesellschaft werden Frauen oft als minderwertig angesehen. Ein Forscher erklärt: „Es gibt diese Sitte, die subtil darüber entscheidet, was Frauen und Männer tun können. Es ist sehr unwahrscheinlich, Frauen in Machtpositionen zu sehen. Das gilt umso mehr für christliche Frauen. Es ist schlimm genug, eine Frau zu sein, eine christliche Frau zu sein ist umso schlimmer.“

Männer

In den meisten Fällen sind die christlichen Männer die Hauptverdiener in ihren Familien, weshalb sie am Arbeitsplatz die Hauptlast der Diskriminierung tragen müssen, um ihre Familien zu versorgen.

8. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Das christliche Leben im Land hängt von vielen Faktoren ab. Das bestehende System ist Christen nicht wohlgesinnt. Die Verfassung erklärt den Islam zur Staatsreligion und das islamische Gesetz zu einer wichtigen Quelle für die Gesetzgebung, was bedeutet, dass man als Muslim willkommen ist; wenn man kein Muslim ist, bekommt man für seine Religion weder gleichwertigen Schutz noch Anerkennung im Land. Christen muslimischer Herkunft werden vom Staat immer noch als Muslime angesehen und eine rechtliche Klärung ist nicht erlaubt, was starke Auswirkungen auf das Familienrecht hat. Hinsichtlich der Religionsfreiheit für ausländische Christen ist Bahrain jedoch relativ tolerant.

Politisch gesehen ist Bahrain anfällig für Veränderungen in der regionalen Politik und sowohl der Iran als auch Saudi-Arabien wollen die Politik des Landes beeinflussen. Vorerst scheint die königliche Familie aus der sunnitischen Minderheit ihre Macht durch die Hilfe Saudi-Arabiens gefestigt zu haben. Doch die Katar-Krise dauert an, ebenso wie der Krieg im Jemen, in dem Bahrain an der Seite Saudi-Arabiens kämpft. Außerdem ist der Einfluss extremistischer islamischer Gruppen in der Region (auch nach der militärischen Niederlage des IS im Irak und in Libyen) nach wie vor präsent. Kurz gesagt ist die Region definitiv nicht stabil und dies gefährdet die Stabilität des Landes im Allgemeinen und im Besonderen die ohnehin schon verwundbaren Christen.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Bahrain

  • Beten Sie, dass Christen mit muslimischem Hintergrund Jesus immer besser kennenlernen und in ihrem Glauben gefestigt werden. Beten Sie für diejenigen, die wegen ihres Glaubenswechsels aus ihren Familien und Gemeinschaften verstoßen wurden.
  • Die verfassungsmäßige Regelung der Religionsfreiheit in Bahrain ist sehr widersprüchlich. Auf der einen Seite sieht sie Religionsfreiheit vor, auf der anderen Seite stellt sie eine einschränkende Bedingung auf, die besagt, dass die Ausübung von Religionen außerhalb des Islam nicht gegen bestehende Bräuche, die öffentliche Ordnung oder die gesellschaftlichen Sitten verstoßen darf. Beten Sie, dass wahre Religionsfreiheit in Bahrain zunimmt.
  • Beten Sie, dass die bahrainischen Christen den Mut, die Weisheit und die Kühnheit haben, ihre muslimischen Nachbarn, Mitschüler und Familienmitglieder zu erreichen.

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