Länderprofil Brunei

Brunei

26
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Brunai
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Sultanat
Platz Vorjahr
25
ISO
BN
Karte Brunai
Karte Brunai
Christen
0,05
Bevölkerung
0.43
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Privatleben: 14.300
Familienleben: 14.200
Gesellschaftliches Leben: 10.700
Leben im Staat: 10.200
Kirchliches Leben: 13.500
Auftreten von Gewalt: 0.900
Länderprofil Brunei

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

64 Punkte / Platz 26 (WVI 2017: 64 Punkte / Platz 25)

Von wem Verfolgung ausgeht

Vorschriften, die Muslime gegenüber anderen Religionen bevorzugen, werden gesetzlich durchgesetzt und von allen Beamten überall im Land umgesetzt. Muslimische und ethnische Leiter können auf die christliche Minderheit Druck aufbauen, indem sie ihren bedeutenden Einfluss auf den Sultan nutzen, der als der Beschützer und Verteidiger des malaiischen Volkes und des Islam gilt. Familienmitglieder und Nachbarn können Konvertiten und Kirchen leicht Probleme bereiten, indem sie sie einfach dem staatlichen Sicherheitsamt melden. Die Behörden überwachen alle Kirchen und belegen sie mit Restriktionen (die registrierten Kirchen mit eingeschlossen).

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Konvertiten aus dem Islam leiden unter Verfolgung, da der Glaubenswechsel weg vom Islam als illegal angesehen wird, und es wird alles unternommen, diese Person zurück zu ihrem ursprünglichen Glauben zu bringen. Protestantische Freikirchen können nicht als Kirchen registriert werden, sondern müssen als Firmen, Gesellschaften oder Familienzentren angemeldet werden. Daher werden sie auch wie säkulare Organisationen behandelt und müssen jedes Jahr Finanz- und Geschäftsberichte an die Regierung übermitteln. Die gesamte Gesellschaft (die Christen mit eingeschlossen) ist von der schrittweisen Einführung der Scharia betroffen sowie von der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage, die die Behörden daran hindert, weiterhin so großzügig mit Zahlungen zu sein, um Unzufriedenheit zu verhindern.

Beispiele

  • Da der Glaubenswechsel weg vom Islam streng durch die Gesetze Bruneis verboten ist, werden Christen muslimischer Herkunft von ihren Partnern und Kindern getrennt und der/die Partner/in wird dazu gezwungen, sich scheiden zu lassen. Wenn der Sicherheitsdienst Konvertiten zum christlichen Glauben entdeckt, werden diese bedroht, um sie dazu zu bringen, ihren Glauben zu widerrufen.
  • Einigen Christen und Angehörigen anderer Minderheiten wird die Staatsbürgerschaft vorenthalten. Dies führt zu einer großen Anzahl von staatenlosen Bewohnern, die an vielen Stellen benachteiligt werden.
  • Besonders junge Leute verlassen das Land, da sie keine Zukunftsperspektive für sich sehen. Dies betrifft auch die Kirchen, und die nächste Generation an (potenziellen) Leitern wird zahlenmäßig immer kleiner.

Beiträge zu Brunei

Nachrichten Nachrichten
Symbolbild
Brunei
Nach langer Verzögerung hat Brunei einen weiteren Schritt zur vollständigen Implementierung der Scharia (dem islamischen Recht) unternommen. Sultan Hassanal Bolkiah und der Religionsrat legten einen Entwurf zum Strafgesetzbuch vor, der Verfahrensrichtlinien in den Bereichen Ermittlungswesen, Strafverfolgung und Gerichtsbarkeit enthält.
Beten für die islamische Welt
Muslime, die Christen wurden, erleben oft heftige Verfolgung. Ihre dringendste Bitte ist die nach unserem Gebet. Mit der Gebetskampagne „Gefährlicher Glaube“ wollen wir auf ihre Bitte antworten.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Die Punktzahl von Brunei auf dem WVI 2018 ist mit 64 Punkten gegenüber dem WVI 2017 unverändert, was eine stabile, aber immer noch schwierige Situation für Christen im Land widerspiegelt. Der durchschnittliche Druck ist sehr hoch, die Punktzahl für physische Gewalt aber sehr niedrig. Die Kontrolle, Überwachung und das Ausspionieren von Christen wird als wichtiger angesehen als Gewalt zu verüben. Die weiterhin anhängige Einführung des Scharia-Strafrechts ist ein gutes Beispiel dafür, dass es als effektiver angesehen wird, durch Drohungen zu regieren, als durch wirkliche Gewaltanwendung.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Brunei ist eine islamische Nation, die auf der Ideologie der „Malaiisch Islamischen Monarchie“ oder MIB („Melayu Islam Beraja“) basiert. Diese Regierungsform wird im Land als die fairste für alle Menschen bezeichnet, ob sie Muslime sind oder nicht. Der Sultan hat eine gewisse Demokratisierung gefördert (wobei Brunei von einer wirklichen Demokratie noch weit entfernt ist) und ernannte sich selbst zum Premierminister und Präsidenten. Brunei will ein vorbildliches Zentrum des Islam sein: Das Scharia-Recht wurde für zivile und religiöse Angelegenheiten schon vor der Unabhängigkeit 1984 für alle Muslime eingeführt, und die Regierung verfolgt eine Strategie der Islamisierung unter der teilweise christlichen, teilweise animistischen Stammesbevölkerung, indem sie die sogenannte „dawah“-Bewegung (Islamische Missionierung) unterstützt. Durch einen Erlass ist der Import von Bibeln und das öffentliche Feiern von Weihnachten verboten. Christliche Pastoren und Mitarbeiter stehen einer Vielzahl von Beschränkungen gegenüber, bedingt durch die Islamisierung und die vorherrschende MIB-Ideologie, und sowohl einheimische als auch zugewanderte Christen wurden zum Ziel aggressiver Islamisierungsbemühungen. Die Regierung, deren Ziel es ist, 2.000 Menschen pro Jahr zum Islam zu bringen, verspricht Belohnungen von 2.000 BND (1.450 USD) und andere Vorteile (z.B. Häuser, Einrichtungen und gute Jobs) für diejenigen, die konvertieren. Statistiken des Islamic Dawah Centre zufolge nahmen 2017 landesweit im ersten Halbjahr 235 Menschen den Islam an.

Diktatorische Paranoia

Seit über 600 Jahren liegt bei den Sultanen die absolute Macht im Land. Alle wichtigen Posten werden vom Sultan selbst bekleidet, sei es Premierminister, Finanzminister, Innenminister, Außenminister, Handelsminister, Verteidigungsminister oder Oberhaupt der Religion. Die Menschen verehren ihn von Herzen und respektieren den Sultan, jedwede Kritik ist undenkbar und in der Tat sehr unwahrscheinlich, da die Menschen ihn sehr schätzen und ihn nicht für die schlechte wirtschaftliche Lage verantwortlich machen. Seine Regentschaft hat bisher keine Gefahr für die Christen dargestellt, aber seine konservative islamische Einstellung zeigte sich 2016, als er die Behörden kritisierte, die Einführung der zweiten Phase der Scharia, des Strafrechts, immer noch nicht umgesetzt zu haben. Daher scheint der konservative Islam als eine Art Staatsideologie zu dienen, gestützt vom Herrscher, und auch als ein Mittel, die Menschen unter Kontrolle zu halten, was die Christen im besten Falle als Bürger zweiter Klasse und mit einer Unsicherheit in Bezug auf ihre Zukunft zurücklässt.

3. Verfolger

Da alle MIB-Vorschriften (die Muslime gegenüber Angehörigen anderer Religionen bevorzugen) rechtlich durchgesetzt und durch die Behörden in allen Bereichen des Landes umgesetzt werden, sind Staatbeamte die Hauptverfolger. Religiöse (islamische) und malaiische Führer üben einen großen Einfluss auf den Sultan aus, der als der Beschützer des Islam und des malaiischen Volkes gesehen wird, und machen so Druck auf die christliche Minderheit. Familienmitglieder und Nachbarn können Konvertiten und Kirchen leicht Probleme bereiten, indem sie sie einfach dem staatlichen Sicherheitsdienst KDN melden, was regelmäßig geschieht.

4. Hintergrund

Am 1. Mai 2014 stellte Sultan Hassanal die erste von drei Phasen zur Einführung eines Strafrechts vor, das auf dem islamischen Recht, der Scharia, beruht. Der erste Satz an Regulierungen beinhaltet Geldstrafen und Gefängnisstrafen für „Verbrechen“ wie außereheliche Schwangerschaften, die Verbreitung anderer Religionen als des Islam und das Versäumen des verbindlichen Freitagsgebetes. Die zweite Phase, die härtere Strafen wie Prügel und Amputationen für Eigentumsdelikte enthält, sollte eigentlich im Mai 2015 eingeführt werden, verzögerte sich aber, was Sultan Hassanal veranlasste, dies bei einem Treffen mit dem islamischen Rat als „inakzeptabel“ zu bezeichnen. Die Scharia-Strafprozessordnung wird derzeit ausgearbeitet und sollte eigentlich bereits im Juni 2017 eingeführt werden, aber auch dies fand im Berichtszeitraum des WVI 2018 nicht statt, trotz des ausdrücklichen Missfallens des Sultans. Dafür kursieren zwei mögliche Erklärungen: Entweder sind die Behörden von den Kosten der Einführung überrascht worden und ihnen ist durch einen niedrigeren Ölpreis das Geld ausgegangen; oder die Drohung der Einführung reicht aus, um Angst unter den nichtmuslimischen Bürgern hervorzurufen und sie so unter Kontrolle zu halten.

Als 1929 riesige Vorräte an Öl und Gas in Brunei entdeckt wurden, nutzte der Sultan die enorm großen Einnahmen, um sein winziges Sultanat zu einer der wirtschaftlich reichsten und sozial sichersten Gesellschaften der Welt zu machen. Die Bürger erhalten kostenlose medizinische Versorgung, Bildung, Wohngeld, niedrig verzinste Wohndarlehen und sind von der Einkommenssteuer befreit. Fast 96% der Exporte Bruneis sind Öl, Gas und verwandte Produkte. Bei der derzeitigen Fördergeschwindigkeit hat Brunei nur noch Ölreserven für die nächsten 22 Jahre, manche rechnen schon mit einem Ende um das Jahr 2025. Selbst wenn die Vorräte länger halten, nehmen die Kosten für die Ausbeutung der Reserven zu. Brunei ist derzeit das einzige südostasiatische Land, das einen wirtschaftlichen Niedergang erlebt. In einem Versuch, wirtschaftlich zu diversifizieren, stellte der Sultan 2008 die „Vision Brunei 2035“ vor, welche darauf abzielt, die Abhängigkeit von Öl- und Gasexporten zu reduzieren und die Beschäftigung im Privatsektor anzukurbeln. Darüber hinaus beginnt das Sultanat mit Versuchen, eine Diversifizierung der Wirtschaft durch große internationale Handelsabkommen herbeizuführen, doch bis jetzt nur mit bestenfalls gemischtem Erfolg. Dennoch scheint das Land durch Steuerüberschüsse und Rücklagen vorerst gut gepolstert zu sein. Die „Vision Brunei 2035“ plant, das Land in ein „islamisches Singapur“ zu verwandeln, in dem die Errungenschaften von Bruneis gut ausgebildeten Bürgern internationale Anerkennung erfahren. Nichtsdestoweniger wird befürchtet, dass viele der besser ausgebildeten Bewohner Bruneis sich entscheiden werden, das Land zu verlassen, da Teile des Scharia-Rechts auch für Nichtmuslime gelten (die ungefähr 33% der Bevölkerung Bruneis ausmachen). Und da es bereits Orte wie Dubai gibt, wird es wohl kaum Bedarf nach einem weiteren „islamischen Singapur“ geben.

Muslimische Gruppen, die als Abweichler gesehen werden, wie Schiiten und Ahmadis, sind verboten und werden ebenso verfolgt.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Da ausländische und eingewanderte Christen in einheimische Gemeinden gehen, werden sie nicht als eigenständige Kategorie in der Analyse des WVI erfasst.

Christen aus traditionellen Kirchen

Diese Gemeinschaften, wie die römisch-katholische Kirche und die anglikanische Kirche, stehen zunehmenden Anfeindungen gegenüber und müssen mehr und mehr Vorsicht walten lassen, da sie streng überwacht werden, obwohl sie immer noch weniger von Verfolgung betroffen sind als die neueren protestantischen Gemeinden und Gemeinschaften von Konvertiten.

Christen muslimischer Herkunft

Christen muslimischer Herkunft leiden unter starkem Druck durch Familie und Freunde, da die Abwendung vom Islam als illegal angesehen wird.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Diese evangelikalen und pfingstlerischen Gemeinschaften müssen vorsichtig darin sein, wie sie ihren Glauben leben und feiern, sowohl im Privatleben als auch im kirchlichen Leben.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 14.300
Familienleben: 14.200
Gesellschaftliches Leben: 10.700
Leben im Staat: 10.200
Kirchliches Leben: 13.500
Auftreten von Gewalt: 0.900

Grafik: Verfolgungsmuster Brunei

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Der durchschnittliche Druck auf die Christen in Brunei verbleibt auf einem hohen Niveau und stieg von 12,5 Punkten im WVI 2017 auf 12,6 im WVI 2018.
  • Der stärkste Druck findet sich in den Bereichen des Privatlebens, des Familienlebens und des kirchlichen Lebens. Der Druck auf Konvertiten findet besonders im Bereich des Privat- und Familienlebens statt (beide auf extrem hohen Niveau), während alle Christen einen wachsenden Druck im Bereich des Lebens im Staat und im kirchlichen Leben gegenüberstehen. Dieser Druck wird angeheizt durch die Einführung der Scharia und die drohende Einführung des Scharia-Strafrechts.
  • Die Punktzahl für die Gewalt gegen Christen verringerte sich von 1,1 im WVI 2017 auf 0,9 Punkte im WVI 2018. Die Verfolgung von Christen in Brunei war noch nie sehr gewalttätig.

Privatleben

Die Gesetze Bruneis erlauben es malaiischen Muslimen nicht, ihren Glauben zu verlassen. Diejenigen, die es tun, erwarten harte Strafen. Abschnitt 112(1) der Scharia-Strafprozessordnung Bruneis besagt, dass ein Muslim, der dem Islam den Rücken kehrt, mit dem Tode bestraft werden kann oder mit einer Gefängnisstrafe von nicht mehr als 30 Jahren und einer Prügelstrafe, abhängig von der Art der Beweise. Wenn das Schariagericht überzeugt ist, dass der Beschuldigte sein „Vergehen“ bereut, muss das Gericht eine Freilassung anordnen. Jedwede private Aussage über den christlichen Glauben kann als christliche Mission ausgelegt werden, somit wird heute selbst das Tragen eines Kreuzes um den Hals viel vorsichtiger gehandhabt als früher. Für einen Christen muslimischer Herkunft ist es sehr riskant, christliche Literatur und Materialien zu besitzen, da dies seine christliche Identität offenlegen könnte. Vor diesem Hintergrund ist es ganz besonders schwierig für diese Christen, sich mit anderen Christen zu treffen (was aber auch für die anderen Christen gilt, da sie überwacht werden), da es zum einen gefährlich für die christlichen Konvertiten selbst ist und zum anderen das christliche Treffen verraten und gefährden kann. Christliche „Propaganda“ unter Andersgläubigen oder Stammesangehörigen, die meist einer ethnischen Religion folgen, zu verbreiten, ist verboten. Christen, besonders ihre Leiter, sind unter der permanenten Überwachung der Behörden. Zudem ist wichtig anzumerken, dass es in Brunei ein Gesetz gibt, dass die unerlaubte Versammlung von mehr als 5 Leuten verbietet.

Familienleben

Eltern, die christliche Konvertiten sind, befinden sich in einem Dilemma, da sie nicht wagen, ihre Kinder in ihrem Glauben zu erziehen, weil die Kinder aus Versehen den Glauben der Familie an Jesus Christus offenbaren könnten. Keine Schule, weder privat noch öffentlich, darf christliche Themen unterrichten und alle Schüler in Primar- und Sekundarschulen müssen per Gesetz den Islam (oder genauer die MIB-Philosophie) studieren. Ein Pastor merkte an, dass die Schüler besser die MIB-Prinzipien wiedergeben könnten als die 10 Gebote. Wenn Christen muslimischer Herkunft entdeckt werden, wird man sie isolieren und unter Druck setzen, ihren Glauben zu widerrufen. Wenn ein Christ muslimischer Herkunft verheiratet ist, wird er von seinem/ihrem Partner/in getrennt, der wiederum dazu gezwungen wird, die Scheidung einzureichen.

Gesellschaftliches Leben

Christen mit muslimischen Hintergrund stehen immer unter dem starken Druck von Familie, Freunden und Nachbarn, ihren christlichen Glauben aufzugeben. Besonders die malaiisch sprechenden Gemeinden sind ernsthaft bedroht und werden unablässig überwacht, was zu einem hohen Maß an Furcht unter den Kirchenleitern führt. Jeder weiß von der Überwachung, die stattfindet. Immer wieder sind selbst in den Kirchen Informanten (manchmal andere Christen), die von den Behörden geschickt werden. Die Behörden besorgen sich von Einwohnern Informationen über die Aktivitäten der Kirchen. Darüber hinaus werden Christen im Geschäftsleben benachteiligt. Mit der Schariagesetzgebung fängt die Regierung an, mehr und mehr Regeln und Restriktionen einzuführen. Seit 2014 ist das öffentliche Feiern von Weihnachten verboten. Es wurde berichtet, dass eine Mutter ihren Sohn daran hinderte, in einem Einkaufszentrum zu laut Weihnachtslieder zu singen, was die wachsende Angst zeigt. Zudem gibt es strikte Vorgaben und Strafen über das Einhalten der muslimischen Gebetszeiten während des Ramadan, sowohl für Muslime als auch für Nichtmuslime.

Ungefähr die Hälfte der Konversionen zum Islam geschehen unter Einwanderern, so werden z.B. katholische Filipinos Muslime, um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten; indische Arbeiter werden eingeladen, Muslime zu werden, um ebenfalls Arbeitserlaubnisse und Sozialleistungen zu bekommen.

Leben im Staat

Wie bereits erwähnt, stellte Brunei das Scharia-Strafrecht im Mai 2014 vor. Dies regelt nicht nur die Bestrafung von Mord und Diebstahl, sondern betrifft auch das öffentliche Zeigen von christlichen Symbolen. Die Einführung war für 2017 geplant, aber die Implementierung der zweiten Phase der Scharia-Gesetzgebung scheint stillschweigend verschoben worden zu sein, eventuell dem Fakt geschuldet, dass es für den Herrscher angenehmer ist, die Bürger und besonders die religiösen Minderheiten in Unsicherheit über die Regeln zu belassen. Einen Glaubenswechsel offiziell bestätigen zu lassen, ist undenkbar. Christen werden oft diskriminiert, wenn sie mit den Behörden zu tun haben. Wenn Einwohner chinesischer, christlicher oder buddhistischer Herkunft einen Antrag auf Staatsbürgerschaft stellen, werden sie in vielen Fällen mit einer Ablehnung oder Verzögerung konfrontiert, aber die Behörden geben keine offizielle Begründung dafür. Die Aktivitäten des Landes bezüglich Islamisierung, besonders unter Christen, werden breit publiziert und Übertritte von Christen zum Islam werden in den Medien in den höchsten Tönen gelobt. Untergrundgemeinden zeigen selbstverständlich niemals christliche Symbole, aber selbst Christen aus anerkannten Kirchen sind vorsichtig darin, nichts in der Öffentlichkeit zu zeigen, da dies als Verbreitung des christlichen Glaubens mit der Absicht ausgelegt werden könnte, Muslime zu konvertieren, was ein Verstoß gegen die neue Schariagesetzgebung wäre. Daher haben Christen auch Angst, irgendetwas zu tragen, das ihrem Glauben Ausdruck verleiht, wie ein Kreuz an einer Kette.

Kirchliches Leben

Alle Aktivitäten von Kirchen werden überwacht, aber vor allem registrierte Gemeinden sind davon betroffen, dass die Regierung Spitzel schickt. Diese Informanten sind teilweise selbst Christen, denen Bestechungsgeld angeboten wird. Diese Kirchen, die in der Verfassung während der Kolonialzeit registriert wurden, haben immer noch einen offiziellen Status. Dennoch erlaubt die Regierung es nicht, dass weitere Kirchen registriert werden. Und selbst registrierte Kirchen stehen Problemen gegenüber. In der Hauptstadt Bandar Seri Begawan setzt die Regierung an Sonntagen Zugangsbeschränkungen um und alle Straßen, die zu den katholischen und anglikanischen Kirchen führen, werden aus „Erholungsgründen“ zwischen 6 Uhr morgens und 13 Uhr gesperrt. Nur Besitzer einer gültigen Bescheinigung dürfen das Gebiet um die beiden großen Kirchen betreten. Es gibt eine Fatwa, stillschweigend vom Sultan befürwortet, die es verbietet, dass nichtmuslimische religiöse Gebäude renoviert oder gebaut werden dürfen. Daher verfallen die Kirchen mehr und mehr, aber einige Gemeinden haben ihre Gebäude einfach ohne Genehmigung renoviert. Trotz all dieser Herausforderungen stehen die Gemeinden fest in ihrem christlichen Glauben. Dabei bleibt das Problem, dass viele junge Christen das Land verlassen und es daher eine Lücke in der Leiterschaft gibt. Gemeinschaften christlicher Konvertiten und freikirchliche Gemeinschaften können sich nicht registrieren lassen, und manchmal werden ihre Treffen von der Polizei unterbrochen. Aber selbst die traditionellen Kirchen haben im Berichtszeitraum des WVI 2018 Schwierigkeiten bekommen, ihre Genehmigungen verlängert zu bekommen. Alle christlichen Aktivitäten in der Öffentlichkeit sind verboten. Im Dezember 2014 warnte die Regierung alle christlichen Gemeinschaften davor, öffentliche Weihnachtsfeierlichkeiten abzuhalten. Dieses Verbot von Weihnachtsfeiern ist immer noch in Kraft. Sonntägliche Gottesdienste werden von Beamten der Regierung genau überwacht und Pastoren (besonders Bahasa Malay Pastoren) sind sehr vorsichtig darin, die Regierung oder die königliche Familie in ihren wöchentlichen Predigten nicht zu verärgern. Auch die Publikation von Literatur und Materialien wird überwacht und der Import von christlicher Literatur und Materialien ist verboten. Die Bewegungen und Aktivitäten von christlichen Leitern werden überwacht und es ist schwierig, Kirchenmitglieder auszubilden oder eine theologische Ausbildung anzubieten.

Auftreten von Gewalt

Die Wertung für physische Gewalt ist auf einem sehr niedrigen Niveau, was widerspiegelt, dass die Verfolgung in Brunei nie sehr gewalttätig war. Dennoch ist sie Anlass genug, dass einige Christen das Land verlassen und christliche Konvertiten sich verstecken.

7. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Die Regierung Bruneis muss einige schwierige Entscheidungen treffen. Die komfortable Zeit, in der sich der Sultan um all seine Untertanen kümmerte, wird bald vorbei sein. Bis jetzt stellt die Regierung kostenlose medizinische Versorgung bereit sowie subventionierte Lebensmittel und vergünstigtes Wohnen. An den staatlichen Schulen gibt es keine Schulgebühren und die Bürger Bruneis müssen keine Einkommenssteuer bezahlen. Aber da die Öl- und Gasreserven wohl nur noch eine Generation oder weniger halten werden, muss die Regierung anfangen, über Alternativen nachzudenken. Bis jetzt war sie dabei nicht sehr erfolgreich, da es scheint, dass die Welt kein „islamisches Singapur“ braucht (oder bereits eines in Dubai oder Doha hat?). Der wachsende wirtschaftliche Druck kann zu wachsender Unsicherheit und sogar Unruhen führen, besonders weil die Regierung kein weiteres Personal einstellt. Es sieht danach aus, dass der Sultan, indem er auf die Einführung der Scharia-Gesetzgebung pocht und christliche Feste verbietet, sich auf eine konservative Form des Islam verlässt – sicherlich einerseits aus Überzeugung, aber auch als ein Mittel, sein Volk unter Kontrolle zu behalten. Dies wird zu einer Verstärkung der Haupttriebkraft der Verfolgung des Landes führen, der Islamischen Unterdrückung. Die Tatsache, dass der Sultan entschied, im November 2016 die beliebte englischsprachige Zeitung Brunei Times schließen zu lassen, zeigt, dass er (erfolgreich) versucht, Kontrolle über die Medien und die öffentliche Berichterstattung zu bekommen, daher wird auch die Diktatorische Paranoia eine Triebkraft der Verfolgung bleiben. Dies ist eine Herausforderung für die Christen, die ohnehin einer Veränderung in den Kirchen gegenüberstehen, da junge Christen in großer Zahl das Land verlassen. Darüber hinaus zeigt sich die Mentalität des Landes am besten in einem Satz, den ein Professor im September 2016 sagte: „Bildungseinrichtungen im Land sollten vollständig durch Religion geführt werden, um den Frieden in der Zukunft sicherzustellen.“ Obwohl dies extremistische Einflüsse unterbinden soll, lässt es nichts Gutes für die religiösen Minderheiten in Brunei erahnen.

8. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Brunei

  • Jeden Tag gibt es in den einheimischen Zeitungen Berichte von Menschen, die für Geschenke und finanzielle Unterstützung Muslime wurden. Gleichzeitig ist es Christen nicht erlaubt, zu evangelisieren. Beten Sie dafür, dass Gott in diesen unfairen Bedingungen seiner Gemeinde Weisheit und Mut gibt, Jesus zu verkündigen.
  • Beten Sie für die Gläubigen im Untergrund. Sie spüren die Verfolgung ganz besonders, da das Land so klein ist und sie nirgendwo hin fliehen können, wenn ihr Glaube entdeckt wird. Dies ist der Grund, warum sie sich entscheiden, ihren Glauben geheim zu halten.
  • Beten Sie für malaiische Muslime, die Christen werden und nun eine harte Bestrafung unter der Scharia befürchten müssen.

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.