Länderprofil Dschibuti

Dschibuti

50
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Dschibuti
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik
Platz Vorjahr
40
ISO
DJ
Karte Dschibuti
Karte Dschibuti
Christen
0,01
Bevölkerung
0.91
Islamische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Diktatorische paranoia
Privatleben: 12.200
Familienleben: 12.200
Gesellschaftliches Leben: 10.300
Leben im Staat: 9.900
Kirchliches Leben: 11.700
Auftreten von Gewalt: 0.000
Länderprofil Dschibuti

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

56 Punkte / Platz 50 (WVI 2017: 57 Punkte / Platz 40)

Von wem Verfolgung ausgeht

Regierungsbeamte, Familienmitglieder, kommunale und einige muslimische Leiter treten in Dschibuti als Verfolger auf. Die undemokratische und paranoide Regierung des amtierenden Präsidenten will alle Bereiche der Gesellschaft kontrollieren, indem sie die Versammlungsfreiheit, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit unterdrückt. Einer der Gründe, aus denen sich die Situation für Christen in Dschibuti schwierig darstellt, ist die geografische Lage des Landes. Dschibuti liegt am Horn von Afrika und ist von Ländern mit brisanter politischer Lage und restriktiven Regierungen wie Eritrea, Somalia und dem Jemen umgeben. Das Land agiert als Durchgangszone für Dschihadisten und extremistische Formen des Islam.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Die Verfassung Dschibutis erklärt den Islam zur Staatsreligion. Alle Gesetze und Leitlinien des Landes sind von der Scharia geprägt und jedes Gesetz, das sich nicht mit der Scharia vereinbaren lässt, ist ungültig. Aus diesem Grund erleben alle christlichen Gemeinschaften in Dschibuti Schwierigkeiten. Die Verfolgung von Christen muslimischer Herkunft ist jedoch am stärksten und geht sowohl von der Gesellschaft als auch von ihren eigenen Familienmitgliedern aus. Diese Christen versuchen deshalb, ihren Glauben zu verbergen, was aber aufgrund des stark gemeinschaftlichen Lebensstils sehr schwer ist. Wird bekannt, dass sich eine Person dem christlichen Glauben zugewandt hat, oder gibt es Gerüchte darüber, verliert diese Person alle Erbrechte und wird sehr wahrscheinlich auch Schwierigkeiten haben, das Sorgerecht für ihre Kinder zu behalten. Christen mit muslimischem Hintergrund werden von ihren Familien und muslimischen Nachbarn beobachtet. Die lokalen Behörden schützen Christen nicht ausreichend, wenn sie angegriffen werden.

Beispiele

  • Die meisten Dschibutier gehören einem konservativen sunnitischen Islam an und haben starke Familienbindungen nach Somalia und in den Jemen. Diese Familien tolerieren keinen Glaubenswechsel zu einer anderen Religion.
  • Einige Imame nutzen die Predigten am Freitag, um Christen und den christlichen Glauben lächerlich zu machen.
  • Christen, besonders Christen muslimischer Herkunft, sehen sich Behinderungen in ihrem sozialen Leben ausgesetzt.
  • Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2018 gab es keine Berichte von Gewalt gegen Christen.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit 56 Punkten auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2018 ist die Wertung für Dschibuti im Vergleich zum vergangenen Berichtszeitraum um einen Punkt zurückgegangen. Der stetige Rückgang in der Wertung in den vergangenen Jahren deutet darauf hin, dass Christen in Dschibuti zwar noch immer Schwierigkeiten aufgrund ihres Glaubens erleben, das Land aber nicht mit den benachbarten Ländern Eritrea und Somalia zu vergleichen ist, in denen Christen extreme Verfolgung erleiden. Der Rückgang der Wertung ist auf eine niedrigere Punktzahl im Bereich „Auftreten von Gewalt“ zurückzuführen, die von 1,1 Punkten beim WVI 2017 auf 0 Punkte gesunken ist.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Der Islam ist tief in der Gesellschaft Dschibutis verwurzelt. Jede andere Religion wird als fremdartig angesehen. Die geografische Lage Dschibutis ist sowohl für den internationalen Handel als auch für die Durchreise von Dschihadisten vom Horn von Afrika in den Nahen Osten und umgekehrt sehr günstig. Geschätzte 95 Prozent der Bevölkerung von Dschibuti sind sunnitische Muslime. Der extremistische Islam wächst ähnlich wie in anderen ostafrikanischen Ländern und ist eine der größten Sorgen für die Regierung. Sie versucht daher zu kontrollieren, wer die Freitagspredigten in den Moscheen hält und was die Prediger lehren. Etwa 60 Prozent der Bürger Dschibutis sind somalischer Abstammung, sodass sich die Ausbreitung eines extremistischen Islam in Somalia auch auf die dschibutische Gesellschaft auswirkt.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Dschibuti beheimatet die beiden Volksgruppen der Afar und der Issa. Die Issa gehören zum größeren Stamm der Somali. Stammesdenken ist im Land derart tief verwurzelt, dass jeder, der es wagt, sich zu Jesus Christus zu bekehren, als Verräter des ganzen Stammes angesehen wird. Wie auch in Somalia gibt es in Dschibuti eine enge Verbindung zwischen dem Stammesdenken und dem Islam. Christen werden wegen ihres Glaubens isoliert und misshandelt.

Diktatorische Paranoia

Sie ist einer der Hauptgründe für die Verfolgung von Christen in Dschibuti. Die Tatsache, dass das Regime versucht, um jeden Preis an der Macht zu bleiben, stellt jede religiöse oder kulturelle Ursache für Verfolgung in den Schatten. Dieser Punkt ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis, wie es zurzeit um die Christen in Dschibuti steht. 1999 kündigte Präsident Aptidon an, nicht mehr für eine weitere Präsidentschaftswahl zur Verfügung zu stehen. Daraufhin wurde der jetzige Präsident Ismail Omar Guelleh gewählt. Im Jahr 2000 unterzeichneten die Regierung und die extremistische Splitterpartei der Afar, „Front for the Restoration of Unity and Democracy“ (FRUD), einen Friedensvertrag und beendeten damit den Bürgerkrieg. Präsident Guelleh, der noch immer an der Macht ist, möchte von den radikalen Kräften seiner Partei nicht als gemäßigt angesehen werden. Deshalb wird mit Menschen, die scheinbar eine Bedrohung seiner politischen Macht darstellen, sehr streng verfahren – das betrifft auch christliche Gemeinschaften.

Die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Freedom House bezeichnet Dschibuti in ihrem Bericht von 2017 als „nicht frei“. Der ebenfalls 2017 von „Reporter ohne Grenzen“ herausgegebene Index zur weltweiten Pressefreiheit zählt Dschibuti zu den zehn schlimmsten Ländern in Hinblick auf Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheit. Laut dem Bericht schikaniert die Regierungspartei fortwährend Menschen und schüchtert sie ein, sobald sie etwas gegen die Zustände im Land sagen. So heißt es: „Gerichtliche Schikanen, illegale Durchsuchungen, exorbitante Bußgelder, die bei Nichtzahlen zu Gefängnis führen – das repressive Arsenal gegen die Journalisten Dschibutis hat wirklich alles zu bieten. Aus diesem Grund gibt es keine privaten oder unabhängigen Medien im Land. Das Gesetz zur Kommunikationsfreiheit ist in sich schon eine Behinderung für Redefreiheit und Medienpluralismus. Darin wird die Dauer von Gefängnisstrafen bei Mediendelikten festgelegt sowie Altersgrenzen und Einschränkungen der Nationalität für Menschen, die einen Medienkanal betreiben wollen.“

Theoretisch schützt die Regierung die in der Verfassung verankerte Religionsfreiheit, doch in der Praxis versucht sie, alle religiösen Institutionen zu kontrollieren, und ist Christen und anderen nichtmuslimischen Minderheiten im Allgemeinen nicht positiv gesinnt. Die Hauptverantwortlichen dieser Triebkraft der Verfolgung sind Beamte, welche die Politik der Regierung umsetzen. Die negative Haltung der Regierung gegenüber Christen wird sich in Zukunft vielleicht noch verstärken, weil die Investitionen benachbarter Golfstaaten in eine Reihe von Wirtschaftsbereichen (wie das islamische Bankwesen) noch weiter wachsen werden.

3. Verfolger

Zwischen den verschiedenen Gruppen, von denen hauptsächlich Verfolgung ausgeht, gibt es häufig Überschneidungen. Regierungsbeamte und einige muslimische Extremisten sind die Hauptakteure. Ein Feldforscher erklärt: „Es gibt Vorfälle, bei denen Beamte in niedrigeren Positionen in Handlungen verwickelt waren, die man zur Verfolgung der christlichen Gemeinschaft zählen kann. Dazu gehört unter anderem die Ausweisung von Christen aus Nachbarländern unter dem Vorwand, sie hätten kein legales Bleiberecht, obwohl ihr Status gar nicht überprüft wurde.“ Auch zeigen sich die politischen Parteien des Landes Christen gegenüber nicht wohlgesinnt. Christen muslimischer Herkunft werden besonders von der (Groß-)Familie, kommunalen Leitern und anderen Menschen aus ihrem sozialen Umfeld verfolgt.

4. Hintergrund

In Dschibuti sind über 90 Prozent der Bevölkerung muslimisch. Es ist ein kleines, durch Armut gezeichnetes Land, das von einigen der unbeständigsten und repressivsten Länder wie Eritrea, Somalia und dem Jemen umgeben ist. Eigentlich lässt sich Dschibuti als Stadtstaat mit minimalen eigenen Rohstoffen beschreiben. Das Land liegt jedoch geografisch sehr günstig an einer stark frequentierten, wichtigen Schifffahrtsroute.

Die derzeitige Regierung ist das Resultat der Spannungen zwischen Afar und Issa, den beiden dominierenden und rivalisierenden Volksgruppen, die in den 1990er-Jahren einen blutigen Bürgerkrieg gegeneinander führten. Diese Wunden sind auch heute noch nicht ganz verheilt. Der Islam ist tief in der Gesellschaft Dschibutis verwurzelt, es gibt jedoch auch schon seit langer Zeit Christen in Dschibuti, zum Teil durch die Verbindungen zu Äthiopien.

Eine beträchtliche Anzahl von Bürgern Dschibutis hat enge verwandtschaftliche Bindungen nach Somalia, in den Jemen und in andere muslimische Länder. Sie alle haben eine tief verwurzelte negative Haltung gegenüber dem Westen und dem Christentum, welches als eine westliche Religion angesehen wird. Dschibuti ist Mitglied der Arabischen Liga, wenngleich es nicht arabisch ist. Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1977 wird das Land von einem nichtdemokratischen, semi-präsidentiellen Regime regiert, dem zurzeit Präsident Ismail Omer Guelleh vorsteht. Dieser löste 1999 seinen Onkel ab und ist damit erst der zweite Präsident seit 1977. Während des arabischen Frühlings von 2011 haben Präsident Guelleh und seine Partei „Volksversammlung für den Fortschritt“ mehrere Wellen von Straßenprotesten gewaltsam niedergeschlagen. Das Regime ist autokratisch. Meinungs- und Pressefreiheit gibt es nicht. Alle Medien gehören der Regierung. Es gibt zwar circa 11.000 Christen in Dschibuti, jedoch keine in öffentlichen Ämtern. Ihre Möglichkeiten, sich am politischen Leben zu beteiligen, sind entweder eingeschränkt oder nicht existent. Der Islam ist verfassungsgemäße Staatsreligion.

Dschibuti hat keine breit gefächerte Wirtschaft, da es kaum Rohstoffe und eine wenig entwickelte Industrie gibt. Deshalb ist das Land auf internationale Hilfe angewiesen, die sowohl von arabischen als auch westlichen Ländern geleistet wird. Als Gegenleistung für die Unterstützung aus dem Westen unterstützt Dschibuti dessen Versuche, den islamischen Terrorismus zu bekämpfen, beispielsweise beim Kampf gegen Piraterie vor der Küste Somalias und im Golf von Aden. Die internationale Unterstützung führt zwar nicht zu einem Gesinnungswandel in der negativen Haltung gegenüber Christen, bietet diesen aber einen gewissen Schutz vor unterdrückerischen Maßnahmen des Regimes. Das Land liegt strategisch sehr günstig am Golf von Aden, was extremistische Gruppierungen auszunutzen versuchen.

Der Grenzkonflikt mit Eritrea kann langfristig Auswirkungen auf die Stabilität des Landes haben, da Dschibuti Eritrea vorwirft, Gebiete eingenommen zu haben, die zuvor von den katarischen Friedenstruppen patrouilliert wurden.

Es gibt auch andere religiöse Minderheiten im Land: Zeugen Jehovas, Hindus, Juden und Bahai. Die Feldforscher haben allerdings keine konkreten Beweise finden können, dass diese Gruppen ebenfalls verfolgt werden.

5. Betroffene Kategorien von Christen

In Dschibuti werden alle Kategorien von Christen verfolgt, jedoch in unterschiedlicher Intensität.

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Ausländische Christen sind nicht vor Verfolgung gefeit, auch wenn einige von ihnen schon seit Jahrzehnten im Land leben. Es gab einst ein gewisses Maß an Toleranz. Diese Toleranz gegenüber orthodoxen Christen aus Äthiopien hat sich mit dem Aufkommen des extremistischen Islam jedoch immer weiter verringert. Christliche Gemeinden von französischen und US-amerikanischen Streitkräften werden nur minimal eingeschränkt.

Christen aus traditionellen Kirchen

In der WVI-Analyse für Dschibuti wurde diese Kategorie mit der Kategorie „Ausländische Christen und Arbeitsmigranten“ kombiniert. Die Französisch-Protestantische, die Römisch-Katholische und die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche stehen als einzige als aktives christliches Zeugnis da, das von der Regierung anerkannt ist.

Christen muslimischer Herkunft (Konvertiten)

Es gibt nur wenige Christen mit muslimischem Hintergrund. Sie müssen jedoch starken Druck von ihrer Familie, ihrem Lebensumfeld und örtlichen religiösen Leitern ertragen. Dies gilt besonders außerhalb der Städte, wo die Landbevölkerung noch in enger Gemeinschaft lebt. Ehemalige Muslime haben nicht den Luxus, ihren Kindern christliche Namen geben zu können oder christliche Hochzeiten oder Kirchenfeste zu feiern. Sie müssen im Untergrund bleiben und ihr christliches Leben im Verborgenen führen. Christliche Konvertiten wurden auch in Flüchtlingslagern diskriminiert und schikaniert.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Diese Gruppe besteht aus Baptisten-, evangelikalen und Pfingstgemeinden. Sie sind dafür bekannt, dass sie ihren Glauben aktiv weitergeben und werden daher besonders stark verfolgt.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 12.200
Familienleben: 12.200
Gesellschaftliches Leben: 10.300
Leben im Staat: 9.900
Kirchliches Leben: 11.700
Auftreten von Gewalt: 0.000

Grafik: Verfolgungsmuster Dschibuti

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen ist von 11,1 Punkten beim WVI 2017 auf 11,3 Punkte für den aktuellen Berichtszeitraum gestiegen.
  • Am stärksten ist der Druck in den Bereichen „Privatleben“ und „Familienleben“, die beide eine sehr hohe Wertung von 12,2 Punkten haben. Dies liegt vor allem an dem starken Druck auf Christen muslimischer Herkunft. Mit 11,7 Punkten ist der Druck im Bereich „Kirchliches Leben“ am nächsthöchsten. Die hohe Wertung deutet darauf hin, dass der Neubau von Kirchen, die Planung von Kirchenveranstaltungen, Jugendarbeit und eine offene Aussprache gegen Verfolgung sehr schwierig sind.
  • Es lagen keine Berichte zu gewalttätigen Übergriffen vor. Somit ist die Wertung für das Auftreten von Gewalt bei 0 Punkten. Im WVI 2017 lag die Wertung noch bei 1,1 Punkten.

Privatleben

In diesem Bereich sind besonders Christen mit muslimischem Hintergrund betroffen. So erklärt ein Feldforscher: „In einem Land, das zu über 95 Prozent muslimisch ist, wird der Glaubenswechsel vom Islam zu Jesus Christus zu verhindern versucht und in manchen Fällen auch mit Verfolgung quittiert. Meist passiert dies, wenn eine muslimische Person eine christliche heiratet. Diese Glaubensübertritte werden von den Familienmitgliedern, dem Lebensumfeld und manchmal auch von den örtlichen Behörden nicht gutgeheißen. Man sieht darin eine Untergrabung des Islam.“ Christen können nicht einfach christliche Literatur besitzen, Gottesdienste besuchen oder ihre christliche Sichtweise vertreten, ohne Gegenwehr fürchten zu müssen. Christen muslimischer Herkunft werden von ihrer Familie und von muslimischen Nachbarn überwacht.

Familienleben

Feldforscher haben festgestellt, dass Christen vor Probleme gestellt sind, wenn sie ihre Kinder im Glauben erziehen wollen: „Dies kommt vor allem darin zum Ausdruck, dass Christen keine christlichen Schulen mit einem Lehrplan haben dürfen, der neben dem normalen Unterricht auch Schulstunden über christliche Themen beinhaltet. Der allgemeingültige Lehrplan ist auf die mehrheitlich muslimische Bevölkerung zugeschnitten. Es ist nicht einfach, die Genehmigung für einen anderslautenden Lehrplan zu bekommen.“

Christen muslimischer Herkunft werden von ihren Familien massiv verfolgt. Eine Schutzmöglichkeit ist die Verheimlichung des Glaubens, was aber bei einem gemeinschaftsorientierten Lebensstil sehr schwierig ist. Wenn sich jemand zu Jesus Christus bekehrt (und sei es auch nur gerüchteweise), wird diese Person ihr Erbrecht verlieren und sehr wahrscheinlich auch das Sorgerecht für mögliche Kinder.

Gesellschaftliches Leben

Da das Leben in Dschibuti vor allem innerhalb der Dorfgemeinschaft abläuft, ist das Zusammenleben mit anderen Bewohnern für Christen nicht leicht. Kommt der neue Glaube eines Christen ans Licht, wird er wahrscheinlich schikaniert und daran gehindert, Gemeinschaftseinrichtungen zu nutzen und Arbeit zu finden. Am stärksten sind in diesem Lebensbereich Menschen gegen Christen aktiv, die sich von extremistischen Scheichs und Imamen in Moscheen und bei gesellschaftlichen Versammlungen beeinflussen lassen. Was Christen in der Hauptstadt im Vergleich zu anderen Ortschaften erleben, beschreibt ein Feldforscher wie folgt: „Die christlichen Gemeinschaften sind alle in der und um die Hauptstadt herum angesiedelt. Im Vergleich zu ihnen werden Christen, die in anderen Teilen des Landes leben, nicht gerecht behandelt.“

Leben im Staat

Die Verfassung, die die Grundlage der Gesetzgebung ist, erklärt den Islam zur Staatsreligion. Alle Gesetze und Richtlinien des Landes werden somit auf Grundlage der Scharia erstellt. Gesetze und Richtlinien, die der Scharia widersprechen, gelten als nichtig. Christen sind Bürger zweiter Klasse und manche Imame nutzen das Freitagsgebet, um Christen und den christlichen Glauben zu verunglimpfen. Christen werden bei Angriffen nicht von örtlichen Behörden beschützt.

Kirchliches Leben

Die Registrierung von Gottesdiensträumen ist ein langwieriger Prozess, der durch das Innenministerium geregelt wird. Für Menschen, die in Dschibuti keine christlichen Symbole sehen wollen, stellen Kirchengebäude eine Beleidigung dar. Daher wird den Christen das kirchliche Leben so schwer wie möglich gemacht. Der Bau einer Kirche, das Abhalten von Veranstaltungen, Jugendarbeit oder eine offene Aussprache gegen Verfolgung sind für Christen problematisch. Ausländischen Christen und ihren Kirchengemeinden geht es in dieser Hinsicht besser. Christen mit muslimischem Hintergrund können sich nicht als christliche Kirche registrieren und auch keine Kirche bauen.

Auftreten von Gewalt

Im Berichtszeitraum zum Weltverfolgungsindex 2018 gab es keine Berichte über Gewalt gegen Christen.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Christinnen, besonders Christinnen muslimischer Herkunft, laufen Gefahr, vergewaltigt und zwangsverheiratet zu werden.

8. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Im Berichtszeitraum des WVI 2018 gab es im Bereich Religionsfreiheit weder in Dschibuti noch in der Region bedeutsame Veränderungen. Die Situation wird in der Region allgemein (insbesondere in Äthiopien) immer instabiler. Außerdem kann der Grenzkonflikt mit Eritrea Auswirkungen auf die Stabilität des Landes haben. Die Triebkräfte der Verfolgung Islamische Unterdrückung, Diktatorische Paranoia und Ethnisch begründete Anfeindungen werden auch weiterhin die Hauptverursacher der Probleme von Christen sein. Dschibuti ist relativ stabil, aber keine Demokratie. Für Andersdenkende gibt es keinen Raum. Präsident Guelleh und seine Regierung haben das Land nach wie vor fest im Griff. Durch die Wechselbeziehung zwischen westlichen Ländern (insbesondere Frankreich und den USA) und der Regierung von Dschibuti hat letztere einen Anreiz, Gewalt gegen Christen nicht zu fördern. Doch wäre es schlichtweg naiv, eine Verbesserung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit (beides sind Grundrechte, die sehr stark mit Religionsfreiheit verwoben sind) zu erwarten. Deshalb ist für die Zukunft Folgendes zu erwarten:

  • Der Grenzkonflikt mit Eritrea wird in naher Zukunft nahezu sicher nicht gelöst werden können.
  • Der momentane Zustand des Landes wird noch einige Jahre anhalten.
  • Der Krieg im Jemen kann für Dschibuti noch zu einem Problem werden. Militante Islamisten, die im Jemen kämpfen, könnten über das Meer nach Dschibuti kommen und dort mit jenen, die dem Konflikt entkommen sind, ihre Netzwerke erweitern.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Dschibuti

  • Bitte beten Sie für die Christen, die durch Dschibutis kommunale, islamische Kultur eingeschränkt werden. Beten Sie dafür, dass diese Christen trotz der Schwierigkeiten an ihrem Glauben festhalten und mehr Freiheit bekommen, ihren Glauben zu leben.
  • Beten Sie für die Imame, die Hass gegen Christen schüren. Beten Sie dafür, dass Jesus ihnen begegnet und ihre Herzen verändert.
  • Bitte beten Sie dafür, dass Christen ihren Verfolgern vergeben können, wenn ihnen Jobs und die Nutzung öffentlicher Einrichtungen verweigert werden. Beten Sie, dass sie weiterhin jede Gelegenheit nutzen, ihren Landsleuten von der Hoffnung, die wir in Jesus Christus haben, zu erzählen.

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