Länderprofil Laos

Laos

20
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Laos
Hauptreligion
Buddhismus
Staatsform
Demokratische Volksrepublik
Platz Vorjahr
24
ISO
LA
Karte Laos
Karte Laos
Christen
0,23
Bevölkerung
7.04
Kommunistische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Ethnisch begründete Anfeindungen
Privatleben: 12.900
Familienleben: 8.600
Gesellschaftliches Leben: 13.600
Leben im Staat: 13.900
Kirchliches Leben: 14.900
Auftreten von Gewalt: 3.500
Länderprofil Laos

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

67 Punkte / Platz 20 (WVI 2017: 64 Punkte: 64 / Platz 24)

Von wem Verfolgung ausgeht

Christen werden regelmäßig von den (kommunistischen) Behörden verfolgt – größtenteils auf der regionalen Ebene – und durch örtliche Mitglieder der kommunistischen Partei. Es gibt Anlässe, in denen Behörden mit lokalen religiösen Führern kooperieren (meist Buddhistische Mönche), um Christen unter Druck zu setzen, besonders Konvertiten. Sehr häufig erleben christliche Konvertiten Verfolgung durch ihre eigene Familie. Es gab zudem Versuche, die Aktivitäten von Hauskirchen zu überwachen, mit der Hilfe bestimmter registrierter Kirchen. Normale Bürger, besonders in den ländlichen Regionen, beobachten Christen misstrauisch und vertreiben sie gelegentlich sogar aus den Dörfern.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Die kommunistischen Behörden überwachen streng alle religiösen Aktivitäten und kontrollieren sie, auch die der registrierten Kirchen. Da alle Treffen den Behörden gemeldet werden müssen, sind Hauskirchen gezwungen, im Geheimen zu agieren, da sie als „illegale Versammlungen“ betrachtet werden.

Christliche Konvertiten tragen die Hauptlast der Verfolgung. Ihnen wird vorgehalten, sich selbst aus der (buddhistisch-animistischen) Gesellschaft auszuschließen und sie werden folglich von ihrer eigenen Familie verfolgt (erweiterte Familie, da der laotische Haushalt meist aus drei Generationen unter einem Dach besteht) und durch lokale Behörden, die die örtliche Gemeinschaft aufhetzen oder dazu örtliche religiöse Führer nutzen.

Beispiele

Im August 2016 verabschiedete Premierminister Thongloun Sisoulith eine neue Vorschrift: Das Dekret 315 zum Management und dem Schutz religiöser Aktivitäten. Dekret 315 definiert die Rolle der Regierung als den finalen Entscheider über rechtmäßige religiöse Aktivitäten. Das Dekret ersetzt das Dekret 92 zur religiösen Praxis. Während des Berichtszeitraums für den WVI 2018 veröffentlichte die Regierung eine Aktualisierung, die noch mehr Einschränkungen und Schwierigkeiten für die Christen mit sich bringt. Als eine direkte Folge dieser Aktualisierung wurde der Druck auf Christen in der Luang Prabang Provinz durch die Polizei erhöht, ihre Treffen einzustellen. Das neue Gesetz schreibt für einen registrierten Ort der Anbetung vor, dass er der Kirche gehört und einen gemeldeten Kirchenmitarbeiter hat, damit er als legal angesehen wird. Allerdings ist dies nahezu unmöglich zu erreichen. Zunächst ist niemand willens, Land an eine Kirche zu verkaufen. Zweitens bestimmt das neue Gesetz, dass die Errichtung einer Kirche durch den Premierminister abgesegnet werden muss.

Es gab im Berichtszeitraum mehrere Fälle in denen Christen aus ihren Dorfgemeinschaften verbannt wurden. Berichte, nach denen Kirchen der Hmong-Minderheit zerstört wurden, konnten nicht überprüft werden und wurden daher bei der Wertung nicht berücksichtigt. Ein Haus eines Christen wurde Ziel eines Brandanschlages im Januar 2017. Mindestens zwei laotische Christen wurden für mehrere Tage im März 2017 durch die Polizei in der Provinz Xaisomboun festgehalten. Außerdem gab es Berichte, dass mehrere christliche Hmong festgenommen und inhaftiert wurden.

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Blickpunkt Buddhismus
Auch wenn der Buddhismus als bunte und friedliche Religion gilt, sind viele Christen in buddhistisch geprägten Ländern starker Verfolgung ausgesetzt. Wir möchten, dass diesen Geschwistern wieder mehr Beachtung zukommt und wollen deswegen ihre Geschichten weitergeben.
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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Die Punktzahl von Laos für den Weltverfolgungsindex (WVI) 2018 zeigt einen Anstieg von drei Punkten. Verglichen zum WVI 2017 hat sich die Punktwertung in allen Lebensbereichen erhöht, besonders im Bereich des Privatlebens, des Familienlebens und des Lebens in der Gesellschaft. Dies zeigt einen erhöhten Druck auf Konvertiten durch Familie, Freunde, Nachbarn und örtliche Behörden. Der Anstieg ist zudem in einer höheren Verfügbarkeit von Berichten über die Situation der Christen aus den ethnischen Minderheiten des Landes begründet. Die Wertung für physische Gewalt hat sich ganz leicht erhöht; Verfolgung in Laos war noch nie sehr gewalttätig.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Kommunistische Unterdrückung

Laos ist eines der fünf letzten marxistisch-leninistischen Ländern der Welt. Es hält auch standhaft daran fest und widersetzt sich folglich jedem Einfluss, der als fremd oder westlich gesehen wird. Um die Kontrolle zu behalten, baut die kommunistische Regierung einen enormen Druck auf die Gesellschaft auf, einschließlich der kleinen christlichen Minderheit. Die Regierung hat eine negative Sicht auf Christen und betrachtet sie als Agenten des Auslands und Feinde. Der christliche Glaube wird als eine westliche Ideologie gesehen, die den Kommunismus in Frage stellt. Die laotische Regierung kontrolliert alle Informationen, inklusive Zeitungen und Radio, und ist so effektiv in der Lage, das Land genau zu kontrollieren.

Diktatorische Paranoia

Die Regierung ist verschwiegen und niemand außerhalb des innersten Zirkels der Regierung scheint zu wissen, was wirklich vor sich geht. Christen müssen äußerste Vorsicht walten lassen, wenn sie über ihren Glauben reden. Sie müssen immer innerhalb stillschweigend vereinbarter Regeln bleiben und es gibt Grenzen, die die Christen nicht überschreiten sollten, wenn sie negative Reaktionen der Behörden vermeiden wollen. Lokale Beamte nutzen oft die feindselige Einstellung der Gesellschaft gegenüber Christen, um eine Überwachung zu rechtfertigen.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Animismus und andere Stammesriten finden sich in den Stammesdörfern, besonders in den ländlichen Gebieten (die mindestens 60 Prozent des Landes ausmachen). Sich von den Stammesriten abzuwenden wird als Verrat gesehen. Dorfälteste und Familienmitglieder sehen es als notwendig an, Christen des Dorfes zu verweisen, da sie fürchten, dass dieser fremde Glaube die Schutzgeister des Dorfes verärgern könnte. Lokale Beamte sind zudem bekannt dafür, Christen dazu zu zwingen, ihrem Glauben abzuschwören und Dorfälteste schalten manchmal die lokalen Behörden ein, um Christen zu verhaften.

Religiös motivierter Nationalismus

Laos ist eines der fünf Länder, die der Theravada Tradition des Buddhismus folgen, die älteste der buddhistischen Traditionen. Der buddhistische Glaube ist tief in der Gesellschaft verankert. Weithin gilt die Überzeugung, dass Laos und der Buddhismus untrennbar miteinander verbunden seien und dass der Buddhismus immer die führende Position im Lande einnehmen solle. Das Ziel der lokalen buddhistischen Führer ist es, ihr Land „rein“ zu halten und das Ziel der kommunistischen Machthaber die Kontrolle zu behalten, ergänzen sich einander sehr gut. Beide wollen die Gesellschaft bestimmen und Abweichungen von der Norm verhindern.

Konfessioneller Protektionismus

Die Laos Evangelical Church (LEC) ist die vorherrschende Kirchengruppe im Land und hat bis vor kurzem die Ansiedlung anderer Denominationen blockiert. Jetzt, wo andere Denominationen ins Land kommen, besonders protestantische, benutzt die Regierung die LEC, um Informationen zu sammeln und hin und wieder, um die anderen Denominationen unter Kontrolle zu halten.

3. Verfolger

Christen werden regelmäßig von den (kommunistischen) Behörden verfolgt – größtenteils auf der regionalen Ebene – und durch örtliche Mitglieder der kommunistischen Partei. Es gibt Anlässe, in denen Behörden mit lokalen religiösen Führern kooperieren (meist Buddhistische Mönche), um Christen unter Druck zu setzen, besonders Konvertiten. Sehr häufig erleben christliche Konvertiten Verfolgung durch ihre eigene Familie. Es gab zudem Versuche, die Aktivitäten von Hauskirchen zu überwachen, mit der Hilfe bestimmter registrierter Kirchen. Normale Bürger, besonders in den ländlichen Regionen, beobachten Christen misstrauisch und vertreiben sie gelegentlich sogar aus den Dörfern.

4. Hintergrund

Laos befindet sich seit 1975 im festen Griff der Laotischen Revolutionären Volkspartei. Ihr exklusives Netzwerk der Familien von Parteimitgliedern und deren engen Freunde erhöhen den ohnehin schon hohen Druck, den jeder Bürger spürt, ganz besonders aber Minderheiten. Im Land gibt es weder Meinungsfreiheit, noch gibt es eine freie Presse, welche die Aufmerksamkeit auf die zahlreichen Fälle von Korruption lenken könnte. Jede organisierte Gruppe, besonders all jene, die nicht mit der Ideologie der Regierung übereinstimmen, wird als eine Bedrohung für den Fortbestand des Kommunismus im Land gesehen. Eine der aktuellsten Zeichen der Repression ist die Verurteilung von drei laotischen Bürgern zu Gefängnisstrafen bis zu 18 Jahren, nachdem diese vor der laotischen Botschaft in Thailand protestiert hatten.

Die Abhängigkeit des Landes von seinem gigantischen Nachbarn China behindert die Entwicklung des Landes und macht es verwundbar. China ist mit Abstand der größte ausländische Investor im Land. Dennoch führten wachsende Kosten für Umwelt und Gesellschaft im Berichtszeitraum dazu, dass die Behörden eingriffen und zum Beispiel Bananenplantagen in sieben Provinzen schlossen, die für China produzierten. Laotische Frauen werden weiterhin nach China verkauft, da es dort zu wenige potentielle weibliche Partnerinnen gibt.

Es gab keine Berichte zur Verfolgung anderer Religionen. Dennoch wird Dekret 315, von der laotischen Regierung umgesetzt (siehe „Leben im Staat“), auch für andere religiöse Gruppen wie Buddhisten oder Animisten Konsequenzen haben, nicht nur für Christen.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Diese Gemeinschaften vermischen sich nicht mit den einheimischen Gemeinden. Zu ihnen gehören Gruppen diplomatischer Mitarbeiter, die den Druck der Verfolgung zum Beispiel durch das Überwachungssystem der Polizei erleben.

Christen aus traditionellen Kirchen

Dies sind Gemeinschaften wie die Römisch-Katholische Kirche, die Laos Evangelical Church (LEC) und die Siebenten-Tags Adventisten. Obwohl diese Kirchen offiziell von den Behörden anerkannt sind, werden sie überwacht und im Falle der LEC stehen sie Beschränkungen gegenüber bei der Auswahl ihrer Leiter und beim Drucken christlicher Literatur. Teilweise zwingt die Regierung sie dazu, nicht registrierte Kirchen zu überwachen.

Christliche Konvertiten

Konvertiten stammen aus einem buddhistischen oder ethnisch-animistischen Hintergrund und erleben die stärkste Verfolgung, sowohl durch lokale Behörden, als auch Familie, Freunde und Nachbarn. Da jede Konversion ein Indikator dafür ist, dass der christliche Glaube wächst, ist die Regierung wachsam, was Bekehrungen angeht.

Christen aus protestantischen Freikirchen

In Laos existieren evangelikale, baptistische sowie Gemeinden der Methodisten, Lutheraner, Assemblies of God und viele andere Denominationen. Da die Regierung keine „illegalen“ Versammlungen erlaubt, müssen die zuvor genannten Gruppen sich unter einer der drei von der Regierung anerkannten Kirchen registrieren. Gemeinden, die dies nicht tun, müssen sich heimlich treffen. Mitglieder dieser Gemeinden erleben Diskriminierungen auf den unterschiedlichsten Ebenen der Gesellschaft.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 12.900
Familienleben: 8.600
Gesellschaftliches Leben: 13.600
Leben im Staat: 13.900
Kirchliches Leben: 14.900
Auftreten von Gewalt: 3.500

Grafik: Verfolgungsmuster Laos

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen über alle Lebensbereiche ist auf einem sehr hohen Niveau, er stieg von 12,1 im WVI 2017 auf 12,8 des WVI 2018.
  • Der Druck ist in den Bereichen „Kirchliches Leben“, „Leben im Staat“ und „Gesellschaftliches Leben“ am höchsten. Der Druck auf Konvertiten ist besonders im Bereich „Privatleben“ und im Bereich „Gesellschaftliches Leben“ akut, während alle Christen wachsendem Druck in den Bereichen „Leben im Staat“ und “Kirchliches Leben“ ausgesetzt sind. Dieser Druck ist ein Resultat davon, dass die Regierung kommunistische Werte wieder neu betont und versucht, die Anzahl der Bekehrungen möglichst niedrig zu halten. Es spiegelt auch die Versuche der Regierung wider, an der Macht zu bleiben und alle Kräfte zu bekämpfen, die als fremd wahrgenommen werden.
  • Die Zunahme an Druck fällt mit einem leichten Anstieg der Gewalt gegen Christen zusammen: Der Punktwert für “Auftreten von Gewalt“ stieg von 3,1 (WVI 2017) auf 3,5 im WVI 2018.

Privatleben

Konvertiten müssen immer vorsichtig sein, wie sie ihren Glauben leben, besonders, wenn sie der einzige Christ in ihrer Familie sind. In abgelegenen Gebieten haben die Häuser nur einen Raum und an vielen Orten leben drei Generationen unter einem Dach. Das macht es schwierig, einen Platz zu finden, um Bibel zu lesen, zu beten oder Lobpreis zu machen, ohne bemerkt und unterbrochen zu werden. Konvertiten erleben physischen und verbalen Missbrauch und können aus ihren Häusern verjagt werden. Da alle Versammlungen von der Regierung als potentiell gefährlich gesehen werden, muss jedes Treffen von den Behörden genehmigt werden, die effektiv Treffen verhindern oder als illegal erklären. Die meisten Dörfer werden durch einen Dorfhäuptling geleitet (pho ban oder nai ban). Ihm zur Seite stehen ein oder zwei von den Dorfbewohnern gewählte Assistenten, die allen Aktivitäten im Dorf vorstehen und den Frieden wahren sollen. Distrikt- und Provinzvorsteher nutzen manchmal ihre Position und bedrohen Christen mit dem Ausschluss aus dem Dorf wegen ihrer christlichen Aktivitäten wie Lobpreis, Gebet und Bibellesen. Viele Laoten glauben, dass sie von phi (Geistern) beschützt werden. Die Angst davor, diese Geister zu beleidigen, führt dazu, dass sich Familienmitglieder gegen Christen wenden. Sie hindern oft Christen daran, sich mit anderen Christen zu treffen oder das Haus zu verlassen. Bibeln und andere christliche Literatur müssen sorgfältig versteckt werden und können nur mit äußerster Vorsicht gelesen werden. Alle Christen werden streng überwacht und hin und wieder werden die registrierten Kirchen benutzt, um Christen im Auge zu behalten.

Familienleben

Teilweise werden Christen ihre Familiendokumente weggenommen, was die Registrierung von Familienereignissen (Geburten, Hochzeiten, Todesfälle) unmöglich macht. In stark buddhistischen Gebieten wurden Hochzeiten und Beerdigungen behindert (in einem Fall wurde der Leichnam von den Behörden weggebracht) und Taufen müssen mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden. Buddhistische Lehren werden oftmals als Teil der laotischen „kulturellen Erziehung“ betrachtet und sind daher Teil des Lehrplans in den Schulen. In einem Fall mussten christliche Schüler an einem buddhistischen Tempelritual teilnehmen, das ihrem Glauben zuwiderlief. Kindern christlicher Familien wurde sogar wegen ihres Glaubens die Aufnahme in bestimmte Schulen verweigert. Zwei Dinge die Familien nutzen, um Druck auf Konvertiten aufzubauen ist die Androhung der Ehescheidung oder der Verlust des Erbes.

Gesellschaftliches Leben

Provinzen wie Luang Namtha im Norden und Savannakhet im Süden sind für Christen traditionell schwierige Orte, da hier die lokalen Behörden fest entschlossen zu sein scheinen, das christliche Zeugnis auszulöschen. Fortwährend belästigen und verhaften sie Christen und verbannen sie aus ihren Häusern. Der christliche Glaube wird als westlich angesehen, als eine gefährliche Abweichung von der kommunistischen Ideologie und daher als eine Gefahr für den Staat. Menschen im Umfeld helfen regelmäßig den Behörden in der Überwachung christlicher Aktivitäten. Familienmitglieder, Dorfbewohner und lokale Behörden bedrohen oder schlagen Christen bei den Versuchen, sie dazu zu bringen, ihren Glauben zu widerrufen. Das Umfeld erwartet, dass Christen an buddhistischen und animistischen Zeremonien teilnehmen. Die baci-Zeremonie ist ein dörfliches Ereignis, um die Geister herbeizurufen und denen Wohlwollen, Glück und Gesundheit zuzusprechen, die in dieser Zeremonie geehrt werden. Die Zeremonie ist dazu da, die Geister zur Heimkehr zu bewegen, sie an ihrem Ort zu halten und das Gleichgewicht wiederherzustellen. Ein weißer Faden um das Handgelenk soll den Schutz vor Geistern sicherstellen. Die Christen bevorzugen es, sich von Zeremonien in Zusammenhang mit der Geisterwelt fernzuhalten. Ihre Weigerung daran teilzunehmen, erzeugt oft Spannungen im Dorf.

Christen werden als Abweichler von der Norm gesehen. Familien, die aus ihren Dörfern verbannt wurden, sagten, dass Nachbarn Christen werden wollten, aber zögerten, da sie den christlichen Glauben als nachteilig für ihr Leben in der Gemeinschaft sahen. Auch kommunistische Führer fürchten die Ausbreitung des christlichen Glaubens und bezeichnen ihn als westliche Ideologie, die die Nation schwächen würde. Diese negative Sicht des christlichen Glaubens führt dazu, dass Unterstützung verzögert wird. Drohungen werden ausgesprochen und Restriktionen durch die Gesellschaft und die örtlichen Behörden auferlegt. Christen werden oft eingeschränkt, was die Nutzung der örtlichen Ressourcen angeht. In einem Fall wurde einer schwangeren Christin die Geburt in einem Krankenhaus verwehrt. Im Berichtszeitraum gab es Fälle, dass Christen auf Grund ihres Glaubens eine Arbeitsstelle verweigert wurde und christliche Geschäftsleute wurden diskriminiert. Lokale Behörden erlegen Christen für illegale Treffen Geldstrafen auf. In einem Fall wurden neun Familien, insgesamt 38 Personen, zu 800.000 Kip (100 USD) Geldstrafe durch ihre Dorfbehörde verurteilt. Sie bekamen die Wahl, die Strafe zu bezahlen oder ihren Glauben zu widerrufen. Damit verbunden war die Drohung, untragbaren Druck aushalten zu müssen, wenn sie ablehnen. Abgesehen von solchen Geldbußen sind die Behörden auch dafür bekannt, Druck auf die Familien auszuüben, z.B. ein Schwein zu opfern, um die Geister zu besänftigen.

Leben im Staat

Artikel 9 der geänderten Verfassung von 2003 betont die Pflicht des Staates, alle Religionen zu respektieren und zu schützen, insbesondere Buddhisten und Mönche, während Artikel 43 besagt, dass laotische Bürger das Recht und die Freiheit haben, an eine Religion zu glauben oder auch nicht. Dennoch wurden seit der Veröffentlichung von Dekret 92 im Jahr 2002 diese Zugeständnisse für religiöse Praktiken missbraucht, um die tatsächliche Ausübung von Religion schwieriger zu machen. Das Dekret verlangt eine vorherige Zustimmung der Regierung zu jeder Form religiöser Aktivität. Ohne diese Zustimmung wird jegliche Aktivität als illegal betrachtet. Der Übertritt zu einem neuen Glauben, Verkündigung und kirchliche Aktivitäten erfordern alle die Zustimmung der Regierung. Basierend auf den Erfahrungen von christlichen Leitern erteilt die Regierung diese Zustimmung äußerst selten.

Im August 2016 verabschiedete Premierminister Thongloun Sisoulith eine neue Vorschrift: Das Dekret 315 zum Management und dem Schutz religiöser Aktivitäten. Dekret 315 definiert die Rolle der Regierung als die finale Entscheiderin über rechtmäßige religiöse Aktivitäten. Das Dekret ersetzt das Dekret 92 zur religiösen Praxis. Während des Berichtszeitraums für den WVI 2018 veröffentlichte die Regierung eine Aktualisierung, die noch mehr Einschränkungen und Schwierigkeiten für die Christen mit sich bringt. Als eine direkte Folge dieser Aktualisierung wurde der Druck auf Christen in der Luang Prabang Provinz durch die Polizei erhöht, ihre Treffen einzustellen. Das neue Gesetz schreibt für einen registrierten Ort der Anbetung vor, dass er der Kirche gehört und einen gemeldeten Kirchenmitarbeiter hat, damit er als legal angesehen wird. Allerdings ist dies nahezu unmöglich zu erreichen. Zunächst ist niemand willens, Land an eine Kirche zu verkaufen. Zweitens bestimmt das neue Gesetz, dass die Errichtung einer Kirche durch den Premierminister abgesegnet werden muss.

Der christliche Glaube wird als eine Beleidigung des Buddhismus gesehen, der als ein zentraler Teil der laotischen Kultur und damit der nationalen Identität gesehen wird. Aber Christen wird auch immer wieder von Dorfältesten vorgeworfen, die Geister verärgert zu haben, wenn sich Krankheit im Dorf ausbreitet. Regelmäßig werden ihnen unethische Bekehrungen vorgeworfen und im Berichtszeitraum wurden einige deswegen inhaftiert. Wenn Christen oder Kirchen angegriffen werden, kommen die Täter nahezu immer ungeschoren davon. Christen können keine faire Behandlung und Gerechtigkeit von der Polizei, den Behörden oder den Gerichten erwarten. Die Medien stellen die Christen weiterhin als Überbleibsel der Kolonialzeit und ein Ärgernis für die Geister da.

Kirchliches Leben

Der Druck auf das kirchliche Leben ist extrem hoch. Alle Aktivitäten der Gemeinden werden streng überwacht. Die Regierung bedroht und schüchtert Gemeindeleiter ein, die sie der Missionierung verdächtigt. Sie duldet zwar eher die Ausübung von Religion in den Städten, reagiert aber harsch in den ländlichen Gebieten. So griffen lokale Behörden und die Polizei häufig an mehreren Orten in das Recht ein, Gottesdienst zu feiern, und sind wohl informiert darüber, welche Gruppen sich zum Lobpreis treffen. Sie stürmten Kirchen und konfiszierten Bibeln und andere christliche Literatur. Gläubigen wurde auch mit Gefängnisstrafen gedroht, sollten sie nicht ihren Glauben widerrufen. Die Kirchen der LEC versuchen immer wieder, die Aktivitäten der Hausgemeinden für die Behörden zu überwachen. Die Regierung wird auf jede Aussage reagieren, die sich gegen die kommunistische Ideologie richtet. Gemeinden müssen detaillierte Berichte übermitteln, damit sie Genehmigungen erhalten, sich zu treffen und Gottesdienst zu feiern. Dorfgemeinschaften hindern Gemeinden oft daran, Gottesdiensträume zu bauen und einzurichten. Hin und wieder setzen sie auch Gewalt ein, um die Errichtung einer Kirche zu verhindern. Unglaublich umfangreiche Verwaltungsvorgaben müssen erfüllt werden, bevor eine Kirche gebaut werden kann. Dies gilt besonders für die nördlichen Provinzen. In einigen ländlichen Gebieten ist sogar ein lokaler Offizier verpflichtet, an Gottesdiensten teilzunehmen, um die Christen zu überwachen. Alle christliche Literatur, die veröffentlicht (oder illegal importiert) wird, muss sowohl von der Regierung als auch der LEC genehmigt werden. Beamte, in Begleitung der Polizei, sind bekannt dafür, Bibeln und andere christliche Materialien von Hauskirchen zu beschlagnahmen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes für Nichtregierungsorganisationen im Jahr 2014 hat die Regierung angefangen, die gemeinnützigen Aktivitäten der christlichen Dienste im Land zu überwachen.

Auftreten von Gewalt

Es gab im Berichtszeitraum mehrere Fälle, in denen Christen aus ihren Dorfgemeinschaften verbannt wurden. Berichte, nach denen Kirchen der Hmong-Minderheit zerstört wurden, konnten nicht überprüft werden und wurden daher bei der Wertung nicht berücksichtigt. Ein Haus eines Christen wurde Ziel eines Brandanschlages im Januar 2017. Mindestens zwei laotische Christen wurden für mehrere Tage im März 2017 durch die Polizei in der Provinz Xaisomboun festgehalten. Außerdem gab es Berichte, dass mehrere christliche Hmong festgenommen und inhaftiert wurden.

7. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Laos verschwand aus dem internationalen Rampenlicht, als es Ende 2016 seinen Vorsitz in der Gemeinschaft der Südost-Asiatischen Nationen (ASEAN) beendete. Dies bedeutet nicht, dass die Herausforderungen, denen das Land gegenübersteht, in absehbarer Zeit kleiner werden. Die größte Herausforderung bleibt die Beziehung des Landes zu seinem gigantischen Nachbarn China.

Keine Initiativen werden geduldet, die nicht durch die kommunistischen Behörden kontrolliert werden können und das gilt auch weiterhin für die christliche Minderheit. Dies spiegelt die ungebrochene Macht der kommunistischen Unterdrückung wider, der Haupttriebkraft der Verfolgung in Laos. Die Behörden verfolgen weiterhin jeden vermuteten Widerspruch und Abweichungen (den christlichen Glauben miteingeschlossen). Auf der anderen Seite braucht Laos dringend Entwicklung und Wirtschaftswachstum. Daher dürfte sich das Land in absehbarer Zukunft einem Dilemma gegenübersehen: Investments aus dem Ausland erfordern wachsende Offenheit, sonst wird die Abhängigkeit von China noch weiter wachsen.

8. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Laos

  • Beten Sie um Weisheit für Christen, damit sie wissen, wie sie vor ihren buddhistischen Nachbarn und Familienmitgliedern Zeugnis ablegen können. Beten Sie, dass ihre Bemühungen gut aufgenommen werden.
  • Beten Sie, dass die Christen in Laos freien Zugang zu Bibeln erhalten und ihre Kirchen registrieren können. Beten Sie auch dafür, dass christliche Kinder in buddhistischen Schulen nicht diskriminiert werden und sie keine schlechten Noten wegen ihres Glaubens erhalten.
  • Laos ist eines der letzten fünf marxistisch-leninistischen Länder und lehnt daher strikt jeden Einfluss ab, der als fremd oder westlich wahrgenommen wird. Die kommunistische Partei übt massiven Druck auf die kleine christliche Minderheit aus. Bitte beten Sie um wachsende Offenheit für das Evangelium von Jesus Christus.

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