Länderprofil Mali

Mali

37
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Mali
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Republik
Platz Vorjahr
32
ISO
ML
Karte Mali
Karte Mali
Christen
0,41
Bevölkerung
18.69
Islamische Unterdrückung
Privatleben: 11.400
Familienleben: 9.600
Gesellschaftliches Leben: 11.200
Leben im Staat: 8.100
Kirchliches Leben: 9.200
Auftreten von Gewalt: 9.600
Länderprofil Mali

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

59 Punkte / Platz 37 (WVI 2017: 59 Punkte / Platz 32)

Vom wem Verfolgung ausgeht

Obwohl die Menschen in Mali traditionell einer eher gemäßigten Form des Islam folgen, hat in den letzten Jahren besonders im Norden des Landes eine Version des gewaltbereiten und intoleranten Islam an Einfluss zugenommen. Das hat zu einer intensiven Verfolgung von Christen geführt. Militante islamistische Gruppen hatten 2012 mit Unterstützung Al Kaida nahestehenden, ausländischen Dschihadisten weite Teile im Norden des Landes eingenommen. Obwohl diese Gruppen aus den meisten Gebieten wieder verdrängt wurden, ist ihr Einfluss noch immer zu spüren. Zum einen haben sie die Radikalisierung der dort lebenden muslimischen Bevölkerung vorangetrieben, zum anderen stellt ihr fortwährender Aufstand eine Bedrohung für die Christen im Land dar.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Als islamistische Gruppen 2012 weite Teile im Norden Malis unter ihre Kontrolle brachten, brannten sie Kirchen nieder und zwangen Christen zur Flucht. Die Auswirkungen ihrer Vertreibung sowie Verlust ihrer Häuser und Kirchen spüren die Christen noch heute. Obwohl einige von ihnen in den Norden zurückgekehrt sind und Gemeinden Polizeischutz erhalten, leben sie doch mit der ständigen Bedrohung von Angriffen durch Islamisten. Evangelistische Aktionen im Norden sind sehr riskant und können Attacken extremistischer Muslime auslösen. Christliche Missionare in Mali leben ebenfalls in ständiger Gefahr; einige von ihnen wurden bereits durch Dschihadisten entführt. Christen mit muslimischem Hintergrund drohen Gewalt (besonders im Norden) und Druck durch die Familie und Verwandte, sobald ihr Glaubenswechsel entdeckt wird.

Beispiele

  • Am 16. November 2016 haben mutmaßlich Islamisten den stellvertretenden Bürgermeister von Kerana erschossen. Moussa Issah Bary war einer der wenigen Christen aus der mehrheitlich muslimischen Volksgruppe der Fulani, die eine der größten muslimischen Volksgruppen in ganz Westafrika ist.
  • Die aus Kolumbien stammende Nonne Gloria Argoti wurde am 7. Februar 2017 in einem südlichen Landesteil entführt, der normalerweise als sicher gilt. Die Kidnapper gehören verschiedenen islamistischen Gruppen an: Ansar Dine, Macina Liberation Front, Al-Mourabitoun und Al-Kaida im Maghreb (AQIM).
  • Christen in Timbuktu, Kidal und Gao wurde es nicht gestattet, ihre vor einigen Jahren zerstörten Kirchen wiederaufzubauen.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 59 Punkten belegt Mali Platz 37 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2018. Im Vorjahr hatte Mali ebenfalls 59 Punkte. Die Punktzahl im Bereich „Auftreten von Gewalt“ hat sich gegenüber dem Vorjahr zwar mehr als verdoppelt, jedoch ist parallel die Punktzahl für den Druck auf Christen zurückgegangen. Dies hat u.a. mit einer verbesserten Analyse zu tun, die nicht länger die geographische Größe einer Region bei der Berechnung zugrunde legt, sondern die Bevölkerung der von Verfolgung betroffenen Region. Da im Norden eine geringere Bevölkerungsdichte herrscht, resultiert daraus eine etwas geringere Punktzahl hinsichtlich Druck auf Christen in den unterschiedlichen Lebensbereichen.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Mali galt lange Zeit als typisch westafrikanisches Land mit einem zumeist gemäßigten Islam und einem säkularen politischen System, das politisch-religiöse Parteien verbot, obwohl ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung aus Muslimen besteht. Die Gesellschaft Malis ließ den Christen immer Raum zur Entfaltung. Auch ausländische christliche Missionare konnten im Land arbeiten, obwohl der nördliche Teil des Landes schon immer problematisch für Christen war. Die Situation veränderte sich, als im April 2012 der unabhängige Staat Azawad im Norden Malis ausgerufen wurde. Die Islamisten, die größtenteils Wahhabiten sind, führten sehr bald im Norden das System eines islamischen Staates mit strengen Scharia-Gesetzen ein. Die meisten Christen flohen aus dem Gebiet, bevor es von den Islamisten eingenommen wurde. Während der Besetzung zerstörten diese Kirchen und andere christliche Gebäude. Die Kirche im Süden Malis wurde ebenfalls negativ durch die stärker werdende Präsenz verschiedener wahhabitischer Gruppierungen beeinflusst. Obwohl Rebellen und Regierung einen Friedensvertrag unterzeichnet haben und auch internationale Friedenstruppen vor Ort sind, wird die Tendenz zur islamistischen Radikalisierung in der malischen Bevölkerung anhalten, was den Druck auf die Christen erhöht, aber auch zu gewaltsamen Angriffen auf Kirchen und Christen führt.

3. Verfolger

Gewaltbereite islamistische Gruppierungen wie Al-Kaida im Maghreb (AQIM) sind am meisten für das Vorantreiben der Verfolgung von Christen verantwortlich. Sie sind überwiegend im Norden des Landes aktiv, führen aber auch im Süden Angriffe und Entführungen durch. Teile der Bevölkerung, die durch die intoleranten Lehren des Wahhabismus radikalisiert wurden, sind ebenso verantwortlich für Verfolgung von Christen, wobei sie besonders gegen Christen muslimischer Herkunft vorgehen. So ist insgesamt festzuhalten, dass islamistische Bewegungen und religiöse Lehrer die Verfolgung in Mali am meisten vorantreiben, und da die Rebellen im Norden mit diesen islamistischen Bewegungen verbunden sind, sind auch sie mitverantwortlich für Verfolgung.

4. Hintergrund

Mali ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt, obwohl es reiche Vorkommen an Gold und Mineralien aufweist. Diese werden allerdings von Unternehmen aus Südafrika und Europa abgebaut. Die wirtschaftliche Entwicklung ist auf Finanzhilfen aus dem Ausland angewiesen, beispielsweise von der Weltbank und weiteren internationalen Geldgebern; auch auf bilaterale Zahlungen durch die Europäische Union, einzelne europäische Länder und die USA. Außerdem ist Frankreich ein starker Wirtschaftspartner Malis und Länder wie beispielsweise China und Länder des Nahen Ostens treiben Handel, bzw. investieren in Mali.

Nach der Machtübernahme der Islamisten im Norden Malis Mitte 2012 intervenierte Frankreich Anfang 2013, um die Souveränität der Regierung in Mali wiederherzustellen. Die Situation der bürgerlichen Freiheiten und politischen Rechte ist allerdings weder im Norden noch im Süden des Landes wieder auf dem Stand wie vor 2012. Die Behörden Malis unterzeichneten am 18. Juni 2013 einen Vertrag mit den Tuareg-Rebellen, um die nördlich gelegene Stadt Kidal wieder der malischen Verwaltung und Armee zu unterstellen. Sie war bis dahin von Milizen der „Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad“ (MNLA) kontrolliert worden. Allerdings war dies kein umfassender Friedensvertrag, der zur Beendigung der Rebellion geführt hat. Seit Mai 2013 sind die Regionen im Norden wieder unter Kontrolle der Regierung, ausgenommen die Region im Nord-Osten um Kidal.

Der Konflikt zwischen der Regierung und den militanten Oppositionskräften ist nicht neu. Dabei stellt die MNLA seit jeher die größte Bedrohung für Malis Regierung dar. Sie repräsentiert die seit 2011 für die Unabhängigkeit kämpfenden Milizen der Tuareg, deren Kampf bereits 1916 begann. Seit damals gab es mindestens fünf Aufstände der Tuareg im Norden Malis, sowohl unter französischer Herrschaft, als auch nach der Unabhängigkeit Malis im Jahr 1960. Ziel der Rebellionen war immer ein von der Regierung in der Hauptstadt Bamako unabhängiger Staat namens „Azawad“.

Am 20. Juni 2015 haben die zur Azawad-Bewegung gehörenden Tuareg-Rebellen einem Friedensvertrag zugestimmt, nachdem die Regierung ihren Forderungen nach mehr politischer Mitbestimmung, Einrichtung regionaler Sicherheitsbehörden und verstärkten Investitionen in die Entwicklung der Region Gehör geschenkt hatte. Trotz des Friedensvertrags ist die Sicherheitslage in Mali nicht stabil und gewaltbereite islamistische Gruppierungen führen immer wieder Attacken durch. Im Juni 2017 griffen bewaffnete Männer beispielsweise in Bamako Mali einen von Ausländern frequentierten Erholungsort an und töteten zwei Menschen. Ein Al Kaida Ableger verübte im Januar 2017 ein Selbstmordattentat auf eine Soldatenunterkunft regierungsnaher Truppen im Norden Malis und tötete dabei etwa 50 Soldaten. Diese Vorfälle zeigen, wie bedenklich die Sicherheitslage im Land weiterhin ist. Die islamistischen Gruppierungen verfolgen nicht allein nur Christen und zeigen ihnen gegenüber Feindseligkeit, sondern gleiches gilt auch für Anhänger des Islam, die sich den extremistischen Positionen, wie ihn die Angreifer verbreiten, nicht anschließen wollen.

Außer Christen gehören auch Anhänger von Naturreligionen, sowie traditionelle Glaubensformen der Stammesvölker zu den religiösen Minderheiten. Obwohl solche Glaubensformen historisch betrachtet schon lange neben dem Islam existieren, werden deren Anhänger heute durch das Aufkommen von extremistischen und intoleranten Versionen des Islam insbesondere im Norden des Landes ebenfalls Ziel von gewaltsamen Übergriffen.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Sie gehören der römisch-katholischen und unterschiedlichen protestantischen Kirchen an. Knapp 5% der Bevölkerung Malis sind Christen und die wiederum sind mehrheitlich Mitglieder der traditionellen Kirchen. Christen in den südlichen Landesteilen erfreuen sich – verglichen mit dem Norden – einer relativen Glaubensfreiheit. Die Schwere und Intensität der Bedrohung durch Angriffe auf Christen ist im Norden wesentlich höher, doch auch im Süden sind Christen Angriffen und Entführungen ausgesetzt.

Christen muslimischer Herkunft

Unter den Bozo und Dogon in Zentralmali gibt es einige kleinere Gemeinschaften von Christen mit muslimischem Hintergrund, aber auch in anderen Regionen des Landes leben Christen muslimischer Herkunft. Zusätzlich zur Gefahr, die von islamistischen Gruppen ausgeht, werden Konvertiten zum Christentum durch ihre Familien, Verwandten und Nachbarn unter Druck gesetzt, ihrem (neuen) Glauben abzuschwören.

Christen aus protestantischen Freikirchen

In Mali gibt es eine kleine Anzahl von charismatischen und Pfingstgemeinden, die überwiegend im Süden des Landes zu finden sind. Sowohl aufgrund ihrer Art, Gottesdienst zu feiern, als auch wegen des deutlichen Engagements in Bezug auf Evangelisation ziehen diese christlichen Gemeinschaften sehr viel leichter den Zorn und die Feindschaft der Gesellschaft insgesamt auf sich.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 11.400
Familienleben: 9.600
Gesellschaftliches Leben: 11.200
Leben im Staat: 8.100
Kirchliches Leben: 9.200
Auftreten von Gewalt: 9.600

Grafik: Verfolgungsmuster Afghanistan

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Der Durchschnittswert für Druck auf Christen in Mali hat gegenüber dem Vorjahr von 11,0 auf 9,2 Punkte abgenommen. Dies hat u.a. mit einer verbesserten Analyse zu tun, die nicht länger die geografische Größe einer Region bei der Berechnung zugrunde legt, sondern die Bevölkerung der von Verfolgung betroffenen Region. Da im Norden eine geringere Bevölkerungsdichte herrscht, resultiert daraus eine etwas geringere Punktzahl hinsichtlich Druck auf Christen in den unterschiedlichen Lebensbereichen. Die Glaubensfreiheit, sowie das Maß an Sicherheit für Christen, hat sich jedoch nicht entscheidend verbessert.
  • Am stärksten zeigt sich der Druck im Bereich „Privatleben“, den Christen muslimischer Herkunft in den Teilen des Landes erfahren, wo der Einfluss von Lehrern eines extremistisch ausgerichteten Islam besonders stark ist.
  • Der Wert im Bereich „Auftreten von Gewalt“ hat sich von 4,3 Punkten des WVI 2017 auf den hohen Wert 9,6 für den WVI 2018 deutlich verschlechtert. Dies reflektiert die große Bedrohung, die gewaltbereite Gruppen für die Christen in Mali darstellen.

Privatleben

Besonders für Christen muslimischer Herkunft ist es selbst im privaten Bereich schwierig, ihren Glauben zu leben. Ihr Umfeld und die Lebensbedingungen sind so geprägt, dass ein Abweichen von islamischen Traditionen und auch privates Gebetsleben schnell entdeckt und dies Verfolgung nach sich ziehen würde.

Familienleben

Besonders im Norden des Landes ist es sehr wahrscheinlich, dass Angehörige der Großfamilie einen Konvertiten – d.h. einen Christen muslimischer Herkunft – unter Druck setzen werden, seinen Glauben wieder abzulegen. Grund hierfür ist die Befürchtung der Familie, dass die Hinwendung eines Familienmitglieds zum Christentum zur Ausgrenzung der gesamten Großfamilie aus der Gesellschaft führen könnte.

Gesellschaftliches Leben

Wegen des Einflusses islamistischer Gruppen nehmen vor allem im Norden des Landes Christen aus Sorge um ihre Sicherheit deutlich weniger am öffentlichen Leben teil als in der Vergangenheit. Obwohl die extremen islamistischen Gruppen zurückgedrängt wurden, gibt es sie doch noch und die Angst vor einem neuen Aufstand bleibt bestehen. Auch Muslime vor Ort sind oft nicht dafür, dass Christen zurückkehren, denn vielfach wurden deren Häuser und Grundstücke in ihrer Abwesenheit von der muslimischen Bevölkerung in Besitz genommen.

Leben im Staat

Der Druck in diesem Bereich lag im Berichtszeitraum unter dem des Vorjahres. Trotzdem fühlen sich Christen im Norden durch den anhaltenden Einfluss der islamistischen Gruppen bedroht und zeigen christliche Symbole aus Furcht nicht öffentlich.

Kirchliches Leben

Im Süden akzeptiert die Gesellschaft christliche Versammlungen, jedoch fühlen sich einige Christen durch den weiterbestehenden Einfluss islamistischer Bewegungen auch dort bedroht.

Auftreten von Gewalt

Das Ausmaß von Gewalt, besonders gegen Christen im Norden des Landes, ist hoch, was der Anstieg von 4,3 Punkte im WVI 2017 auf 9,6 im WVI 2018 zeigt. Im Norden ist es sowohl Regierung als auch Sicherheitskräften zur Friedenssicherung bislang nicht gelungen, Recht und Ordnung völlig wiederherzustellen und somit die Sicherheit und Freiheit für die Christen zu garantieren. Einige gewaltbereite Islamistengruppen operieren weiter im Norden und haben darüber hinaus auch Attacken in Regionen des Landes durchgeführt, die ansonsten als sicher galten.

Am 16. November haben vermutlich Islamisten den stellvertretenden Bürgermeister von Kerana erschossen. Moussa Issah Bary war Christ und damit einer der wenigen Christen vom Volksstamm der mehrheitlich muslimischen Fulani, die zu den größten muslimischen Volksgruppen im gesamten Westafrika gehören.

Die aus Kolumbien stammende Nonne Gloria Argoti wurde am 7. Februar 2017 in einem südlichen Landesteil entführt, der normalerweise als sicher gilt. Die Kidnapper gehören verschiedenen islamistischen Gruppen an: Ansar Dine, Macina Liberation Front, Al-Mourabitoun und Al-Kaida im Maghreb (AQIM).

Christen in Timbuktu, Kidal und Gao wurde es nicht gestattet, ihre vor einigen Jahren zerstörten Kirchen wiederaufzubauen.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Viele christliche Mädchen und Frauen wurden Opfer sexueller Gewalt, Zwangsheirat sowie Verheiratung von Minderjährigen. Der Zugang zu moderner Erziehung wird ihnen verwehrt. Dies gilt besonders für den Norden Malis. Obwohl die nationale Gesetzgebung Mädchen und Frauen schützt, sind sie durch traditionelle und kulturelle Praktiken und Normen besonders gefährdet, in Form von Verheiratung Minderjähriger, Zwangsverheiratung, Polygamie und Beschneidung der weiblichen Genitalien. Diese Praktiken wirken traumatisierend auch auf Christinnen, die so das Vertrauen in die Obrigkeit des Landes verlieren; zuweilen steht dadurch auch ihr Glaube in Gefahr.

Männer

Junge Männer werden Opfer von Entführungen, Zwangsbekehrung und Verpflichtung zum Dienst in Milizen im Norden des Landes. Dies hat eine zerstörerische Auswirkung auf ihre Familien und christlichen Freunde, auf die solche Praktiken traumatisierend wirken.

8. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Mali hat hauptsächlich mit dem wachsenden Einfluss eines militanten Islam und des Wahhabismus zu kämpfen. Es wird lange dauern, bis sich christliche Gemeinschaften im Norden des Landes wieder etablieren können. Ungeachtet des 2015 unterzeichneten Friedensabkommens sind extremistische Islamisten nach wie vor im Land aktiv und werden auch künftig eine Bedrohung darstellen. Der Friedensvertrag ist sehr zerbrechlich und die Regierung und die Friedenstruppen der UN sind noch immer nicht in der Lage, die Autorität der Regierung in einigen Teilen des Landes wiederaufzurichten. Die Wiederherstellung von Recht und Ordnung und der Autorität der Regierung im Norden des Landes sind Voraussetzung für die Verbesserung der Situation der Christen in der Region.

Die Situation in Mali darf nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil eines Anwachsens des gewaltbereiten Islam und Wahhabismus in der gesamten Region. Deshalb ist die weitere Entwicklung der politischen und Sicherheitssituation in der gesamten Region entscheidend für die Zukunft Malis. Selbst wenn es der Regierung von Mali gelingen sollte, die bewaffneten Gruppierungen wie AQIM und andere zu zerschlagen, so bleibt doch die Radikalisierung der Jugend und großer Anteile der Bevölkerung insgesamt ein schwer zu bewältigendes Problem. Dies wird für die Christen auf Jahre hinaus ein feindseliges Umfeld schaffen.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Mali

  • Die Islamische Unterdrückung ist hauptverantwortlich für die Verfolgung in Mali. Die Gewalt hat deutlich zugenommen, auch in Form gewaltsamer Angriffe. Bitte beten Sie für Frieden im Land.
  • Beten Sie bitte für die Christen, die von den Islamisten aus dem Norden des Landes vertrieben wurden, dass diese Härte und Bedrängnis sie nicht davon abhält, ihren Nachbarn die Liebe Gottes zu bringen.
  • Beten Sie für Christen muslimischer Herkunft, die es besonders schwer haben, ihren Glauben zu leben, da sie Feindseligkeiten durch ihre Familie und gesellschaftliche Umgebung erfahren.

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