Marokko

Weltverfolgungsindex
2018
ISO
MA

Land unter Beobachtung

Marokko

 

Marokko

 

Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Christen erleiden Verfolgung vom Staat und von der Gesellschaft, obwohl das überwiegend von Muslimen bevölkerte Marokko ein relativ tolerantes Land ist (in welchem die Intensität und Häufigkeit der Verfolgung im Vergleich zu vielen anderen Ländern in der Region geringer ist). Ein wiederkehrendes Problem für Christen, die offen über ihren Glauben reden, hat mit Artikel 220 des Strafgesetzbuches zu tun, in dem unter Strafe gestellt wird, den Glauben eines Muslims zu erschüttern. Somit riskieren Christen, die über ihren Glauben reden, strafrechtliche Verfolgung und Arrest. Positiv zu bewerten ist jedoch die Tatsache, dass im Berichtszeitraum des WVI 2018 das Höchste Religions-Komitee Marokkos eine wichtige Entscheidung getroffen hat: Der Glaubensabfall soll nicht länger mit dem Tod bestraft werden.

 

Verfolger

Vor allem islamische Religionsführer und islamistische Politiker sind für die Verfolgung verantwortlich. Es gibt auch Einschränkungen, die der Staat und extremistische Muslime für das ganze Volk eingeführt haben, welche auch die Christen unter Druck setzen. In ländlichen Gegenden kommt der Druck von der Großfamilie und dem gesamten Lebensumfeld, der besonders für Christen muslimischer Herkunft erheblich sein kann.

 

Betroffene Kategorien von Christen

  • Von Verfolgung sind besonders Christen muslimischer Herkunft betroffen, doch die Einschränkungen gelten auch für die kleinen traditionellen katholischen Gemeinden und Gemeinden von ausländischen Arbeitern. Viele Marokkaner, die sich zu Jesus Christus bekehrt haben, leben in Stadtgebieten, wo sie mehr Freiheiten genießen als Christen, die auf dem Land leben. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2018 gab es wenige Vorfälle, bei denen Christen ihre Häuser verlassen mussten, um sich zu verstecken oder das Land zu verlassen. Analysten haben festgestellt, dass zwar nur das Missionieren gesetzlich verboten ist, doch Christen muslimischer Herkunft auch auf andere Weise bestraft werden können, z.B. durch den Verlust des Erbrechts oder des Sorgerechts für die Kinder.
  • Fürsprecher, die sich für die Rechte von Christen einsetzen, sind Ziel gewaltsamer Übergriffe durch islamistische Extremisten geworden. Am 4. November 2016 überlebte Mohammed Saeed Zao, ein bekannter Aktivist für die Rechte von Christen, einen Messerangriff in Casablanca. Obwohl der Vorfall der Polizei gemeldet wurde, wollte diese sich nicht damit befassen. Sie nannte ihn einen Unruhestifter.

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.