Länderprofil Mauretanien

Mauretanien

47
Weltverfolgungsindex
2018
Mauretanien
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Präsidialrepublik
Platz Vorjahr
47
ISO
MR
Karte Mauretanien
Karte Mauretanien
Christen
0,01
Bevölkerung
4.27
Islamische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Diktatorische paranoia
Privatleben: 11.500
Familienleben: 11.300
Gesellschaftliches Leben: 11.100
Leben im Staat: 12.200
Kirchliches Leben: 11.000
Auftreten von Gewalt: 0.000
Länderprofil Mauretanien

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

57 Punkte / Platz 47 (WVI 2017: 55 Punkte / Rang 47)

Von wem Verfolgung ausgeht

Mauretaniens offizielle Bezeichnung lautet „Islamische Republik Mauretanien“ und die autokratische Regierung versucht häufig, an Legitimität zu gewinnen, indem sie sich als Beschützer des Islam darstellt. Familiärer und sozialer Druck ist besonders für Christen muslimischer Herkunft stark spürbar. Der Einfluss des extremistischen Islam wächst, was auch Handlungen der Regierung einschließt, die versucht, Scharia-Gesetze einzuführen. So kann der Staat zu den Verfolgern von Christen gezählt werden. Extremistische islamische Prediger tragen zur Radikalisierung der Gesellschaft bei und schüren Feindseligkeiten gegenüber Nichtmuslimen. Militante Islamisten sind ebenfalls im Land aktiv. Das „Kastensystem“, das bestimmte Gruppen bevorzugt und die Versklavung der stärker dunkelhäutigen Mauretanier rechtfertigt, beruft sich ebenfalls auf den Islam. Diejenigen, die mehr Privilegien haben, gehen aktiv gegen jede Weltsicht vor, die den Status Quo verändern könnte, einschließlich den christlichen Glauben.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Einheimische Christen mit muslimischem Hintergrund – insbesondere außerhalb der Hauptstadt – sind den stärksten Formen der Verfolgung ausgesetzt. Zusätzlich zu Druck, Ausgrenzung und dem Risiko der Gewalt, die ihnen vonseiten ihrer Familien und ihrem Umfeld drohen, wenn ihr christlicher Glaube entdeckt wird, können sie auch der Apostasie (Abfall vom Islam) angeklagt werden, auf die in Mauretanien die Todesstrafe steht. Jedes Anzeichen ihres Glaubens kann für nicht-mauretanische Christen (beispielsweise Migranten aus Ländern südlich der Sahara oder Entwicklungshelfer) bedeuten, auf Grundlage von Gesetzen, die die Evangelisation unter Muslimen verbieten, angeklagt zu werden. Zusätzlich zu den Gefahren durch die Behörden sind Christen in Mauretanien auch der Gefahr von Gewalt durch militante Gruppierungen wie Al Kaida im Maghreb ausgesetzt. Sich zum Gottesdienst zu versammeln, ist aufgrund dieses Umfelds besonders schwierig. Vor allem Christen muslimischer Herkunft können sich nicht offen treffen und gemeinsam Gottesdienst feiern.

Beispiele

  • Taufen können nur im Geheimen durchgeführt werden und Christen muslimischer Herkunft wollen sich häufig nicht taufen lassen, weil sie befürchten, entdeckt und der Apostasie beschuldigt zu werden.
  • Die Katholische Kirche darf die Innenräume ihrer Kirchen renovieren; die Renovation des Außenbereichs und die Errichtung von Kirchengebäuden anderer Denominationen ist jedoch verboten.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mauretanien ist im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2017 um zwei Punkte von 55 Punkten auf 57 Punkte gestiegen. Der Anstieg ist auf eine Zunahme des Drucks auf Christen in allen untersuchten Lebensbereichen zurückzuführen. Der Wert für das Auftreten von Gewalt hingegen ist auf 0 gesunken (wobei er schon im vergangenen Berichtszeitraum sehr gering war). Dies kann jedoch auch an daran liegen, dass kaum Berichte über gewalttätige Vorfälle das Land verlassen.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Dies ist die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Mauretanien. Das Land ist eine selbsternannte Islamische Republik und Islamismus ist die dominante politische Ideologie in Mauretanien. Nichtmuslime erleben Einschüchterungen und Verfolgung vonseiten islamischer Gruppen. Eine große Anzahl von Mauretaniern hat sich militanten islamischen Gruppen in Nordafrika sowie in Syrien und im Irak angeschlossen. Während die Regierung einerseits versucht, den militanten Islamismus zu bekämpfen, finanziert sie andererseits fundamentalistische Bewegungen wie den Wahhabismus und die Muslimbrüder.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Spannungen aufgrund von Stammes- sowie ethnischer Zugehörigkeit sind in diesem sehr konservativen und traditionellen Land, in dem die Urbanisierung erst kürzlich eingesetzt hat, stark verwoben. Wird ein Muslim Christ, so muss sich diese Person nicht nur um Druck vonseiten der Familie und Regierung sorgen, sondern auch die Stammes- oder Volksgruppe kann wegen der empfundenen Schande der Konversion zu weitergehender Verfolgung beitragen. Außerdem trägt das Problem der Sklaverei, das eng mit der ethnischen Zugehörigkeit verbunden ist, zu stärkerer Verfolgung bei, da die Befürworter diese Praxis als vom Islam anerkannt rechtfertigen. Kampagnen gegen die Sklaverei lösen feindliche Reaktionen von Islamisten im Land aus.

Diktatorische Paranoia

Die derzeitige Regierung ist fest entschlossen, sich an der Macht zu halten und versucht, ihre Legitimität unter islamischen Gruppen zu stärken, indem sie Christen verfolgt.

3. Verfolger

In Mauretanien spielen verschiedene Verfolger eine Rolle. Der Staat und Regierungsbeamte gehören zu den wichtigsten Verfolgern, da die Regierung den Islam als Staatsideologie annimmt. Zusätzlich zum Staat bestärken extremistische Imame und islamische Lehrer Vorurteile und Hass gegenüber Christen. Gewöhnliche Bürger, die von den Lehren solcher Imame beeinflusst werden, können ebenfalls als Verfolger genannt werden. Im Kontext der Sklaverei und dem vorherrschenden „Kastensystem“ Mauretaniens wird die aktuelle Situation durch Religion verstärkt und mit ihr vermischt. Die Ansichten extremistischer Imame werden auch von Stammesführern unterstützt. Daher treten auch konservative Stammesführer, die eine ethnische Hierarchie und soziale Ordnung aufrechterhalten wollen, als Verfolger auf.

4. Hintergrund

Mauretanien befindet sich seit mehr als 30 Jahren unter Militärherrschaft, die nur 2007 von einer kurzen Periode der Demokratie unterbrochen wurde. Versprechen, die Demokratie wiedereinzuführen, führten nur zu manipulierten Wahlen. Die politische Lage des Landes ist von einer Reihe von Staatsstreichen geprägt und die dominante politische Institution ist das Militär. Formell ist das Land zwar eine Mehrparteiendemokratie, jedoch wird das Parlament ausnahmslos von der Regierungspartei dominiert. Verschiedene islamistische Gruppierungen sind in der politischen Szene des Landes aktiv und der Islamismus ist die dominante politische Ideologie. Die ethnische Zugehörigkeit spielt eine große Rolle in der Politik Mauretaniens, da die ethnische Gruppe der Schwarzafrikaner im Süden des Landes eine starke Marginalisierung vonseiten ethnischer Gruppen arabischer Berber aus dem Norden erfahren.

Mauretanien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ein Drittel aller Kinder sind unterernährt, und selbst wenn genügend Nahrungsmittel verfügbar sind, können sie sich weite Bevölkerungsteile nicht leisten. Nur vier Prozent des Landes sind bebaubar, weshalb die landeseigene Ernährungssicherheit sehr schwach ist. Während die Regierung aufgrund der durch die Weltbank empfohlenen wirtschaftlichen Liberalisierungsmaßnahmen ein gewisses Wirtschaftswachstum erzielt hat, hat dies zu keiner Verbesserung der Lebensbedingungen der Gesamtbevölkerung geführt. In dem weiten und trockenen Land, das zum Großteil von Nomadenvölkern bewohnt wird, ist es dem Staat nicht gelungen, eine flächendeckende Präsenz vor Ort aufzubauen, und informelle Institutionen wie Familie und Stamm oder persönliche Kontakte haben oft größeren Einfluss als der Staat. Ein Beleg für diese Situation ist das Fortbestehen der Sklaverei trotz der Versuche der Regierung, diese Praxis abzuschaffen.

Al Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) bereitet der mauretanischen Regierung seit 2005 Probleme, doch die Armee verzeichnete einige Erfolge in ihrem Kampf gegen die Gruppierung. Es besteht allerdings eine ernsthafte Gefahr, dass Mauretanien sich in Richtung Extremismus entwickelt, da die Sympathie für den extremistischen Islam wächst. Mehrere islamistische Gruppierungen versuchen, sich den Unmut der Bevölkerung über die Korruption in der politischen Elite und über die Regierung, die jegliche Demokratiebestrebungen aufgegeben hat, zunutze zu machen. Obwohl der Arabische Frühling auf Mauretanien nicht denselben Einfluss hatte wie auf andere Länder der Region, gab es 2016 bisher nie da gewesene Proteste der Islamistischen Partei mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen der mauretanischen und der französischen Armee im Kampf gegen AQIM zu beenden. Zu der bereits seit Jahren instabilen politischen Lage und den schweren Spannungen kamen noch Proteste aufgrund sozioökonomischer Probleme, wie der extrem hohen Lebenshaltungskosten und der Diskriminierung von ethnischen afrikanischen Minderheiten, hinzu.

Neben der christlichen Minderheit gibt es auch eine kleine, aber wachsende schiitische Minderheit in Mauretanien. Die Regierung unterhält gute Beziehungen mit dem Iran und attackiert diese Gemeinschaft nicht, sunnitische religiöse Leiter denunzieren die Minderheit jedoch und verlangen einschränkende Maßnahmen gegen die schiitischen Muslime.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Gemeinschaften ausländischer Christen und Arbeitsmigranten

Römisch-katholische Christen aus den Ländern südlich der Sahara sind die größte Gruppe dieser Kategorie, gefolgt von protestantischen und evangelikalen Christen, die ebenfalls aus Ländern südlich von Mauretanien stammen. Es gibt außerdem eine kleine Anzahl von Christen aus westlichen Ländern in Mauretanien, die allerdings nur einen sehr kleinen Prozentsatz der Christen im Land ausmacht. Schwarzafrikanische christliche Migranten befinden sich in einer prekären Lebenssituation, da sie sowohl den gängigen ethnisch begründeten Vorurteilen als auch Verfolgung durch den wachsenden Islamismus ausgesetzt sind.

Christen muslimischer Herkunft

Christen mit muslimischem Hintergrund sind am stärksten der Verfolgung ausgesetzt und erfahren enormen Druck von engen Familienangehörigen und ihrer Großfamilie. In der nomadischen Gesellschaft des Landes, in der das Überleben des Einzelnen von der Großfamilie abhängt und auf gegenseitiger Abhängigkeit in der Gemeinschaft beruht, ist es für Christen muslimischer Herkunft eine große Herausforderung, ihren christlichen Glauben zu verheimlichen. Hass und falsche Vorurteile, die von islamischen Gruppen propagiert werden, betreffen die meisten christlichen Konvertiten, die nicht nur ihren Gesellschaftsstatus, sondern auch ihre Staatsbürgerschaft verlieren würden, sollte ihr Glaubenswechsel öffentlich bekannt werden.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 11.500
Familienleben: 11.300
Gesellschaftliches Leben: 11.100
Leben im Staat: 12.200
Kirchliches Leben: 11.000
Auftreten von Gewalt: 0.000

Grafik: Verfolgungsmuster Mauretanien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Der Druck auf Christen ist in allen Lebensbereichen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der durchschnittliche Druck ist von 10,8 Punkten auf 11,4 Punkte angestiegen.
  • Am stärksten ist der Druck im Lebensbereich „Leben im Staat“. Der mauretanische Staat ist offiziell eine Islamische Republik und nicht besonders gewillt, die Anwesenheit von Christen anzuerkennen, erst recht nicht von Christen muslimischer Herkunft. Das autokratische Wesen des Regimes und der schlechte Schutz der Menschenrechte im Land verstärken die Feindseligkeit gegenüber Christen.
  • Der Wert für Gewalt ist von 0,6 Punkten auf 0 Punkte gesunken. Das Fehlen von Berichten über gewalttätige Vorfälle könnte an der Schwierigkeit liegen, Informationen von Christen mit muslimischem Hintergrund zu erhalten, die häufig isoliert sind und durch ihre Familien und ihr Umfeld leiden könnten, wenn ihr Glaube entdeckt wird.

Privatleben

Es gibt eine relative Freiheit für nicht-mauretanische Christen, die einen christlichen Hintergrund haben, ihren Glauben im privaten Rahmen zu leben. Einheimische Christen muslimischer Herkunft stehen jedoch in der Gefahr, hohen Druck und Verfolgung zu erfahren, sollte ihr Glaubenswechsel durch Handlungen, die sie im Privaten ausüben und mit ihrem Glauben zu tun haben, entdeckt werden. Der Besitz christlicher Materialien und überhaupt jeglicher Ausdruck ihres christlichen Glaubens könnten feindliche Reaktionen von Familienmitgliedern und der Gemeinschaft hervorrufen. Dies gilt vor allem für christliche Konvertiten, die außerhalb der Hauptstadt leben. Die Abkehr vom Islam ist gesetzlich verboten und Sichtweisen, die als islamkritisch wahrgenommen werden, können laut Gesetz die Todesstrafe nach sich ziehen. Während das entsprechende Gesetz bisher eher symbolischer Natur war, stellt es dennoch eine reale Gefahr für christliche Konvertiten muslimischer Herkunft dar.

Familienleben

Es ist schwierig für christliche Eltern, ihre Kinder ihrem Glauben gemäß zu erziehen. Dies gilt sowohl für mauretanische Christen muslimischer Herkunft als auch für ausländische Christen, vor allem jene aus Ländern südlich der Sahara. Kinder christlicher Eltern müssen am islamischen Unterricht teilnehmen und sind häufig Diskriminierung und Schikanen seitens ihrer Mitschüler ausgesetzt. Solche Schikanen sind häufig auch rassistisch oder ethnisch begründet. Für Christen muslimischer Herkunft ist es häufig sehr schwierig, wichtige Momente ihres Lebens entsprechend ihres christlichen Glaubens zu feiern. Stattdessen werden sie gezwungen, an islamischen Ritualen teilzunehmen. In diesem Bereich haben ausländische Christen mehr Freiheit, da sie Hochzeiten, Taufen und Begräbnisse gemäß christlicher Traditionen feiern können.

Gesellschaftliches Leben

Christen muslimischer Herkunft sind häufig von dem Nutzen des dörflichen Zusammenlebens ausgeschlossen. Die gegenseitige Unterstützung durch die Gemeinschaft ist eine wichtige Überlebensgrundlage, vor allem in den ländlichen Gebieten Mauretaniens. Christen muslimischer Herkunft wird manchmal die Zusammenarbeit und Hilfe von der Gemeinschaft verweigert und der Zugang zu Gemeinschaftsressourcen und Foren verwehrt. Diese Situation wird noch verschärft, wenn ethnisch begründete oder rassistische Vorurteile hinzukommen, welche tief in der Gesellschaft des Landes verankert sind. Hier sind Kinder von Arbeitsmigranten am stärksten betroffen, denn ihnen wird die Zulassung zu manchen Schulen verwehrt. Außerdem führt die Tatsache, dass die meisten Schulen stark islamisch ausgerichtet sind, dazu, dass Kinder von Christen muslimischer Herkunft durchweg benachteiligt werden, wenn sie ihren Glauben einmal bekannt gemacht haben. Sowohl christliche Konvertiten als auch ausländische Christen werden auf dem Arbeitsmarkt und am Arbeitsplatz diskriminiert. Diese Verfolgung wird durch „Ethnisch begründete Anfeindungen“ und Vorurteile noch verstärkt.

Leben im Staat

Obwohl Mauretanien Vertragspartei der wichtigsten internationalen Menschenrechtsverträge ist, in denen auch das Recht auf Religionsfreiheit verankert ist, steht laut Strafrecht des Landes auf „Apostasie“ (Abfall vom Islam) die Todesstrafe. Christen muslimischer Herkunft, die es wagen, ihren Glaubenswechsel öffentlich zu machen, werden vom Staat nicht anerkannt und kaum toleriert. Jeder, der für die Regierung arbeitet, muss sich zum Islam bekennen und an staatlichen religiösen Feiern teilnehmen. Christliche Einwanderer erfahren oft offene Diskriminierung. In jüngster Zeit gab es eine umfangreiche Kampagne gegen Immigration. Aber die rassistischen und fremdenfeindlichen Angriffe richten sich häufig auch generell gegen Christen. Die Gesamtsituation des Landes zwingt Christen muslimischer Herkunft dazu, ihren Glauben geheim zu halten. Es ist praktisch unmöglich für Christen, als solche sichtbar am nationalen Leben teilzunehmen.

Kirchliches Leben

Christen muslimischer Herkunft treffen sich aus Angst vor Überwachung im Geheimen. Ausländische Christen dürfen sich offiziell nur an bestimmten öffentlichen Anbetungsstätten versammeln, halten allerdings auch regelmäßige Treffen in Häusern ab, die in der Regel nicht gestört werden, solange Musik und Predigt nicht zu laut sind. Aufgrund des kolonialen Erbes Mauretaniens hat nur die römisch-katholische Kirche einen legalen Status. Allen anderen Kirchen wird die Legalität verweigert; in der Diözese Nouakchott erlaubt die katholische Pfarrei evangelikalen Gemeinden allerdings, Räume ihres Hauptgebäudes mit zu nutzen. Es ist generell bekannt, dass keine christlichen Veranstaltungen außerhalb der sehr beengten kirchlichen Räume stattfinden dürfen. Mit der Ausnahme von ein paar wenigen Festlichkeiten, wie des Gottesdienstes am Ostermorgen außerhalb der Stadt, gibt es keine bekannte Präsenz der Kirche außerhalb ihrer Gebäude. Somit ist die Kirche in Mauretanien gezwungen, unsichtbar zu bleiben und im Untergrund zu arbeiten.

Auftreten von Gewalt

Auch wenn vermutet wird, dass Christen muslimischer Herkunft in Mauretanien unter gewalttätiger Verfolgung durch Mitglieder ihrer (Groß-)Familie, Nachbarn und der Gesellschaft im Allgemeinen leiden, ist es sehr schwer, bestätigte Berichte von solchen Vorfällen zu erhalten. Im aktuellen Berichtszeitraum gab es keinen bestätigten Fall von gegen Christen gerichteter Gewalt.

7. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Das Fehlen starker Institutionen und einer demokratischen Kultur, in der die Bürgerrechte respektiert werden, bedeutet für Christen eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung ihrer Lage. „Islamische Unterdrückung“ wird wahrscheinlich weiterhin eine starke Triebkraft der Verfolgung in Mauretanien bleiben. Die Turbulenzen und die politische Instabilität, die die vergangene und gegenwärtige Lage des Landes auszeichnen, sind kein gutes Zeichen für die Zukunft. Außerdem könnte die Situation des Landes noch durch Armut, ethnisch begründete Anfeindungen und zunehmende Spaltung über das Problem der Sklaverei verschlimmert werden. Auch die Instabilität in der Region und Nachbarländern wie Mali, wo militante islamische Gruppen wie AQIM die Lage destabilisieren, führt zu weiterer Besorgnis, was die Zukunft der Christen in Mauretanien betrifft.

8. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Mauretanien

  • Bitte beten Sie für die Christen Mauretaniens, die nicht lesen können, viele von ihnen Frauen. Daher ist ihr Zugang zur Bibel erschwert und es bedarf neuer Ansätze, ihnen das Wort Gottes zu bringen.
  • Beten Sie für neue geschäftliche Unternehmungen, die nicht nur darauf abzielen, den Christen finanziell zu helfen, sondern sie auch im Glauben weiterzubringen und sie in ihrer Arbeit im Glauben wachsen zu lassen.
  • Bitte beten Sie weiterhin für die Versöhnung zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen in einem tief gespaltenen Land in einer sehr angespannten Zeit. Beten Sie für Veränderung in den ungerechten Strukturen und der Haltung eines Stammes oder einer Gruppierung gegen die andere. Bitte beten Sie für die Vergebungsbereitschaft, die nötig ist, um mit der schwierigen Vergangenheit des Landes umzugehen.

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