Länderprofil Oman

Oman

46
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge OIman
Hauptreligion
Islam
Staatsform
Sultanat
Platz Vorjahr
49
ISO
OM
Karte Oman
Karte Oman
Christen
0,20
Bevölkerung
4.74
Islamische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Diktatorische paranoia
Privatleben: 12.100
Familienleben: 12.200
Gesellschaftliches Leben: 9.900
Leben im Staat: 9.400
Kirchliches Leben: 12.600
Auftreten von Gewalt: 1.100
Länderprofil Oman

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

57 Punkte / Platz 46 (WVI 2017: 53 Punkte / Platz 49)

Von wem Verfolgung ausgeht

Wie in anderen Golfstaaten bestimmt der Islam die Gesellschaft des Oman, die Politik und das Rechtssystem, das auf der Scharia basiert. Dennoch ist es durch die Vorherrschaft der Ibaditen, einer islamischen Strömung, die nur von eine Mehrheit im Oman praktiziert wird, ein Land, in dem Christen und sogar Christen muslimischer Herkunft keine gewalttätigen Konsequenzen erleiden müssen. Der Ibadismus wird als „moderater Konservatismus“ beschrieben, mit Lehren, die Strenge mit Toleranz kombinieren. Laut Experten sind die Angehörigen der Ibaditen im Vergleich zu sunnitischen oder schiitischen Muslimen nicht gewalttätig. Sie glauben nicht an Gewalt, selbst gegen Personen, die den Islam verlassen oder keine Muslime sind.

Dennoch ist die omanische Gesellschaft konservativ und Stammesbeziehungen sind wichtig. Der Stamm und die Religion sind eng miteinander verbunden; den Islam zu verlassen wird daher als Verrat sowohl des Stammes als auch der Familie gesehen. Beide Gruppen üben Druck auf Konvertiten aus, die Christen geworden sind, zum Islam zurückzukehren.

Die omanische Regierung fördert im Gegensatz zu benachbarten Ländern aktiv die religiöse Toleranz. Dennoch ändert dies nicht die Tatsache, dass das staatliche Recht auf der Scharia, dem islamischen Recht, basiert und die Religionsfreiheit nur so weit erlaubt ist, wie diese nicht etablierte Bräuche, Vorschriften und die öffentliche Moral verletzt. Darüber hinaus überwacht die nichtdemokratische Regierung ihre Bevölkerung, besonders die Minderheiten, streng.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Ausländische christliche Gemeinschaften werden im Oman toleriert, aber alle religiösen Organisationen müssen bei den Behörden angemeldet werden. Ihre Einrichtungen sind eingeschränkt, damit Einheimische nicht verärgert werden. Christliche Treffen werden überwacht, um jede politische Botschaft aufzunehmen und festzuhalten, ob Einheimische teilnehmen. Des weiteren ist es schwierig, neue Kirchen zu registrieren und zu bauen.

Christen muslimischer Herkunft werden von Familie und Gesellschaft unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen. Sie können von Zuhause verbannt werden, ihren Job verlieren und müssen Vorkehrungen treffen, um Diskriminierung und Schikane vorzubeugen. Sie kämpfen auch mit einer rechtlichen Benachteiligung; so ist zum Beispiel im Familienrecht festgeschrieben, dass ein „konvertierter Ehemann sein Sorgerecht bei einer Scheidung verliert“.

Obwohl der „Islamische Staat“ (IS) in letzter Zeit große Verluste erlitten hat, beeinflusst sein extremistisches Gedankengut noch immer die omanische Gesellschaft. Unbestätigte Berichte deuten an, dass Netzwerke des IS im Land auftauchen, was besonders für die christliche Gemeinschaft sehr beunruhigend ist.

Beispiele

  • Öffentlich zu evangelisieren ist verboten; es kann nur im Privaten erfolgen. Laut Berichten wurden einige Christen muslimischer Herkunft und ausländische Christen, die in der Missionierung involviert waren, zu Befragungen vorgeladen.
  • Die Regierung bezahlt die Gehälter einiger sunnitischer Imame, aber nicht die schiitischer Geistlicher oder religiöser Leiter anderer Religionen.
  • Nichtmuslimische Gruppen müssen sich bei der Regierung registrieren, welche dann die Vermietung von Gebäuden an diese Gruppen genehmigt und überwacht.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Die Punktzahl des Oman stieg von einem Wertung von 53 Punkten im Weltverfolgungsindex 2017 auf 57 Punkte im Weltverfolgungsindex 2018 an. Mehr Berichte über Gewalt im aktuellen Berichtszeitraum führten zum Teil zu diesem Anstieg um vier Punkte. Zudem wurde die Betrachtung der Situation der Christen muslimischer Herkunft verfeinert. Dies führte für den Oman zu einem Anstieg der Gesamtpunktzahl.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Die Omanis haben ihre eigene islamische Glaubensrichtung: den ibadischen Islam. Er unterscheidet sich vom sunnitischen und schiitischen Islam und ist dafür bekannt, es zu bevorzugen, Konflikte durch den Dialog anstatt einen offenen Konflikt zu lösen. Dennoch bedeutet Omani zu sein, Muslim zu sein, oder wie es ein Feldforscher von Open Doors sagt: „Es bedeutet, dass sie nicht auf Gewalt zurückgreifen, aber der Widerstand ist deutlich spürbar und er beeinflusst, wie Christen ihren Alltag gestalten können.“

Islamische Unterdrückung

Der Islam ist die Staatsreligion und die Rechtsprechung basiert überwiegend auf dem islamischen Recht. Der Lehrplan aller staatlichen Schulen beinhaltet den islamischen Religionsunterricht. Der Abfall vom Islam ist kein kriminelles Vergehen, wird vom Rechtssystem aber auch nicht berücksichtigt, da es alle Bürger als Muslime einstuft. Wer von der omanischen beziehungsweise islamischen Ordnung abweicht, begibt sich selbst in Opposition zur Regierung und der Bevölkerung, was viele aus Angst vermeiden wollen. Christen muslimischer Herkunft stehen Problemen mit dem Familienrecht gegenüber, welches Vätern verbietet, das Sorgerecht für Kinder zu behalten, wenn sie den Islam verlassen. Die Gesellschaft meidet diejenigen, die den Islam verlassen, auch wenn nicht zur Gewalt ermutigt wird.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Stammeswerte, in denen die Familienehre eine große Rolle spielt, sind mit islamischen Werten vermischt. Omani zu sein, bedeutet Muslim zu sein. Es gibt nicht das eine ohne das andere. Man ist stolz, Omani zu sein, und oft ist die Feier der Tradition wichtiger als die Bedeutung hinter der Tradition selbst. Mit der Tradition zu brechen oder die Gründe der Tradition zu hinterfragen, ist für die Bevölkerung undenkbar.

Diktatorische Paranoia

Der Oman wurde bisher von einer Dynastie regiert, die den Willen der Bevölkerung nicht respektiert. Es gibt Unzufriedenheit unter den Omanis, die ihre Regierung generell als autoritär ansehen, auch wenn sie zustimmen, dass kürzlich erfolgte wirtschaftliche Reformen vorteilhaft waren. In ihrem Bericht von 2017 stuft die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation „Freedom House“ das Land als „nicht frei“ ein. Der Bericht sagt: „Das Regime beschränkt nahezu alle politischen und bürgerlichen Rechte und reagiert besonders harsch auf Kritik und Widerspruch.“ Auch die Medien kämpfen mit Schikanen und Einschüchterungen.

3. Verfolger

Islamische Unterdrückung

Einheimische omanische Christen wurden von Regierungsbeamten verhört, die ihnen befahlen, Treffen einzustellen. Ihnen wurde zudem gedroht, dass sie ihre Jobs und Häuser verlieren würden. Viele haben Verfolgung durch ihre Familien erlebt. Ausländische Christen wurden verhört und angewiesen, ihren Glauben nicht zu teilen, oder sie würden riskieren, ihre Visa zu verlieren. So ergänzen Regierung und Gesellschaft einander. Die Regierung beschränkt den christlichen Glauben von oben, entsprechend den Wünschen der Bürger nach einem islamischen Land. Auf der anderen Seite zwingt die Gesellschaft sowohl die einheimischen als auch die ausländischen Christen dazu, den islamischen Regeln zu entsprechen, sodass vonseiten der Regierung keine gewalttätigen Aktionen gegen Christen notwendig sind und sie somit ein freundliches Gesicht vor der Welt, besonders dem Westen, wahren kann.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Für Omanis ist Omani zu sein die Nationalität, ihre wahre Identität ist aber ihre Stammeszugehörigkeit. In der kommunalen Gesellschaft bringt ein Wechsel zum christlichen Glauben große Schande auf den ganzen Stamm. Die Stammesführer und die Familie tragen dann die Last, die Ehre des Stammes wiederherzustellen. Dies kann nur erfolgen, wenn die betroffene Person zum Islam zurückkehrt, die Gemeinschaft verlässt oder stirbt. Die Verfolgung erfolgt meist im beständigen Druck, zum Islam zurückzukehren oder durch die vollständige Aufgabe des Einzelnen durch die Gemeinschaft.

Verfolger der Triebkraft Diktatorische Paranoia

Auch wenn der Sultan für den Fortschritt und den Reichtum, den das Land unter seiner Herrschaft erlangt hat, sehr beliebt ist, ist er gleichzeitig ein Diktator. Viele Christen fürchten, dass ihre Telefone und ihre Aktivitäten in sozialen Medien überwacht werden, meistens wird die Technik aber hauptsächlich gegen Omanis eingesetzt und benutzt, um jedes Anzeichen von Widerspruch und Kritik an der Regierung zu unterbinden.

4. Hintergrund

Am Zusammenfluss des Persischen Golfs und des Arabischen Meers angesiedelt, war der Oman im Mittelalter ein einflussreiches Sultanat. Arabisch ist die offizielle Sprache und mehr als die Hälfte der omanischen Bevölkerung sind Araber. Im Jahr 1971 trat der Oman der Arabischen Liga und den Vereinten Nationen bei. Der Oman hat generell gute Beziehungen zu seinen Nachbarländern.

Der aktuelle Sultan kam 1970 an die Macht, nachdem er seinen eigenen Vater gestürzt hatte. Ihm wird die Abschaffung der Sklaverei im Land zugeschrieben und dass er dem Oman eine starke Wirtschaft gegeben habe. Er hat das Land in eine starke Allianz mit den Vereinigten Staaten gebracht, die sich für die Ölreserven des Landes und seine strategisch günstige Position gegenüber dem Iran, dem Persischen Golf und den Ölfeldern im Nahen Osten interessierten. Ihm wird auch zugeschrieben, Sicherheit und Stabilität in das Land gebracht zu haben, dass eine Geschichte von Konflikten und Krieg hat. Außerdem wird dem Sultan zugerechnet, einige demokratische Reformen eingeführt zu haben. Trotz all der Modernisierung und des Verbots der Sklaverei vor vielen Jahren ist die geistige Einstellung zur Sklaverei noch immer nicht verschwunden und die strikte Kontrolle des Sultans über das Land ist noch immer präsent. Der Sultan hat das Gewaltmonopol und die politische Opposition ist schwach.

Zugleich hat der Oman eine freie und konkurrenzfähige Wirtschaft. Der Reichtum aus Öl und Gas hat seit 1970 eine massive soziale Veränderung herbeigeführt. Der Bildungsstand hat sich deutlich verbessert. Schulbindung für Frauen hat den Analphabetismus dramatisch reduziert. Die jüngeren Generationen sind an neuen Ideen interessiert – sichtbar auch an der Kleidung der jüngeren Menschen. Außerdem findet ein kultureller Wandel von einem agrarischen Nomadentum zu einem urbanen Lebensstil statt.

Andere religiöse Gruppen wie Hindus, Buddhisten und nicht-ibadische Muslime sind relativ frei, ihren Glauben zu praktizieren. Der International Religious Freedom Report von 2016 sagt für den Oman aus, dass „diese Gruppen eher für Aktivitäten in den Blick der Regierung geraten, die nichts mit Religion zu tun haben, und wegen unberechtigten finanziellen Arrangements verfolgt werden“.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Es gibt einige ausländische christliche Gemeinschaften im Oman, größtenteils in den städtischen Gebieten von Muskat, Sohar und Salala. Dies umfasst römisch-katholische, östlich-orthodoxe und evangelische Gemeinschaften. Es gibt mehr als 60 verschiedene christliche Gruppen, Gemeinschaften und Versammlungen, die in der Hauptstadt Muskat aktiv sind. Alle religiösen Organisationen müssen sich registrieren lassen und christliche Treffen werden überwacht, um jede politische Botschaft aufzunehmen und festzuhalten, ob Einheimische teilnehmen. Ausländische Christen können diskret in Privathäusern und auf Geschäftsgeländen Gottesdienst feiern. Die Möglichkeiten sind eingeschränkt, damit Einheimische nicht verärgert werden.

Christen muslimischer Herkunft

Christen mit muslimischem Hintergrund riskieren Verfolgung durch Familie und Gesellschaft, zumeist in der Form von Druck, ihren Glauben zu widerrufen und dem Vorenthalten von Kontakt. Konvertiten können ihre Familie verlieren, da das Gesetz Vätern, die den Islam verlassen, verbietet, das Sorgerecht für ihre Kinder zu behalten.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 12.100
Familienleben: 12.200
Gesellschaftliches Leben: 9.900
Leben im Staat: 9.400
Kirchliches Leben: 12.600
Auftreten von Gewalt: 1.100

Grafik: Verfolgungsmuster Oman

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Generell verbleibt der Druck auf Christen im Oman auf einem sehr hohen Niveau, besonders auf Christen muslimischer Herkunft in den Bereichen „Privatleben“ und „Familienleben“. Der durchschnittliche Wert erhöhte sich von 10,6 Punkten im Weltverfolgungsindex 2017 auf 11,2 Punkte im aktuellen Berichtszeitraum. Dies liegt größtenteils an einer Verfeinerung der Betrachtung der Situation von Christen muslimischer Herkunft.
  • Der Druck ist in den Bereichen „Kirchliches Leben“ (12,6), „Familienleben“ (12,2) und „Privatleben“ (12,1) am stärksten, was typisch ist für eine Situation, die aus der Triebkraft der „Islamischen Unterdrückung“ resultiert.
  • Der Wert für das Auftreten von Gewalt erhöhte sich aufgrund eines Brandanschlags auf einen Gemeindesaal von 0,2 Punkten im Weltverfolgungsindex 2017 auf 1,1 Punkte. Einige Christen wurden auch zum Verhör durch die Polizei vorgeladen (was bereits im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2017 der Fall war).
  • Die allgemeine Verfolgungssituation im Oman wird durch eine nicht gewalttätige aber konservative Gesellschaft befeuert. Die Verfolger sind unter anderem Familienmitglieder (sowohl aus der direkten als auch der Großfamilie), Regierungsbeamte, sowie gesellschaftliche und nichtchristliche religiöse Führer.

Privatleben

Der Oman ist eines der wenigen Länder, in denen der Islam die Staatsreligion ist, aber der Glaubenswechsel weg vom Islam kein Verbrechen ist. Dennoch hat dieser Konsequenzen, besonders bei Familienthemen. So erleben besonders Christen muslimischer Herkunft Verfolgung im Bereich „Privatleben“. Ein Feldforscher von Open Doors sagt: „Es gibt eine gesellschaftliche Diskriminierung und Missbrauch basierend auf religiöser Zugehörigkeit, Glauben und religiöser Praxis. Nahezu 89 % der Bevölkerung sind Muslime. Es ist besonders gefährlich für Christen muslimischer Herkunft, ihren christlichen Glauben zu zeigen, da sie möglicherweise riskieren, diskriminiert zu werden und auch rechtliche Konsequenzen ihres Glaubenswechsels bei Sorgerechtsstreitigkeiten fürchten müssen. Daher ist es für diese Christen risikobehaftet, ihren Glauben schriftlich oder in persönlichen Äußerungen offenzulegen.“

Familienleben

Christen muslimischer Herkunft können nur nach islamischen Riten heiraten. Ein Feldforscher ergänzt: „Ein zum christlichen Glauben konvertierter Ehemann wird bei einer Scheidung das Sorgerecht verlieren. Das sagt das Familienrecht eindeutig.“ Dennoch gibt es immer noch Omanis, die Christen werden.

Gesellschaftliches Leben

In ihrem Umfeld, vor allem in Schulen, müssen besonders Christen muslimischer Herkunft Vorkehrungen treffen, um Diskriminierungen und Schikane zu vermeiden. Ein Feldforscher hält fest: „Der Lehrplan öffentlicher Schulen beinhaltet islamische Lehren. Es ist Pflicht für muslimische Schüler, den Islamunterricht zu besuchen. Christen und andere Nichtmuslime müssen diesen Unterricht nicht besuchen. Allerdings müssen Christen muslimischer Herkunft, die ihren christlichen Glauben nicht offenbaren wollen, aus Sicherheitsgründen weiter am Islamunterricht teilnehmen. Darüber hinaus gibt es im Lehrplan keinen christlichen Religionsunterricht für die christlichen Schüler.“

Leben im Staat

Der Druck im Bereich „Leben im Staat“ hat meist einen massiven Einfluss darauf, wie sich die Triebkräfte der Verfolgung im jeweiligen Land ausbilden. Der Islam ist die Staatsreligion und die Rechtsprechung basiert überwiegend auf dem islamischen Recht. Dies bedeutet, dass Christen unter diesen Regeln und Gesetzen leben müssen, die im Einklang mit dem Islam erlassen wurden.

Kirchliches Leben

Es gibt viele offiziell anerkannte Gemeinden und Kirchen im Oman. Dennoch ist es schwer, eine Kirche zu registrieren und zu bauen. Zudem muss die Regierung der Errichtung und der Vermietung von Gebäuden an religiöse Gruppen zustimmen. Das Gesetz verbietet allen religiösen Gruppen öffentliche Missionierung, allerdings toleriert die Regierung private Evangelisation innerhalb der rechtlich registrierten Gebäude. Diese Toleranz gegenüber der privaten Evangelisation ist charakteristisch für den Oman, da dies in den Nachbarländern unmöglich und sogar gefährlich ist. Auf diesem Weg will die Regierung ihr Land als islamisch gegenüber seinen Nachbarn darstellen, während sie gleichzeitig tolerant gegenüber Minderheiten ist.

Auftreten von Gewalt

Es gab einen Anstieg von Gewalt im Berichtszeitraum. Einem Feldforscher zufolge wurde ein Raum, der von ausländischen Christen in Nizwa angemietet und als Gottesdienstraum genutzt wurde, in Brand gesteckt. Wie es heißt, verbrannte der Großteil ihrer Ausrüstung. Einige Jugendliche aus dem Ort wurden gesehen, wie sie vom Ort des Geschehens flohen, aber es wurde nichts unternommen, um die Täter zu finden. Im Laufe des Jahres wurden einige einheimische Christen und einige ausländische Christen zu Verhören vorgeladen.

Daneben ist es bekannt, dass im offiziellen Sponsorenprogramm für Arbeitsvisa ‚kafala‘ Haushaltsangestellte eng an ihre Arbeitgeber gebunden sind, die ihre Pässe an sich nehmen und sie zwingen können, massiv Überstunden zu machen. Dies macht diese Hausangestellten anfällig für Missbrauch. Open Doors befürchtet, dass christliche Haushaltsangestellte noch verwundbarer sind und wegen ihres Glaubens noch größeren Diskriminierungen gegenüberstehen. Dennoch gibt es bisher keine klaren Anzeichen von Verfolgung in Verbindung der Misshandlung von ausländischen christlichen Arbeitnehmern. Dieses Thema wird demnächst weiter untersucht werden.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Generell ist die Position von Frauen im Oman verletzlich. Die Gesellschaft ist sehr konservativ, was das Leben von Frauen und Mädchen angeht, deswegen werden sie von ihrem Ehemann oder einem Aufpasser kontrolliert. Dies macht es besonders für Frauen schwierig, den Glauben vom Islam hin zum christlichen Glauben zu wechseln.

Männer

Es gibt keine speziellen Informationen über die Verfolgung christlicher Männer, aber es ist anzunehmen, dass christliche Ausländer die meiste Diskriminierung auf der Arbeit erleben.

8. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Die Zukunft der Christen im Oman wird von sozialen, politischen und regionalen Faktoren bestimmt. Betrachtet man die Situation vieler Länder im Nahen Osten und am Golf, ist es sehr schwer, sich ein positives Szenario vorzustellen, und der Oman ist keine Ausnahme. Sollte es zu sozialen Unruhen kommen, die das Regime schwächen, könnte dies in der Tat zu einer weiteren Islamisierung der politischen Institutionen des Landes und zu einer strikteren Anwendung der Scharia führen. Der Sultan gilt als die treibende Kraft hinter der Sicherheit und Stabilität des Landes; er wird älter und laut Berichten gesundheitlich angeschlagen. Wenn also sein Einfluss abnehmen sollte, könnte das Land in die Hände von Islamisten fallen. Darüber hinaus könnte die Situation im Jemen oder die Krise in Katar letztlich auch den Oman betreffen. Auf der anderen Seite gibt es den positiven Trend im Land, dass die Regierung versucht, eine Kultur der religiösen Harmonie zu schaffen. Das Al Amana Zentrum arbeitet an einem Dialog und dem Verständnis zwischen Muslimen und Christen unter dem Motto: „Kein Frieden zwischen den Nationen ohne Frieden zwischen den Religionen“ und „Kein Friede zwischen den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen“.

Basierend auf dem, was derzeit passiert, sind folgende Szenarien für die Zukunft denkbar:

  • Wenn der Sultan stirbt, könnte sich die Übergangsphase als eine Zeit der Unsicherheit und des Konfliktes erweisen.
  • Wenn dem Bürgerkrieg im Jemen nicht Einhalt geboten wird, könnte dieser einen Einfluss auf den Oman haben, indem Islamisten und Flüchtlinge die Grenze vom Jemen her überqueren.
  • Obwohl der Oman nicht direkt in die Katar-Krise involviert ist, könnte das Land betroffen sein, wenn sich die regionalen Spannungen unvermindert fortsetzen oder sogar verschlimmern, da diese bereits die Zusammenarbeit der Golfstaaten im Golfkooperationsrat beeinflussen.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für den Oman

  • Es gibt nur eine Handvoll omanischer Christen im Land. Das geistliche Klima wird mit einem harten, trockenen Boden verglichen. Beten Sie, dass Jesus diesen harten Boden aufweicht und seinen Heiligen Geist über die Nation wie einen Regen in der Wüste ausgießt.
  • Danken Sie dem Herrn für treue Zeltmacher, die ihm weiterhin im Oman dienen, selbst in schwierigen Umständen. Ihnen fehlt oft die Gemeinschaft mit anderen Christen, sie fühlen sich einsam und manchmal sogar vom „freien“ Teil des Leibes Christi vergessen. Beten Sie dafür, dass der Herr sie ermutigt.
  • Danken Sie dem Herrn für die Omani, die Jesus als den Sohn Gottes und ihren König anerkannt haben. Beten Sie für Mut, ihr neues Leben mit ihm mit anderen zu teilen und beten Sie auch für den Schutz dieser neugeborenen Christen und für die, von denen sie das Evangelium erhalten haben.

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