Russland

Weltverfolgungsindex
2018
ISO
RU

Land unter Beobachtung

Russische Föderation

 

Russische Förderation

 

Triebkräfte der Verfolgung

Diktatorische Paranoia

Unter Präsident Putin, einem ehemaligen KGB-Offizier, sind immer mehr einschränkende Gesetze verabschiedet worden. Die autoritäre Regierung beschneidet auch weiterhin Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit und andere Menschenrechte.  

Islamische Unterdrückung

In der kaukasischen Region ist dies die stärkste Triebkraft der Verfolgung. In den verschiedenen Republiken an der Nordflanke des Kaukasus (Dagestan, Tschetschenien, Inguschetien, Kabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien) kämpfen militante Islamisten gegen die russische Armee, um ein muslimisches Emirat zu gründen. Wegen der Gewalt haben viele ethnische Russen das Gebiet verlassen, was zu sinkenden Mitgliederzahlen bei den Kirchen geführt hat. Ehemalige Muslime halten aus Angst, getötet zu werden, ihren christlichen Glauben geheim. Auch in Tatarstan, einer Region 800 km östlich von Moskau, gewinnt der extremistische Islam an Einfluss.

 

Verfolger

Die diktatorische Paranoia wird von Regierungsbeamten aller Ebenen, normalen Bürgern und politischen Parteien (besonders Präsident Putins Partei „Einiges Russland“) überall im Land vorangetrieben. Christen muslimischer Herkunft erleben zudem auch (weitaus stärkeren) Druck aus ihrem muslimischen Umfeld, der von ethnischen Leitern, nichtchristlichen religiösen Leitern und der Großfamilie ausgeht.

 

Betroffene Kategorien von Christen

  • Offiziell ist Russland ein säkularer Staat, doch die Regierung stellt sich offen auf die Seite der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK). Dadurch werden andere Konfessionen (die häufig als ausländisch und fremd angesehen werden) benachteiligt. In muslimischen Regionen ist die Situation ganz anders: Hier stellen sich die Leiter ganz klar auf die Seite des sunnitischen Islam. In Russland gibt es eine Region, in der der konservative Islam dominiert: der Nordkaukasus. Dort ist der Druck auf alle Christen und insbesondere auf Christen muslimischer Herkunft sehr hoch. Ein Glaubenswechsel trifft auf starken Widerstand. In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Christen aus dieser Region geflohen. Ehemalige Muslime, die z.B. in Tschetschenien oder Dagestan leben, gelten als Verräter an ihrer nationalen Identität, da der christliche Glaube mit den russischen Besetzern gleichgesetzt wird, dem „Feind“ im Widerstandskampf, der nun schon seit Jahrzehnten anhält.
  • Protestantische Freikirchen werden regelmäßig von der ROK angegangen, weil sie angeblich „Schafe stehlen“. Protestantische Gruppen werden oft von der ROK als Irrlehrer bezeichnet und vom Staat als unrussische, westliche Spione. In muslimischen Gebieten werden diese Christen oft angegriffen, weil man gegen sie den Verdacht hegt, sie würden aktiv evangelisieren.
  • Mindestens zehn Christen wurden körperlich angegriffen. Zwanzig wurden im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2018 von der russischen Polizei kurz festgehalten, doch niemand wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Ein Christ aus Indien und zwei aus Südkorea wurden ausgewiesen. Eine Kirche und ein christlicher Friedhof wurden beschädigt. Russische Truppen haben eine verfallene polnische katholische Kirche und einen Friedhof in Tsebelda, Abchasien, abgerissen.
  • Im Dezember 2016 wurde der Pastor einer nichtregistrierten Baptistengemeinde in der Region Zabaikalsk angezeigt, weil er die Aktivitäten der Gruppe nicht bei den Behörden angemeldet hatte. Die Strafe kann bis zu 500 Rubel betragen (weniger als 10 Euro).

 

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.