Länderprofile VAR

Vereinigte Arabische Emirate

40
Weltverfolgungsindex
2018
Flagge Vereinigte Arabische Emirate
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
44
ISO
AE
Karte Vereinigte Arabische Emirate
Karte Vereinigte Arabische Emirate
Christen
1,21
Bevölkerung
9.40
Islamische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Diktatorische paranoia
Privatleben: 13.600
Familienleben: 12.200
Gesellschaftliches Leben: 10.000
Leben im Staat: 10.400
Kirchliches Leben: 11.800
Auftreten von Gewalt: 0.200
Länderprofil Vereinigte Arabische Emirate

Berichtszeitraum: 1. November 2016 – 31. Oktober 2017

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

58 Punkte / Platz 40 (WVI 2017: 55 Punkte / Platz 44)

Von wem Verfolgung ausgeht

Es gibt große Unterschiede, wie Christen aus verschiedenen Kategorien in den Vereinigten Arabischen Emiraten behandelt werden. Die Gesellschaft der Emirate ist relativ tolerant gegenüber Gemeinschaften von ausländischen Christen, und diese sind auch relativ frei, Gottesdienste durchzuführen. Im Gegensatz dazu stehen Konvertiten vom Islam zum Christentum unter großem Druck. Sie werden hauptsächlich von ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld verfolgt, so dass es für die Regierung unnötig ist, gegen sie vorzugehen. Auf diese Weise kann die Regierung aktiv religiöse Toleranz predigen und fördern, während sie gleichzeitig den Islam fördert.

Auswirkungen der Verfolgung auf Christen

Auch wenn die Gemeinschaften von ausländischen Christen und Arbeitsmigranten (wie auch die Hindu- und Sikh-Gemeinden) relativ frei in der Ausübung ihres Glaubens sind, sind sie auch mit Einschränkungen konfrontiert. Sie sind frei, im privaten Bereich ihren Glauben zu praktizieren, dürfen ihren Glauben jedoch nicht öffentlich zum Ausdruck bringen. Die Regierung erlaubt es ihnen nicht, in der Öffentlichkeit Gottesdienst zu feiern, zu predigen oder zu beten. Darüber hinaus ist die Gesellschaft der Emirate konservativ und zwingt Christen, sich in der Öffentlichkeit einzuschränken. Sie müssen mit ihren Kontakten in der Öffentlichkeit sehr vorsichtig sein, vor allem weil es strengstens verboten ist, Muslime auf irgendeine Weise zu missionieren.

Konvertiten aus den Islam erleiden die meiste Verfolgung durch den Druck von Familienmitgliedern und dem sozialen Umfeld, ihren Glauben zu widerrufen. Dieser starke Druck macht es für Konvertiten so gut wie unmöglich, ihre Konversion bekannt zu machen. Dies ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass es kaum Berichte über Christen gibt, die wegen ihres Glaubens angegriffen oder getötet wurden.

Beispiele

  • Laut dem „International Religious Freedom Report“ des Außenministeriums der Vereinigten Staaten wurden im Januar 2016 drei Nicht-Staatsangehörige von lokalen Behörden im Emirat Schardscha verhaftet und abgeschoben. Sie wurden der Missionierung beschuldigt; es wurde erklärt, sie würden von Tür zu Tür gehen und „eine andere Religion als den Islam predigen“. Obwohl dieser Bericht die Religion der drei Angeklagten nicht nennt, wird daran deutlich, wie die Regierung ihre Gesetze durchsetzt, die die Missionierung von Muslimen verbietet. Dies ist ein Beispiel dafür, wie schwierig es sein kann, das Evangelium mit Muslimen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu teilen.
  • Laut dem International Religious Freedom Report blockieren die beiden größten Internetdienstanbieter, die beide mehrheitlich im Besitz der Regierung sind, weiterhin islamkritische und von der Regierung als extremistisch angesehene Webseiten, einschließlich muslimische Webseiten. Die Dienstanbieter blockieren auch weiterhin andere Webseiten zu religiösen Themen, unter anderem mit Informationen über das Judentum, das Christentum und den Atheismus sowie mit Berichten ehemaliger Muslime, die zum Christentum konvertiert sind. Auf diese Weise wird das Internet von der Regierung aktiv zensiert, was Christen dazu zwingt, mit dem Ausdruck ihres Glaubens online vorsichtig zu sein.
  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es zu wenige Kirchen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Obwohl die regierenden Familien der Emirate Land für den Bau von Kirchen gestiftet haben, ist es nach wie vor schwierig, neue Kirchen zu gründen. Religiöse Organisationen sind nicht dazu verpflichtet, sich bei der Regierung registrieren zu lassen, aber es fehlt eine eindeutige rechtliche Zuordnung, was für viele Gruppen zu einem unklaren Rechtsstatus führt und Schwierigkeiten bei der Ausführung bestimmter administrativer Funktionen, einschließlich Bankgeschäften oder der Unterzeichnung von Mietverträgen, mit sich bringt.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Die Punktzahl für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) stieg von 55 im WVI 2017 auf 58 im WVI 2018 an. Während des Berichtszeitraums des WVI 2018 wurden mehr gewaltsame Übergriffe gemeldet, was zum Teil den Anstieg um 3 Punkte verursachte. Jedoch wurde auch die Erfassung der Situation von Konvertiten vom Islam zum Christentum in der WVI-Analyse verfeinert, was in den VAE zum Anstieg der Gesamtwertung beitrug.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Wie in vielen Ländern in der Region wird die Gesellschaft in den VAE vor allem durch ihre Religion charakterisiert. Der Islam dominiert das private und das öffentliche Leben sowie den politischen Diskurs im Königreich. Folglich werden alle Bürger als Muslime gesehen. Das Gesetz des Königreiches erkennt die Konversion vom Islam zum Christentum nicht an, und offiziell ist die gesetzliche Strafe dafür der Tod, obwohl die Todesstrafe nur selten vollzogen wird. Um den Tod, gesellschaftliche Stigmatisierung und andere Strafen zu vermeiden, sind Christen muslimischer Herkunft manchmal dazu gezwungen, sich wie ein Muslim zu verhalten und ihren Glauben zu verbergen, oder in ein anderes Land auszureisen, in dem ihr Glaubenswechsel erlaubt ist. Obwohl es keine Berichte von Fällen gibt, bei denen die Todesstrafe gegen Konvertiten vollstreckt wurde, ist die bloße Tatsache, dass dieses Gesetz existiert, angsteinflößend. Darüber hinaus erlaubt die Regierung in öffentlichen Schulen keinen anderen Religionsunterricht als den Islam. Evangelisation ist verboten, jedoch können nichtmuslimische Gruppen sich in dafür vorgesehenen Gebäuden oder in Privathäusern zum Gottesdienst treffen.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Diese Triebkraft der Verfolgung beschreibt den fortwährenden Einfluss und die Durchsetzung von uralten Normen und Werten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind diese stark mit dem Islam vermischt und treffen vor allem Konvertiten aus dem Islam. Wie auch in den anderen Regionen des Nahen Ostens ist die Religion mit der Familienidentität verbunden. Daher wird das Verlassen des Islam als Verrat an der Familie aufgefasst. Allgemein üben die Familien starken sozialen Druck auf Konvertiten aus, um sie zur Rückkehr zum Islam zu bringen, die Region zu verlassen oder ihren neuen Glauben zu verschweigen. In vielen Fällen führt die Konversion zur Entfremdung der Christen muslimischer Herkunft von ihren Familien.

Abgesehen davon betrachten einige ethnische Araber ausländische Christen als Bedrohung für ihre Religion, Kultur und Sprache (da Arabisch als heilige Sprache des Koran gesehen wird). Daher werden Christen von ihnen auch als solche behandelt.

Diktatorische Paranoia

Die VAE sind keine Demokratie. Das Land wird von einer Dynastie regiert, die verschiedene grundlegende Menschenrechte nicht anerkennt. Die Machthaber üben Druck auf die Gesellschaft aus und lassen keine abweichende Meinung zu. Da sich die Triebkräfte Islamische Unterdrückung und Diktatorische Paranoia zu einem gewissen Grad überschneiden, weist das Regime auch Merkmale Islamischer Unterdrückung auf, indem sie die Rechte von Christen gegenüber Nichtchristen einschränkt.

3. Verfolger

Verfolgung durch Islamische Unterdrückung

Die konservative islamische Gesellschaft ist die größte Bedrohung für die Christen in den VAE. Die konservativen Bürger erwarten von den Machthabern eine islamische Regierungsführung, wobei die Scharia die Grundlage der Gesetzgebung ist. Die Regierung geht gegen jeden Christen vor, der versucht, das Evangelium zu verbreiten, da Evangelisation illegal und strafbar ist. Es wurden keine Christen wegen Evangelisation strafrechtlich verfolgt, aber in den letzten Jahren wurden einige des Landes verwiesen.

Verfolgung durch Ethnisch begründete Anfeindungen

Die Konversion vom Islam zum Christentum ist gesellschaftlich völlig inakzeptabel. Konvertiten laufen Gefahr, von ihren Familien ausgegrenzt oder sogar getötet zu werden, weil sie Schande über die Familie gebracht haben. Darüber hinaus bilden die einheimischen arabischen Bürger die oberste soziale Schicht und schauen auf Ausländer herab, vor allem auf die armen und gering qualifizierten Arbeitskräfte aus Südostasien und Afrika. Arbeitnehmer sind an ihre Arbeitgeber gebunden, und damit von den Forderungen des Vorgesetzten abhängig. Diese können ohne weiteres ausländische Christen diskriminieren, demütigen oder missbrauchen. Ausländische Christen werden auch von anderen, muslimischen Ausländern diskriminiert oder misshandelt.

Verfolgung durch Diktatorische Paranoia

Die Regierung der VAE duldet keine Kritik, vor allem nicht von (ausländischen) Christen. Die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation „Freedom House“ berichtete: „[…] die lokale Medienlandschaft wird streng kontrolliert. Nahezu alle Medien, die das emiratische Publikum erreichen, sind entweder im Besitz der Behörden oder stark von ihnen beeinflusst. Personen, die Onlineplattformen gebrauchen, um abweichende Ansichten oder sensible Informationen zu veröffentlichen, sind seit Jahren willkürlich und außergerichtlich inhaftiert oder strafrechtlich verfolgt worden, mit wenig rechtsstaatlichen Verfahren.” In diesem Umfeld müssen Christen immer vorsichtig vorgehen.

4. Hintergrund

Die VAE bestehen aus sieben Emiraten, die eigene Herrscher haben und Anfang der 1970er-Jahre in einer Föderation vereint wurden. Alle Emirate haben einen Sitz im Obersten Herrscherrat – der obersten Autorität in Bezug auf die Verfassung, die Exekutive und die Gesetzgebung. Die VAE sind keine Demokratie, die Machthaber üben Druck auf die Bevölkerung aus und lassen keine abweichende Meinung zu. Alle politischen Entscheidungen liegen bei den dynastischen Herrschern der sieben Emirate und es gibt keinen Raum für die Stimme des Volkes. Die Religions-, Presse-, Versammlungs-, Vereinigungs- und Meinungsfreiheit sind im Königreich stark eingeschränkt.

Im Gegensatz zum Golfstaat Bahrain scheint die Welle der Aufstände im arabischen Frühling 2011 die Vereinigten Arabischen Emirate kaum beeinflusst zu haben. Dies ist bemerkenswert, da die emiratische Gesellschaft mehr auf Stammesloyalität als auf demokratischen Normen beruht. Die Bevölkerung scheint jedoch der Regierung zu vertrauen, und ihre großzügige Verteilung des Ölreichtums spielt offensichtlich eine bedeutende Rolle im pro Kopf gemessen viertreichsten Staat der Welt.

Während die VAE in der Vergangenheit überwiegend von Fischerei und Perlentauchen abhängig waren, änderte sich dies, nachdem in den 1950er-Jahren Öl gefunden und Anfang der 1960er Jahre erstmals aus Abu Dhabi exportiert wurde. Heute verfügen die VAE über die sechstgrößten Ölreserven der Welt, was viele Einwanderer in das Land gebracht hat, in dem nur 15% der Bevölkerung nationale Staatsbürger sind. Die VAE haben Strategien zur strukturellen Diversifikation entwickelt und umgesetzt, um eine zu starke Abhängigkeit vom Öl zu vermeiden.

Die Regierung erlaubt anderen nichtchristlichen Gruppen wie Hindus, Buddhisten und Juden, ihren Glauben privat auszuüben. Sie dürfen sich an dafür vorgesehenen Orten oder in privaten Einrichtungen versammeln. Es gibt jedoch Kontrollen der Regierung. Beispielsweise müssen die Organisatoren von Konferenzen ihre Veranstaltungen anmelden und sogar Redner und Themen offenlegen.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Die Mehrheit der Christen in den VAE gehören dieser Gruppe an, welche einige Freiheiten genießt, aber auch mit gewissen Einschränkungen konfrontiert ist. Afrikanische und asiatische Migranten haben nicht so viel Freiheit wie westliche, aber mehr Freiheit als Konvertiten (siehe unten), solange sie nicht Muslime evangelisieren.

Christliche Konvertiten:

Diese Gruppe, bestehend aus Konvertiten vom Islam zum Christentum, ist die verletzlichste Gruppe im Land. Die Konvertiten stehen unter starkem Druck von Verwandten, Familie und der muslimischen Gesellschaft, da Regierung, Gesetze und Kultur islamisch geprägt sind.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben: 13.600
Familienleben: 12.200
Gesellschaftliches Leben: 10.000
Leben im Staat: 10.400
Kirchliches Leben: 11.800
Auftreten von Gewalt: 0.200

Grafik: Verfolgungsmuster Vereinigte Arabische Emirate

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in den Vereinigten Arabischen Emiraten bleibt weiterhin sehr hoch und stieg von 11,1 im WVI 2017 auf 11,6. Dieser Anstieg ist auf die Verfeinerung der WVI-Analyse bezüglich der Situation von Konvertiten vom Islam zum Christentum in den VAE zurückzuführen.
  • Am stärksten ist der Druck in den Bereichen Privatleben und Familienleben, was die schwierige Situation der Konvertiten in den VAE verdeutlicht. Dies ist typisch für Länder, in denen die Familie (sowohl der engste als auch erweiterte Familienkreis) und das soziale Umfeld eine starke Rolle bei der Verfolgung von Konvertiten spielen. Ausländische Christen sind in ihrer Anbetung relativ frei – das zeigt die niedrige Punktzahl für die anderen Bereiche des Lebens –, obwohl das kirchliche Leben nach wie vor stark eingeschränkt ist.
  • Die Punktzahl für Gewalt stieg auf dem WVI 2017 von 0,0 auf 0,2 an, da einige Gewalttaten gemeldet wurden.

Privatleben

Der Druck auf Christen – vor allem Konvertiten – ist am stärksten in diesem Lebensbereich. Konversion vom Islam zu irgendeiner einer anderen Religion ist verboten. Aufgrund der gravierenden gesellschaftlichen Diskriminierung und Stigmatisierung von Christen ist der Besitz von christlichen Materialien besonders für Muslime gefährlich, die sich für den christlichen Glauben interessieren oder sich bereits bekehrt haben, aber aus Sicherheitsgründen ihren Glauben geheim halten.

Familienleben

Der Druck ist in diesem Lebensbereich ebenfalls sehr stark und wird vor allem bei Angelegenheiten wie Ehe, Kindererziehung, Erbrecht und Sorgerecht sichtbar. Mischehen sind nur zwischen einem muslimischen Mann und einer nichtmuslimischen Frau erlaubt. Im Falle einer Scheidung gewährt das Gesetz das Sorgerecht für alle Kinder nichtmuslimischer Frauen, die sich nicht zum Islam bekehren, dem muslimischen Vater. Nach dem Gesetz ist eine nichtmuslimische Frau, die nicht konvertiert, auch nicht zum Erwerb der Staatsbürgerschaft berechtigt und kann das Eigentum ihres Mannes nicht erben, es sei denn, sie wird in seinem Testament als Begünstigte genannt.

Gesellschaftliches Leben

Für Christen in den VAE ist das Leben in der Gesellschaft nicht einfach. In einer Gesellschaft, die sehr konservativ ist, wird das Christsein als ein Zeichen der Unreinheit gesehen. Die Gesellschaft grenzt alle Konvertiten oder mutmaßliche Konvertiten aus. Ein Experte für das Land berichtet: „Es gibt keine spezifischen Gesetze oder gebräuchliche Verfahren, die es Christen verwehren, kommunale oder ähnliche Einrichtungen zu nutzen. Allerdings schränken sich Christen häufig aus Sicherheitsgründen selbst ein. Dies hat zur Folge, dass der bereits existierende gesellschaftliche Missbrauch und die Diskriminierung Christen daran hindern, öffentliche Einrichtungen und Foren zu nutzen, weil sie sich nicht sicher fühlen.”

Leben im Staat

In den VAE ist der Islam die Staatsreligion und die Scharia die Grundlage der Gesetzgebung. Gerichte wenden daher ebenfalls Gesetze an, die auf islamischem Recht basieren. Christen müssen daher ihr Leben auf eine Weise leben, die von anderen bestimmt wird – z.B. dürfen sie währen des Monats Ramadan nicht in der Öffentlichkeit essen oder trinken. Christen ist es auch nicht erlaubt, Muslime zu missionieren, während Muslime dazu ermutigt werden, dies zu tun. Generell sind (soziale) Medien dem Islam gegenüber positiv eingestellt und gegenüber Christen voreingenommen.

Kirchliches Leben

Da es eine beträchtliche Zahl ausländischer Christen im Land gibt, bestehen mehr als zwei Dutzend offizielle Kirchen. Ausländische Christen sind einigen Problemen in diesem Lebensbereich ausgesetzt. Die Zahl der bestehenden Kirchen reicht für die große Zahl der Christen im Land nicht aus. Außerdem erlaubt es die Regierung den Gemeinden nicht, in der Öffentlichkeit Gottesdienst zu feiern, zu predigen oder zu beten. Darüber hinaus ist die Gesellschaft der Emirate konservativ und zwingt Kirchen, sich im öffentlichen Ausdruck ihres Glaubens zurückzuhalten. Sie müssen auch im Umgang mit der muslimischen Bevölkerung sehr vorsichtig sein, vor allem weil alles, was als Missionierung von Muslimen ausgelegt werden könnte, strengstens verboten ist.

Da es in der Gesellschaft der VAE keinen Platz für Konvertiten vom Islam zum Christentum gibt, gibt es keine Gemeinden von Konvertiten. Ausländische Kirchen müssen vorsichtig mit der Aufnahme von Konvertiten in ihre Gemeinschaft sein.

Auftreten von Gewalt

Wenn man bedenkt, wie gering die Gewalt gegen Christen ist, sind die VAE ein typischer Golfstaat. Die Regierung muss nicht gegen Christen vorgehen, da der Druck der Gesellschaft sehr hoch ist und die Christen gehorsam sind. Es ist nicht einfach, verifizierte Berichte über Gewalt aus dem Land zu bekommen. Open Doors sieht jedoch die schwierige Situation gering qualifizierter Arbeitsmigranten. Laut Amnesty International leiden sie „weiterhin unter Ausbeutung und Missbrauch“. Bereits im Oktober 2015 berichtete die BBC über ein tragisches Beispiel von Missbrauch von Hausangestellten, und Open Doors befürchtet, dass christliche Arbeiter, insbesondere Frauen, aufgrund ihres Glaubens dem noch mehr ausgesetzt sind. Allerdings gibt es derzeit keine eindeutigen Hinweise auf eine Misshandlung christlicher Arbeitsmigranten, die mit ihrem Glauben in Zusammenhang stehen. Demnächst werden weitere Recherchen zu diesem Thema durchgeführt werden.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Christliche Frauen sind nach wie vor besonders verwundbar, da in den VAE Frauen allgemein als minderwertig gegenüber Männern behandelt werden. Amnesty International berichtete auch, dass einige Gesetze zur Verbesserung der Rechte ausländischer Arbeiter Hausangestellte ausdrücklich ausgeschlossen haben, von denen viele christliche Frauen sind.

Männer

Vor allem Männer sind Diskriminierung am Arbeitsplatz ausgesetzt. Ein Experte für das Land erklärt: „Meistens sind Männer und Jungen die Alleinverdiener, und deshalb tragen sie die Hauptlast der Diskriminierung, um ihren Familien zu helfen.”

8. Ausblick

Erkennbare Trends und ihre Bedeutung für die Kirche

Im Hinblick auf die Zukunft ist politische Stabilität zu erwarten, da sich die Herrscher der Emirate gegenseitig unterstützen. Es gibt keine nationalen Wahlen und politische Parteien sind verboten, weshalb die Bürger keine Möglichkeit haben, ihre Regierung zu ändern. Regierungsposten werden hauptsächlich anhand von Stammesloyalitäten und Wirtschaftskraft besetzt. Es gibt einige Forderungen nach stärkerer politischer Repräsentation, aber diese Forderungen werden von den Machthabern nicht berücksichtigt. Derzeit scheint die Mehrheit der Bevölkerung nicht sehr politisch interessiert oder engagiert zu sein – bei den Wahlen zur gesetzgebenden Institution, dem Föderalen Nationalrat, in den Jahren 2006 und 2011 war die Wahlbeteiligung vor allem in den größten und reichsten Emiraten sehr gering. Eine großzügige Verteilung des Wohlstands scheint die Bevölkerung derzeit zu beschwichtigen, auch wenn die historisch ärmeren Nordstaaten mit ihren Forderungen nach politischen Veränderungen ein gewisses Risiko darstellen.

In den gesamten Emiraten bedeuten der hohe Jugendanteil in der Bevölkerung in Verbindung mit dem Globalisierungsprozess (der das staatliche Monopol auf Informationen aufhebt) und eine hohe Arbeitslosenquote, dass die VAE den Ruf nach mehr Demokratie ernst nehmen sollten. Nach außen hin schlossen sich die VAE Saudi-Arabien im Juni 2017 in ihrem Boykott von Katar an. Die Katar-Krise scheint derzeit nur Katar schwer zu treffen, aber die anhaltenden Spannungen könnten langfristig auch die Emirate beeinflussen, da die hohe Abhängigkeit vom Handel ein offenes und nichtfeindseliges Klima erfordert.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für die Vereinten Arabischen Emirate

  • Bitte beten Sie für die Regenten der Vereinigten Arabischen Emirate um Weisheit und Toleranz, damit sie den Bürgern erlauben, ihren Glauben zu ändern.
  • Beten Sie, dass die Regierung in der Lage ist, das Land vor gewaltbereiten und extremistischen Gruppen zu schützen und Konzepte zu entwickeln, die junge Menschen dazu ermutigen, motiviert für das Wohl ihres Landes zu arbeiten.
  • Beten Sie für christliche Konvertiten, die Angst haben, ihren Glauben an Jesus zu offenbaren. Beten Sie für Christinnen muslimischer Herkunft, die ihr Recht auf Besitz und ihre Kinder verlieren.

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