Länderprofil Russische Föderation

Russische Föderation

46
Weltverfolgungsindex
2020
Flagge Russland
Hauptreligion
Christentum
Platz Vorjahr
41
ISO
RU
Karte Russische Föderation
Christen
118,03
Bevölkerung
143.90
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen
Privatleben: 12.200
Familienleben: 8.300
Gesellschaftliches Leben: 10.700
Leben im Staat: 10.400
Kirchliches Leben: 12.100
Auftreten von Gewalt: 6.900

Länderprofil Russische Föderation

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 46 / 60 Punkte (WVI 2019: Platz 41 / 60 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. November 2018 – 31. Oktober 2019

Zusammenfassung

Viele ethnische Russen aus den Republiken Dagestan, Tschetschenien, Kabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien verließen wegen der Kämpfe ihr Zuhause. Die Mitgliederzahlen der Kirchen sanken dementsprechend. Von allen christlichen Gemeinschaften bekommen die russisch-orthodoxen Kirchen die wenigsten Probleme vonseiten der Regierung. Die einheimischen Christen muslimischer Herkunft in den mehrheitlich muslimischen Regionen sind am stärksten von Verfolgung betroffen, durch Familie, Freunde und Gesellschaft. In einigen Gebieten müssen sie ihren Glauben aus Angst, getötet zu werden, geheim halten. Nichtregistrierte Kirchen, die das Evangelium aktiv weitergeben, müssen mit Hindernissen wie Überwachung und Verhören rechnen.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Die Behörden der von Russland annektierten Krim-Halbinsel haben das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine freigelassen, nachdem er dort kurzzeitig festgehalten worden war.
  • Vier christliche Männer, die in einem christlichen Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige arbeiteten, wurden zu Gefängnisstrafen von fünf bis acht Jahren verurteilt.
  • Fünf Missionare, die in Tschetschenien mehrmals festgenommen worden sind, wurden schikaniert und anschließend des Landes verwiesen.

Meldungen und Beiträge zur Russischen Föderation

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit 60 Punkten belegt die Russische Föderation im Weltverfolgungsindex 2020 Platz 46.

Mit der gleichen Punktzahl belegte das Land im Vorjahr noch Platz 41. Vor dem Berichtszeitraum 2019 war die Russische Föderation nicht unter den 50 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, sondern als „Land unter Beobachtung“ gelistet. Der Druck hat in allen Bereichen des Lebens im Durchschnitt nachgelassen. Dies wird im Weltverfolgungsindex 2020 durch einen Anstieg der Verfolgung im Bereich des kirchlichen Lebens und im Bereich „Auftreten von Gewalt“ jedoch ausgeglichen – teilweise aufgrund der vermehrten Kirchenschließungen.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Im Kaukasus ist dies die wichtigste Triebkraft der Verfolgung. In den verschiedenen Republiken in den nördlichen Ausläufern des Kaukasus (Dagestan, Tschetschenien, Inguschetien, Kabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien) kämpfen militante Muslime gegen das russische Militär, um ein muslimisches Emirat zu errichten. Viele ethnische Russen haben die Region aufgrund der Gewalt verlassen. Die Mitgliederzahlen der Kirchen sanken entsprechend. Christen muslimischer Herkunft müssen ihren Glauben aus Angst, getötet zu werden, geheim halten. Auch in Tatarstan (deren Hauptstadt Kasan an der Wolga ist) findet islamische Unterdrückung statt. In dieser Region, etwa 800 Kilometer östlich von Moskau, wächst der Einfluss des Islams.

Diktatorische Paranoia

Die Gesetzgebung in der Russischen Föderation wird ständig angepasst und um weitere Einschränkungen ergänzt. Die Regierung begünstigt weiterhin die Russisch-Orthodoxe Kirche zulasten anderer christlicher Gruppen.

Ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

In den mehrheitlich muslimischen Gebieten gibt es eine starke Verbindung zwischen Volkszugehörigkeit und Religion. Wer den Islam verlässt, wird nicht nur als Abtrünniger, sondern als Verräter an der Nation gesehen. Dies ist mit Islamischer Unterdrückung verbunden.

Konfessioneller Protektionismus

Die Russisch-Orthodoxe Kirche wird als ursprünglich russisch angesehen; wohingegen der römisch-katholische und besonders der protestantische Glaube als westlich und fremd gelten. Straßenevangelisation von nichtorthodoxen Konfessionen ist nicht willkommen. Besonders nichttraditionelle christliche Gemeinschaften gerieten wegen sogenannten „Schafe Stehlens“ (des Abwerbens von Mitgliedern der orthodoxen Kirche) und „falscher Lehre“ ins Visier der Russisch-Orthodoxen Kirche.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung (verbunden mit ethnisch oder traditionell begründeten Anfeindungen)

  • Die eigene (Groß-)Familie: Diese tritt insbesondere in den muslimisch geprägten Gebieten (Nordkaukasus und an der mittleren Wolga) als Verfolger auf, wobei vor allem Konvertiten zum christlichen Glauben betroffen sind.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Es gibt eine enge Verbindung zwischen Religion und Nationalismus in den muslimisch geprägten Regionen Russlands; die Annahme des christlichen Glaubens wird ernsthaft bekämpft.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Muslimische Geistliche gehen gegen die Hinwendung zum christlichen Glauben vor.

Ausgehend von Diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Staatliche Vertreter auf verschiedenen Ebenen überwachen bestimmte christliche Gruppen und erlegen Restriktionen auf. Die Gesetzgebung in der Russischen Föderation wird ständig angepasst und um weitere Einschränkungen ergänzt.
  • Gewöhnliche Bürger: Ortsgemeinschaften in ganz Russland begegnen offen evangelistischen Aktivitäten protestantischer Christen mit Widerstand.
  • Politische Parteien: Obwohl die Russische Föderation ein (gewähltes) Parlament hat, wird sie völlig von der Partei Einiges Russland von Präsident Putin beherrscht. Ihre Vertreter verschärfen die existierenden Gesetze und ergänzen diese um neue Restriktionen.

Ausgehend von Konfessionellem Protektionismus

  • Christliche Leiter: Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat eine negative Einstellung gegenüber anderen Denominationen und beschuldigt sie des „Schafe Stehlens“. Jedoch hat sie nicht den Status einer Staatskirche.
  • Gewöhnliche Bürger: Bisweilen ermutigen orthodoxe Priester die Bürger, gegen Protestanten vorzugehen.
  • Die eigene (Groß-)Familie: Russisch-orthodoxe Christen begegnen einer Hinwendung zum protestantischen Glauben mit Widerstand.
  • Politische Parteien: Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat eine bevorzugte Stellung bei den Politikern in der Russischen Föderation.

4. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Während Christenverfolgung landesweit nicht besonders stark ist (und nur durch Einschränkungen der Regierung verursacht wird), sieht die Situation im nördlichen Kaukasus anders aus. Dort befindet sich eine Hochburg des konservativen Islam (Wahhabismus). Der Druck auf Christen ist hier sehr hoch, besonders in den Regionen Tschetschenien und Dagestan. Infolgedessen haben fast alle russischen Christen diese Gebiete verlassen. Christen muslimischer Herkunft stehen unter einem so enormen Druck, ihren christlichen Glauben zu widerrufen, dass die meisten ihren neuen Glauben verstecken müssen. Einige waren gezwungen zu fliehen oder Schutz in sogenannten Zufluchtshäusern zu suchen.

5. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 verlor das Land seinen atheistischen Eifer und Christen wurden nicht mehr so massiv verfolgt. Häftlinge, die aufgrund ihres Glaubens im Gefängnis waren, wurden entlassen und die meisten Gemeinden, die traditionellen christlichen Kirchen angehören, konnten mehr oder weniger frei agieren. Das hatte ein Aufleben des christlichen Glaubens in Russland zur Folge, wobei der Staat die Russisch-Orthodoxe Kirche bevorzugte. Andere christliche Denominationen erfahren größere Schwierigkeiten. Beispielsweise erfordert es im Vergleich mehr Energie, Mittel und Zeit, eine protestantische Kirche zu registrieren, da Christen durch den Geheimdienst auf mögliche Kontakte zum Westen überprüft werden. Wenn Beziehungen zum Westen entdeckt werden, kann der Registrierungsantrag einer protestantischen Kirche durchaus abgelehnt werden.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Christen muslimischer Herkunft werden von Muslimen im Kaukasus am meisten unterdrückt. In dieser Gegend sind alle Christen mit Gewalt und Druck konfrontiert, doch ehemalige Muslime tragen die Hauptlast. Christen muslimischer Herkunft aus Tschetschenien oder Dagestan beispielsweise werden als Verräter der nationalen Identität betrachtet. Der christliche Glaube wird mit den russischen Besetzern verbunden, die in dem Guerilla-Krieg bekämpft werden, der nun schon Jahrzehnte anhält. In den vergangenen Jahren mussten Dutzende Christen muslimischer Herkunft ihre Häuser verlassen und in sogenannten Zufluchtshäusern unterkommen. Es gestaltet sich sehr schwierig für sie, nach Hause zurückzukehren.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Nicht-traditionelle christliche Gruppierungen gerieten häufig wegen des Abwerbens von Mitgliedern ins Visier der Russisch-Orthodoxen Kirche. Jene betrachtet protestantische Gemeinschaften oft als Sekten, die falsche Lehren verbreiten. Der Staat sieht diese Gruppen als nichtrussische, westliche Spione an. In muslimischen Gegenden werden Christen häufig Ziel von Anfeindungen, da sie verdächtigt werden, das Evangelium aktiv weiterzugeben.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 12.2
Familienleben 8.3
Gesellschaftliches Leben 10.7
Leben im Staat 10.4
Kirchliches Leben 12.1
Auftreten von Gewalt 6.9

Grafik: Verfolgungsmuster Russische Föderation

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen ist sehr hoch, sank jedoch von 10,8 Punkten im Weltverfolgungsindex 2019 auf 10,7 Punkte im Weltverfolgungsindex 2020. Der geringfügige Rückgang betrifft alle Lebensbereiche außer den Bereich des kirchlichen Lebens. Dies weist darauf hin, dass der Druck durch Diktatorische Paranoia in der Russischen Föderation gestiegen ist, während der Druck durch Islamische Unterdrückung leicht gesunken ist.
  • Der Lebensbereich mit dem größten Druck ist das Privatleben, was den sehr hohen Druck auf Christen muslimischer Herkunft widerspiegelt, der durch ihr muslimisches Umfeld ausgeübt wird. Dicht dahinter folgt die Punktzahl im kirchlichen Leben, die den Druck durch den Staat wiedergibt.
  • Die Wertung für das Auftreten von Gewalt hat nun die Kategorie „sehr hoch“ erreicht, nachdem sie von 5,7 Punkten im Weltverfolgungsindex 2019 auf 6,9 Punkte im Weltverfolgungsindex 2020 gestiegen ist. Zwar wurden im aktuellen Berichtszeitraum keine Christen getötet, die Anzahl von Kirchenschließungen ist jedoch sprunghaft angestiegen. Abgesehen davon wurden mehr Christen festgenommen und verurteilt.

Zu jedem der Lebensbereiche sind im Folgenden jeweils ausgewählte Teilaspekte genannt, die im betreffenden Lebensbereich für die Christen zu den gravierendsten Schwierigkeiten gehören.

Privatleben

  • Es ist gefährlich, christliches Material zu besitzen oder aufzubewahren: Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, setzen Christen muslimischer Herkunft alles daran, dass kein christliches Material von ihrer Familie oder Gemeinschaft entdeckt wird. Der Besitz christlicher Materialien wird als klarer Beweis eines Glaubenswechsels gesehen. Die Gesetzgebung schreibt Beschränkungen für religiöses Material vor – so können Christen wegen des Besitzes von christlichem Material, das nicht den staatlichen Kriterien entspricht, zu einer Geldstrafe verurteilt werden. Bestimmten nichtregistrierten Gruppen (wie den Zeugen Jehovas) ist es verboten, religiöses Material zu besitzen.
  • Es ist gefährlich für Christen, ihrem Glauben in schriftlicher Form persönlich Ausdruck zu geben: Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, vermeiden es Christen muslimischer Herkunft aus Angst vor den Konsequenzen, ihren neuen Glauben zu zeigen. Aus diesem Grund leben viele Christen verdeckt. Auch protestantische Christen zögern, ihren Glauben in diesen Regionen zu zeigen. Die Religionsgesetze erlauben es nicht, Informationen über kirchliche und Glaubensthemen auf sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Christen aus registrierten Kirchen in Russland teilen ihren Glauben offen, obwohl der Zugang zu ihren Webseiten auf eine Gruppe von Freunden beschränkt ist. Christen aus nicht registrierten Kirchen neigen jedoch dazu, Facebook nicht zu nutzen, vor allem, weil sie befürchten, wegen illegaler missionarischer Aktivitäten angeklagt zu werden.
  • Eine Hinwendung zum christlichen Glauben wird abgelehnt, verboten oder bestraft: Ein Glaubenswechsel wird vom muslimischen sozialen Umfeld (Familie, Freunde, lokale Imame) im Nordkaukasus stark und in der mittleren Wolga-Region (Tatarstan und Baschkortostan) etwas weniger stark abgelehnt. Es gibt kein durch den Staat errichtetes Hindernis, den Glauben zu wechseln – die Gesetzgebung ist säkular. Im europäischen Teil der Russischen Föderation wird ein Glaubenswechsel hin zum katholischen und anderen nicht russisch-orthodoxen Konfessionen von der Russisch-Orthodoxen Kirche und den (örtlichen) Behörden, die diese unterstützen, abgelehnt. In kaukasischen, sibirischen und fernöstlichen Teilen wird eine Hinwendung zu protestantischen, katholischen und anderen nicht russisch-orthodoxen Konfessionen von den örtlichen islamischen oder buddhistischen Leitern oder der Russisch-Orthodoxen Kirche und den (örtlichen) Behörden bekämpft, die die mehrheitliche Religion vor Ort unterstützen. Im Allgemeinen wird die Aufteilung gemäß der Grundsätze „Alle Russen sind russisch-orthodox“ und „Alle Einheimischen sind Muslime oder Buddhisten“ von allen örtlichen säkularen Behörden und religiösen Leitern respektiert.
  • Es ist ein Risiko für Christen, über ihren Glauben mit anderen als mit ihren engsten Familienangehörigen zu sprechen: Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, zwingt der Druck durch Familie, Freunde und das soziale Umfeld Christen muslimischer Herkunft dazu, ihren Glauben unerkannt zu leben. Die Hürde ist noch größer, Fremden den neuen Glauben zu zeigen, als der eigenen Familie. Dies würde die Familie unweigerlich beschämen. Protestantische Christen achten sorgfältig darauf, in diesen Regionen nicht über ihren Glauben zu reden, da dies automatisch als eine Form der Evangelisation betrachtet wird. Allgemein erregen Menschen, die in Russland über ihren Glauben diskutieren, unerwünschte Aufmerksamkeit. Der Staat verhindert dies nicht.

Familienleben

  • Christen wird eine christliche Hochzeit verweigert: Für Christen muslimischer Herkunft aus dem Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, ist das ein Problem. Muslimische Familien tolerieren keinerlei christlichen Einfluss. Einheimische Muslime erlauben auch keine öffentlichen christlichen Feiern, die von protestantischen Christen veranstaltet werden. Hochzeiten im Kreise der Familie werden meist nicht gestört.
  • Christliche Taufen werden be- oder verhindert: Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, werden Taufen als „endgültiger Abschied“ vom Glauben der Väter betrachtet – als endgültiges Symbol der Bekehrung. Die Familie, Freunde und das soziale Umfeld lehnen sie erbittert ab. Der Staat verbietet Taufen nicht, doch wenn eine nicht registrierte Gruppe eine Taufe zu öffentlich feiert, muss sie mit Überwachung und möglichen Störungen rechnen.
  • Eltern werden daran gehindert, ihre Kinder gemäß ihrem christlichen Glauben aufzuziehen: Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, werden Kinder von Christen muslimischer Herkunft ihren Eltern zeitweise und manchmal dauerhaft von der erweiterten Familie weggenommen. Offiziell ist Russland jedoch ein säkulares Land und hindert Christen nicht daran, ihre Kinder nach ihrem Glauben zu erziehen.
  • Wegen des christlichen Glaubens ihrer Eltern werden Kinder diskriminiert oder schikaniert: Wenn die Kinder von Christen muslimischer Herkunft im Nordkaukasus und im Bereich um den Mittellauf der Wolga bleiben, werden sie von der eigenen Familie, Freunden und Nachbarn schlecht behandelt. Sie müssen normalerweise einen Prozess der „Umerziehung“ durch die erweiterte Verwandtschaft durchlaufen, damit sie den „richtigen“ Weg, ein Muslim zu sein, kennenlernen. Kinder von protestantischen Christen können schikaniert oder aus ihrem sozialen Umfeld ausgeschlossen werden.

Gesellschaftliches Leben

  • Christen stehen durch ihr soziales oder privates Umfeld unter Beobachtung: Christen muslimischer Herkunft und protestantische Christen werden im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, permanent durch ihr muslimisches Umfeld beobachtet. Nach dem Jarowaja-Gesetz ist es die Pflicht jedes russischen Bürgers, die Polizei über jedes religiöse Treffen, jeden Fall von Missionierung usw. zu informieren. Telefon- und Internetanbieter sind verpflichtet, Aufzeichnungen über Inhalte von Gesprächen und Nachrichten vorzuhalten und sie bei Bedarf der Polizei zur Verfügung zu stellen. Dieser gesetzlichen Forderung nicht nachzukommen ist eine Straftat.
  • Christen wurden wegen ihres Glaubens verhört oder dazu gezwungen, sich bei der Polizei zu melden: Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, stehen Christen unter permanenter Bobachtung durch ihr muslimisches Umfeld. Nachdem das Jarowaja-Gesetz verabschiedet wurde, wurden hunderte Christen verhört. Die meisten von ihnen waren protestantische Christen. Wenn Gemeindemitglieder illegaler missionarischer Aktivitäten bezichtigt werden, können ihre Gemeindepastoren verhört und zu einer Geldstrafe verurteilt werden.
  • Christen werden wegen ihres Glaubens belästigt, bedroht oder im Alltagsleben gestört. Christen muslimischer Herkunft werden im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, durch ihre muslimischen Familien, Freunde, ihr Umfeld und ansässige Imame schikaniert und bedroht. Protestantische Christen, die ihren Glauben öffentlich ausleben und dazu das Evangelium weitergeben, werden ebenso von ihrem muslimischen Umfeld schikaniert. Nichtregistrierte protestantische Christen stehen in der Gefahr, vom Staat eingeschüchtert zu werden. Außerdem übt das orthodoxe Umfeld zusätzlichen Druck aus. Für sie sind alle nichtorthodoxen russischen Christen Verräter ihrer Kultur und Identität.
  • Christen werden aufgrund ihres Glaubens zu Geldstrafen verurteilt: Diese werden in der Regel durch den Staat verhängt. Lokale Behörden in ganz Russland können Gemeinden mit Strafen belegen, wenn diese ohne offizielle Genehmigung betrieben werden. Nach Verabschiedung des Jarowaja-Gesetzes wurden hunderte Christen verhört und zu hohen Geldstrafen verurteilt. Die meisten von ihnen waren protestantische Christen. Gründe für die Verurteilungen: illegale missionarische Aktivitäten, wie z.B. das Einladen zum Gottesdienst, der Besitz von christlicher Literatur (wenn keine vollständigen Angaben des Verlags vorliegen) und das Abhalten illegaler religiöser Treffen, wie Gebetstreffen oder Bibelunterricht.

Leben im Staat

  • Die Verfassung oder eine vergleichbare nationale Gesetzgebung schränkt die Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein: Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit, gleiche Rechte unabhängig von der religiösen Überzeugung, sowie das Recht, seine Religion auszuüben und zu bekennen. Das Gesetz erklärt, dass Regierungsbeamte die Aktivitäten einer religiösen Vereinigung verbieten können, wenn diese die öffentliche Ordnung verletzt oder an „extremistischen Aktivitäten“ beteiligt ist. Das Gesetz bezeichnet das Christentum, den Islam, das Judentum und den Buddhismus als die vier „traditionellen“ Religionen des Landes und erkennt die besondere Rolle der Russisch-Orthodoxen Kirche an. Es unterscheidet zwischen „religiösen Gruppen“, welche zwar das Recht haben Gottesdienste abzuhalten, aber einige andere Aktivitäten nicht durchführen dürfen, und zwei Kategorien von „religiösen Organisationen“, die durch die Registrierung bei der Regierung einen legalen Status erlangen, der ihnen die Erfüllung verschiedener religiöser und ziviler Funktionen gewährt. Die Umsetzung des Jarowaja-Gesetzes untergräbt die Grundsätze der in der Verfassung verankerten Religionsfreiheit vollständig. Der Islam hat keinen Einfluss auf die russische Gesetzgebung.
  • Christen werden in der Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt: Mit den Visa-Regelungen hat die Regierung die Möglichkeiten für nicht-russische Bürger, religiöse Aktivitäten auszuüben, zunehmend eingeschränkt. Mit einem Missions- oder humanitären Visum dürfen keine religiösen Dienste mehr getan werden. Diejenigen, die religiöse Dienste leisten möchten, benötigen nun sowohl einen Vertrag mit einer gesetzlich registrierten religiösen Organisation als auch ein Arbeitsvisum (wie dem US-amerikanischen Bericht zur internationalen Religionsfreiheit vom Jahr 2017 entnommen werden kann). Russische Christen können innerhalb Russlands und im Ausland frei reisen. Die muslimische Bevölkerung schränkt die Bewegungsfreiheit der Konvertiten auf ihren lokalen Rahmen begrenzt ein.
  • Im Umgang mit den Behörden werden Christen oft diskriminiert: Protestantische Christen wurden schon vor Inkrafttreten des Jarowaja-Gesetzes benachteiligt; nun, da dieses Gesetz umgesetzt wird, ist die Diskriminierung ausgeprägter geworden. Die Regierung weist der Russisch-Orthodoxen Kirche eine bevorzugte Stellung zu. Protestantische Kirchengemeinden werden als Sekten angesehen und dementsprechend anders behandelt.
  • Christen erleben Einschränkungen in der öffentlichen Meinungsäußerung: Seit dem Inkrafttreten des Jarowaja-Gesetzes wird Christen davon abgeraten, ihre Ansichten oder Meinungen in der Öffentlichkeit oder in sozialen Netzwerken zum Ausdruck zu bringen. Sie können dafür zu einer Geldstrafe verurteilt werden. Ohne schriftliche Genehmigung über Gott zu sprechen, kann mit Bußgeldern oder Haft bestraft werden. Christen muslimischer Herkunft und protestantische Christen haben im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, mit Problemen zu rechnen, wenn sie ihre Ansichten und ihren Glauben in der Öffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Auf Landesebene hat der Islam jedoch keinen Einfluss.

Kirchliches Leben

  • Kirchliche Aktivitäten werden überwacht, behindert, gestört oder verhindert: Seit dem Inkrafttreten des Jarowaja-Gesetzes zur Bekämpfung des Terrorismus wurden nichtorthodoxe Kirchen häufiger unter Beobachtung gestellt. Bei zahlreichen Treffen wurden Razzien durchgeführt. Christliche Leiter mussten Bußgelder zahlen. Aus Angst vor Vergeltung durch das muslimische Umfeld vermeiden Christen muslimischer Herkunft im Nordkaukasus den Besuch von Gottesdiensten.
  • Kirchen, christliche Organisationen oder Einrichtungen werden daran gehindert, ihre Überzeugungen in den Medien zu teilen: Der Zugang von protestantischen und evangelikalen Kirchen zu lokalen oder nationalen Radio- und TV-Stationen wird verhindert. Laut Gesetz ist es im Internet verboten, das Evangelium weiterzugeben. Seit dem Inkrafttreten des Jarowaja-Gesetzes ist es Christen und christlichen Organisationen verboten, ihren Glauben mit Nichtchristen zu teilen.
  • Kirchen oder christliche Organisationen werden daran gehindert, christliche Materialien zu drucken oder Druckmaschinen zu besitzen: Seit dem Inkrafttreten des Jarowaja-Gesetzes müssen Verlage alle Informationen über die Organisation angeben, die christliche Materialien druckt. Wenn diese Informationen nicht vollständig zur Verfügung gestellt werden, können christliche Materialien beschlagnahmt und vernichtet, sowie Pastoren und Christen dazu aufgefordert werden, Bußgelder zu zahlen. Diese Einschränkung gilt auch für christliche Materialien, die vor der Verabschiedung des Jarowaja-Gesetzes veröffentlicht und gedruckt wurden. Häufig ist dies sehr schwierig, da Materialien solcher Art ohne diese Informationen verteilt wurden. Die Besitzer solcher Materialien müssen damit rechnen, Bußgelder zu zahlen, wenn diese entdeckt werden. Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, verbieten Muslime das Drucken christlicher Materialien.
  • Kirchen werden daran gehindert, christliche Materialien zu importieren: Der Import religiöser Literatur aus dem Ausland setzt den Kontakt zu (religiösen) Organisationen im Ausland voraus. Alle Einrichtungen, die (nicht geschäftliche) Beziehungen zu ausländischen Organisationen unterhalten, werden von der Regierung als ausländische Akteure bezeichnet. Offiziell ist es nicht verboten, religiöse Literatur aus dem Ausland zu importieren, aber in der Praxis erweist es sich als Problem. Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, lehnen die muslimischen Leiter jegliche eingeführten christlichen Materialien ab (insbesondere, wenn sie in ihrer eigenen Sprache vorliegen). Für sie hat das Material einen evangelistischen Zweck.

Auftreten von Gewalt

  • Fünf Missionare wurden während des aktuellen Berichtszeitraums schikaniert und anschließend des Landes verwiesen.
  • Mindestens 14 Christen wurden festgenommen. Darunter sind vier christliche Männer, die in einem christlichen Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige arbeiteten und zu Gefängnisstrafen von fünf bis acht Jahren verurteilt wurden.
  • Mindestens zehn Kirchen wurden angegriffen und/oder gewaltsam geschlossen.

7. Verfolgungssituation für Männer und Frauen

Wie Frauen Verfolgung erfahren:

  • Entführung
  • Ausschluss aus der Gemeinschaft
  • Beschlagnahme von Erbschaft und Besitz
  • Wirtschaftliche Schikane im Berufs-/Geschäftsleben
  • Zwangsscheidung
  • Zwangsverheiratung
  • (Haus-)Arrest durch die Familie
  • Verhaftung durch die Behörden
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Sexuelle Gewalt
  • Verbale Gewalt

Die verwundbarsten christlichen Frauen in Russland sind Christinnen muslimischer Herkunft. In den muslimischen Regionen Russlands basiert der Alltag auf der islamischen Kultur, die Frauen einen untergeordneten Status zuweist. Von Frauen wird erwartet, dass sie sich ihren Eltern und, wenn sie verheiratet sind, ihren Ehemännern vollständig unterordnen. Dadurch sind sie verwundbarer für Verfolgung in Form von verbaler und körperlicher Gewalt, Anschuldigungen, Schlägen, Hausarrest, Ablehnung, Verlust des Erbrechts, Drohungen und dem Verlust von Arbeitsplätzen. Aus diesem Grund kann eine Frau ihre eigene Religion nicht frei wählen und wird verfolgt, wenn sie den christlichen Glauben annimmt. Junge Frauen, die von finanzieller Unterstützung abhängig sind, können von ihren Eltern zurückgehalten werden. Körperliche Gewalt und Vergewaltigungen können vorkommen – Frauen reden jedoch nicht darüber, nicht einmal mit ihren engsten Familienangehörigen. Weil dies als Schande angesehen wird, finden sie dort keine Unterstützung. Eine verheiratete Christin kann von ihrem Mann geschlagen werden; er kann sich wegen ihres Glaubens von ihr scheiden lassen. Laut Gesetz haben Männer und Frauen die gleichen Rechte; die Gesetze, die häusliche Gewalt betreffen, sind für Frauen jedoch zum Nachteil.

Im Nordkaukasus, und in geringerem Ausmaß auch im Bereich um den Mittellauf der Wolga, leben Christinnen muslimischer Herkunft in der Gefahr, entführt und mit einem Muslim verheiratet zu werden. Häufig wurden voreheliche Vereinbarungen getroffen, bevor ein Glaubenswechsel stattfand. In diesen Fällen sind Frauen auf folgende zwei Arten isoliert: Auf der einen Seite durch ihren nicht-christlichen Partner, der ihren neuen Glauben nicht teilt; auf der anderen Seite durch die örtliche Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinde, die für gewöhnlich diejenigen exkommunizieren, die einen Nicht-Christen heiraten. Dieser soziale Druck kann die Zukunft betroffener Christinnen erschüttern.

Wie Männer Verfolgung erfahren:

  • Entführung
  • Verweigerung des Zugangs zu christlicher Literatur
  • Verweigerung gemeinschaftlich genutzter Ressourcen
  • Beschlagnahme von Erbschaft und Besitz
  • Diskriminierung/Schikane im Bildungsbereich
  • Wirtschaftliche Schikanierung durch Geldstrafen
  • Wirtschaftliche Schikane im Berufs-/Geschäftsleben
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Verbale Gewalt

Die vielschichtigen Formen der Christenverfolgung in Russland betreffen vor allem Christen mit muslimischem Hintergrund in den überwiegend muslimischen Regionen.

Männer werden als Familienoberhaupt betrachtet und sind in der Regel die Hauptversorger. Wenn ein Christ auf Grund seines Glaubens seinen Arbeitsplatz verliert (weil er zu einer Geld- oder Haftstrafe verurteilt wird), leidet die ganze Familie. Unternehmen haben vereinzelt mit Problemen zu kämpfen, wenn ihre Eigentümer Christen sind. Beeinträchtigungen durch Kontrollen der Feuerwehr, Gesundheitsbehörde etc. sind nicht ungewöhnlich.

Die in diesem Kontext meist männlichen Kirchenleiter sind häufig Ziel von Drohungen, verbaler und körperlicher Gewalt, Ablehnung und Arbeitslosigkeit. Wenn diese Kirchenleiter auf irgendeine Weise verfolgt werden, hat dies oft eine negative Auswirkung auf die Kirche und verbreitet Angst unter den Kirchenmitgliedern.

Aufgrund des wachsenden Patriotismus in Russland (der zum Teil auf dem Militarismus und der Erinnerung an den „Großen Vaterländischen Krieg“ aufbaut – das ist die russische Bezeichnung für den Zweiten Weltkrieg) wird es für junge Männer immer populärer, in der Armee zu dienen. Christen, die sich anstelle des Militärdienstes für einen Zivildienst entscheiden, riskieren es, diskriminiert zu werden.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit, gleiche Rechte unabhängig von der religiösen Überzeugung, sowie das Recht seine Religion auszuüben und zu bekennen. Das Gesetz erklärt, dass Regierungsbeamte die Aktivitäten einer religiösen Vereinigung verbieten können, wenn diese die öffentliche Ordnung verletzt oder an „extremistischen Aktivitäten“ beteiligt ist. Der Oberste Gerichtshof entschied, die Aktivitäten der Zeugen Jehovas als „extremistisch“ zu kriminalisieren, wodurch er ihre Aktivitäten und Schriften faktisch verbot, und ordnete die Auflösung ihres Hauptsitzes an. Die Behörden setzen ihre Praxis fort, Menschen, die kleineren religiösen Gruppen oder Organisationen angehören, wegen angeblichem „Extremismus“ zu verhaften und mit Geldstrafen zu belegen.

Beispiele:

  • Der Oberste Gerichtshof der von der Russischen Föderation annektierten Krim verurteilte den 49-jährigen Muslim Renat Suleimanov zu vier Jahren Haft. Er saß zuvor mehr als 15 Monate in Untersuchungshaft, nachdem er im Oktober 2017 durch den russischen Geheimdienst FSB verhaftet worden war. Er wurde aufgrund von Vorwürfen extremistischen Verhaltens und angeblicher Leitung der muslimischen Missionsbewegung „Tabligh Jamaat“, die durch die Russische Föderation verboten wurde, bestraft. Er wies alle Vorwürfe extremistischen Verhaltens zurück.
  • Der dänische Staatsbürger Dennis Ole Christensen ist der erste Zeuge Jehovas, der in der Russischen Föderation seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Freiheitsentzug verurteilt wurde, weil er sein Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit in Anspruch nahm. Am 6. Februar 2019 erklärte Richter Aleksej Rudnev vom Railway-Bezirksgericht in der Stadt Oryol (südlich von Moskau) Christensen nach einem fast zwölfmonatigen Prozess für schuldig, da er laut Strafgesetzbuch Artikel 282.2, Paragraph 1 „Aktivitäten einer verbotenen extremistischen Organisation organisiert habe“. Der Richter verhängte eine Haftstrafe von sechs Jahren in einem Arbeitslager des Regimes.
  • Im Mai 2019 demolierten von Behörden zur Verfügung gestellte Bulldozer eine auf privatem Ackerland errichtete Moschee in der Nähe der Stadt Tschernjakhovs (Oblast Kaliningrad). Sie behaupteten, die Moschee und drei weitere Gebäude auf dem Gelände verstießen gegen die Bauvorschriften.

9. Der Ausblick für Christen

Islamische Unterdrückung

Es besteht die Gefahr, dass sich die Aktivitäten militanter Islamisten in Tschetschenien und Dagestan, den Republiken des nördlichen Kaukasus, fortsetzen.

Diktatorische Paranoia

Da es keinen Regierungswechsel geben wird, kann das, was in den vergangenen fünf Jahren geschehen ist, als Richtschnur dafür betrachtet werden, was in Zukunft erwartet werden kann: nämlich weitere gesetzliche Restriktionen und ein wachsender Nationalismus.

Konfessioneller Protektionismus

Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat unter der gegenwärtigen Gesetzgebung eine bevorzugte Stellung inne. Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Patriarchat von Konstantinopel über die Autorität über die orthodoxe Kirche in der Ukraine scheinen die Russisch-Orthodoxe Kirche noch näher zur Regierung von Präsident Putin zu treiben. Die Abneigung gegen alle nichtorthodoxen religiösen Aktivitäten in der Russischen Föderation wird wahrscheinlich zunehmen.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für die Russische Föderation:

  • Ein Großteil des Drucks auf Christen geht von der Regierung aus, die einschränkende Gesetze verabschiedet. Beten Sie für Schutz der Christen in Russland, damit sie die Gesetze verstehen und befolgen können und gleichzeitig ihre evangelistischen Einsätze fortführen können.
  • Christliche Aktivitäten können staatlich überwacht und Gottesdienste manchmal von Sicherheitsbeamten überprüft werden. Beten Sie für die Sicherheit der Gemeindemitglieder, wenn diese von der Polizei verhaftet und verhört werden.
  • Christen muslimischer Herkunft müssen ihren Glauben aus Angst, getötet zu werden, geheim halten. Beten Sie, dass Gott sie und ihre Familien schützt und ihnen Weisheit, Mut und Kraft schenkt.
  • Die jüngsten Spannungen zwischen der russischen Föderation und dem Westen haben zu einem größeren Misstrauen gegenüber protestantischen Christen geführt, die Unterstützung von ausländischen Organisationen erhalten. Beten Sie, dass dies den Registrierungsprozess neuer protestantischer Kirchen nicht beeinträchtigt.

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