Pakistan: Neue Perspektiven durch Bildungsprogramme

Alphabetisierungskurse für christliche Frauen in Pakistan
Durch Alphabetisierungskurse erhalten christliche Frauen Aussichten auf ein besseres Leben

 

Insbesondere in den ländlichen Regionen Pakistans werden Christen als Menschen zweiter Klasse angesehen und haben kaum Aussichten auf ein besseres Leben. Viele Farmer müssen für ein geringes Einkommen bei wohlhabenden muslimischen Grundbesitzern arbeiten, Mädchen bekommen fast nie die Chance auf Bildung. So begann auch die Geschichte der Schwestern Rhea* und Mehak*. Obwohl die Mädchen jede noch so kleine Münze zusammensparten und ihren Pastor baten, mit ihren Eltern zu sprechen, wollten diese ihnen nicht erlauben, eine Schule zu besuchen. „Die Eltern müssen ihr ganzes Geld sparen, damit ihre Töchter später einmal heiraten können“, erklärt der Pastor der Schwestern die Situation. Häufig können Eltern ihre Kinder auch deshalb nicht zur Schule schicken, weil sie auf dem Feld und im Haus als helfende Hände gebraucht werden, die zur Versorgung der Familie beitragen.


Tür zur Bibel

Rheas und Mehaks Eltern stimmten schließlich immerhin zu, dass die beiden Mädchen das Lydia-Center besuchen durften, mit dem Open Doors eng kooperiert. Trotz der anfänglichen Enttäuschung darüber, nicht zur Schule gehen zu können, freuten sich die Schwestern, ins Lydia-Center zu kommen. Im Zentrum lernten die Mädchen dann neben Nähen und Sticken auch das Lesen und Schreiben. Sie kamen nur langsam voran, aber das Team im Center versuchte, ihnen die wichtigsten
Grundlagen beizubringen, bevor ihre Eltern die beiden als dringend benötigte Hilfen zurück nach Hause holten. „Wir hatten noch nie zuvor einen Bleistift in der Hand“, sagt Rhea strahlend. „Prisca* lehrte uns, wie man einen Bleistift hält und damit auf Papier schreibt. Das war ein unglaubliches Gefühl. Lieber würde ich hungern, als
dass ich nicht mehr jeden Abend auf Papier schreiben kann.“

Die Mädchen konnten nur für kurze Zeit vom Alphabetisierungskurs profitieren, dennoch hat dieser ihr Leben zutiefst geprägt. Die Bibel war einst ein Buch mit sieben Siegeln für sie und Pakistan ein Land ohne Möglichkeiten. „Die Fähigkeit zu lesen bringt Menschen mit Gottes Wort in Kontakt“, sagt ein Berater der Partnerorganisation von Open Doors. Dadurch würden auch kommende Generationen geprägt. Der Alphabetisierungskurs hat Rhea und Mehak den Weg zur Bibel gebahnt. In ihr findet sich der Schlüssel zu einer sicheren Hoffnung.

 

Handarbeitsübung für christliche Frauen in Pakistan
Nähausbildung für christliche Frauen. Lahore, Pakistan.


Felder bestellen und Brücken bauen

Neben Alphabetisierungskursen und speziellen Lehrgängen für Frauen werden christliche Farmer mit landwirtschaftlichen Schulungen unterstützt. Christen müssen häufig das Land für vermögende muslimische Grundbesitzer bestellen – andere Arbeitsbereiche bleiben ihnen verwehrt, da sie als „Unreine“ beispielsweise kein Essen oder Kochutensilien berühren sollen. „Viele unserer Geschwister hier sind ungebildet und können nicht lesen oder schreiben“, sagt Zahid*, ein Mitarbeiter. „Einige Kinder haben noch nie eine Schule besucht; sie arbeiten auf dem Feld, seit sie alt genug sind, ihre Eltern zur Arbeit zu begleiten.“

Mitarbeiter besuchen Farmer in ihren Dörfern, hören sich ihre Sorgen und Fragen an und unterstützen sie mit praktischen Ratschlägen. Das Angebot ist dabei nicht nur für Christen geöffnet. Auch muslimische Nachbarn werden eingeladen und so können Brücken und Freundschaften gebaut werden, die das Zusammenleben und -arbeiten verbessern. Zudem wird das Evangelium weitergegeben und Erstaunliches geschieht: Muslime hören von Jesus und Christen lernen, auch den Muslimen, die sie schlecht behandeln, mit Liebe und Vergebung zu begegnen. „Uns wurde gezeigt, wie wir das uns anvertraute Land bewirtschaften und für Jesus leben können. Diesen Jesus kannte ich vorher nicht, weil ich keinen Zugang zur Bibel hatte. Wir haben nun die Hoffnung, dass er uns nicht vergessen hat.“

 

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