Zusammenfassung der Erhebung

Zusammenfassung der Erhebung

 

In dieser Zusammenfassung lesen Sie in komprimierter Form von Aufbau, Form und Ergebnissen der Erhebung von Open Doors zum Thema „Schutz für Konvertiten vor Abschiebung in Länder mit Christenverfolgung“. Die vollständige Erhebung finden Sie hier als PDF zum Download.

Executive Summary

  1. Christliche Konvertiten sind weltweit die am stärksten von Christenverfolgung betroffene Gruppe. Mit ihrer Flucht nach Deutschland versuchen viele Konvertiten, genau dieser Verfolgung zu entgehen und bedürfen des besonderen Schutzes.
     
  2. Die Erhebung befasst sich mit Menschen, die in Deutschland Schutz suchen und einen Glaubenswechsel vom islamischen hin zum christlichen Glauben vollzogen haben. Diese „Neuchristen“ werden in der Erhebung als Konvertiten bezeichnet. Die Erhebung konzentriert sich auf Konvertiten, denen ihre jeweiligen Kirchengemeinden die Ernsthaftigkeit ihres Glaubenswechsels bescheinigen und die an deren Gemeindeleben teilnehmen.
     
  3. An der Erhebung beteiligt waren 179 Kirchengemeinden aus mehreren Gemeindeverbänden und aus allen Bundesländern, die 6.516 Konvertiten betreuen. Damit erfasst sie unseren Schätzungen zufolge 15–30 % der Grundgesamtheit der Konvertiten.
     
  4. Zeitrahmen: Die Erhebung erfolgte in zwei Befragungen
    1. Pilotstudie: 16.7.– 8.8.2019
    2. Hauptstudie: 9.8.–20.9.2019
       
  5. Die Schutzquote für Konvertiten liegt etwas über der Schutzquote für Schutzsuchende allgemein. Die besondere Gefährdungssituation von Konvertiten wird in den Entscheidungen zu Asylgesuchen kaum abgebildet.
     
  6. Die Schutzquote für Konvertiten durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist seit Mitte 2017 erheblich gesunken, sogar etwas stärker als die allgemeine Schutzquote für Schutzsuchende. Auch dies ist ein Indiz dafür, dass bei Konvertiten keine besondere Gefährdungssituation erkannt wird.
     
  7. In vielen Fällen und insbesondere in den beiden letzten Jahren haben schutzsuchende Konvertiten erst durch Verwaltungsgerichte (VG) einen Schutzstatus erhalten.
     
  8. Es gibt keine einheitliche Rechtsprechung in Konversionsfragen in Deutschland, die Schutzquoten der Bundesländer weichen deutlich voneinander ab.
     
  9. Gemeinden berichten von zahlreichen Anhörungen und Verhandlungen, die ihren Beobachtungen nach nicht rechtskonform verlaufen sind.
     
  10. Viele Pastoren, Pfarrer und Ehrenamtliche sind erschüttert über die hohe Zahl der Konvertiten, die keinen Schutzstatus erhalten haben und sich in einem Raum der Unsicherheit befinden. Noch mehr Sorge bereitet den Gemeinden, dass bereits Konvertiten abgeschoben wurden in Länder, wo sie wegen ihres Glaubens an Jesus Christus schwerer Verfolgung ausgesetzt sind. Das gilt selbst dann, wenn Konvertiten ihren Glauben nur vorgetäuscht haben sollten.
     
  11. Die Gemeinden führen in sehr großer Mehrheit einen sorgfältigen Taufunterricht für Interessierte am christlichen Glauben durch. Die Beteiligung der Konvertiten am Gemeindeleben ist nachhaltig und sehr hoch.
     
  12. Für Pfarrer und Pastoren sind 88 % der betreuten Konvertiten glaubwürdig, 86 % zeigen dies auch mit ihrer Teilnahme am Gemeindeleben. Das BAMF aber erteilte im Zeitraum 2018–2019 nur 37,6 % der Konvertiten einen Schutzstatus.
     
  13. Auch wenn es einzelne „schwarze Schafe“ unter den Konvertiten gibt (und auch Gemeinden, die vorschnell taufen), ist eine Pauschalverurteilung aller Konvertiten unzulässig. Wer ihnen mehrheitlich einen Glaubenswechsel aus asyltaktischen Gründen unterstellt, trifft eine diskriminierende Fehleinschätzung und nimmt extrem gefährliche Auswirkungen für das Leben von Konvertiten in Kauf.
     
  14. Die Vorlage von Bescheinigungen der Kirchengemeinden – Taufurkunden sowie Bescheinigungen zur Teilnahme am Gemeindeleben und zum Wachstum im Glauben – hat sich bei den Entscheiden des BAMF durchweg negativ ausgewirkt.
     
  15. Es ist irritierend, dass Mitarbeiter des BAMF und der VG bei Entscheidungen und Urteilen die Erkenntnisse von Experten ignorieren.
     

Zur Erhebung

 

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