Hintergründe zur Lage der Christen in Syrien

Hintergründe zur Lage der Christen in Syrien

Wie geht es den Christen in Syrien?

Mittlerweile ist der Krieg in der Wahrnehmung der Menschen sowohl in Syrien als auch im westlichen Ausland mehr oder weniger beendet, auch wenn in Idlib im Nordwesten des Landes noch immer gekämpft wird und nicht zuletzt die im Oktober erfolgte Offensive der Türkei große Instabilität über die Region gebracht hat. Dies zeigt, wie zerbrechlich die Sicherheitslage immer noch ist. Die Not, die der Krieg über das Land gebracht hat, dauert außerdem an. Wie geht es den Christen inmitten all dieser Geschehnisse?

Wie ging es den Christen, als die Kämpfe an vielen Stellen tobten?

Der Krieg traf alle Einwohner Syriens hart, doch als die oppositionellen Truppen zunehmend unter den Einfluss islamistischer Strömungen gerieten, wurden immer wieder gezielt Christen angegriffen. In dem Bestreben, Syrien zu einem islamischen Staat zu machen, wurden Christen und Angehörige anderer Religionen und Glaubensrichtungen bedrängt und vertrieben. Kirchen wurden entweiht und verwüstet und Gemeinden eingeschüchtert; hinzu kamen Erpressungen, Entführungen und die Ermordung einzelner Christen sowie Überfälle auf mehrheitlich von Christen bewohnte Dörfer, die mit der Plünderung und Zerstörung von Wohnhäusern einhergingen. Auch wurden christliche Frauen und Mädchen vergewaltigt.
 

Zerstörung in Homs
Zerstörte Straße in Homs


Die Gewalt gegen Christen erreichte ihren Höhepunkt, als der sogenannte „Islamische Staat in Irak und Syrien“ (wenig später nur noch als „Islamischer Staat“ bezeichnet) auf den Plan trat und im Juni 2014 ein Kalifat ausrief. Die Kämpfer zwangen die Bevölkerung in den von ihnen besetzten Gebieten zur Einhaltung islamischer Gesetze und richteten „Ungläubige“ erbarmungslos hin. Die Angst vor einem Syrien vollständig unter islamistischer Herrschaft griff um sich und führte dazu, dass viele Christen in dem repressiven Assad-Regime, in dem sie zwar unterdrückt, aber nicht mit Vernichtung bedroht wurden, noch das kleinere Übel sahen.

Wie hat Open Doors den syrischen Christen inmitten des Kriegs geholfen?

Um den Christen in ihrer Bedrängnis zur Seite zu stehen, startete Open Doors im Frühjahr 2012 ein großangelegtes Nothilfeprogramm, mit dem über die Jahre des Krieges zeitweise monatlich mehr als 50.000 Menschen in Syrien mit dem Nötigsten versorgt werden konnten. Die Hilfsgüter wie Lebensmittel- und Hygienepakete, Kleidung, Decken und Medikamente wurden dabei über lokale christliche Gemeinden ausgegeben.
 

Verteilung von Nothilfe an syrische Flüchtlinge
Verteilung von Nothilfe an syrische Flüchtlinge


Außerdem verteilten die Partner von Open Doors Bibeln und boten seelsorgerliche Begleitung an. Auch wenn die Unterstützung vorrangig auf Christen ausgerichtet war, wandten sich bald auch notleidende Muslime an die Kirchen, baten um Hilfe und erlebten die Liebe Jesu, indem sie nicht abgewiesen wurden, sondern ebenfalls Hilfspakete erhielten.

Ist die Lage für Christen jetzt besser?

Die Zahl der Christen in Syrien hat sich durch die Auswirkungen des Krieges um etwa eine Million auf weniger als die Hälfte der Anzahl vor dem Krieg verringert. Und viele Christen verlassen Syrien auch jetzt noch. Ein Grund dafür ist die große existentielle Not, in der sich viele Menschen in Syrien befinden. Ein weiterer Grund ist der demografische Wandel – in vielen ehemals hauptsächlich von Christen bewohnten Gebieten leben inzwischen vor allem Muslime. Es gibt Hinweise darauf, dass Muslime finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten, um Grundstücke und Häuser kaufen zu können, während Christen keine Möglichkeit haben, ihren Besitz zurückzufordern oder das Verlorene wieder aufzubauen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre haben viele christliche Familien Angst davor, ihre Kinder in einer muslimisch dominierten Umgebung aufwachsen zu sehen. Aus gleichen Gründen beobachten sie auch mit Sorge, dass die Regierung den Einfluss des Islams auf den Bildungs- und Kulturbereich fördert. Man muss davon ausgehen, dass die Diskriminierung von Christen dadurch auf lange Sicht zunehmen wird und kirchliche Aktivitäten noch weiter eingeschränkt werden, was zu einer weiteren Verdrängung der Christen aus der syrischen Gesellschaft führen würde.

Warum ist es wichtig, dass Christen in Syrien bleiben?

Gerade jetzt braucht die syrische Bevölkerung mehr denn je Menschen, die ihnen von der Hoffnung erzählen können, die in Jesus Christus zu finden ist. Die schrecklichen Erlebnisse während des Krieges und die von islamistischen Kämpfern begangenen Gräueltaten haben viele Muslime ins Nachdenken gebracht – sie zweifeln an ihrer eigenen Religion und sind auf der Suche. Deshalb ist es so wichtig, dass die Gemeinde Jesu in Syrien bestehen bleibt und gestärkt wird, um in ihrer Umgebung Salz und Licht zu sein.
 

Partner von Open Doors besuchen syrische Flüchtlinge und beten mit ihnen
Partner von Open Doors besuchen syrische Flüchtlinge und beten mit ihnen


Doch diesem Auftrag können sie nur gerecht werden, wenn sie Unterstützung bekommen. Wir danken all denjenigen, die sich schon in der Vergangenheit an die Seite der Christen in Syrien gestellt haben. Mehr über unsere aktuellen Projekte in Syrien und die Not, auf die wir mit ihnen reagieren, erfahren Sie hier.

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