Unsere Hilfe in Syrien

Hintergründe zur Lage der Christen in Syrien

Göttliches Licht in der Dunkelheit

2014 rief der „Islamische Staat“ (IS) ein Kalifat aus, das weite Teile von Syrien umfasste. Die Gewalt gegen Christen im syrischen Bürgerkrieg erreichte damit ihren Höhepunkt. 2019 wurde der IS in Syrien militärisch besiegt. Not und Verfolgung dauern jedoch an.

Wie geht es den Christen in Syrien?

Mittlerweile ist der Krieg in der Wahrnehmung vieler Menschen sowohl in Syrien als auch im westlichen Ausland mehr oder weniger beendet. Doch die Sicherheitslage ist zerbrechlich. Der IS verübt weiterhin Anschläge und auch andere islamisch-extremistische Gruppen überwachen und unterdrücken Christen. Außerdem erfahren Christen muslimischer Herkunft Verfolgung durch ihre Familien und ihr soziales Umfeld.

Hinzu kommt die verheerende wirtschaftliche Situation. „Es ist eine anhaltende Krise, ohne Ende in Sicht“, beschreibt der syrische Pastor Edward die elf Jahre seit Ausbruch des Kriegs. Die Not im Land ist dramatisch. Lebensmittelpreise steigen aufgrund der Inflation unaufhörlich, laut Angaben der UN benötigen rund 75 % der Menschen humanitäre Hilfe. Häufige Stromausfälle erschweren das Leben zusätzlich. Aufgrund der Perspektivlosigkeit wandern weiter Christen aus.
 

Wie ging es den Christen, als die Kämpfe an vielen Stellen tobten?

Was im März 2011 mit friedlichen Demonstrationen für demokratische Reformen im Land begann, entwickelte sich schon bald zu einem grausamen Bürgerkrieg zwischen der autoritären Regierung unter Präsident Baschar al-Assad und verschiedenen Rebellengruppen. Dieser Krieg traf alle Einwohner Syriens hart, doch als die oppositionellen Truppen zunehmend unter den Einfluss islamistischer Strömungen gerieten, wurden immer wieder gezielt Christen angegriffen. In dem Bestreben, Syrien zu einem islamischen Staat zu machen, wurden Christen und Angehörige anderer Religionen und Glaubensrichtungen bedrängt und vertrieben. Kirchen wurden entweiht und verwüstet und Gemeinden eingeschüchtert; hinzu kamen Erpressungen, Entführungen und die Ermordung einzelner Christen sowie Überfälle auf mehrheitlich von Christen bewohnte Dörfer, die mit der Plünderung und Zerstörung von Wohnhäusern einhergingen. Auch wurden christliche Frauen und Mädchen vergewaltigt.
 

Zerstörung in Homs
Zerstörte Straße in Homs


Die Gewalt gegen Christen erreichte ihren Höhepunkt, als der sogenannte „Islamische Staat in Irak und Syrien“ (wenig später nur noch als „Islamischer Staat“ bezeichnet) auf den Plan trat und im Juni 2014 ein Kalifat ausrief. Die Kämpfer zwangen die Bevölkerung in den von ihnen besetzten Gebieten zur Einhaltung islamischer Gesetze und richteten „Ungläubige“ erbarmungslos hin. Die Angst vor einem Syrien vollständig unter islamistischer Herrschaft griff um sich und führte dazu, dass viele Christen in dem repressiven Assad-Regime, in dem sie zwar unterdrückt, aber nicht mit Vernichtung bedroht wurden, noch das kleinere Übel sahen.
 

Wie hilft Open Doors den syrischen Christen?

Um den Christen in ihrer Bedrängnis zur Seite zu stehen, startete Open Doors im Frühjahr 2012 ein großangelegtes Nothilfeprogramm, mit dem über die Jahre des Krieges zeitweise monatlich mehr als 50.000 Menschen in Syrien mit dem Nötigsten versorgt werden konnten. Die Hilfsgüter wie Lebensmittel- und Hygienepakete, Kleidung, Decken und Medikamente wurden dabei über lokale christliche Gemeinden, sogenannte Hoffnungszentren, ausgegeben.
 

Verteilung von Nothilfe an syrische Flüchtlinge
Verteilung von Nothilfe an syrische Flüchtlinge


Außerdem verteilten die Partner von Open Doors Bibeln und boten seelsorgerliche Begleitung an. Auch wenn die Unterstützung vorrangig auf Christen ausgerichtet war, wandten sich bald auch notleidende Muslime an die Kirchen, baten um Hilfe und erlebten die Liebe Jesu, indem sie nicht abgewiesen wurden, sondern ebenfalls Hilfspakete erhielten. Da Not und Verfolgung auch nach dem militärischen Sieg über den IS andauern, arbeitet Open Doors weiterhin mit den Gemeinden vor Ort zusammen, um die Christen im Land zu stärken.
 

Warum ist es wichtig, dass Christen in Syrien bleiben?

Die aktuelle Situation scheint hoffnungslos, aber Pastor Edward sagt über die letzten Jahre: „Wir haben göttliches Licht inmitten der Dunkelheit erlebt. Der Herr war da.“ Der Pastor ist einer der Christen, die in ihrer Heimat bleiben wollen, damit das Licht Jesu weiterhin in der Region scheint. „Wir sind die Botschafter von Jesus im Land“, sagt er. „Manche Orte wurden [vom Krieg und der Not] sehr stark getroffen. Aber das Ergebnis war eine Ausbreitung von Gottes Reich. Gott hat Türen für das Evangelium geöffnet.“

Die syrische Bevölkerung braucht mehr denn je Menschen, die ihnen von der Hoffnung erzählen können, die in Jesus Christus zu finden ist. Die schrecklichen Erlebnisse während des Krieges und die von islamistischen Kämpfern begangenen Gräueltaten haben viele Muslime ins Nachdenken gebracht – sie zweifeln an ihrer eigenen Religion und sind auf der Suche. Deshalb ist es so wichtig, dass die Gemeinde Jesu in Syrien bestehen bleibt und gestärkt wird, um in ihrer Umgebung Salz und Licht zu sein.
 

Partner von Open Doors besuchen syrische Flüchtlinge und beten mit ihnen
Partner von Open Doors besuchen syrische Flüchtlinge und beten mit ihnen


Doch diesem Auftrag können sie nur gerecht werden, wenn sie Unterstützung bekommen. Wir von Open Doors sind sehr dankbar, dass viele Unterstützer seit Jahren für die Christen in Syrien beten und zahlreiche Projekte ermöglichen, damit unsere Glaubensgeschwister dort eine Zukunft haben. „Eure Unterstützung hat bewirkt, dass das Licht Christi weitergetragen wurde“, sagt Pastor Edward.

So können Sie syrische Christen unterstützen

Bitte geben Sie bei Ihrer Spende den Verwendungszweck „Christen in Syrien“ an.

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