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Ägypten: Der lange Weg in die Freiheit

(Open Doors) - Licht und Schatten liegen nahe beieinander. Die leidgeprüften Christen in Ägypten erfahren dies wöchentlich. Nur wenige Stunden vor Beginn der traditionellen Weihnachtsgottesdienste der Kopten, erschossen Maskierte in den Morgenstunden des 6. Januar 2015 zwei Polizisten. Sie waren zur Bewachung der St. Markus Kirche in Minya abgestellt. Die Regierung hatte den Schutz aller Kirchen besonders an den Feiertagen veranlasst. Noch am selben Abend besuchte überraschend Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi die Weihnachtsmesse in der größten Kirche Ägyptens, der St. Markus Kathedrale in Kairo. "Es ist notwendig bei euch zu sein und euch alles Gute zu wünschen. Wir alle sind Ägypter und gestalten unser Land gemeinsam. Wir wollen einander annehmen und lieben", eröffnete al-Sisi seine kurze Ansprache. Er ist der erste ägyptische Präsident, der einen Weihnachtsgottesdienst der Christen besuchte.

Christen muslimischer Herkunft noch immer stark bedrängt


Mit seinem Besuch vermittelte der Präsident den Christen in dem zu 90% muslimischen Land ein wichtiges Signal. Sie erleben tagein tagaus Diskriminierung und Benachteiligung. Für den Wechsel vom Islam zum christlichen Glauben wünschen einer Umfrage von Pew Research 2013 zufolge etwa 88% der Bevölkerung die Todesstrafe. Mohammed Hegazy war 2007 der erste Konvertit, der in einem Gerichtsprozess sein verfassungsmäßiges Recht auf Religionsfreiheit - was den Religionswechsel beinhaltet - einfordern wollte. Bis heute kämpft er und befindet sich genau deswegen in Haft unter der Anklage "Beleidigung des Islam". Sein Anwalt Karam Ghobrial wird seitens der Behörden kontinuierlich behindert, jüngst wieder, als er seinen Mandanten für eine termingebundene und den Fortgang des Verfahrens wichtige Unterschrift sprechen wollte. Hegazy wurde jedoch mehrfach von einem Gefängnis ins nächste transportiert bzw. der Anwalt über den Verbleib des Christen falsch informiert. Bischof Dr. Mouneer Hanna Anis hatte bereits 2013 für Muslime die Christen werden, öffentlich gefordert, dass sie neue persönliche Dokumente erhalten, die ihre neue Religionszugehörigkeit bestätigen. Der Weg in die Freiheit ist für Hegazy und andere Konvertiten wie ihn quälend lange und gefährlich.

Bitte beten Sie für Mohammed Hegazy und seine Familie sowie für die Christen muslimischer Herkunft in Ägypten.

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