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Algerien: Protestanten wollen Kirchen zurück

Kirchengebäude wurden nach der Unabhängigkeit Algeriens enteignet

 

Kirche in Algerien(KELKHEIM, 28. Juni 2013) – Die protestantische christliche Minderheit in Algerien möchte ihre Kirchengebäude zurückhaben. Weniger als ein Prozent der etwa 38 Millionen Einwohner Algeriens sind Christen. Allerdings gibt es bereits seit der französischen Kolonialzeit Kirchen in Algerien. Als das Land 1962 die Unabhängigkeit erlangte, wurden viele Kirchengebäude einem säkularen Zweck zugeführt.

Kirchen als Klinik oder Gewerkschaftsgebäude genutzt

Zum wiederholten Mal hat jetzt die Protestantische Kirche von Algerien (EPA) ihren Wunsch bekräftigt, etliche umgewidmete Kirchen wieder in Besitz zu nehmen. Darunter ist beispielsweise der Tempel von Mostaganem im Nordwesten, der 1976 zu einer Klinik umfunktioniert wurde. Da die Klinik 2012 bereits in ein neues Gebäude umgezogen ist, machte sich die EPA große Hoffnung, das Kirchengebäude zurückzubekommen. Doch die Lokalbehörde erlaubte stattdessen einem Wohlfahrtsverband das Gebäude zu beziehen. In der nordostalgerischen Stadt Béjaïa wurde die in der Stadtmitte stehende Kirche aus dem Besitz der evangelisch-reformierten Kirche (jetzt EPA) von den Behörden der allgemeinen Gewerkschaft algerischer Arbeiter (UGTA) übergeben, als der Pastor der Gemeinde schwer erkrankte und nach Frankreich zurückging. Jetzt stellen Protestanten in Städten wie Béjaïa und Mostaganem Anträge auf Rückgabe ihrer alten Kirchen. Allerdings werden diese Anträge bisher nur sehr zögerlich oder überhaupt nicht beantwortet.

Einschüchterungen gegenüber Christen an der Tagesordnung

Seit am 20. März 2006 ein Gesetz zur Regelung nicht-muslimischer Gottesdienste verkündet wurde, ist es zu zahlreichen Anschlägen und Einschüchterungsakten gegen Christen gekommen. So berief sich der Gouverneur der Provinz Béjaïa im Mai 2011 auf dieses Gesetz, um sieben "illegaler Handlungen" beschuldigte protestantische Kirchen zu schließen. Bereits im Januar 2011 wurde die Kirche in Tafat von radikalen Islamisten geplündert und in Brand gesteckt. Viele Christen wurden aufgrund des Gesetzes von 2006 angeklagt wegen "Handlungen die zur Bekehrung eines Muslims zu einer anderen Religion führen könnten". Die Strafen dafür bewegen sich in einem Rahmen zwischen zwei und fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 5.000 bis 10.000 Euro. Viele Fälle sind noch anhängig, so auch der Fall der im Jahr 2008 wegen illegalen Besitzes von Bibeln angeklagten christlichen Lehrerin Habiba Kouider. Ihr Prozess hatte großes Medieninteresse erweckt und harsche Kritik von Seiten des Europäischen Parlaments und Organisationen wie Amnesty International nach sich gezogen.

Algerien steht aktuell auf Platz 29 des Weltverfolgungsindex, einer Rangfolge von 50 Ländern, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens weltweit am stärksten verfolgt werden. Open Doors beobachtet in dem nordafrikanischen Land zunehmenden Druck auf Christen und führt dies in erster Linie auf die Islamisierung der Region nach dem arabischen Frühling zurück.

Beten Sie für die Christen in Algerien
 

  • Beten Sie für die Christen in Algerien, dass sie den Mut haben, weiterhin für die Rückgabe ihrer Kirchengebäude einzustehen
  • Beten Sie für die Behörden, dass sie den Gemeinden ihre Kirchen zurückgeben
  • Beten Sie für Schutz für die Christen, die trotz Beschränkungen ihren Glauben leben und sich nicht einschüchtern lassen wollen.

 

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