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Christ in Gefangenenlager verstorben

In einem eritreischen Gefangenenlager verstarb am 3. September ein Christ an den Folgen einer unbehandelten Meningitis (Hirnhautentzündung). Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfuhr, erlagen noch mindestens sechs weitere Gefangene der Krankheit. Mesfin Gebrekristos gehörte zu einer nichtregistrierten Gemeinde. Seit vergangenem Jahr saß er im Wi’a Militärgefängnis nahe Massawa nordöstlich der Hauptstadt Asmara. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Mit seinem Tod erhöht sich die Zahl bekannter Todesfälle von Christen in Gefangenenlagern in Eritrea auf zehn.

Regierung: Hausgemeinde sind kriminell
Unterdessen berichteten einheimische Christen, dass die Regierung weiter Druck auf Gemeinden ausgeübt, die sich nicht einer staatlich erlaubten Kirche anschließen wollen. Am 6. September wurden die Bürgerinnen und Bürger von Eritrea aufgerufen, unverzüglich alle illegalen Treffen von Christen in ihrer Nachbarschaft bei den Behörden anzuzeigen. Zu der Anweisung kam es während eines Treffens von Polizeikommandeuren zum Thema "Zusammenarbeit mit der Polizei zur Verbrechensbekämpfung". Die Beamten bezeichneten dabei Treffen von Hausgemeinden als kriminellen Akt. Nach Ansicht der Regierung müssten solche verbrecherischen Handlungen bestraft werden. Laut einheimischen Informanten habe dieser Appell zu Angst unter den Christen geführt. Gemeindeleiter baten, weltweit für die Christen in Eritrea zu beten.

Hintergrund:
Von den 4,9 Millionen Einwohnern Eritreas sind 44 Prozent Christen und 47 Prozent Muslime. Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle Angehörigen nicht erlaubter Kirchen – darunter 35 evangelikale – zu Staatsfeinden. Nur die orthodoxe und die katholische Kirche sowie die Lutheraner und der Islam sind anerkannt. Seitdem veranlasst die Regierung Kirchenschließungen und verbietet Privatversammlungen. Nach Angaben von Kirchenleitern sollen derzeit über 2.800 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Schiffscontainern (Foto) unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt sein. Viele sitzen seit Monaten oder Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren ein.

 

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