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Christ wegen Traktatverteilens eingesperrt

Weil er christliche Schriften verteilte, musste ein 61-jähriger Christ in Ägypten für vier Tage ins Gefängnis. Am 23. September wurde Abdel Kamel in der Kairoer Innenstadt festgenommen, als er Handzettel verteilte. Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtete, warfen ihm die Polizisten "ungesetzliches" Verhalten vor. Das Verteilen von religiösen Informationen in der Öffentlichkeit sei verboten. Der Kopte entgegnete, dass Muslime auch islamische Literatur verteilen, worauf die Polizei erwiderte, für Christen sei dies "rechtswidriger". Laut seinem Anwalt Nabil Ghobreyal existiert ein Gesetz gegen das Verbreiten von religiösem Material in Ägypten nicht. In Haft wurde Kamel verhört. Er sei zwar nicht gefoltert, dafür aber erniedrigt worden. Er habe stundenlang Handschellen tragen müssen, wurde bespuckt und auf den Boden geworfen. Zudem drohten die Beamten ihm Gewalt an. Die Polizei durchsuchte auch seine Wohnung und nahm Dokumente mit. Kamel beklagte, dass hinsichtlich der Religionsfreiheit in Ägypten mit zweierlei Maß gemessen werde: Muslime dürfen in Ägypten den Islam mithilfe von Büchern, Traktaten und Lautsprechern verbreiten, aber Christen wird die Weitergabe ihres Glaubens oft verboten. Ohne Anklage entließ die Polizei ihn, möglicherweise aufgrund der Berichterstattung in den Medien und nach Protesten von Menschenrechtsgruppen. Kamel will keine Beschwerde gegen die Polizisten einreichen, sondern "es Gott überlassen, ihnen ihren entsprechenden Lohn zu geben". Auf dem Open Doos-Weltverfolgungsindex steht Ägypten auf Platz 21, in der Liste der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden.

Ägypten ist ein Land der dreijährigen Gebetskampagne "Gefährlicher Glaube": 10 Minuten pro Woche beten für verfolgte Christen in islamischen Ländern. Anmeldung zur Gebetskampagne unter www.opendoors-de.org
 

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