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Christen aus Swat-Tal geflohen

Aus dem nordpakistanischen Swat sind fast alle Christen aufgrund der Kämpfe zwischen Taliban und den Regierungstruppen geflohen. Zudem haben sie die Drohungen, Entführungen und Angriffe durch islamische Extremisten sehr eingeschüchtert, berichtete ein Gemeindeleiter.
Etwa 40 bis 60 christliche Familien, schätzungsweise 500 Menschen, lebten bis vor Kurzem in Swat. Sie gehören überwiegend der "Church of Pakistan" an. Doch seit Anfang April flüchteten fast alle in Nachbarbezirke. Die meisten von ihnen leben vorübergehend in einer technischen Schule in der Grenzprovinz, die zur "Church of Pakistan" gehört.
Im Rahmen der laufenden dreijährigen Gebets- und Hilfskampagne "Gefährlicher Glaube" für Christen in der islamischen Welt bittet das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors besonders für die Kirche in Pakistan zu beten.
Etwa 15 000 Soldaten entsandte die Regierung in die Region, nachdem monatelange Friedensverhandlungen zwischen aufständischen Taliban und der Zentralregierung gescheitert waren. Am 10. Mai wies die Armee in einer Kampfpause die Einwohner an, aus dem Swat-Tal zu fliehen. Laut der "The Guardian" schätzen Hilfsorganisationen die Zahl der Flüchtlinge auf 1,3 Millionen. Die Vereinten Nationen (UN) sprechen von einem der größten Flüchtlingsströme der jüngsten Zeit.

Anpassen, um nicht aufzufallen
Da Christen meist als Tagelöhner arbeiten, haben sie kaum Geld für Transportmöglichkeiten oder um sich für die Flucht ausreichend auszurüsten. Wie bei vorigen Konflikten schnellten die Preise für Transporte und Waren in die Höhe. Die Taliban erreichten im Februar mit Billigung der Zentralregierung die Einführung der Scharia (islamisches Recht). Somit erhöhte sich der Druck auf religiöse Minderheiten, den islamischen Normen entsprechend zu leben. Um nicht aufzufallen, ließen sich Christen einen Bart wachsen und kleideten sich nach islamischer Tradition. Im vergangenen Jahr verübten Talibananhänger Brand- oder Bombenanschläge auf über 200 Mädchenschulen in Swat. Viele Christen flüchteten zudem, weil sie nicht genug Geld hatten, um die Dschizya zu zahlen, eine Kopfsteuer, die von den Taliban Nichtmuslimen auferlegt wurde. Die Internetzeitung "Christian Today" berichtete, dass in den Flüchtlingslagern regierungsamtliche Sozialarbeiter es Christen, Hindus und Sikhs verboten hätten, Zelte zu errichten oder mit muslimischen Flüchtlingen zusammen zu essen.

Schreckliche Verfolgung befürchtet
"Die Bedrohung durch die Taliban ist wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Christen", sagte Sohail Johnson, Hauptkoordinator der christlichen Organisation Sharing Life Ministry Pakistan, "Christen müssen sich entscheiden, entweder Muslime zu werden oder zu sterben." Johnson befürchtet "eine schreckliche Verfolgung" von Christen, wenn es der Regierung nicht gelingt, die Taliban unter Kontrolle zu bringen. Leicht könnten Kirchen, Schulen und andere christliche Einrichtungen angegriffen werden. Nach Aussage von Innenminister Rehman Malik soll die Militäroperation solange fortgesetzt werden, bis der letzte der vermutlich 5.000 Taliban-Kämpfer im Swat-Tal vertrieben ist. Seit Anfang April haben die Truppen über 750 Taliban getötet, hieß es.

Religiöse Minderheiten diskriminiert
Religiöse Minderheiten befinden sich in dem überwiegend muslimischen Land in einer prekären Lage. Das islamische Rechtssystem diskriminiert sie und in den vergangenen Jahren wurden Dörfer, die mehrheitlich von Christen bewohnt wurden, von Extremisten geplündert. Willkürlich wurde den Christen häufig die Beleidigung des Islam vorgeworfen. Aufgrund der Bemühungen der Taliban, vom Swat-Tal aus in benachbarte Gebiete vorzudringen, sind die etwa drei Millionen Christen in Pakistan sehr besorgt.
Quelle: Compass Direct/Übersetzung Open Doors
 

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