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Christen bei lebendigem Leib verbrannt

In einem Dorf im Nordosten von Pakistan haben muslimische Extremisten am 1. August 2009 rund 50 Häuser und Kirchen in Brand gesetzt. Auslöser waren das Gerücht, Christen hätten den Koran beleidigt. Mindestens 14 Christen, darunter Frauen und Kinder, starben. Einige wurden bei lebendigem Leib verbrannt. Bei einer Demonstration tausender Islamisten – darunter Anhänger verbotener militanter Gruppen – starben weitere sechs Menschen, nachdem die Polizei von Demonstranten beschossen wurde und die Beamten das Feuer erwiderten.

Gerücht führt zu blutiger Gewalt
Zu massiven Protesten und Angriffen kam es bereits am 30. Juli in der Ortschaft Korian nahe Gojra. Hier wurden 60 Häuser niedergebrannt. Angeblich soll ein Teenager Muslime beleidigt haben, indem er Seiten aus dem Koran herausgerissen und verbrannt haben soll. Dem christlichen Rechtshilfezentrum CLAAS zufolge wurden auch in umliegenden Dörfern mit einer mehrheitlich christlichen Bevölkerung Häuser geplündert und angezündet. Fast alle Christen sind aus Korian geflohen. "Unser Haus ist abgebrannt und alles ist weg", erzählte der 80-jährige gelähmte Baba Sharif Masih dem Nachrichtendienst Compass Direct, "Die muslimischen Nachbarn der Umgebung wollen uns kein Brot oder Wasser geben."

Zu dem Gerücht um die Beleidigung des Korans kam es am 25. Juli. Bei einer christlichen Hochzeit lehnte es die Hochzeitsgesellschaft ab, ihre Musik abzustellen. Trauergäste eines gleichzeitig stattfindenden Begräbnisses eines Muslims hatten dies gefordert. Am darauffolgenden Tag behaupteten Muslime, die Söhne der Brauteltern hätten Seiten des Korans herausgerissen und zerschnitten. Am 30. Juli wurde über Lautsprecher der Moschee verkündigt, die Christen sollten verschwinden oder sie würden getötet werden. Hunderte Muslime hatten sich in verschiedenen Moscheen gegen die Christen versammelt. Von den 163,9 Millionen Einwohnern Pakistans sind 97 Prozent Muslime. Der Islam ist Staatsreligion. Etwa zwei Prozent sind Christen. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex belegt die Islamische Republik Platz 13.

Pakistan ist ein Land der dreijährigen Gebetskampagne "Gefährlicher Glaube": 10 Minuten pro Woche beten für verfolgte Christen in islamischen Ländern. Anmeldung zur Gebetskampagne unter www.opendoors-de.org
 

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