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Christen in China verhaftet

Shouwang-Gemeinde wollte Gottesdienst unter freiem Himmel feiern

Aktualisierung 17.04.2011: Sicherheitskräfte haben am 16. April mehrere Pastoren der Shouwang-Gemeinde verhaftet und weitere Personen unter Hausarrest gestellt. Wie die Nachrichtenagentur IDEA berichtete, sollte damit verhindert werden, dass die Gemeinde erneut einen Gottesdienst im Freien abhält. Vor dem angekündigten zweiten Gottesdienst wurden der Hauptpastor Jin Tianming sowie Pastor Li Xiaobai und seine Ehefrau abgeführt. Zwei weitere Pastoren sowie alle anderen Gemeindeleiter stünden unter Hausarrest. Außerdem sollen Mitglieder wegen ihrer Zugehörigkeit zu der Gemeinde ihre Arbeitsstellen und ihre Wohnungen verloren haben.

(Open Doors, 11.04.2011) - In China sind am 10. April mindestens 160 Mitglieder der staatlich nicht anerkannten Shouwang-Gemeinde in Peking vorübergehend unter Hausarrest gestellt und in Polizeistationen festgehalten worden. Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtete, sollte damit ihre Teilnahme an einem Gottesdienst unter freiem Himmel verhindert werden. Drei Gemeindeleiter befänden sich weiterhin in Haft, andere Christen stünden weiter unter Beobachtung. Die Shouwang-Gemeinde wollte in einem öffentlichen Park im Bezirk Haidian im Westen der Hauptstadt einen Gottesdienst feiern. Zuvor war die Gemeinde aus den angemieteten Räumen in einem Restaurant vertrieben worden, wo sie sich seit vorigem Jahr getroffen hatte. Wie es hieß, hätten die Behörden Druck auf den Vermieter ausgeübt, den Vertrag mit der Gemeinde nicht zu verlängern. Die etwa 1.000 Mitglieder zählenden Gemeinde darf keine eigenen Räume erwerben.

Nach Verhaftung gesungen und gebetet

Wie die Nachrichtenagentur IDEA berichtete, wurden nach der Ankündigung, den Gottesdienst im Freien zu feiern, mehr als 20 Pastoren und Gemeindeleiter unter Hausarrest gestellt. Sie seien in einer nahe gelegenen Grundschule und mehreren Polizeistationen verhört worden. Dabei hätten die Christen Kirchenlieder gesungen und gebetet. Einige Festgenommene seien aufgefordert worden, Reue-Erklärungen zu unterschreiben; viele hätten sich jedoch geweigert, das zu tun. Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits im November 2009. Vor einem Staatsbesuch von US-Präsident Barack Obama musste die Shouwang-Gemeinde ihre Versammlungsstätte in der Huajie-Plaza räumen. Rund 800 Mitglieder feierten ihren Gottesdienst daraufhin bei Schneefall in einem Park.

Studie: Staat soll Hausgemeinden integrieren

"Versammlungen von staatlich anerkannten Kirchen sind in China unter freiem Himmel legal", so ein Christ aus China, der anonym bleiben möchte. "Und falls nicht mehr als 50 Personen zusammenkommen, werden auch Versammlungen von nicht-anerkannten Gemeinden geduldet. Das Kritische an einem Treffen im Park ist nicht, dass es illegal ist, sondern, dass es weithin sichtbar ist. Und das erweckt den Eindruck, dass das Treffen ein politischer Protest sein könnte."

Laut einer von der chinesischen Regierung in Auftrag gegebenen Studie gibt es zwischen 45 und 60 Millionen Hausgemeindechristen. Die Untersuchungen wurden von Oktober 2007 bis November 2008 in mehreren Provinzen durchgeführt. Etwa 18 bis 30 Millionen Menschen sollen demnach zu einer staatlich anerkannten Kirche gehören. Hausgemeinden sollten integriert und nicht länger als Staatsfeinde angesehen werden, so die Empfehlung der Studie.

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