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Christen droht Todesstrafe für Abfall vom Islam

Für ehemalige Muslime in Somalia wird ihr Christsein immer gefährlicher. Nach den jüngsten drakonischen Strafen für jugendliche Diebe befürchten die wenigen einheimischen Christen ein noch schlimmeres Schicksal, so das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Ihnen droht für ihren Abfall vom Islam nach islamischem Recht (Scharia) die Todesstrafe, wenn sie nicht zum Islam zurückkehren.

Ein Schariagericht verurteilte am 22. Juni in der Hauptstadt Mogadischu vier Männer wegen Diebstahls u.a. von Mobiltelefonen. Ihnen sollen jeweils eine Hand und ein Fuß abgehackt werden. Doppel-Amputationen sind selbst in Somalia selten. Die Urteile sollen laut Medienberichten vollstreckt worden sein. Der ostafrikanische Scharia-Staat ge-hört auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex zu den zehn schlimmsten Christenverfolgerstaaten (Platz 5). Die Kämpfe zwischen radikal-islamischen Milizen und Regierungstruppen führten auch zu gestiegener Feindseligkeit gegenüber Christen. Im vorigen Jahr wurden mindestens zehn Christen aufgrund ihres Glaubens getötet; mehrere entführt oder Christinnen vergewaltigt. Der Islam ist Staatsreligion. 99 Prozent der 8,7 Millionen Einwohner sind Muslime. Schätzungsweise 5.000 Christen soll es im Land geben. Ehemalige Muslime leben ihren Glauben heimlich im Untergrund. Besonders in ländlichen Gebieten ist der gesellschaftliche Druck hoch, die islamische Tradition zu bewahren.

Land im Ausnahmezustand
Mit einem Hilferuf an die Internationale Gemeinschaft und Nachbarländer hat der Übergangspräsident Sheik Sharif Ahmed am 20. Juni den Ausnahmezustand für Somalia ausgerufen. Die Regierung bat, innerhalb von 24 Stunden militärische Hilfe nach Somalia zu entsenden. Die Gewalt hat in den vergangenen Wochen zugenommen. Zwei Politiker, darunter der Sicherheitsminister, wurden in nur zwei Tagen ermordet. Hinter den Attentaten steht die islamistische Al-Shabab-Miliz, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahesteht.

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