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Christen im Norden Nigerias im Visier von Extremisten

Serie von Anschlägen durch islamistische Gruppe "Boko Haram" – Über 130 Christen getötet<br>

(Open Doors) - Die jüngste Serie brutaler Angriffe in Nord-Nigeria zeigt, wie gefährlich die Lage für Christen in dieser Region auch weiterhin ist. Radikale Muslime gehen immer wieder mit Gewalt gegen Kirchengemeinden vor. Das Hilfswerk Open Doors führt Nord-Nigeria auf seinem Weltverfolgungsindex an der 23. Stelle. Es bittet um Gebet für die Christen in dem Land, um ihnen in dieser schweren Zeit beizustehen.

Zehn Kirchen zerstört

Mindestens 150 Menschen wurden im Bundesstaat Yobe bei einer Serie von Angriffen der islamistischen Gruppe "Boko Haram" (zu Deutsch "moderne Erziehung ist Sünde") getötet, darunter mehr als 130 Christen. Hunderte weitere Menschen werden noch vermisst. Mindestens zehn Kirchen wurden bei Sprengstoffschlägen zerstört. Am 4. November stürmten über 200 Angreifer die Landeshauptstadt von Yobe, Damaturu, und blockierten die Hauptverkehrsstraßen. Dann verübten sie Bombenanschläge auf das Polizeihauptquartier, Polizeiwachen und Kirchen. In dem überwiegend von Christen bewohnten Viertel "New Jerusalem" wurden viele Christen regelrecht hingerichtet, weil sie das islamische Glaubensbekenntnis nicht aufsagen konnten.

Kugelhagel auf Häuser

Nigeria: eine bei einem Anschlag im Jahr 2005 im Bundesstaat Kano zerstörte Kirche/Compass Direct"Als Boko-Haram-Kämpfer und andere Muslime uns attackierten, schien es, als sei für die Christen in dieser Siedlung das Ende gekommen", sagte Pastor Idris Garba. Der 41-Jährige leitet in Yobe eine Zweigstelle des Nigerianischen Christenverbandes (CAN). "Wahllos schossen sie in unsere Häuser. Meine Familie und ich schlossen uns im Haus ein. Die Kugeln fielen wie Eisklumpen bei einem Unwetter auf die Dächer. Mein Sohn ist traumatisiert." Garba ist auch Pastor der "Good News Church" im Viertel "New Jerusalem", einer Gemeinde unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Westafrika. Sie zählt etwa 500 Mitglieder, doch am Sonntag waren es laut Schätzung des Pastors nicht mehr als 100 Gottesdienstteilnehmer: "Die meisten Christen werden entweder noch vermisst oder haben die Stadt bereits verlassen." (Foto: eine im Jahr 2005 bei einem Anschlag zerstörte Kirche im Bundesstaat Kano/Compass Direct)

Bei den zerstörten bzw. beschädigten Kirchen in Yobe handelt es sich um:
die katholische St.-Marienkirche
die anglikanische Allerheiligenkathedrale
die Evangelical Church Winning All (ECWA)
die ECWA "Good News Church"
sowie die Kirchen der Church of the Brethren Cherubim und Seraphim Church, African Mission Centre, Assemblies of God Church, Living Faith Church und Charismatic Renew-al Ministries

Evangelisten auf der Todesliste

Auch die Gewalt gegen Christen im nigerianischen Bundesstaat Borno reißt nicht ab. Auch hier versucht die islamistische Gruppierung Boko Haram Christen zu vertreiben. Der jüngste Schlag gegen die christliche Gemeinschaft war die Ermordung eines Evangelisten. Bereits Ende August wurde Mark Ojunta, ein 36-jähriger Christ aus Südnigeria, erschossen. Er war Mitarbeiter der "Calvary Ministries" (CAPRO). Kurz vor seinem Tod hatte CAPRO alle Mitarbeiter aus der Region abgezogen, nachdem bekannt geworden war, dass jeder einzelne von ihnen auf einer "Todesliste" der Boko Haram stand. Ojunta wurde in seinem Heimatstaat Abia im Süden des Landes begraben. Er hinterlässt seine Frau Ema und die zwei Kinder Kambe (3) und Akira (9).

Scharia-Recht in ganz Nigeria

Boko Haram (zu Deutsch "moderne Erziehung ist Sünde") wird inzwischen von der Regierung als Terrorgruppe eingestuft. Sie lehnt jeglichen westlichen Lebensstil sowie Alkoholgenuss strikt ab. Die 2002 gegründete Gruppe nennt sich selbst "nigerianische Taliban". Erklärtes Ziel ist es, ganz Nigeria zu einem islamischen Gottesstaat zu machen und die Scharia in allen Bundesstaaten durchsetzen. Bislang gilt das islamische Recht in den zwölf nördlichen der 36 Bundesstaaten. Der bevölkerungsreichste Staat Afrikas mit 154 Millionen Einwohnern ist religiös geteilt: Im Süden leben überwiegend Christen, im Norden Muslime. Im Visier von Boko Haram stehen alle "Ungläubigen", insbesondere Christen. Anhänger halten ihre Mitgliedschaft in der Boko Haram häufig geheim, so dass beispielsweise Eltern oftmals nicht wissen, dass ihr Sohn zu dieser Gruppe gehört. Seit vorigem Juni soll die Gruppe mit dem Terrornetzwerk Al Kaida im Maghreb (AQIM) verbündet sein. Der nigerianischen Regierung mit ihrem christlichen Präsidenten Goodluck Jonathan hatte sie den Dschihad, den Heiligen Krieg, erklärt.

Gebetsanliegen:

  • Bitte beten Sie um Trost und Stärkung für die Familie von Mark Ojunta, die den Verlust ihres Ehemannes, Vaters und Sohnes verkraften muss.
  • Beten Sie für die nigerianischen Christen, dass sie nicht mit Hass und Gewalt auf die zahlreichen Übergriffe reagieren. Gerade für junge Christen ist das eine große Herausforderung.
  • Beten Sie um Gottes Eingreifen, so dass zukünftige Anschläge extremistischer Gruppen wie der Boko Haram misslingen und sie stattdessen Jesus kennenlernen.
QuelleCompass Direct

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