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Christen in Indien: Unverminderte Verfolgung

Aktive Hilfe: Ihr Gebet ist Ermutigung und Stärkung für verfolgte und bedrängte Christen

(Open Doors) – Obwohl die Mehrheit der Christen in Indien weiterhin relativ frei ihren Glauben leben kann, gehen in vielen Landesteilen Hindu-Extremisten gegen Christen vor. Und auch der vergangene Monat war geprägt von tätlichen Angriffen, Festnahmen und der Zerstörung von Eigentum. Besonders auf dem Land stürmen Extremisten immer wieder Versammlungen in Privathäusern oder Gottesdienste. Meist geht ein Angriff einher mit dem Vorwurf der Zwangsbekehrung von Hindus und einer Anzeige bei der Polizei. Derzeit belegt Indien Platz 32 auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors. Das Hilfswerk unterstützt verfolgte und benachteiligte Christen in Indien u.a. mit biblischen Schulungen und Seminaren und bittet immer wieder, für die Christen zu beten, um sie ermutigen.

Im Folgenden einige der jüngsten dokumentierten Fälle von Verfolgung in mehreren Bundesstaaten.

Andhra Pradesh I: Hindu-Extremisten von der nationalistischen Organisation Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) marschierten am 12. April zum Haus von Pastor Ratnababu in Kakinada, East Godavari. Als sein Sohn Madhu die Tür öffnete, fielen sie über ihn her, fesselten und knebelten ihn. Ein Angreifer streute Chilipulver in seine Augen; ein anderer stach mit einem Messer auf ihn ein. Auch der Pastor und seine Frau wurden verprügelt. Mit Benzin wollten sie zudem das Haus anzünden. Doch der Versuch scheiterte, weil Nachbarn der Familie zu Hilfe eilten. Im Krankenhaus gab der Sohn des Pastors der Polizei die Namen der Angreifer, Zeugen bestätigten die Angaben. Doch die Beamten nahmen lediglich eine Anzeige "gegen Unbekannt" auf. Pastor Ratnababu leitet seit 15 Jahren die "Christu Asinadu Prarthana Mandir"-Gemeinde. Immer wieder erhält er Todesdrohungen. Dreimal sollte seine Kirche niedergebrannt werden. Innerhalb der vergangenen sechs Monate haben RSS-Mitglieder die Polizei zweimal dazu gebracht, den Pastor festzunehmen. Ein Anwalt setzte sich bereits beim Obersten Gerichtshof gegen die Verletzung der religiösen Rechte der Pastorenfamilie ein.

Indien: eine Kirche mit Strohdach im Süden Indiens, darin sitzen Christen zusammen zum GottesdienstAndhra Pradesh II: Hindu-Extremisten demonstrierten am 19. April vor der Hebron-Kirche in Mahadevapura, um damit Strafmaßnahmen gegen einen Pastor zu erreichen. Victor Babu habe Schulkinder zum christlichen Glauben "zwangsbekehrt". Die Polizei versuchte die Menge zu beschwichtigen und nahm Babu fest. In einer Beschwerde wird er nach Abschnitt 295-A des indischen Strafrechts "bewusster und böswilliger Akte zur Verletzung religiöser Gefühle" beschuldigt. Er habe ein Sommercamp mit 32 Schülern als Vorwand organisiert, nur um ihnen dort zu predigen. Auf dem Kirchengelände beschlagnahmte die Polizei diverse Materialien für Ferienbibelschulen, darunter auch Gesangbücher. (Symbolfoto: Open Doors)

Andhra Pradesh III: Ebenfalls wegen Zwangsbekehrung von Hindus wurde am 16. April Pastor Ahron aus Dharmapuri von radikalen Hindus angezeigt. Er habe mit seinen Predigten gegen die amtlichen Verordnungen 746 und 747 verstoßen, die die Verkündigung anderer Religionen in der Nähe von 20 aufgeführten Hindu-Tempeln untersagt. Mit einem Gemeindemitglied hatte Pastor Ahron Taschenkalender verteilt. Die Hindus brachten ihn zur Polizeistation und forderten seine Inhaftierung. Derzeit ermittelt die Polizei.

Andhra Pradesh IV: Eigentlich wollte Pastor Samuel nur diverse Arbeiten am örtlichen Friedhof verrichten. Doch am Ende musste er ins Gefängnis: Anfang April hatte Samuel aus Yellamma Banda, Hyderabad vom kommunalen Polizeichef eine Umzäunung, Beleuchtungsarbeiten und den Bau einer Hütte genehmigt bekommen. Am 16. April begann er die Arbeiten mit einem Helfer. Gerade als sie den Boden des Friedhofs zu ebnen begannen, stürmten aufgebrachte Hindus herbei und beschuldigten ihn, öffentliches Land unrechtmäßig zu bearbeiten. Die Polizei nahm den Pastor fest. Erst nach Intervention örtlicher Gemeindeleiter kam er auf Kaution wieder frei.

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Jammu und Kashmir: Drei Christen wurden am 17. April in Bandipora (Nordkaschmir) auf offener Straße von einer Gruppe von Muslimen verprügelt. Die Christen hatten evangelistische Schriften verteilt und mit Passanten über ihren Glauben gesprochen. Pastor Mafford Maharaj Singh und seine Frau Kusum sowie Sammena Bano wurden auf dem Marktplatz verprügelt und zum Leiter der örtlichen Moschee geschleppt. Die Polizei nahm Anzeige gegen den Pastor auf wegen "Förderung der Feindschaft zwischen Gruppen aufgrund ihrer Religion, Rasse, Geburt oder ihres Wohnortes" - hierauf können bis zu fünf Jahre Haft verhängt werden. Gegenüber der Polizei gaben die Christen an, nichts Verbotenes getan zu haben. Die Muslime hatten behauptet, das Ehepaar hätte "Bekehrungswilligen" umgerechnet 1.430 Euro für den Wechsel zum christlichen Glauben versprochen. Sammena Bano kam nach der Vernehmung wieder frei; das Ehepaar wurde auf Kaution entlassen.

indische Christen beim GebetKarnataka I: Fünf Christen wurden am 28. März in Gadag verprügelt, weil sie christliche Schriften verteilten. Anhänger der RSS erstatteten Anzeige wegen Zwangsbekehrung gegen Pastor Mallikarjun und die vier Gemeindemitglieder. Nach Intervention christlicher Leiter ließ die Polizei die vier Gemeindemitglieder gegen 23 Uhr ohne Anklagen frei. Der Pastor allerdings wurde wegen Beherbergung von Teilnehmern einer illegalen Versammlung sowie Beihilfe zu selbiger angeklagt. Nach erneutem Einschreiten christlicher Leiter wurde er ebenfalls in der Nacht auf Kaution entlassen. (Symbolfoto: Open Doors)

Karnataka II: Am Ostermorgen (8. April) verprügelte in Mangalore ein Polizeiinspektor einen Pastor wegen der Zwangsbekehrung von Hindus. Der Inspektor wies Pastor Rajesh an, sein gemietetes Haus zu räumen, andernfalls drohe ihm Unheil. Nachdem christliche Leiter interveniert hatten, entschuldigte sich der Inspektor beim Pastor.

Orissa: In Gudayagiri haben Hindu-Extremisten wiederholt einen katholischen Priester angegriffen und ihm mit Ermordung gedroht. So grub am 29. März eine Gruppe die Straße zu einer heiligen Grotte auf. Sisisrkant bat die Männer, damit aufzuhören. Am nächsten Tag jedoch kehrten sie mit einem Bulldozer zurück und beschimpften den Priester. Einer der Extremisten begann, Sisisrkant zu würgen, trat auf ihn ein und drohte, ihn umzubringen. Auch im darauffolgenden Monat kam es zu tätlichen Angriffen.

Tamil Nadu I: Am 11. April beschimpften und verprügelten extremistische Hindus Pastor Caleb aus Emapur, Bezirk Villupurama, als dieser gerade auf dem Weg in ein Dorf zum Predigtdienst war. Die Angreifer setzten zudem seinen Vermieter unter Druck, dem Pastor zu kündigen. In der Wohnung finden auch Gemeindetreffen statt.

Tamil Nadu II: Etwa 100 Anhänger der hindu-nationalistischen Partei "Bharatiya Janata Party" (BJP) verprügelten am 21. April 15 Christen, weil sie in der Ortschaft Paganeri/Shivagangai das Evangelium verkündigten. Die Angreifer verbrannten die Bibeln und Schriften der Gläubigen und zerstörten den Lautsprecher auf dem Auto der Christen. Nachdem die örtlichen Polizisten auf ihre Anzeige hin nichts unternommen hatten, wandten sich die Christen an den stellvertretenden Polizeisuperintendenten. Dieser entsandte unverzüglich einige Beamte, die mit dem Ortsvorsteher eine Übereinkunft zwischen Tätern und Opfern erreichten. Doch noch am Abend kehrte die Gruppe zurück und verprügelte den Evangelisten Jessudoss erneut.

Tamil Nadu III: Während eines Gebetstreffen am 12. April in Damiya Puram/Trichy verletzte ein aufgebrachter Mann den Neffen des Pastors schwer. Der Eindringling hatte zuvor verlangt, das Treffen der Christen unverzüglich zu beenden. Als Britto von der "Indian Pentecostal Church" versuchte, den Mann zu beruhigen, zog dieser ein Schwert und trennte Brittos Hand nahezu ab. Bislang wurde der Mann nicht verhaftet.

Tamil Nadu IV: Mehrere Männer zerstörten die Bibeln von Kindern eines Krisenzentrums in Akkarapettai bei Nagapattinam, weil diese an Gottesdiensten teilgenommen hatten. Auslöser war offenbar ein deutlicher Rückgang der Besucherzahlen an einem Hindu-Fest. Als die Männer herausfanden, dass viele Dorfbewohner zur Kirche gingen, versprachen sie in einer Schule jenen Kindern eine Belohnung, die christliche Literatur besitzen. Ein Hinterhalt: Denn anhand einer so erstellten Liste von Familien wurde den Eltern mit der Ausweisung aus dem Dorf angedroht, sollten sie weiter zur Kirche gehen. Am nächsten Tag durchsuchten die Hindus die Häuser der Christen und zerrissen gefundene Bibeln und andere Literatur. Auch leitende Mitarbeiter des Zentrums der Scripture Union SUSHASYA wurden bedroht. Eine christliche Familie wurde aus ihrem Haus vertrieben, zwölf weitere Häuser von Christen wurden verschlossen. Erst drei Tage später griff die Polizei ein. Einigen Christen, die Anzeige erstattet hatten, wurde Polizeischutz gewährt.

Uttar Pradesh I: Polizisten aus Rampur und Vertreter der hindu-nationalistischen Organisation "Vishwa Hindu Parishad" (VHP bzw. Hindu-Weltrat) unterbrachen am 24. März "das Jesus-Christus-Fest" (Yeshu Mahatsava Convention) in Chadidiha. Das Fest war von der Bezirksregierung genehmigt worden. VHP-Vertreter hatten Beschwerde wegen angeblicher Zwangsbekehrungen eingereicht, daraufhin erschien Unterinspektor R.P. Saroj vor Ort. Um Unruhen zu vermeiden, zog er die Genehmigung zurück und ordnete den Abbau aller bereits errichteten Stände an.

Uttar Pradesh II: Am 7. April platzten extremistische RSS-Mitglieder abends in eine große Gebetsversammlung der örtlichen Baptistengemeinde in Maharajganj. Dort waren 4.000 Menschen zusammengekommen. Die etwa zehn mit Eisenstangen bewaffneten Angreifer beschimpften und verprügelten die Christen und warfen ihnen Zwangsbekehrungen vor. Nach Augenzeugenberichten wurde gezielt auch Ambika Prasad, eine ehemalige Hindu, angegriffen. Sie hat der Gemeinde Land zur Verfügung gestellt. Die Frau erlitt ebenso Verletzungen wie Pastor Ram Chander sowie weitere Gemeindemitglieder. Die Polizei nahm einen Untersuchungsbericht auf. Vier Männer wurden festgenommen, aber noch am selben Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Westbengalen: Eine 65-jährige Witwe und weitere Frauen sind bei einem Angriff radikaler Muslime auf ihr Gebetsreffen verprügelt worden. Die Männer aus der überwiegend muslimischen Ortschaft Nutangram (Bezirk Murshidabad) drangen am 30. März gewaltsam in das Haus von Gaffar Shaike ein. Dort hatten sich elf Christen der "Believers' Church" zum Mittagessen und zum Gebet versammelt. Schnell fand sich ein Mob von etwa 100 anderen Männern vor dem Haus ein und schrie Parolen und Morddrohungen gegen die Christen. Den Muslimen missfiel es, dass eine Christin mit einer Muslima über ihren Glauben gesprochen hatte. Seitdem werden die christlichen Bewohner ausgegrenzt: Sie dürfen Güter weder ein- noch verkaufen. Auch an der Benutzung des öffentlichen Baderaums und des Brunnens werden sie gehindert. Alle Ladenbesitzer wurden streng angewiesen, den Christen nichts zu verkaufen. Bereits Anfang März war in diesem Gebiet die 22-jährige Rekha Khatoon von Islamisten aus ihrem Dorf vertrieben worden. Rekha wurde zuvor von ihren Eltern verprügelt, weil die Tochter Jesus Christus für die Heilung von einer Krankheit gedankt hatte.

Stehen Sie den Christen aktiv bei. Danke für Ihre Hilfe!

  • Bitten Sie Gott um Stärkung der Christen, dass sie angesichts der offenkundigen Ignoranz oder gar aktiven Benachteiligung vonseiten der Behörden den Mut nicht sinken lassen.
  • Danken Sie für die erstaunlich friedliche Haltung der Christen gegenüber ihren Angreifern.
  • Beten Sie um Ermutigung für die Christen, damit sie sich weiter versammeln und die Hoffnung des Evangeliums mit ungebrochenem Mut weitergeben.
  • Beten Sie für die indische Regierung und die Behörden. Mögen sie mutig für Recht und Gerechtigkeit einstehen, auch gegenüber radikalen Stimmen.
  • Beten Sie für alle Angreifer, insbesondere die radikalen Hindus. Möge Gottes Geist unter ihnen wirken, sie vom Hass befreien und ihnen Jesus zeigen.

Unsere Hilfe in Indien

Indien: biblische Schulung für Christen/Open DoorsSeit Jahren unterstützt Open Doors verfolgte und benachteiligte Christen in Indien und hilft bei der Stärkung der Gemeinde Jesu inmitten von Verfolgung. Denn fast jeden Tag kommen Menschen zum Glauben an Jesus, was Hindu-Extremisten ein Dorn im Auge ist. Mit dem Wachstum der Gemeinden steigt auch der Bedarf an Bibeln, gut ausgebildeten Pastoren und Gemeindeleitern sowie an fundierter biblischer Lehre. Mit 65.000 Bibeln und anderen Büchern konnten wir im Jahr 2011 Christen und Gemeinden in Indien unterstützen. Die Nachfrage nach Bibeln und Schulungen u.a. zur Vorbereitung auf Verfolgung ist ungebrochen. Über 3.300 Kinderbibeln und 26.500 Stück an Kindermaterial u.a. für Gemeindemitarbeiter wurden verteilt, damit schon die Kleinen in ihrem Glauben gestärkt und ermutigt werden.

QuelleCompass Direct

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