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Christen in Libyen: Zwischen Bangen und Hoffen

(Open Doors) – Inmitten des Umsturzes in Libyen bangen die Christen um ihre Zukunft. Welchen Status werden sie nach der 42-jährigen Ära Gaddafis haben? Unter welchen Bedingungen werden sie dann ihren Glauben praktizieren können? Wie viel Freiheit wird ihnen eine islamisch geprägte Regierung lassen?

Noch gibt es auf diese Fragen keine Antworten. Doch fürchten Christen einen Macht-gewinn von Islamisten, die das islamische Recht zur Grundlage des Neuaufbaus im Land machen wollen. Derzeit steht Libyen auf Platz 25 des Weltverfolgungsindex, der anzeigt, wo Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt werden. Der Islam ist Staatsreligion. Zwar tolerierte die Regierung unter Gaddafi andere Religionen, doch ihre Anhänger unterlagen strengen Kontrollen. Vor dem Umsturz verfügte ein Gesetz, dass pro Stadt und Denomination nur eine Kirche bestehen durfte. Das Evangelium an Muslime weiterzugeben, war strikt verboten. Auch die Verteilung von christlicher Literatur war untersagt. Einheimische Christen mit muslimischem Hintergrund praktizieren ihren Glauben aus Angst vor Verfolgung weiterhin im Geheimen. Sie werden häufig durch die Gesellschaft oder von ihrer eigenen Familie unter Druck gesetzt, zum Islam zurück zu konvertieren.

Christen beten für ihr Land

Libyen: Eingang zu einer griechisch-orthodoxen Kirche in Bengazi/Open DoorsIn Libyen gibt es schätzungsweise nur 150 einheimische Christen. Die Mehrheit der insgesamt 172.800 Christen unter den 6,4 Millionen Einwohnern sind Ausländer. Die meisten von ihnen haben das Land inzwischen verlassen. Gemeindeleiter aus Tripolis berichteten Open Doors, dass nahezu 75 Prozent ihrer Mitglieder aufgrund der Kriegswirren außer Landes geflohen sind. Die Lebensbedingungen seien sehr schwierig, die Lebensmittelpreise immens gestiegen. Der Kontakt zu Christen ist schwer zu halten, da das Telefonnetz nicht stabil ist. Doch die im Land verbliebenen Gläubigen stärken und ermutigen sich gegenseitig, wie ein Open Doors-Mitarbeiter berichtet: "Jeden Tag um die Mittagszeit kommen Christen in kleinen Gruppen zusammen und beten für die Zukunft ihres Landes. Eine Gruppe aus Tripolis sagte mir, dass es ihnen derzeit im Großen und Ganzen gut geht."

Wie ein Pastor aus Tripolis Open Doors per Telefon berichtete, haben zahlreiche Mitglieder seiner Gemeinde die Stadt oder sogar das Land verlassen: "Den vergangenen Gottesdienst besuchten nur wenige von ansonsten hunderten von Besuchern. Der arabische Gottesdienst wurde gar nicht besucht. Aber der Pastor geht davon aus, dass die Besucherzahlen nach der Beruhigung der Lage wieder ansteigen werden.

Hilfslieferungen nach Bengasi

Open Doors konnte inzwischen zwei große Lkws mit Hilfsgütern nach Bengasi im Osten des Landes entsenden. Die 30-Tonner waren bepackt mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Verteilt wurden die Güter an Menschen in Not.

Gebetsanliegen:

  • Danken Sie, dass libysche Christen in der gegenwärtigen unsicheren Zeit zusammenkommen können, um sich in den Gebetstreffen gegenseitig zu ermutigen.
  • Beten Sie, dass Christen auch ein gutes Zeugnis für Nachbarn sein können.
  • Beten Sie für die neue Regierung und die Umwandlungsprozesse in Libyen.

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