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Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben

Vor einem Jahr - am 12. Mai 2008 - starben bei einem verheerenden Erdbeben in der zentralchinesischen Provinz Sichuan über 69.200 Menschen; rund 18.200 werden noch vermisst. 374.100 Menschen wurden verletzt und 4,8 Millionen, manche gehen von bis zu elf Millionen aus, wurden obdachlos.

Zu den Werken, die in dem Erdbebengebiet seit einem Jahr Hilfe leisten, gehört auch das internationale Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. "Wir sind überwältigt und tief bewegt von der weltweiten Anteilnahme mit den Opfern nach dem zerstörerischen Beben", zieht Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland (Kelkheim) Bilanz.

Um die chinesische Kirche bei ihren Hilfsdiensten zu unterstützen, hatte das Hilfswerk zu Spenden aufgerufen. Rund 162.760 Euro konnten für die Katastrophenhilfe von Open Doors Deutschland bereitgestellt werden.

"Das sind mehr, als wir erhofft hatten", so Markus Rode. Dieses Mitgefühl sei "ein bewegendes Zeichen der Solidarität" und hätte zudem Türen für die Kirchen und Gemeinden in Sichuan geöffnet.

Dank der Spenden konnte das Hilfswerk mit Christen vor Ort 1.000 Zelte zudem Planen für Notunterkünfte, Moskitonetze und Medikamente, Kleidung sowie Lebensmittel und Trinkwasser an 2.650 Menschen verteilen.

Mitarbeiter des in China seit den 1970er Jahren tätigen Hilfswerks verschenkten Bibeln und beteten mit Verletzten im Krankenhaus. In Zeltcamps organisierten Freiwillige für Kinder Spielprogramme. Um die Kirche in Sichuan nachhaltig geistlich zu stärken, erhielten 100 Kirchen biblische Bücher und DVDs. In zwei Traumaseminaren wurden 200 Lehrer geschult, die damit rund 30.000 Schulkindern seelsorgerlich helfen können.

Eine Million freiwillige Helfer
Laut Regierungsangaben kamen rund eine Million freiwillige Erdbebenhelfer in die Region. 63 Prozent davon sollen Christen gewesen sein, darunter Glaubensgeschwister aus Shanghai, Shenzhen, Zhejiang, Shandong, Shanxi und anderen Provinzen.

Open Doors startete Hilfsprojekte in mehreren Dörfern, die weiter entfernt vom Epizentrum lagen und auf Hilfe warteten. "Durch die Erdbebenhilfe entdeckten die Christen in Sichuan, wie sie in der überwiegend buddhistisch bzw. abergläubisch geprägten Gesellschaft Zeugen Jesu sein können", so Samuel*, Projektkoordinator der Erdbebenhilfe.

Durch die praktische Hilfe von Christen habe sich die Einstellung vieler Bürger gegenüber der Kirche positiv verändert. Einladungen zu Gottesdiensten wurden nicht mehr rigoros abgelehnt; mehrere neue Gemeinden entstanden und die Mitgliederzahl in bestehenden hat sich erhöht. In einem Dorf verteilten Partnergemeinden über 500 Zelte.

Eine Hausgemeinde wuchs innerhalb des vergangenen Jahres von 30 auf mehr als 80 Mitglieder an.

Ein Dorfbewohner sagte zu einem Helfer: "Ihr Christen habt ein gutes Herz. Es ist eure Liebe zu uns, die euch antreibt, für uns zu sorgen. Vielen Dank für eure Zelte. Nun habe ich eine Zuflucht, in der ich leben kann."

Einige lokale Beamte, die Christen bislang als nicht vollwertige Mitglieder der Gesellschaft ansahen, würden jetzt sogar Gottesdienste besuchen. "Wir danken Gott für eine neue Verbundenheit unter den Christen in Sichuan", sagt Samuel. Durch das Erdbeben kam es zwischen staatlich anerkannten Kirchen und von der Regierung für illegal erklärten Hausgemeinden "zur Einheit." Sie verteilten gemeinsam Zelte oder Baumaterialien, um Kirchen und Häuser abzudichten. "Für viele war es das erste Mal, dass sie die Barrieren beiseite räumten, die sie seit Generationen trennen."

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