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Erneut zehn Christen verhaftet

Erneut sind im ostafrikanischen Eritrea Christen verhaftet worden. Bei einer Razzia im Haus eines Pastors am 14. Oktober in der Hauptstadt Asmara (Foto) nahmen Sicherheitskräfte drei Christen fest. Pastor Tewelde Hailom gehört zum Leitungskreis der "Full Gospel Church". Er selbst wurde möglicherweise aufgrund seiner schwachen Gesundheit nicht verhaftet, sondern unter bewachten Hausarrest gestellt. Sieben weitere Mitglieder der Gemeinde wurden am 16. Oktober ebenfalls ohne offizielle Anklage verhaftet. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors bittet für die Gefangenen und ihre Familien zu beten. Eritrea gehört mit Platz 9 auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex 2009 zu den zehn schlimmsten Christenverfolgerstaaten. Bei den am 14. Oktober Verhafteten handelt es sich um den Assistenten des Pastors, Pastor Samuiel Oqbagzi, Frau Senait Tekle und Gebreberhane Kifle. Später wurden Frau Besrat Andamichel, ein Mitglied der Full Gospel Church in Massawa, und sechs Männer verhaftet, deren Namen noch unbekannt sind. Pastor Samuiel Oqbagzi und Gebreberhane Kifle sind in der Polizeistation 7 in Asmara inhaftiert. Der Aufenthaltsort der anderen Christen ist derzeit unbekannt.

Über 2.800 Christen gefangen
Nach Angaben von Kirchenleitern sind derzeit über 2.800 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Schiffscontainern unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Viele sitzen seit Monaten oder Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren ein. Mindestens zehn Christen starben bereits in Gefangenschaft an den Folgen der Haftbedingungen und mangelnder medizinischer Versorgung. Von den 4,9 Millionen Einwohnern Eritreas sind 44 Prozent Christen und 47 Prozent Muslime. Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle Angehörigen nicht erlaubter Kirchen – darunter 35 evangelikale – zu Staatsfeinden. Nur die orthodoxe und die katholische Kirche sowie die Lutheraner und der Islam sind anerkannt. Seitdem veranlasst die Regierung Kirchenschließungen und verbietet Privatversammlungen.
 

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