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Erschossen, weil Christin keinen Schleier trug

In Somalia haben drei vermummte Anhänger einer Islamistengruppe eine Christin erschossen. Die Frau hatte sich geweigert, einen Schleier zu tragen. Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtete, wurde Amina Muse Ali (45) in der Nacht des 19. Oktober in ihrem Haus in Galkayo in der autonomen Region Puntland von Somalia getötet. Ali habe vor ihrem Tod mehrfach Drohungen von "Suna-Waljameca"-Anhängern erhalten, berichtete ein Informant, der anonym bleiben möchte. Christlichen Leiter gegenüber habe die ehemalige Muslima erwähnt, seit langem von Islamisten beobachtet zu werden. Am 4. Oktober rief sie den Informanten an und sagte: "Mein Leben ist in Gefahr. Ich wurde vor schrecklichen Folgen gewarnt, wenn ich weiterhin unverschleiert lebe." Der Islam ist laut Verfassung in Somalia Staatsreligion. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex steht Somalia* auf Platz 5. der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden. Unter den 8,7 Millionen Einwohnern leben schätzungsweise 5.000 Christen. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört dem Islam an. Ehemalige Muslime leben ihren christlichen Glauben im Geheimen. Immer wieder werden Christen von Islamisten entführt und teilweise brutal ermordet. Die Zahl der Muslime, die Christen wurden, ist unklar. Nach Schätzungen könnten es in Somalia zwischen 75 (Compass Direct) und 1.000 ("The Economist") sein.

Mehrere Christen getötet
Amina Muse Ali ist Waise. Die unverheiratete Frau trat 1997 der "Somali Christian Brothers' Organization" bei. Sie war ein engagiertes Mitglied dieser "Untergrundgemeinde" in der Region Lower Juba. Extremisten haben mehrere Leiter der 1996 von Bischof Abdi Gure Hayo gegründeten Hausgemeindebewegung getötet. Die "Suna Waljameca" gelten als gemäßigt, anders als die "Al Shabaab"-Miliz, die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahesteht. Mehrere Christen, dei früher Muslime waren, wurden in den letzten Monaten von Islamisten getötet. Al Shabaab-Führer Sheikh Arbow erschoss in Lower Juba am 28. September die 46-jährige Mariam Muhina Hussein erschossen, nachdem er bei ihr sechs Bibeln fand. Am 15. September erschossen Al-Shabaab-Anhänger den 69-jährigen Omar Khalafe (Foto) an einem ihrer Kontrollpunkte zehn Kilometer von Merca entfernt. Die Al Shabaab-Miliz kontrolliert einen Großteil von Südsomalia und weitere Gebiete. Sie strebt sowohl den Sturz der Übergangsregierung von Präsident Ahmed in Mogadishu an als auch die strenge Anwendung der Scharia (islamisches Recht). Aufständische erschossen am 18. August an der Grenze zu Kenia den 41-jährigen Ahmed Matan, weil er den Islam verlassen hat. In Mahadday Weyne, 100 Kilometer nördlich der somalischen Hauptstadt Mogadishu, erschossen Al-Shabaab-Islamisten am 20. Juli Mohammed Sheikh Abdiraman, der sich ebenfalls vom Islam zum Christentum bekehrt hatte. Einem Bericht der Agentur Reuters zufolge enthaupteten die Islamisten am 10. Juli in Baidoa auch sieben Christen. Ebenfalls von den Extremisten enthauptet wurden am 21. Februar zwei Jungen. Ihr Vater Musa Mohammed Yusuf hatte sich geweigert, den Aufenthaltsort eines Gemeindeleiters zu verraten. Er lebt heute in einem kenianischen Flüchtlingslager.

Quelle: Compass Direct


*Somalia ist ein Land in der dreijährigen Gebetskampagne "Gefährlicher Glaube": 10 Minuten pro Woche beten für verfolgte Christen in islamischen Ländern. Bestellung Sonderheft "Gefährlicher Glaube" und Anmeldung zur Gebetskampagne unter www.opendoors-de.org

 

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