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Gefangener Christ im Hungerstreik

In Somalia ist ein inhaftierter Christ in den Hungerstreik getreten. Osman Nour Hassan, ein ehemaliger Muslim, protestiert damit gegen seine Überführung in ein Gefängnis in einen entlegenen Landesteil. Der 29-Jährige aus Somaliland – das sich für unabhängig erklärt hat - wurde am 3. August verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, in der Ortschaft Pepsi am Stadtrand von Hargeisa an einen muslimischen Jungen christliche Literatur weitergegeben zu haben. Die Familie des Jungen meldete den Vorfall der Polizei. Laut Aussagen einheimischer Christen hätten auch andere muslimische Dorfbewohner christliche Literatur von Hassan entgegengenommen. Zwei muslimische Scheichs hätten Hassan in seiner Zelle auf der Polizeistation aufgesucht, um ihn über den Islam zu belehren. Sie sollen zu ihm gesagt haben: "Du stammst aus einer muslimischen Familie und solltest keine Schande über sie bringen." Hassan erwiderte, dass die christlichen Schriften Lehrmaterial für ihn und andere am Christentum Interessierte seien. Am 9. September überstellten ihn die Behörden ins 60 Kilometer entfernte Mandere-Gefängnis. Dorthin zu gelangen, ist für Besucher äußerst schwierig und kostspielig. Wie der Informationsdienst Compass Direct erfuhr, ist Hassan in schrecklicher Verfassung und sehr entmutigt. "Ich gehöre weiterhin zu Jesus", sagte Hassan kürzlich. "Ich weiß: Eines Tages, da bin ich mir sicher, werde ich freigelassen. Ich bin sehr deprimiert. Bitte, betet weiter für mich."

Rechtsbeistand verweigert
Die Familie des ehemaligen Muslims und islamische Geistliche der Region haben, nach Auskunft eines Informanten, der anonym bleiben will, für die strafverschärfende Verlegung gesorgt. Damit solle er gezwungen werden, zum Islam zurückzukehren. Die Behörden hätten Bemühungen verhindert, einen Verteidiger für Hassan zuzulassen, sagte der Informant. Wie drei aus Somaliland geflüchtete Christen berichteten, greifen die örtlichen Behörden hart gegen Untergrund-Christen durch. Etliche seien getötet oder verhaftet worden bzw. mussten fliehen. Islamisten hätten versucht, die heimliche Verteilung von Bibeln zu stoppen. Der Islam ist laut Verfassung in Somalia Staatsreligion. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex steht Somalia auf Platz 5. der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden. Unter den 8,7 Millionen Einwohnern leben schätzungsweise 5.000 Christen. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört dem Islam an. Ehemalige Muslime leben ihren christlichen Glauben meist im Geheimen. Immer wieder werden Christen von Islamisten entführt und teilweise brutal ermordet.

Quelle: Compass Direct
 

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