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Indien: Christen nach 300 Tagen unter Präsident Modi frustriert

 

 

Christen in Jaipur von Polizei misshandelt, landesweit Attacken gegen Christen

(Open Doors, Kelkheim) – Nach den ersten 300 Regierungstagen von Präsident Modi kam es am 19. März in der indischen Hauptstadt Neu Delhi zu einer Protestveranstaltung anlässlich der prekären Lage vieler Minderheiten. Zwei Dutzend christliche und muslimische Gruppen wiesen auf die hohe Zahl von Übergriffen gegen Nicht-Hindus während Modis bisheriger Amtszeit hin. Die regierende Bharatiya Janata Partei ist hinduistisch-nationalistisch ausgerichtet und wird von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt, wie die Wahlen im Mai 2014 gezeigt haben.

 

168 Übergriffe in 300 Tagen – hohe Dunkelziffer

Der christliche Aktivist John Dayal präsentierte bei der Veranstaltung einen Bericht, in dem 168 Übergriffe gegen Christen seit Modis Amtsantritt dokumentiert werden, dazu 222 Fälle von Hasspropaganda und Medienkampagnen durch extremistische Hindus. "Diesen Zahlen steht vermutlich das zehnfache an tatsächlich erfolgten Übergriffen gegenüber", erläuterte Dayal in seiner Rede vor der versammelten Menge. Als immer wiederkehrende Beispiele nannte er die "Schändung und Zerstörung von Kirchengebäuden, tätliche Angriffe auf Pastoren, unrechtmäßige Inhaftierung von Gemeindemitarbeitern sowie die Verweigerung verfassungsmäßiger Rechte durch Polizeibeamte." Im Rahmen ihrer Kampagnen terrorisierten extremistische Hindus Dayal zufolge Christen und setzten sie unter massiven Druck, sich zum Hinduismus zu ‚bekehren‘.

Seit Beginn der Regierung Modi habe es in der Öffentlichkeit einen deutlichen Stimmungswandel im Hinblick auf derartige Ereignisse gegeben. Dies habe sich bereits in Modis Wahlkampf angedeutet, der von unverstelltem Hass gegen Muslime und Christen geprägt gewesen sei. Gewaltsame Übergriffe nahmen daraufhin im ganzen Land zu. Dayal bedauerte, dass "die meisten Fälle allerdings gar nicht erst aktenkundig" werden. Auch Politiker wie Parlamentsmitglied Ali Anwar brachten bei der Kundgebung ihre Sorge zum Ausdruck. Anwar sieht in der gegenwärtigen Entwicklung eine ernste Gefahr für die nationale Harmonie und den öffentlichen Frieden. "Man versucht, unser Volk auf Grundlage religiöser Zugehörigkeiten zu entzweien." Das ehemalige Kabinettsmitglied Prasad Singh von der Nationalen Kongresspartei ergänzte: "Die Angriffe gegen Christen und die Zerstörung von Kirchen sind nicht nur das Problem einzelner Orte. Die Vorfälle bereiten uns große Sorgen."

 

20 Christen in Polizeigewahrsam misshandelt

Einer der jüngeren Vorfälle ereignete sich Ende Februar 2015 in der Stadt Jaipur im Bundesstaat Rajasthan. 20 Christen aus dem südindischen Hyderabad wollten eine touristische Reise mit der Verbreitung des Evangeliums verbinden. Doch bereits an ihrem Ankunftstag wurden sie zunächst von extremistischen Hindus bedrängt und später von der Polizei verhaftet. Im Gefängnis gaben Beamte den Christen Stockschläge auf ihre Handflächen. Nur dank der zügigen Intervention herbeigerufener Menschenrechtsvertreter kam die Gruppe bald wieder auf freien Fuß. Die Christen wurden jedoch unter verschiedenen Drohungen gezwungen, ihren Aufenthalt abzubrechen und sofort die Rückreise anzutreten.

In sieben der 29 indischen Bundesstaaten sind "Anti-Bekehrungsgesetze" in Kraft, die häufig als Vorwand missbraucht werden, um gegen religiöse Minderheiten vorzugehen. Indien belegt auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors aktuell Rang 21 unter den Ländern, in denen weltweit Christen verfolgt werden.

 

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QuelleWorld Watch Monitor

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