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Indien: Vielfältiger Druck auf Christen

Immer wieder ähnliche Berichte von Zwischenfällen

Zerstörte Kirche in Indien(Open Doors) – In dem weiten und bunten Land Indien können viele Christen ihren Glauben frei leben. Jedoch stürmen militante Hindutva-Anhänger oftmals Gebetstreffen, schüchtern Pastoren ein, verüben Gewalt gegen Gottesdienstbesucher und vertreiben ganze Familien aus ihren Häusern und Dörfern. Die Daten, Orte und Namen wechseln, anderes bleibt fast gleich: Christen werden beschuldigt, Hindus zum Konvertieren zu zwingen, Kirchen werden beschädigt. Kirchliche Leiter versuchen zwar zu intervenieren, die Polizei bietet jedoch meist wenig Schutz oder wird nicht tätig.

Hindutva-Aggressionen gegenüber Christen an der Tagesordnung

Auf dem Weltverfolgungsindex 2013 von Open Doors, einer Rangliste der Länder in denen Christen weltweit am stärksten bedrängt werden, belegt Indien Platz 31. Hauptursache für die Christenverfolgung ist eine Strömung des Hindu-Nationalismus, der Hindutva. Nach ihren Anhängern soll Indien ein reiner Hindu-Staat sein. Hindutva hat eine politische Basis in der rechts gerichteten, nationalistischen Bharatiya Janata Partei (BJP) Indiens und stellt in der Nationalversammlung die zweitgrößte Partei.

Der Staat verbietet zwar religiös motivierte Gewalt, doch laut US-Kommission für internationale Religionsfreiheit bestrafen die überlasteten, oft korrupten und hinsichtlich Religion voreingenommenen Gerichte des Landes Hindutva-Aggressionen nur selten. Besonders angespannt ist die Situation in den fünf indischen Bundesstaaten mit Anti-Bekehrungsgesetzen.
"Obwohl beabsichtigt war, so Zwangsbekehrungen zu reduzieren und kommunale Gewalt zu verringern, haben Provinzen mit diesen Gesetzen mehr Einschüchterung, Drangsalierung und Gewalt gegenüber religiösen Minderheiten - insbesondere Christen - zu vermelden", heißt es im aktuellen Jahresbericht der Kommission für Religionsfreiheit.

Beispiele für Angriffe auf Christen aus jüngster Zeit:

Bundesstaat Andhra Pradesh: Mit Unterstützung des lokalen Staatsbeamten, Dhanjiy Reddy, zerstört ein Hindu-Mob die Christ Church in Gutta Begumpet. Die Hindus hatten ein Jahr lang immer wieder von Pastor Paul Viswas verlangt, er solle die Gottesdienste einstellen. Reddy wurde inzwischen in eine andere Gegend versetzt.

Bundesstaat Karnataka: In Narasipura brennt eine Menschenmenge die Zion-Kirche nieder, verprügelt deren Pastor und fünf Gemeindemitglieder. Pastor Annaiah zufolge war zuvor wiederholt die Einstellung der Gottesdienste gefordert worden. Drei Tage später geht auch eine provisorisch errichtete Kirche in Flammen auf. Die Polizei fordert die Hindus auf, die Attacken gegen die Kirche zu unterlassen, den Christen ordnet sie an, sie sollen keine Versammlungen mehr abhalten, sondern zu Hause beten.

Bundesstaat Uttar Pradesh: Auf dem Heimweg vom Besuch eines Gemeindemitglieds in Sonari wird Pastor Ram Prakash von der Prakash Healing Society's Church von einer Gruppe gestoppt, die ihm den Tod androht, falls er nicht aufhört, Lobpreistreffen abzuhalten. Prakash berichtet der Nachrichtenagentur World Watch Monitor: "Raghu gehört seit zwei Jahren zu unserer Gemeinde. Ich ging zu seinem Haus, weil er mich gebeten hat, für ihn und seine Familie zu beten." Nun wird auch Raghu bedroht: Besucht er weiter die Gemeinde, soll sein Haus niedergebrannt werden. Pastor Prakash erstattete Anzeige bei der Polizei, die aber bisher nicht reagierte.

Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors unterstützt Christen in Indien mit der Bereitstellung von christlicher Literatur und Mikrokrediten zur Existenzsicherung. Ein wichtiges Anliegen ist es, Christen durch Seminare auf Verfolgungssituationen vorzubereiten und in der Verfolgung zu ermutigen.

Bitte stellen Sie sich mit Ihrem Gebet an die Seite unserer verfolgten Geschwister:

  • Beten Sie für die Christen in Indien, dass sie sich durch die Drohungen und Gewalt nicht abschrecken lassen, ihren Glauben zu leben.
  • Beten Sie um Gottes Schutz.
  • Beten Sie, dass die Seminare den bedrängten Christen helfen.

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