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Indonesien: Tausende Christen auf der Flucht

Organisierte Gewalt gegen Kirchen auf Aceh

(Open Doors) – Religiös motivierte Gewalt versetzte die Christen in der Provinz Aceh am 13. Oktober in Angst und Schrecken. Ein Mob von etwa 700 fanatischen Muslimen war zuerst vor Regierungsgebäuden im Regierungsbezirk Aceh Singkil aufmarschiert, um anschließend die örtliche Indonesian Christian Church (HKI) niederzubrennen. "Nach dem Brandanschlag flohen etwa 8.000 Christen aus Angst vor weiteren Attacken in die Nachbarprovinzen Zentral-Tapanuli und West-Pakpak auf Nord-Sumatra", berichtete Pastor Erde Berutu von der Pakpak Dairi Kirche (GKPPD) gegenüber einem Kontakt von Open Doors. Das Gebäude seiner Gemeinde – ebenfalls in Singkil – war am 18. August niedergebrannt worden (Open Doors berichtete).

Die Regierung hat sich zwischenzeitlich um die Wiederherstellung der Ordnung bemüht, viele Christen trauen der Ruhe jedoch nicht. "Es gibt keinerlei Garantie seitens der Regierung für unsere Sicherheit. Damit meinen wir nicht nur Schutz vor Gewalt, sondern auch, dass wir unsere Kirche zurückerhalten und Gottesdienste feiern können", so Pastor Erde weiter.

Christen haben einen schweren Stand in der Scharia-Provinz Aceh

Am 6. Oktober verlangten mehrere hundert Extremisten von den Regierungsbehörden, sämtliche Kirchen in Aceh Singkil zu schließen. Parallel forderten sie die Bevölkerung per SMS dazu auf, alle Kirchen zu zerstören, die keine Baugenehmigung haben. Tatsächlich haben viele Gemeinden keine Baugenehmigung erhalten – und das trotz Erfüllung der Behördenvorgaben. Zur Einordnung: Nach Angaben der Kommission für Menschenrechte im Jahr 2013 konnten etwa 80% aller Anbetungsstätten im Land – zumeist Moscheen, aber auch Kirchen – keine Genehmigung vorweisen.

"Den vertriebenen Brüdern und Schwestern mangelt es an Wasser, Kleidung, Babynahrung, Medizin und mehr", berichtet ein Kontakt von Open Doors. "Wir müssen uns durch den Dschungel kämpfen, um die Notleidenden zu erreichen. Der direkte Weg durch Aceh ist für uns nicht gangbar, denn an der Grenze stehen Muslime mit der Order, jeden Christen zu töten, der sich in die Region wagt. Die Regierung hat zwar 250 Polizisten zusätzlich in die Region entsandt, bei Treffen zwischen führenden Muslimen und der Regierung konnten wir jedoch nicht feststellen, dass diese der Gewaltbereitschaft entschieden entgegenwirkt."

Danke, dass Sie sich an die Seite der Christen in Indonesien stellen.

  • Beten Sie, dass die Christen der Gewalt nicht mit Gegengewalt begegnen.
  • Beten Sie bitte für die Familien, die fliehen mussten: um Gottes Trost und Stärkung, aber auch um Versorgung.
  • Bitte beten Sie für die Christen auf Aceh, dass sie die Liebe und den Frieden Gottes in Wort und Tat verkünden.
  • Beten Sie für offene Herzen der Bevölkerung, damit sie Jesus erkennen.

Hinweis: Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen am 15. November. Beten Sie mit. Gestalten Sie einen speziellen Gottesdienst.

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