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Irak: Maria will nach vorne schauen

Irakische Christen auf der Flucht im eigenen Land

(Open Doors) – Nur noch 43.500 Christen leben in Bagdad, schätzt das Hilfswerk Open Doors. Noch vor drei Jahren waren es dreimal so viele. Der Irak gehört laut Weltverfolgungsindex zu den zehn Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Anhaltender Terror, Entführungen oder Anschläge sorgen für ein Klima aus Angst und Hoffnungslosigkeit. Unvermindert verlassen Christen ihre Heimat gen Ausland oder leben als Flüchtlinge im eigenen Land, vor allem in den Kurdengebieten im Norden. Wenn dieser Exodus anhält, wird es bald keine Christen mehr im Irak geben, befürchtet Open Doors. Darum ruft das Werk weiterhin zum Gebet für die Christen im Irak auf. Durch die anhaltende Vertreibung verlieren die Menschen nicht nur ihr Hab und Gut. Viele sind traumatisiert, haben Schlafstörungen und Alpträume. Schwer wiegt auch, dass Familien auseinandergerissen werden. Was es heißt, als Feind in der eigenen Heimat zu gelten, hat auch Maria schmerzlich erfahren. Dennoch will die 23-Jährige nach vorne schauen.

Zweifel an Rückkehr

Die Drohung kam per Telefon: "Wenn ihr nicht innerhalb von 24 Stunden die Stadt verlasst, entführen wir eure Töchter und töten euch". Marias Mutter zweifelte keine Sekunde daran, dass der Anrufer dies wahr machen würde. Schon viele Nachbarn hatten ähnliche Anrufe erhalten und wurden umgebracht. Ziel von Islamisten ist es, den Irak von Christen regelrecht zu säubern. Ungeachtet, dass Christen seit Generationen im Zweistromland leben, haben die "Ungläubigen" und angebliche Verbündete des Westens in den Augen von Extremisten keinerlei Existenzberechtigung. Hastig sagte die Familie Verwandten und Freunden "Auf Wiedersehen", doch ob es das jemals geben wird, ist ungewiss. Nur mit ein paar Habseligkeiten bepackt, flohen sie in den Norden des Landes.

Schwieriger Neuanfang

Facebook-Symbol/©Thomas Pajot-FotoliaAuch wenn es dort für die Familie jetzt sicherer ist, war der Neuanfang nicht einfach. Sie mussten alles zurücklassen. "Ich hatte keine Freunde. Hier spricht kaum jemand Arabisch. Doch wo sollten wir sonst hin", erinnert sich Maria. Ihr ist bewusst, dass viele Menschen weltweit für sie beten. Mutig stellte sie sich den Herausforderungen. Fleißig lernte sie Kurdisch, konnte sogar auf die Universität gehen und bald tritt die 23-Jährige eine Arbeitsstelle an. Eine Ausnahme, denn viele Flüchtlinge sind arbeitslos und haben kein Einkommen. Trotz allem vermisst sie ihre alten Freunde. Facebook ist ihr einziger Kontakt nach Bagdad. Dort postet sie Neuigkeiten und chattet mit Freunden. Darüber erfährt sie auch, dass die Lage in Bagdad für Christen unverändert gefährlich ist. Sie ist besorgt, dass ihren Freunden Schlimmes zustößt. "Meine Eltern sagen mir immer wieder: Hör nicht auf, nach vorn zu schauen!", sagt Maria. "Und das tue ich auch. Ich will mich nicht verkriechen, sondern in kleinen Schritten vorangehen." (Foto: ©Thomas Pajot/Fotolia)

Gebetsanliegen:

  • Danken Sie für dieses ermutigende Zeugnis von Maria. Beten Sie, dass es vielen Flüchtlingen gelingt, trotz vieler Entbehrungen nicht den Mut zu verlieren.
  • Beten Sie für die Christen, die keine Möglichkeit zur Flucht haben oder bewusst bleiben wollen. Viele sind in Sorge um das Leben von Verwandten in Bagdad und anderen gefährlichen Städten wie Mossul. Die damit verbundene Hilflosigkeit schmerzt.
  • Beten Sie für die irakische Regierung, dass sie Christen besser schützt. Auch sie wollen am Aufbau und der Entwicklung ihres Landes mithelfen.

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