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Iran: Christen weiter im Gefängnis

Ayatollah kritisierte lasches Vorgehen gegen Hausgemeinden <br>

 

(Open Doors) - Im Iran verstärkt die öffentliche Kritik islamischer Geistlicher den Druck auf Christen muslimischer Herkunft. So beanstandete der einflussreiche Ayatollah Mesba Yazdi im Mai auf einer Tagung islamischer Leiter in Qom das Vorgehen der Behörden. Diese hätten trotz "massiver fianzieller Unterstützung" seitens der Regierung nicht genug gegen das Wachstum christlicher Hausgemeinden in einigen Provinzen getan. Bereits im Oktober vorigen Jahres hatte der Oberste geistliche Führer des Iran Ayatollah Ali Chamenei vor dem "Netzwerk der Hausgemeinden" gewarnt. Es würde den islamischen Glauben bedrohen und junge Muslime irreführen. Einheimische Quellen vermuten, dass derartige Äußerungen zu den Massenverhaftungen von Christen muslimischer Herkunft beigetragen haben. Mehr als 120 Christen sind zwischen Dezember 2010 und Januar dieses Jahres festgenommen worden. Die meisten von ihnen waren Christen muslimischer Herkunft.

Trotz unverminderter Verfolgung von Konvertiten im Iran kommen dort weiterhin Muslime zum Glauben an Jesus Christus. Das Hilfswerk Open Doors schätzt, dass über drei Viertel der 450.000 Christen in der islamischen Republik ehemalige Muslime sind. Das Regime will die Ausbreitung von christlichen Hausgemeinden unterbinden. Seit Jahren gehört der Iran zu den Staaten, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Aktuell belegt das Land Platz 2 des Weltverfolgungsindex.

Die meisten der Anfang des Jahres Verhafteten sind wieder frei. Open Doors bittet um Gebet für nachfolgende Christen, die weiterhin inhaftiert sind.

Gebetsanliegen:

  • Der armenischstämmige Vahik Abrahamian ist seit dem 4. September 2010 in Haft. Seine mit ihm festgenommene Ehefrau wurde am 1. Mai freigelassen.
  • Noorollah Ghabitizadeh sitzt seit dem 24. Dezember 2010 im westiranischen Defzul im Gefängnis.
  • Der 32-jährige Farshid Fathi ist seit 26. Dezember 2010 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran eingesperrt. Monatelang war er ohne offizielle Anklage in Einzelhaft und wurde psychisch unter Druck gesetzt, Informationen über Hausgemeinde-Netzwerke zu verraten. Fathi ist verheiratet und hat zwei Kinder.
  • Abrahim Firuzi sitzt seit 8. Januar in Robat Karim nahe Teheran in Haft. Ihm wird die Verkündigung des Evangeliums, der Besitz zahlreicher Bibeln sowie das Verlassen des Islams (Apostasie) vorgeworfen. Seine Familie kann keine Kaution bezahlen.
  • Seit 17. März in Haft ist Masoud Delijani aus Kermanshah.
  • Yousef Naderkhani aus Rasht ist seit Oktober 2009 inhaftiert. Mitte November wurde er der Apostasie für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Sein Anwalt appellierte an den Obersten Gerichtshof. Nadarkhani wartet derzeit auf einen Prozesstermin.

 

QuelleCompass Direct

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