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Islamisten erreichen Kirchenschließung

Muslimische Organisationen haben in der Ortschaft Tangerang/Bezirk Sepatan nahe der indonesischen* Hauptstadt Jakarta ein Versammlungsverbot für eine Hausgemeinde erreicht. Mitglieder der islamischen Verteidigungsfront (FPI), der Gruppe Betawi Forum und der Partei Hizbut Tahrir wiesen Beamte darauf hin, dass Gottesdienste nicht in einem privaten Wohnhaus gefeiert werden dürfen.

Die "Jakarta Christian Baptist Church" versammelte sich im Haus ihres Pastors, Bedali Hulu. Vergeblich bemüht sich die behördlich genehmigte Gemeinde um eine Bauerlaubnis für ein Gemeindehaus. Wie Hulu dem Informationsdienst Compass Direct mitteilte, würden zwei Bezirksbeamte die Schließung unterstützen. "Wir wollen seit langem ein eigenes Gemeindehaus", so Pastor Hulu, "aber die Ortsverwaltung reagiert nicht." Die fünf Jahre alte "Jakarta Christian Baptist Church" in Pisangan ist offiziell bei der Religionsbehörde registriert.

In Indonesien muss seit 1969 - im Jahr 2006 wurde die Anordnung revidiert - eine Gemeinde aus mindestens 90 erwachsenen Mitgliedern bestehen. Zudem müssen mindestens 60 Nachbarn und die Ortsverwaltung dem Bau einer Kirche zu stimmen. Gemeindeleitern zufolge ist es praktisch unmöglich, unter diesen Bedingungen eine Baugenehmigung zu erhalten. Laut Pastor Wilhelmus Latumahina, Leiter der Gemeinschaft von Pfingstkirchen der Provinz Banten, hätten im Unterbezirk Sepatan seit Jahren verschiedene christliche Gruppen erfolglos eine Baugenehmigung beantragt.

Indonesien ist das größte islamisch-geprägte Land, in dem laut Verfassung Religionsfreiheit herrscht. Von den 231 Millionen Einwohnern sind 80 Prozent Muslime. 16 Prozent – ca. 37 Millionen – sind Christen. Auf dem Weltverfolgungsindex 2009 des Hilfswerks für verfolgte Christen Open Doors belegt Indonesien Platz 41, in der Liste der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden.

Gemeinde terrorisiert
Am 27. September versammelte sich eine Menschenmenge vor dem Haus des Pastors und verlangte die sofortige Beendigung des Sonntagsgottesdienstes. Schneller als sonst, beendet ihn die Gemeinde. Bereits zwei Wochen zuvor drangen Hunderte Muslime in das Haus ein. Die Christen wurden gezwungen, nach Hause zu gehen. Ein Gottesdienst fand nicht statt. Eine Woche später – in der Nacht des 19. September – setzten Unbekannte ein vor dem Haus geparktes Gemeindefahrzeug in Brand. Der Gottesdienst am Sonntag fand wie gewohnt statt. Sicherheitsleute vor Ort konnten verhindern, dass eine Gruppe erneut in das Gebäude stürmt. Die Gemeinde fühlt sich terrorisiert, sagt Pastor Hulu. Der nächstgelegene Gottesdienstort liege einige Kilometer entfernt. Viele der Mitglieder – überwiegend Tagelöhner - haben keine Fahrgelegenheit dorthin.

Quelle: Compass Direct

*Indonesien ist ein Land der dreijährigen Gebetskampagne "Gefährlicher Glaube": 10 Minuten pro Woche beten für verfolgte Christen in islamischen Ländern. Anmeldung zur Gebetskampagne unter www.opendoors-de.org
 

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