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Kirgisistan: „Wir segnen die Brandstifter“

Kleine Gemeinde nach mutmaßlichem Brandanschlag ohne Versammlungsort

(Open Doors, Kelkheim) – Eine kleine christliche Gemeinde im zentralasiatischen Kirgisistan hat ihr Gemeindehaus am 3. Januar durch ein Feuer verloren. Obwohl sie schon einige Anfeindungen erlebt haben, reagieren die Christen auf diesen Schlag bemerkenswert zuversichtlich und vertrauen unerschütterlich auf Gott.

Was kommt als Nächstes?

Die kleine Baptistengemeinde von Kadschysai (Region Yssykköl) zählt etwa 40 Mitglieder. Hier kommen Kirgisen mit Russen gemeinsam zusammen, um Jesus Christus anzubeten, die Bibel zu studieren, Sonntagsschule und andere Treffen abzuhalten. Doch nachdem in den vergangenen Jahren bereits das Dach beschädigt und Fenster eingeworfen wurden, muss die kleine Gemeinschaft sich jetzt erst einmal nach anderen Räumlichkeiten umsehen. Die Brandursache ist nicht eindeutig geklärt, bei einem ähnlichen Anschlag auf eine Kirche in der Stadt Tokmak im Juli 2017 (Open Doors berichtete) wiesen Graffiti mit Drohungen an den Wänden auf einen islamistischen Hintergrund hin.
 

die Kirche nach dem Brand
Bild: die Kirche nach dem Brand

„Warum besuchen sie nicht einfach die Moschee?“

Lokale Medien berichteten über den Vorfall und lösten damit einen öffentlichen Aufschrei aus. Die Polizei nahm Ermittlungen auf und äußerte gegenüber Gemeindemitgliedern: „Das Feuer wurde offensichtlich gelegt von Menschen, die eure Kirche und euren Glauben mitten in einem muslimischen Land nicht mögen.“ Doch statt sich auf die Tätersuche zu konzentrieren, stellen die Beamten zahlreiche Fragen an die Christen, die ohne Zusammenhang zu der Tat stehen – so etwa: Wer hat den Gebäudekauf finanziert? Wie viele Kirgisen sind Teil der Gemeinde? Warum besuchen sie die Kirche anstelle der Moschee?

Aufklärung des Falls unwahrscheinlich

Einer der Christen sagte im Gespräch mit Open Doors: „Wir glauben nicht, dass die Polizei die Brandstifter finden und bestrafen wird, aber wir segnen sie trotzdem und beten für sie. Gott weiß, wer das getan hat.“

Trotz der Zerstörung sind einige Dinge in dem Gebäude erstaunlich unversehrt geblieben: die Bibel, das Klavier und das Dach. Der Pastor sieht hier Gott am Werk, zumal spät in der Nacht niemand den Brand gelöscht hat.

Kirgisistan gehört aktuell nicht zu den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex von Open Doors, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Bitte beten Sie für die Christen in Kirgisistan:

  • Danken Sie Jesus für die Standhaftigkeit der Christen und alle Bewahrung trotz dieses massiven Angriffes.
  • Beten Sie, dass die Gemeinde auch künftig eine gute Möglichkeit findet, das Gemeindeleben weiterzuführen.
  • Beten Sie, dass der Vorfall und die Reaktion der Christen vielen ein Anstoß sind, sich mit dem christlichen Glauben zu beschäftigen.

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