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Laos: Christlicher Glaube per Gesetz verboten

Seit Anfang 2015 zahlreiche Übergriffe und Verhaftungen

 

(Open Doors, Kelkheim) – Die Christen im buddhistischen Laos erlebten während der ersten drei Monate dieses Jahres massive Unterdrückung. Dazu zählt ein deutlicher Anstieg der Verhaftungen, konstanter Druck vonseiten der Behörden und die Vertreibung vieler christlicher Familien aus ihrer Dorfgemeinschaft. Auslöser für die meisten Vorfälle war die Hinwendung Einzelner oder ganzer Gruppen zum christlichen Glauben.

 

Interesse am Evangelium ruft Behörden auf den Plan

Im Februar 2015 wurden die Pastoren Bhaw* und Han Sy* inhaftiert. Sie hatten bei einem Hausbesuch für zwei Familienmitglieder gebetet, die trotz medizinischer Bemühungen schon lange unter einer hartnäckigen Krankheit litten. Wenige Tage nach dem Gebet erfreuten sich beide wieder guter Gesundheit, wie ein lokaler Open Doors Kontakt bestätigte. Die Familie wendete sich daraufhin dem christlichen Glauben zu und erhielt in der Folgezeit viel Besuch von neugierigen Dorfbewohnern, die Näheres über die Genesung und den neuen Glauben der Familie erfahren wollten. Das rief die Behörden auf den Plan und brachte den beiden Pastoren den Vorwurf ein, die öffentliche Ordnung in der Gegend gestört zu haben.

In der Provinz Xaisomboun übte ein Dorfältester massiven Druck auf fünf christliche Familien aus, ihren Glauben an Jesus abzulegen. Als diese sich weigerten, wurden sie ins Gefängnis geworfen. Bereits seit November 2014 befinden sich zwei christliche Leiter in Haft, weil sie das Evangelium verbreitet hatten.

 

Glauben an Jesus Christus als Straftatbestand

30 Christen aus sieben Familien wurden im Januar aus ihrem Dorf in der Provinz Xayaboury verstoßen. Dabei handelte es sich nach Open Doors Informationen um Christen, die sich erst vor kurzem von den üblichen Gebräuchen des Ahnenkults (Animismus) losgesagt haben. Nachbarn hatten deren Sinneswandel bemerkt und daraufhin die Polizei verständigt. Die betroffenen Familien leben jetzt bei Verwandten in anderen Dörfern.

In einem Bezirk der Provinz Houa Phan ist einheimischen Bürgern der Glaube an Jesus Christus per Gesetz verboten. Wird eine Person beim Ausüben christlicher Handlungen im privaten oder öffentlichen Rahmen erwischt, so wird sie aus der Gemeinschaft verstoßen.

 

Beamter lässt Gemeindeälteste absetzen

Auf eine große christliche Gemeinde in der Hauptstadt Vientiane üben die Behörden in anderer Weise Druck aus. Ein Regierungsbeamter, der sich selbst zur Gemeinde zählt, hat nach der jüngsten Wahl der Gemeindeältesten die Absetzung von fünf der zehn Neugewählten gefordert und mit behördlichen Konsequenzen gedroht. Ein Open Doors Kontakt berichtet: "Die Gemeinde beugte sich dem Druck und setzte fünf andere Personen ein, die allerdings ihren Glauben weniger ernst nehmen als behördliche Vorgaben. Damit hat die Regierung genau das erreicht, was sie will."

Open Doors unterstützt die vertriebenen Christen in Laos beim Neuaufbau ihrer Existenz, setzt sich für inhaftierte Christen ein und trägt durch vielfältige Literatur- und Ausbildungsprojekte zur Stärkung der lokalen Gemeinden bei. Auf dem Weltverfolgungsindex 2015 steht Laos an 28. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Namen aus Sicherheitsgründen geändert

 

Bitte beten Sie für die Christen in Laos

 

  • Bitte beten Sie um Stärkung der laotischen Christen in ihrem Glauben, der durch die Vertreibung oder Inhaftierung oft auf eine harte Probe gestellt wird
  • Beten Sie für die Dorfältesten, dass sie sich dem Evangelium nicht verschließen und den Christen Schutz gewähren
  • Beten Sie für die Pastoren und christlichen Leiter, dass sie ihre Gemeindemitglieder gut auf die Herausforderungen des Glaubens vorbereiten und selbst Vorbilder im Glauben sind

 

 

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