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Mexiko: Rückkehr nach fünf Jahren Exil

Zwölf christliche Familien wegen Kirchenaustritt verstoßen

 

(Open Doors, Kelkheim) - Im mexikanischen Bundesstaat Chiapas konnten im April 2015 insgesamt 49 Christen nach einem unfreiwilligen Exil von fünf Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehren. Mittlerweile haben sie zwar wieder Fuß gefasst, doch ihr Leben ist weiterhin mit Einschränkungen verbunden.

Die zwölf Familien waren aus dem Dorf geflohen, nachdem ihnen Dorfälteste und lokale Behörden den Zugang zu Wasser, Strom und medizinischer Versorgung verwehrt und ihnen somit jegliche Lebensgrundlage entzogen hatten. Auslöser hierfür war die Entscheidung der Familien, der traditionellen Kirche den Rücken zu kehren.

 

Ausbrechen aus der Tradition führt zu Tätlichkeiten

Der Bundessstaat Chiapas ist besonders berüchtigt für die harte Haltung der Bewohner gegen Christen, die sich von der traditionellen Kirche abkehren. In vielen Gegenden Mexikos ist eine Form von Volksfrömmigkeit verbreitet, die heidnische Rituale und Festlichkeiten bei oft exzessivem Alkoholkonsum mit kirchlichen Traditionen vermischt.

Einzelne geraten wegen ihres persönlichen Glaubensverständnisses dadurch in Gewissenskonflikte und kehren ihrer Kirche schließlich schweren Herzens den Rücken. Zuerst ernten sie dafür Unverständnis und Argwohn, später mitunter auch tätliche Angriffe und Ausgrenzung bis hin zur Vertreibung.

 

Behörden ignorieren Verfolgung

Die Rückkehr der zwölf Familien war an die regelmäßige jährliche Zahlung von 580 Pesos (ca. 34€) pro Familie zur Finanzierung der traditionellen Feste geknüpft. Einige der Rückkehrer schicken ihre Kinder nach wie vor in die 30km entfernte Schule, die ihnen während der vergangenen Jahre vertraut geworden ist.

In einem anderen Fall haben sich zwei protestantische Christen hilfesuchend an die zuständige Gerichtsbarkeit gewendet. Casto Hernández und sein Cousin Juan Placido Hernández geben an, sie seien von einem Beamten inhaftiert und unter Druck gesetzt worden, ihrem Glauben abzuschwören. Ihre Weigerung habe zu ihrer Vertreibung aus dem Dorf geführt.

Einem Open Doors Vertreter vor Ort zufolge zeigen die Behörden jedoch kein Interesse an dem Fall, was durchaus nicht ungewöhnlich sei. "Die beiden Cousins werden massiv unter Druck gesetzt, ihre Vorwürfe gegen den Beamten zurückzuziehen, und haben bereits Todesdrohungen erhalten."

 

Mexiko zurück auf dem Weltverfolgungsindex

Der Kontaktmann erläutert: "Die Nachrichten von derartigen Vorfällen häufen sich in letzter Zeit, auch wenn die Regierung behauptet, es gebe keine Verfolgung aus Glaubensgründen in unserem Land." Mexiko kehrte in diesem Jahr nach mehrjähriger Abwesenheit erneut auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors zurück.

Das Land belegt dort Platz 38 unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Open Doors ist seit 1989 in Mexiko aktiv und konzentriert sich hauptsächlich auf die Unterstützung christlicher Minderheiten in Stammesgebieten.

 

Stellen Sie sich an die Seite der Christen in Mexiko

 

  • Danken Sie für die Rückkehr der zwölf Familien und das bislang gute Einleben in ihrem Dorf
  • Bitte beten Sie für die beiden zwischenzeitlich inhaftierten Christen, dass die Behörden sich ihrer und ähnlicher Fälle annehmen
  • Beten Sie für alle Christen im Land, die aufrichtig Jesus nachfolgen wollen und deshalb in Bedrängnis geraten: dass sie fest im Glauben stehen und andere mit ihrer Liebe zu Gott anstecken

Am 4. und 5. Juli 2015 lädt Open Doors zu Großen Jubiläumskonferenz nach Karlsruhe ein.

 

 

QuelleOpen Doors, World Watch Monitor

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