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Nigeria: Kirchen vereint im Überlebenskampf

Bericht offenbart dramatische Situation der Christen im Norden

(KELKHEIM, 26. Februar 2016) – Parallel zur Veröffentlichung eines aufrüttelnden Berichts von Open Doors zur Lage der Christen in Nigeria haben die Kirchen unter dem Dach der "Christian Association of Nigeria" (CAN) eine gemeinsame Erklärung bekanntgegeben. Neben einer Selbstverpflichtung, die stark verfolgten Christen im Norden des Landes zu unterstützen, fordern sie darin die Regierung zur Beendigung der Gewalt auf und bitten die UN um eine Untersuchung der Vorfälle.

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Beispiellose Gewalt – historische Erklärung

Die tödlichste Terrorgruppe der Welt ist nicht etwa im Nahen Osten beheimatet, sondern in Nigeria. Hier kamen durch die islamistische Gruppierung Boko Haram allein im Jahr 2015 mehr als 4.000 Christen ums Leben. Die CAN ist Nigerias größter Kirchenverbund, dem protestantische, evangelikale, pfingstliche und katholische Gemeinden angehören. Ihre Vertreter reagierten nun auf die bedrohliche Entwicklung mit einem geradezu historischen Schritt: "Zum ersten Mal überhaupt wenden wir uns mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit", betont Reverend Musa Ake, Generalsekretär der Vereinigung. "Wir wollen das ganze Ausmaß der Verfolgung deutlich machen, der Christen in unserem Land ausgesetzt sind." Als Basis für das Kommuniqué dient die von Open Doors und der CAN gemeinsam erarbeitete Studie, die für die Jahre 2006 bis 2014 die Ermordung von 11.500 Christen und die Zerstörung oder Schließung von 13.000 Kirchen im Norden Nigerias belegt. Darüber hinaus ist darin von 1,3 Millionen Christen die Rede, die vor der Gewalt in sichere Landesteile fliehen mussten.

Ernüchternde Perspektiven und ein Weckruf

Die Auswirkungen der Gewalt auf die Lage der Christen, aber auch auf das Zusammenleben von Christen und Muslimen sind immens. Viele der Befragten berichteten aus ihrem Alltag von Diskriminierung, Hass, Ausgrenzung und Gewalt. Annährend zwei Drittel gaben an, der Kirchenbesuch sei unter dem Druck der Übergriffe deutlich zurückgegangen. Reverend Samuel Dali ist Präsident des Bundes "Vereinigung der Brüdergemeinden", die sehr stark in den von massiver Gewalt betroffenen Bundesstaaten vertreten sind. Dali kennt die prekäre Situation vor Ort bestens und verbindet mit dem Bericht Hoffnung in anderer Hinsicht: "In der Vergangenheit waren viele der Geschwister im Süden oft völlig unwissend über das, was im Norden des Landes geschah. Die Übergriffe galten mitunter als eine ‚Angelegenheit des Nordens‘. Jahrelang habe ich mich deshalb oft im Stich gelassen gefühlt, als sei ich ein Fremder unter den Christen; selbst große Probleme wurden nicht angesprochen." Dali betrachtet den Bericht deshalb als "Weckruf" für die Kirchen des Südens, "damit sie erkennen, dass der islamische Extremismus von Boko Haram eine Bedrohung für die Christen im ganzen Land ist". Angesichts dieser großen Bedrohung ist die neu gewonnene Einheit zwischen den Kirchen überlebenswichtig.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Nigeria zurzeit an 12. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quelle: World Watch Monitor, Open Doors

Weitere Informationen sowie eine englische Ausgabe der Studie stehen unter www.opendoors.de/nigeria zur Verfügung.

*Namen geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria

  • Danken Sie für die gemeinsame Erklärung und die darin ausgedrückte Einheit der Kirchen in Nigeria.
  • Beten Sie für eine große Verbreitung der Studie und vor allem dafür, dass sie zu einer wirksamen Eindämmung der Gewalt führt.
  • Beten Sie dafür, dass die Regierung wirksame Maßnahmen ergreift, um die Christen im Norden vor Gewalt zu schützen.
  • Beten Sie für die vielen geflohenen oder von Übergriffen betroffenen Christen, dass sie praktische Hilfe erhalten und im Glauben gestärkt werden.
  • Beten Sie, dass die Botschaft des Evangeliums allen Hass und alle Furcht überwindet, so dass die Gemeinde Jesu im Norden wieder wächst.
QuelleOpen Doors Deutschland e.V.

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