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Nigeria: Über 30 Tote nach Fulani-Übergriffen

Bewaffnete Kämpfer überfallen mehrheitlich christliche Dörfer in Kaduna (Zentralnigeria)

(Open Doors, Kelkheim) – Verschiedene Medien berichteten am 23. Februar über die Entführung zweier deutscher Archäologen im nigerianischen Bundesstaat Kaduna. Der Fall zeigt erneut die zunehmend unsichere Lage in der Region, unter der besonders die Christen leiden. Am 19. und 20. Februar überfielen hunderte schwer bewaffnete Fulani-Hirten einige Dörfer in Kaduna. Dabei wurden Häuser niedergebrannt und über 30 Menschen getötet, darunter Frauen und Kinder. Zahlreiche weitere Menschen wurden bei den Übergriffen verletzt. Nach dem Eintreffen der Sicherheitskräfte lieferten sich die Fulani-Kämpfer Feuergefechte mit Polizei und Militär, wobei mindestens zwei Polizisten getötet wurden.

Bild: Ein Fulani-Hirte mit seiner Herde
Bild: Ein Fulani-Hirte mit seiner Herde

Anschlagsserie in Zentralnigeria

Die Angriffe fanden am Abend des 19. Februar in der Region Jema’a im Süden Kadunas sowie in den frühen Morgenstunden des Folgetages statt, als gleichzeitig die Dörfer Mifi und Ashim in der Region Kaura überfallen wurden. Sie sind ein weiterer tragischer Höhepunkt einer ganzen Reihe vergleichbarer Vorfälle in der Region (Open Doors berichtete). Nach Angaben der katholischen Diözese Kafanchan wurden seit 2011 bis Ende 2016 alleine im Süden Kadunas in 53 Dörfern insgesamt 808 Menschen ermordet und 57 verletzt. Im gleichen Zeitraum wurden dort 16 Kirchen und 1422 Häuser niedergebrannt. Der wirtschaftliche Schaden der zerstörten landwirtschaftlichen Produktion beträgt etwa 5,5 Milliarden Naira (entspricht ca. 16,5 Millionen Euro).

Gewalt religiös motiviert

Die Regierung des Bundesstaats Kaduna machte „ausländische Elemente“ für die Übergriffe verantwortlich, und Gouverneur Nasir El-Rufai erklärte, die Angreifer seien „ausländische Fulani-Hirten, die sich für frühere Angriffe auf sie und ihren Viehbestand gerächt haben“. Der nigerianische Innenminister Abdulrahman Dambazau beschrieb die Gewalt als kriminell statt religiös motiviert. Doch auch wenn die Hintergründe dieser Übergriffe komplex sind, ist die religiöse Komponente nicht zu übersehen. So berichteten Überlebende, wie die Angreifer unter „Allahu-akhbar“-Rufen die Dörfer stürmten. Die Christian Association of Nigeria (CAN), ein Dachverband verschiedener christlicher Kirchen und Organisationen in Nigeria, erklärt, Islamisten wollten die Christen aus dem Süden Kadunas vertreiben. Bereits 16 Dörfer von Christen seien durch muslimischen Hirten der Hausa-Fulani-Volksgruppe übernommen worden. Die Situation wird dadurch verschärft, dass die Übergriffe meist ungestraft bleiben, was die Täter zu weiteren Angriffen ermutigt.

Nigeria nimmt auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors aktuell Rang 12 unter den Ländern ein, in denen Christen weltweit einem hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt sind.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor, Christian Solidarity Worldwide

Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria!

  • Danken Sie für die Christen in Nigeria, die trotz der Bedrohung an ihrem Glauben festhalten.
  • Beten Sie, dass die Regierungen effektive Maßnahmen zum Schutz der Christen ergreifen und die Übergriffe angemessen ahnden.
  • Bitten Sie für die Christen, dass sie nicht mit Wut und Hass reagieren, sondern den Tätern vergeben können. Beten Sie, dass Jesus sie tröstet und heilt.
  • Bitte beten Sie auch für die muslimischen Fulani-Hirten, dass sie Jesus und seine Liebe kennenlernen.

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